Sep 08 2015

iJoy Asolo Nachtest

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Der RMS korrigierten neuen Version der iJoy Asolo nochmal auf die Finger geschaut.

In meinem ersten Testbericht zum iJoy Asolo zeigten sich doch erhebliche Probleme. Eventuell wäre es nicht doof, den alten Test mal schnell vorab zu lesen, falls ihr den noch nicht kennt.

zweiter Versuch: die RMS der iJoy Asolo

zweiter Versuch: die RMS Version der iJoy Asolo

Zunächst zeigte man sich bei iJoy wenig interessiert, bis (ich glaube) ein englischer Kollege aus dem Vereinigten Inselreich wohl zeitgleich ähnliches zu Bemängeln hatte.  Dies bewirkte dann einen Stimmungsumschwung. Nachdem iJoy jetzt doch an den Testergebnissen interessiert war, kam in die ganze Angelegenheit unerwartet noch ordentlich Bewegung. Man hörte sich meine Kritikpunkte an und machte konkrete Änderungen, bastelte schnell und fleissig an der Regelung.

Schon auf den ersten Blick fallen ein paar unerwartete Verbesserungen beim neuen schwarzen Asolo im Vergleich zur alten Testgerät auf:

  • der 510er ist nun merklich straffer gefedert als er dies bei meinem ersten silbernen Testsample war. Eine straffe Federung (oder noch besser: ein fixer Pol) ist hilfreich zum Vermeiden von Übergangswiderständen. Schon kleinste Widerstände hier haben große Auswirkungen ganz besonders auf Ni200 Wicklungen im Temperaturgesteuerten TC Betrieb.
  • Ein Satz austauschbarer Seitencover, greifen sich an wie texturiertes Silikon sind nun neben einem 510-eGo Adpater und einem blauen Silikonverhüterli ebenfalls im Karton enthalten. Sowas nimmt man als kostenlose Goodies natürlich immer gerne mit.
Blaues Verhüterli und austauschbare Seitenklebecoverteile

Blaues Verhüterli und austauschbare Seitenklebecoverteile

  • Das Displaycover des alten silbernen Testsamples bestand durchgehend aus getöntem Plastik. Große Spaltmaße und kantige Übergänge veranlassten mich dem alten Testgerät Punkte in der B-Note für Haptik und Wertigkeit abzuziehen. Hier in der neuen schwarzen Version der Asolo ist die Displayabdeckung nun zum Gehäusefinish angepasst, vermutlich ebenfalls aus Alu. Das Cover sitzt nun passgenauer mit nur noch geringen Spalten und ohne störende Kanten, das wirkt so doch schon deutlich angenehmer jetzt.
ijoy_asolo_rms_cover

Displaycover im Gehäusefinish

Dieses geänderte Displaycover scheint ein recht verlässliches Zeichen dafür zu sein, ob man eine der fehlerbehafteten Testversion oder eine Retailversion hat. iJoy sagt, dass die finalen Modelle alle mit diesem Cover ausgeliefert werden: Facebook Testsample vs. Retail Unterscheidungsmerkmale

  • Insgesamt muss ich meine Meinung zur Wertigkeit der Box etwas korrigieren, nachdem ich die Box zerlegt habe, muss ich sagen, dass Stabilität der Box und der innere Aufbau wesentlich solider als bei so mancher Konkurrenz ausfällt. Die Asolo ist zwar absolut bastlerfeindlich, aber sehr schön umgesetzt, ohne Heißkleberorgien. Wer mal spicken will, findet eine Fotostrecke iJoy Asolo zerlegen bei mir in meinem neuen Forum.
  • Meiner Meinung ist die Displayscheibe nun weniger stark getönt, das Display ist jedenfalls deutlich heller und besser ablesbar.

