Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

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sk4477
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Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon sk4477 » Sa 2. Jun 2018, 22:01

Hier der erste Teil (vom Samstag) mit Philgood & Assi von EnerCig.



Teil 2 von Sonntag demnächst..

ichbin
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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon ichbin » So 3. Jun 2018, 00:23

Hi
Schade, dass ich das mit der Messe zu spät mitbekommen habe sonst wäre ich, der Akkutechnik wegen, vorbei gekommen. Bin halt kein Dampfer.

Was ich zu Eurer Diskussion anmerken möchte(ich hoffe ich darf das ;) )
Bei Zellen mit eingedelltem Pluspol besteht, je nach Tiefe, immer auch die Gefahr, dass das CID nicht mehr auslöst bzw auslösen kann!
Bei der Belastbarkeit der Zellen mit Schutzschaltung ist das Problem der Mosfetschalter. Diese erreicheen, nur mit 2,5 - 3V angesteuert nicht die niedrigen Widerstandswerte wie bei 10V und werden dabei einfach zu heiß. eben auch weil kein Raum für Kühlkörper oder Kühlfläche vorhanden ist über die die Wärme abgegeben werden könnte. Und unmittelbar daran anliegend ist eine weitere Heizung in Form einer Akkuzelle... Bei den genannten 18A und 3mOhm fallen am Transistor schon 1W an Wärme ab. Um diese bei Dauerbelastung sicher abführen zu können, ohne über 100° heiß zu werden brauchts ein freistehendes Blech mit mindestens 2x2cm Größe. Neben der Zelle :mrgreen:
Mir hat es, weil ich die notwendige Kühlfläche auch unterschätzt habe, einen 0,5mOhm Widerstand bei 50A(hier 1,25W) nach 2min in einem Werkzeugakku augelötet...

MfG ichbin

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JG59
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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon JG59 » So 3. Jun 2018, 01:12

Bei 28:51: "Akkus mit einer Schutzschaltung schaltet man nie in Serie. ... Parallel geht noch."
Warum?
Bei einer Serienschaltung kann die Schutzschaltung jeweils ihren Akku überwachen, und schaltet dann die komplette Serienschaltung ab.
Bei einer Parallelschaltung würde die Schutzschaltung eines Akkus ausschalten, während der andere dann plötzlich die komplette Last übernehmen muss.
Ich kenne auch Akkupacks (Medizintechnik), bei denen jeweils zwei 18650er direkt parallel geschaltet sind. Jeweils zwei dieser Parallelschaltungen sind in Serie geschaltet und haben eine Schutzschaltung, und das ganze dann zwei mal in Serie.

ichbin
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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon ichbin » So 3. Jun 2018, 02:26

JG59 hat geschrieben:Bei 28:51: "Akkus mit einer Schutzschaltung schaltet man nie in Serie. ... Parallel geht noch."
Warum?
Bei einer Serienschaltung kann die Schutzschaltung jeweils ihren Akku überwachen, und schaltet dann die komplette Serienschaltung ab.

Das ist der Trugschluß dabei weil jede Zelle ihren eigenen Schalter hat und nicht Einer da ist der beide Zellen gleichermaßen überwacht und abschaltet. Ich weiß nicht ob es noch so ist, aber früher war es so, dass wenn die Überwachungselektronik an den Messeingängen falsch herum gepolt wurde, und das wird sie wenn der zweite Akku nicht auch trennt, kaputt geht. Das hat mit der inneren Verschaltung zu tun. Es gab vor 10 Jahren viele, so wie ich auch, die sich leistungsfähige Bikebeleuchtungen mit Camcorderakkus gebaut haben. Die sind reihenweise an der Serienschaltung der Akkupacks gescheitert.

Bei einer Parallelschaltung würde die Schutzschaltung eines Akkus ausschalten, während der andere dann plötzlich die komplette Last übernehmen muss.

Wenn die Belastung so hoch ist, dass eine einzelne Schutzschaltung sterben würde ist der Einwand ebenfalls berechtigt.

