Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

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Schnabelkatz
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Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon Schnabelkatz » So 15. Mär 2020, 20:25

Tach zusammen,

hab hier ein Thema, das mal garnix mit Dampfen zu tun hat, aber da wir hier ja einige Profis im Forum haben, bin ich hier richtig, denke ich.

Ich bin momentan an folgender Idee am forschen und hab Fragen.
Ich habe einige neue Effektgeräte für meinen Bass zusammengelötet.
Aktuell macht eines davon Probleme mit dem Netzteil. Mit Batterie funktioniert es ganz gut, nur sobald ich das Netzteil anschließe hab ich ein extremes Massebrummen. Da bin ich noch am Forschen, ob ich nicht noch irgendwo ein Masseproblem übersehen habe. Kann aber nicht ausschließen, das dieses Pedal sehr empfindlich gegen Einstreungen ist.

Die Idee die grad verfolge:
Inzwischen gibt es Powerbanks für diesen Bereich, die 9V abgeben. Die hochwertigen kosten allerdings nicht grad wenig Geld. In nem Fachblatt hab ich die Idee gesehen, dass man eine USB-Powerbank nehmen kann, dort dann einen USB (5V) zu 9V Step-Up-Adapter nehmen könnte, Polarität ändert (die Effektgeräte brauchen den Minuspol in der Mitte) und das Teil dann als 9V-Powerbank nutzen könnte.

Ich hab so eine Powerbank von Xtar, die PB2, die sich mit einer bzw. auch mit zweien 18650er Zellen betreiben lässt.

Es wär also recht einfach, so einen Stepup-Adapter zu kaufen und die Powerbank einfach als Stromversorgung zu nutzen.

Soweit ganz reizvoll, aber mein Gedankengang ist folgender: Eine Powerbank mit 2 18650er Zellen muss ja erst mal auf die 5V umwandeln, hat also irgend eine Regelelektronik. Zusätzlich den Step-Up-Adapter, also noch mehr Regelelektronik. Einige Effektgeräte sind recht empfindlich, was Einstreuungen angeht.

Daher die Frage an die Profis, ob das oben beschriebene Setup eventuell durch die Regelelektronik „Signalschrott“ im Strom erzeugt, so dass ich hiermit den Teufel mit dem Belzebub austreibe.

Eure Gedankengänge hierzu würden mich stark interessieren.
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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon ichbin » So 15. Mär 2020, 21:10

Wat nu?
Willst Du 9V(einen 9V Block ersetzen) oder 5V und diese auf 9V anheben?

Anstelle des 9V Blockes kannst Du evtl auch 3 Li-Zellen in Serie nehmen. Dazu solltest Du aber abklären ob deine Schaltung mit 12V noch klarkommt. Evtl reichen auch zwei in Serie geschaltete Zellen aus.die haben bei vollem Akku dann ca 8,2V und leer 5 - 6V. Wobei die mit geringer Belastung auch schon mit 6,4V als leer anzusehen sind.
Ein 9V Block ist auch erst bei 6 - 7V als leer anzusehen.

Dem Junior habe ich ein Steckernetzgerät mit herkömmlichem Trafo an sein Effektgerät gemacht. Das benötigt nicht so viel an Entstörmaßnahmen wie moderne energiesparende Steckernetzgeräte mit Schaltnetzteilen.

funkyruebe
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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon funkyruebe » Mo 16. Mär 2020, 10:09

Gegenfragen

1. Selbstbau Effektpedal?
2. Brummt es alleine auch?
3. Anderes Netzteil probiert ( stabilisiertes )
4. liefert das Netzteil ausreichend Strom und bricht nicht ein? Wenn es einbricht kann eine Stabilisierung zur Glättung nicht mehr funktionieren.