 

Der korrigierte VW Modus der iJoy Asolo:

Zwei gute Nachrichten gleich vorne weg:

  • Zum einen wurde die Arbeitsfrequenz nun durchgehend auch bei Widerständen über 1 Ohm auf 16kHz erhöht. Dies hat zur Folge, dass ich kein nerviges Pfeifen mehr hören kann.
  • und wir arbeiten nun zweifelsfrei im korrekten RMS Modus. Allein schon aus diesem Grund sieht die Wertetabelle nun gleich freundlicher aus:
Altes Testsample vs. aktuelles Muster mit RMS

Altes Testsample vs. aktuelles Muster mit RMS

In diesem Chart steckt einiges an Diskussionsstoff:

  • wenig überraschend wird weiterhin auf jegliche Boostfunktion verzichtet, dadurch ist die erzielbare maximale Spannung unter Last mit etwa ~7,5V weiterhin zu gering. Bei hohen Widerständen wird der iJoy Asolo wie alle anderen Mogelboxen auch eher zu einer 20W anstatt einer 200W Box.
  • von diesem oberen Spannungslimit-Manko mal abgesehen bin ich mit der Regelung ab 0,8 Ohm und höher nun durchaus zufrieden. Wie erwartet rückte der Wechsel auf RMS hier die Werte ins rechte Lot.
  • aber meine Güte, bei 0,5 Ohm und drunter ist das weiterhin ein Trauerspiel erster Kajüte. Zwar sind die niedrigen Leistungsstufen 5-15W nun tatsächlich abrufbar, aber von Präzision darf man hier einfach nicht reden. Nicht nur ist das komplett daneben, auch wird 200W eigentlich nicht mal annähernd erreicht. Bei 140W war hier einfach Schluss und selbst dass schafft der iJoy Asolo nur mit den allerbesten, randvoll geladenen und ladenfrischen Hochleistungsakkus. So oft wie in dieser Testreihe hab ich noch nie Akkus geladen, in der Regel schon bei 4.0V mussten die wieder ins Ladegerät, damit die Messwerte reproduzierbar blieben.

iJoy versuchte mir mehrfach klar zu erklären, dass die Schuld für die unzureichende Leistung an meiner suboptimalen Akkuwahl liegen würde und ich mit besseren Akkus bzw. “35A” Akkus wesentlich bessere Ergebnisse erzielen würde. Da waren sie bei mir dann irgendwie grad richtig – ich glaube, die wussten nicht, dass mir auch Dampfakkus.de gehört. Auf meine Frage, welcher Akku in meiner kleinen beschaulichen Sammlung bei Dampfakkus.de denn noch fehlen würde, der besser geeignet wäre kam dann leider keine Antwort mehr. Schade aber auch, ich wollte doch schon immer mal den sagenumwobenen Yeti aus dem Himalaya 35A Akku kennen lernen. Steht bestimmt *fire drauf. In der Praxis gibt es keine 35A in 18650, selbst die 30A der Sony VTC4 sind schon sehr optimistisch. (Selbstverständlich habe ich Tests mit allen gängigen Akkus gemacht:  Sony VTC4/5, LG HG2, Samsung 25R, die Werte hier sind gemittelt HG2 und VTC4)

  • Der 0.1 Ohm Testverdampfer bleibt komplett anders geregelt wie die anderen. Beim alten Modell war das ja schon ähnlich, jetzt kommt er hier nur noch auf 96W. Und auch die 0W bei 5W Soll verstehe ich irgendwie nicht so ganz.
  • Was nach wie vor nicht mal ansatzweise behoben wurde, ist die Unfähigkeit des iJoy Asolo, sinkende Akkuspannung in irgendeiner Form zu kompensieren. Genau wie beim mechanischen Dampfen sinkt die Leistung der Asolo ständig, stetig und unaufhaltsam mit abnehmender Ladung der Akkus. Hier wurde meiner Meinung nach gar nichts verbessert. Wo andere Akkuträger durch Verändern der Pulsweite oder durch eine Boostschaltung das Nachlassen der Spannung kompensieren, bin ich der Meinung, macht der Asolo einfach gar nichts. Das ist meiner Meinung der größte Designfehler, welcher den Asolo jetzt noch plagt.
  • SPEKULATION: Genau das halte ich auch für den Grund, warum die Tests um 0,5 Ohm und darunter auch so schlecht abschneiden. So wie der Asolo nachlassende Akkuladung nicht kompensieren kann, kann er dem Voltdrop, der nunmal unter 0,5 Ohm bei hohen Leistungen zwangsweise auftreten muss, nicht entgegen wirken: der Asolo merkt glaube ich gar nicht mal, dass er aufgrund des hohen Spannungsabfalls am Akku unter Last nicht mal annährend genug Leistung ausgibt. Lässt man den Voltdrop unberücksichtigt muss das eben zu viel zu niedriger Ausgangsleistung führen. Meiner Meinung zumindest.
iJoy Asolo Board