Ich kenne auch Akkupacks (Medizintechnik), bei denen jeweils zwei 18650er direkt parallel geschaltet sind. Jeweils zwei dieser Parallelschaltungen sind in Serie geschaltet und haben eine Schutzschaltung, und das ganze dann zwei mal in Serie.

Das ist gängige Praxis. Sowohl bei Pedelecs als auch Werkzeugakkus. GEICHE Zellen parallelschalten ergibt in Summe jeweils eine Gesamtzelle mit doppelter Kapazität wobei sich, Stephan hats im Video auch zu erklären versucht, der Strom auf beide(oder auch mehr) Zellen verteilt. Geringste Unsymmetrien durch Verbinderwiderstände mal außen vor gelassen. Diese "größeren Zellen" kann man dann wieder ganz normal in Serie verschalten und mit einer Schutzschaltung die alle Zellen(die parallelen zählen wie gesagt jeweils als EINE Zelle) kontinuierlich und zeitgleich überwachen und beii drohender Tiefentladung mittels einem gemeinsamen Schalter abschalten.
In Laptops und vermutlich auch deinen Medizingeräten wird auch bei drohender Überladung abgeschaltet was einen weiteren Mosfettransistor benötigt welcher bei Hochstromanwendungen zusätzlichen Verlust und Wärmeentwicklung verursachen würde.

MfG ichbin

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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon Gandalf » So 3. Jun 2018, 09:03

Schaue ich gerade. Freue mich drauf, kann nur gut werden mit den Gästen ;)

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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon Rutzki73 » So 3. Jun 2018, 10:09

Hi ichbin - Anfang 2018 haben wir zusammen mit einer Firma aus Israel ein PCM für Rundzellen realisiert, der 4 Mosfets mit jeweils 4A-5A hat.

Der PCM hält 18A-20A (je nach eingebaute Zelle und Internal Widerstand), allerdings wird die Nickel-Leitung so heiß, dass der PVC-Shrink an dieser Stelle schmilzt.

Erst wenn wir 2 Nickelleitungen übereinander setzen, hält die Konstruktion...allerdings ist der gefertigte Akku nicht mehr Rund... :oops:

Zum Thema Serien- und Parallelschaltung...grundsätzlich empfiehlt es sich nicht Akkus mit einer Schutzschaltung (PCM, BMS) weder in Serien, noch in Parallel WEITER zu schalten. Wer sich gut in diesem Fachgebiet auskennt, der weiß ja, eine Parallelschaltung ist machbar, aber setzt bspw. im voraus, dass die geschalteten Akkus im Selben Ladezustand sind (gleiche Spannung).

Bei einer Serienschaltung ist es ein Tick komplizierter und wenn du auf der Bühne sitzt und im Allgemein darüber sprichst, so musst du die Minderheit der Bastler von der Gesamtheit der Laien trennen. Ich möchte nicht die Verantwortung für Selbst-Fehleinschätzung übernehmen. :D

Zum Thema Dellen und Beschädigungen an Akkuzellen - Hier bin ich ziemlich streng. Verformt sich eine Akkuzelle, so gehört dieser entsorgt. Gibt es Risse an der Ummantelung der Akkuzelle, muss diese ersetzt werden. Der Preis für Akkuzellen hat sich in der letzten Jahren mehr als halbiert und die Leistung enorm gestiegen. An dieser Stelle zu sparen ist der falsche Vorschlag.
Zuletzt geändert von Rutzki73 am So 3. Jun 2018, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon Gandalf » So 3. Jun 2018, 10:20

Lustig Rutzki73. Dich mal zu hören und nicht nur zu lesen :D Dein Akzent ist mir mehr Belgisch/Französisch reingekommen.

Back to Topic: Frage am Rande. Parallel geschaltete Akkus erfahren doch einen Spannungsausgleich? Würde ich nun 2 geschützt Akkus, einer davon leer einer Voll verbinden, würde da nicht der Ausgleich stattfinden, dadurch würde doch das PCB abschalten, da zuviele Ampere fliessen? Oder denke ich in die falsche Richtung?