Es gilt also herauszufinden ob du eine Brummschleife durch mehrfach Massen oder eine zu stark pulsierende Gleichspannung hast. Oder einen Bock im Pedal hast ( wie lange läuft das Teil mit Batterie? )

In Sachen Powerbank musst du nicht basteln - kosten für den Musikbereich auch nicht viel

Thomann Powerbank hat 2 Ausgänge á 9V und kostet 39€ https://www.thomann.de/de/harley_benton ... erbank.htm

Wenn du schon eine USB Powerbank mit USB auf Hohlstecker Kabel hast, könntest du auch einen fertigen Step-Up Konverter kaufen https://www.thomann.de/de/joyo_jp_06w_z ... verter.htm

Ich würde aber erst einmal dein Setup prüfen, also alleine anschließen und Netzteil checken und Klinkenkabel kurz halten. Ein Netzteilbrummen ist ein tieffrequentes brummen von 50-100 Hz, eine Brummeinstreuung ist sehr obertonreich und hat meist keinen tieffrequenten Brumm.

Effektgeräte sind idR nicht empfindlich für Brummeinstreuungen. Manche sind in der Lage das Zerhacken von Schaltnetzteilen hörbar zu machen

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Schnabelkatz
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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon Schnabelkatz » Mo 16. Mär 2020, 21:12

Das Pedal ist ein Kit, das man zusammenbraten kann. Btw dieses hier:
https://www.musikding.de/U-235-Suboctave-Bausatz

Ich überlege, das 9V Netzteil zu ersetzen, also keinen 9V Block. Den 9V Block hab ich nur drangehängt, um zu schauen, ob aus dem pcb überhaupt was rauskommt. Das macht es auch ganz brav. Ohne Netzteil und ohne Batterie bekomme ich ein sauberes Signal vom Bass an den Amp (True Bypass). Mit 9V Block ein ganz leises Rauschen, schließe ich das Netzteil an, hab ich ein fettes tieffrequentes Brummen.

Das Netzteil ist ein Rockboard-Netzteil, das eigentlich ausreichen sollte. Es funktioniert auch brummfrei an einem anderen, selbstgebauten Pedal (bin irgendwie dem Pedal-Lötwahn verfallen).

Alternativ hab ich auch ein Multinetzteil von Fame drangehängt, mit dem selben Ergebnis.

Eigentlich ist die angedachte Powerbank-Lösung nur als Notlösung gedacht, wenn ich den Fehler nicht finde. Wie schon geschrieben, bin ich hier noch am ermitteln.

Den Jojo bei Thomann hab ich gesehen, dachte nur, dass 400 mA bissl schwach auf der Brust ist, da ich dann doch eventuell das komplette Pedalboard dranhängen will.

Noch ne extra Powerbank will ich eigentlich nicht kaufen, da ich ja jede Menge 18650er rumliegen hab und die Powerbank von Xtar ja auch schon im Haus ist.

Meine Befürchtung ist eigentlich nur, dass der interne Stepup auf 5V mit dem zusätzlichen externen Stepup auf 9V auch lustig Einstreuungen produzieren könnte.

Da ich eh im im Experimentiermodus bin, hab ich mir mal so ein Stepup-Kabel geordert. das wird dann noch auf umgekehrte Polarität umgelötet und dann verprobt. Wenn ich dann dadurch so ein hochfrequentes fiepsen alla Spulenfiepen bekomm, hab ich dann halt 16€ in den Sand gesetzt. Gemessen an der Kohle, die ich in den letzten Jahren an Dampfequipment rausgehauen hab, ist das quasi fast nicht messbar :lol:
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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon Joergl » Di 17. Mär 2020, 00:54

Hat zwar nix mit Effektgeräten zu tun: Hab mir grade sowas bestellt: https://www.fasttech.com/p/7337300 und stelle mir vor, damit ne Powerbank für mein Notebook - 20 Volt - hinzubekommen. Ob das taugt? Keine Ahnung. Ob die Spule fiept? Auch keine Ahnung.Bild

Kost fast nix. So sieht das aus:

Bild :o :D

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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon funkyruebe » Di 17. Mär 2020, 09:41

Dein Octaver ist ein analoges Effektgerät, der Strombedarf liegt sicher unter 50mA, eher bei 30mA, und sollte somit mit den genannten Netzteilen laufen. Jojo müsste reichen, ich befürchte aber, dass er das gleiche Problem zeigt. Ich vermute, dass du einen Fehler auf dem Board/ im Gerät hast. Hast du ein Voltmeter? Miss die Spannung auf dem Board. Ich vermute, dass dort deutlich weniger als die benötigten 9V ankommen. Miss zusätzlich die Stromaufnahme am Batt-Clip. Ich vermute, dass die Netzteilspannung wegen zu hoher Stromentnahme zusammengebrochen ist. Wenn der gemessene Batt Strom nicht sehr hoch ist, liegt der Fehler im Bereich der Hohlsteckerbuchse. Schau dir mal die Schutzdiode und die Hohlsteckerbuchse und auch die mechanische Montage an.

Auch wenn du meine Gegenfragen nicht beantwortest hast, gehe ich davon aus, dass du das Gerät alleine, ohne weitere Effekte, am Amp getestet hast.

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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon Schnabelkatz » Di 17. Mär 2020, 17:46

Na klar, ich hab das Pedal im Test erst mal alleine getestet. Am Bord kommen auch 9V an. sowohl mit Batterie, als auch mit Netzteil. Hab allerdings nur im Leerlauf gemessen. Das werd ich auch mal unter Last versuchen.
Ich vermute, das die Erdung über das Gehäuse irgendwo fehlerhaft ist, kann aber bisher die Schutzdiode noch nicht ausschließen. Ich werd als erstes mal die Masse am Hohlstecker mit ner Litze zu den In und Outputbuchsen brücken, mal sehen, ob es was bringt.
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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon funkyruebe » Do 19. Mär 2020, 21:43

Und, hast du deine Brücke schon gezogen?

Kannst du dir eigentlich sparen. Wenn der Ein oder/und Ausgang keine Masse hätte, würde das Teil auch im Batt-Betrieb Probleme machen. Zudem dürfte die Masse nicht über den Schaltkontakt geschaltet sein, sondern der Plus. Heißt: Minuskontakt von Batt und Netzteil, wie auch die Masse von Aus und Eingang, haben Verbindung ( mit Ohmmeter messen ).


Die Fame Multinetzteile, die ich kenne, haben getrennte Massen, sodass Brummschleifen als Problem wegfallen.

Miss doch mal die Betriebsspannung bei eingeschaltetem Gerät am Sieb/Glättungselko. Ich glaube nicht, dass da 9V anliegen bei Netzteilbetrieb. Dauert 20 Sekunden - muss auch kein Verstärker dran sein, nur Klinkenstecker sollten eingesteckt sein.

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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon Schnabelkatz » Sa 21. Mär 2020, 15:39

Oh mann, wie blind kann einer sein.
Hab den Fehler gefunden. And den In und Out Buchsen war + und - vertauscht.
Manchmal isses so einfach. :mrgreen:

Ein gutes hat es. Inzwischen weiß ich, dass mit der oben genannten Powerbank die Pedale nicht funktionieren, weil die bei zu wenig Entnahme abschaltet. Jetzt denk ich tatsächlich doch über den Betrieb mit ner Powerbank nach.
Eventuell dann noch so ein Teilchen bauen wie @Joergel oben gepostet hat.
Voll im Lötfieber ;)
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Re: Effektgeräte mit Powerbank via Step-Up versorgen

Beitragvon funkyruebe » Sa 21. Mär 2020, 16:42

Wie das Teil mit Batterie gelaufen sein soll, verstehe ich dann absolut nicht. Spätestens, wenn du die Saiten des Basses berührt hättest, müsste es gebrummt haben.

Welche Powerbank schaltet sich bei geringer Stromentnahme ab?


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