iJoy Asolo Board

Auswirkungen der Änderungen auf den TC Ni200 / TI Modus:

gibt es keine nennenswerten. Der Ni200/Ti Temperaturmodus hat schon vorher korrekt funktioniert und die Ungenauigkeit der Regelung hat beim TC dampfen, wie schon im ersten Test geschrieben, keine wirkliche Auswirkung auf die Praxis. TC mit Ni200 und Ti funktionierte damals im ersten Test schon ordentlich und tun es nun auch weiterhin. Die straffere Feder im Pluspol sollte etwas geringere Übergangswiderstände zur Folge haben.

Auswirkungen auf den Kanthal TC Modus:

Wie schon der reine VW Modus krankte auch der Pseudo Kanthal TC Modus daran, dass im Vavg/Mean Modus keine kleinen Ausgangsleistungen 5-15W nutzbar waren, diese kleinen Leistungsstufen fehlen in Vavg geregelten Akkuträgern schlichtweg komplett. Dank korrekter Regelung im RMS Modus sind die nun wie im VW Modus auch im Kanthal “TC” Modus nutzbar, man kann somit auch Verdampfer betreiben, die z.b. mit 8-9W schon kokeln würden und mit nur ganz wenig Watt kalibriert werden müssen. Das macht den Kanthal Temperaturmodus zwar für mehr Verdampfer nutzbar, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass der Kanthal TC Modus nicht Fisch und nicht Fleisch ist.

Mein Fazit:

Es war insgesamt ein sehr netter Austausch mit iJoy. So ganz will man meiner Argumentation bei iJoy nicht folgen, dass es doch eher unlauter ist, diese Box mit diesen gemessenen Leistungswerten als “200W Box” zu bewerben. Als Gegenbeweis zeigte man mir eigene Messwerttabellen, die ich leider hier nicht veröffentlichen kann und die vermutlich mit Netzteil gemacht wurden. Die Konkurrenz schaffe doch auch keine 200W, da sei es ja auch nicht besser. Darüber lässt sich streiten, man schreibt vielleicht nicht erst 200W drauf, dann muss man auch keine 200W liefern. Aber die Diskussion ist müssig und da stehe ich vermutlich auf total verlorenem Posten. Genau wie in der Akkufrage. Ist doch nur ein Detail am Rande wenn es den für den korrekten Betrieb notwendigen Akku gar nicht gibt.

Ich denke, der Asolo hat durch die vorgenommenen Änderungen nun einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Aber rundum zufrieden kann man noch immer nicht sein. Auch angesichts des doch recht hoch anvisierten Preises um 130,- Euro, sowie der immer noch vorhandenen Probleme im VW Modus unter 0,5 Ohm und nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass nachlassende Akkuspannung, sei es wegen leerem Akku oder Voltdrop oder warum auch immer, nicht kompensiert wird.

Der Ni200 und Titan Temperaturmodus ist in Ordnung, aber selbst mit Geräten aus der Sparliga wie Joyetechs VTC Mini bekomme ich heute perfektes TC zum Bruchteil des Preises. TC alleine ist kein Killerfeature mehr, 200W die ich nicht aus der Box bekomme auch nicht und Kanthal TC zieht, wie im Test Kanthal temperaturgeregelt erklärt, leider nicht die Butter vom Brot.

Er ist merklich besser geworden, der iJoy Asolo. Aber er hat mir leider immer noch zuviele Unzulänglichkeiten für einen Kauftipp.

Sorry iJoy – but thank you for listening and giving me the opportunity to participate. They say Rome wasn’t built in one day.. So, I am looking forward to your next mod, perhaps you should consider calling it iJoy Rome. ;-)

 

Obi hat sein Videoreview auch fertig:

 

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One response so far

One Response to “iJoy Asolo Nachtest”

  1. Sabineon 05 Apr 2016 at 19:18

    Hallo ich bitte um Hilfe. habe eine iJoy Asolo die hat mit den Akku lange auf dem Tisch gelegen bis der neue Verdampfer kam. ich wollte sie wieder in Betrieb nehmen und sie zeigte mir, dass dass Passwort nun falsch ist. obwohl ich das Passwort nicht geändert habe Wie kann ich dieses Ding ins Resert bringen ??? sonst kann man nicht mehr dampfen

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