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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon Rutzki73 » So 3. Jun 2018, 10:36

Hi Gandalf,

Spannungsausgleich ist das Wort des Jahres :D bei großen Akkus wie bei Pedelecs (7S, 10S, 13S etc.) übernimmt das BMS (Battery Management System) diese Arbeit (meist mit einem passiven Balancer), aber auch kleine PCM´s (Schutzschaltung) verfügen über ein passiver Balancer.

Wenn du 2 getrennte Akkus jeweils mit einer Schutzschaltung nimmst und jeder von den beiden andere Spannungslage hat, erfolgt dieser Ausgleich "außerhalb" der Schutzelektronik. Es mag ja bei kleinen Akkus keine "gefährliche" Aspekte mit sich bringen, bei großen Akkus mit "kräftigem" Spannungsausgleich kann es sehr unangenehm sein.
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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon reuenthal » So 3. Jun 2018, 23:02

Hi Rutzki,

Ich bin eben beim Schauen eures Messevideos genau auf den schon angesprochenen Punkt „Stacking mit zwei geschützten Akkus“ aufmerksam geworden.

Ich betreibe das nämlich seit einer Weile so in einem MechMod und hab mich bisher sicher gefühlt. Sollte ich eher beunruhigt sein?

Wenn ich das, was du hierzu oben schon geschrieben hast richtig lese, kommt es zu Problemen wenn die Akkus unterschiedliche Spannungen haben.

Dazu meine fragenden Gedanken:

-Das Spannungsdifferenzproblem würde doch ebenso bei ungeschützten Akkus auftreten?
-wenn ich auf gleiche Akkuspannung acht gebe, kann ich relativ sicher sein?
-besteht die Gefahr lediglich darin, dass bei einem solchen Spannungsausgleich die Schutzelektronik nicht greift?
-oder gibt es noch mehr Gefahren durch die Schutzplatine verursacht?

Vielen Dank schonmal für eure Mühen

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Re: Teil 1: Akkutalk mit Philgood auf der HoV 2018

Beitragvon Rutzki73 » Mo 4. Jun 2018, 07:07

reuenthal hat geschrieben:Hi Rutzki,

Ich bin eben beim Schauen eures Messevideos genau auf den schon angesprochenen Punkt „Stacking mit zwei geschützten Akkus“ aufmerksam geworden.

Ich betreibe das nämlich seit einer Weile so in einem MechMod und hab mich bisher sicher gefühlt. Sollte ich eher beunruhigt sein?

Wenn ich das, was du hierzu oben schon geschrieben hast richtig lese, kommt es zu Problemen wenn die Akkus unterschiedliche Spannungen haben.

Dazu meine fragenden Gedanken:

-Das Spannungsdifferenzproblem würde doch ebenso bei ungeschützten Akkus auftreten?
-wenn ich auf gleiche Akkuspannung acht gebe, kann ich relativ sicher sein?
-besteht die Gefahr lediglich darin, dass bei einem solchen Spannungsausgleich die Schutzelektronik nicht greift?
-oder gibt es noch mehr Gefahren durch die Schutzplatine verursacht?

Vielen Dank schonmal für eure Mühen


Vielleicht kam es auf der Bühne falsch rüber...ich habe diese Aussage lediglich fachmännisch getroffen und nicht in Hinsicht auf die Sicherheit.
Wenn du gute geschützte Akkus hast, so kannst du davon ausgehen, dass nichts passieren wird. Allerdings werden die Akkus wahrscheinlich wesentlich schneller auseinander driften.
Du kannst also geschützte Akkus "schlecht paaren".
Gerade die Schutzschaltung hat an dieser Stelle den Vorteil, dass diese bei dem "schwächsten" Akku früher angreift.
Besser wäre fachmännisch einen sog. 2S Akku (2 Akkuzellen in Reihe geschaltet) mit einer Schutzschaltung, ein sog. Akkupack.
Wenn es überhaupt ein Mechmod sein muss, und wenn schon in einem Mechmod 2 Akkus in Reihe geschaltet werden sollten (Stacking)...dann aus Sicherheitsgründen lieber mit geschützten Akkus...
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