Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

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rabbit
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Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon rabbit » So 21. Apr 2019, 14:03

hallo,

es wird ja immer wieder gesagt, daß man bei lithium-akkus bei geringerer ladeschlussspannung weniger nutzbare kapazität, aber dafür drastisch erhöhte lebensdauer erreichen kann.

Allerdngs finde ich dazu keine harten fakten, bis auf das hier: https://www.powerstream.com/lithium-ion-charge-voltage.htm, und da ist mir auch nicht klar, wie er zu den zyklenzahlen kommt.

kennt wer da quellen?

hintergrund ist, daß mein benzinroller das zeitliche segnet und ich drüber nachdenke, ihn durch einen elektrischen zu ersetzen. nachdem ich die kapazität bzw reichweite wohl nicht ausnutzen werde, könnt ich den akku ja schonender laden...

ciao,

cm.

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Joergl
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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon Joergl » So 21. Apr 2019, 14:49

Keine Ahnung, wie das zu realisieren wäre...die CV-Phase auf bspw. 4,1 Volt/Zelle zu reduzieren...Pi mal Daumen wäre wohl eher so lala! Dafür bräuchte es wohl einen Testlauf. Braucht bestimmte Zeit, bis voll...und halt etwas weniger Zeit, bis schongefüllt...hmmm...Bild

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon rabbit » So 21. Apr 2019, 15:04

realisieren ist einfach, eben die CV-phase auf einer niedrigeren spannung fahren. braucht halt ein einstellbares ladegerät.

im genannten link gibt es auch entladekurven für verschiedene spannungen, bei seinen zellen sind es z.b. ca 80% nutzbare kapazität bei 4,05V spannung.

er nennt auch zyklenzahlen zu den spannungen, aber ohne angabe, wie er die ermittelt hat...

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon Joergl » So 21. Apr 2019, 15:54

Ja, schon klar, aber kommste bei nem E-Roller, der ja die Laderegelung integriert haben dürfte, an die Einstellungen oder willst du ein eigenes Ladekonzept bauen?

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon ichbin » So 21. Apr 2019, 16:33

Wo ist das Problem?
Einfach ein Labornetzteil zum Laden nehmen.
Dieses wird auf Zellenzahl mal 4V eingestellt und Gut.
Da brauchts kein Balancing.
Hab meinen Eigenbau Bikeakku jahrelang so geladen.

Ichbin

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon Joergl » So 21. Apr 2019, 16:54

Hm, kann das auch CC/CV? Oder haut das immer konstant dieselbe Spannung auf die Zelle/n, also Dauer-CV? Wie sieht es mit der Termination aus?

Ich würde mir das so vorstellen: Erstmal konstanter Strom...ab einer gewissen Spannung dann die gewünschte Endspannung und sobald nur noch ein bestimmter Strom gezogen wird: Ladeende.

Ich weiß nicht, ob das gesund für die Zellen wäre, die einfach von leer bis voll mit einer konstanten Spannung zu beschicken. Ich denke, das CC/CV-Ladeverfahren hat schon seinen Grund... :roll:

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon Rutzki73 » So 21. Apr 2019, 17:38

Das ist leider in der Parxis gar nicht so einfach wie in der Theorie. Allein die Reduzierung der Ladespannung wird nicht viel bringen, wenn das BMS dies nicht unterstützt. Die meisten BMS´s terminieren bspw. das passive Balancer auf ca. 4,1V pro Akkuzelle. Erreicht die Akkuzelle nicht diese Spannung, so wird der Abgleich der Spannung zwischen den Akkuzellen nicht aktivieren.
Ferner wirkt häufig das Design des Akkus mehr auf die Lebendauer als die reine Reduzierung der Ladespannung. Themen wie die Verwendung von Zellenhalterungen, oder Pure-Nickel statt der Beschichtetung mit Nickel (Hilumin) spielen eine wichtige Rolle bei Best-Practice.
Noch zum Thema Labornetzteil...zwar kannst du die Ausgangsspannung begrenzen, aber solche Teile schalten nicht von allein ab...
Last but not least, das dargestellte Experiment...solange nicht ausreichende Menge unter den selben Konditionen getestet wird, kann man lediglich von Einzelfall reden, also von einer Beobachtung, individuelle Ermittlung. Die Ergebnisse als eine allgemeine Aussage zu machen, halte ich an dieser Stelle für ziemlich unseriös.
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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon rabbit » So 21. Apr 2019, 18:04

@joergl: man kann bei vielen modellen die akkus entnehmen und an einem getrennten ladegerät laden -- das finde ich ziemlich praktisch, nur die akkus und nicht den roller in den 3. stock tragen zu müssen ;-)

@rutzki73: ja, das mit dem BMS und bei welcher spannung das mit dem balancen anfängt, ist auch ein faktor, müsst man sich auch anschauen.

zum thema netzteile: bei den ganzen stepup-modulen auf aliexpress gibt es u.A. welche, die 3 potis haben, max. strom, spannung, und minimalen strom zum laden beenden -- also genau für CC/CV-laden mit abschaltung gebaut. ob es die auch mit ausgangsspannungen in richtung 20S gibt, hab ich noch nicht geschaut... zuerstmal muß ich den roller auch wirklich haben.

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon ichbin » So 21. Apr 2019, 18:26

Unter Labornetzteil verstehe ich ein Netzteil welches CC/CV-Einstellbar ist und im Idealfall sogar noch Senseanschlüsse vorsieht um einen möglichen Spannungsabfall in einer Anschlußleitung bis zu einem Verbraucher auszugleichen.
Und ja, können die Zellen etwas auseinanderlaufen. Aber bei einem System aus lauter gleichen Zellen sollte das so gut wie nicht vorkommen.
Bei nur 4V/Zelle wird auch kein fertig gekaufter Balancer anspringen sondern immer eine speziell angefertigte oder frei programmierbare Lösung notwendig sein. Dann können wir aber auch einen fertigen Akku kaufen. -und haben immer noch kein 4V/Zelle Ladegerät dazu...
Und ja, die Abschaltung bei unterschreiten eines Mindeststromes... Halte ich bei nur 4V/Zelle für nicht unbedingt notwendig*.

ichbin


* Tut mir Leid. Bin da ein bisschen weniger sensibel gestrickt.

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Re: Ladeschlussspannung reduzieren, Lebensdauer verlängern?

Beitragvon Rutzki73 » Mo 22. Apr 2019, 12:09

ichbin hat geschrieben:Und ja, können die Zellen etwas auseinanderlaufen. Aber bei einem System aus lauter gleichen Zellen sollte das so gut wie nicht vorkommen.


Das Problem mit Auseinanderdriften kann nach einigen Zyklen auftauchen und wird nur schlimmer. Da die Akkuzellen in so einem Akku der Kostenfaktor Nummer 1 ist, wäre es sehr Schade, Leistung nur deswegen zu verlieren...
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