Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

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funkyruebe
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Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon funkyruebe » Mo 31. Aug 2015, 23:49

Das Ohmsche Gesetz war nur der Anfang

Nachdem die meisten Dampfer unter uns sich mit dem Ohmschen-Gesetz auseinandergesetzt haben und Ohm, Volt, Strom und Leistung inzwischen keine Feindbilder aus der Schulzeit mehr sind, steht eine neue Herausforderung in den Geschäften, der temperaturkontrollierende geregelte Akkuträger, kurz TC Box genannt. Durch Widerstandsdraht, der mit zunehmender Temperatur seinen Widerstand erhöht, kann die Elektronik in den TC Boxen die Temperatur bestimmen und ein Überhitzen der Wicklung verhindern. Sofern alles stimmt und darum geht es hier.


Evolv der Vorreiter

Vorläufer war vor weniger als einem Jahr Evolv, die mit dem DNA 40 einen Chipsatz herausbrachten, der auf den neuen Ni200 Draht abgestimmt war. Da dieser Draht aber einen sehr niedrigen Widerstand hat, wurde nach anderen Drähten gesucht, die auch ihren Widerstand mit zunehmender Temperatur erhöhen und einen höheren Widerstand besitzen. Titan kam als erster Draht nach Ni200 in die VD und ihm folgten weitere Drähte und seit kurzem auch Boxen, die nicht nur auf Ni200 abgestimmt sind.


Der temperaturabhängige Widerstandsdraht

Ein Widerstandsdraht, dessen Widerstand sich bei zunehmender Temperatur erhöht, ist ein PTC Widerstand, also ein Widerstand mit einem positiven Temperaturkoeffizienten. Dieser Temperaturkoeffizient ist quasi ein Multiplikator, der mit jedem Grad den Widerstandswert erhöht. Als Starttemperatur ist die Zimmertemperatur von 20 Grad C festgelegt, die man immer von der gewünschten Temperatur bei den Berechnungen abziehen muss. Ni200 hat einen Temperaturkoeffizienten ( TK ) von 0,0062 pro Grad.


Temperaturkontrolle am Beispiel der DNA40 mit Ni200 Draht

Die Elektronik des DNA40 kann aus einem bekannten (Kalt)Widerstand und dem aktuellen (Heiß)Widerstand in der Feuerphase die Temperatur errechnen. Dazu wird zuerst der Widerstand der Wicklung bei Raumtemperatur (ein)gemessen. Beim Feuern wird der Widerstand immer wieder ganz schnell und unmerklich gemessen. Wird der für die eingestellte Temperatur errechnete Widerstand erreicht, verringert der DNA40 die Leistung, um die Temperatur möglichst konstant zu halten. Bei einer trockenen Watte kann dies auch eine Leistung unter 1 Watt bedeuten.

Hier ein Beispiel, das man mit dem Online Rechner nachrechnen kann

Temperaturkoeffizient 0,0062
Original Widerstand 0,2 Ohm
Original Temperatur 20 Grad C
Zieltemperatur 210 Grad C
Zielwiderstand 0,4356

In den Rechner kann man beliebig einen Parameter errechnen lassen. Das sind jetzt nur Zahlen, mag man sagen, aber mit diesen Zahlen kann man noch einiges anfangen.


Unerwartete Probleme

Wenn die Wicklung gut ist und es keine Hotspots gibt, sollte die Regelung auch gut funktionieren und lecker dampfen. Was kann aber der Grund dafür sein, dass ein Verdampfer bei ähnlicher Wicklung und gleicher Einstellung nicht so richtig funktioniert oder sogar kokelt? Es kann am Übergangswiderstand des Verdampfers liegen, der die Messungen durcheinander bringt. Bekannt für einen nicht unerheblichen Übergangswiderstand ist der Kayfun V4, auch wenn das die SM Gemeinde nicht gerne hört. Übergangswiderstände von 0,05 Ohm und mehr sind keine Seltenheit. Auch mit Goldfeder ist dem nicht richtig beizukommen.

Nehmen wir an wir haben einen Übergangswiderstand von 0,05 Ohm und eine Wicklung von 0,15 Ohm, so sollte unsere TC Box 0,2 Ohm messen. Mit diesem Widerstand rechnet jetzt der Chipsatz den zu erwartenden Widerstand für die eingestellte Temperatur von zB 210 Grad C aus. Den Wert kennen wir schon von oben, 0,4356 Ohm. Bei diesem Wert würde also der Chip die Leistung drosseln. Da aber in den 0,4356 Ohm auch schon der sich nicht ändernde Übergangswiderstand des K4 von 0,05 Ohm mit gemessen würde, hätte die Wicklung zu dem Zeitpunkt nur einen Widerstand von 0,3856 Ohm. Geben wir diesen Wert als Zielwiderstand und 0,15 Ohm als Startwiderstand in den Rechner ein und löschen die Zieltemperatur, so können wir die wirkliche Temperatur der Wicklung errechnen. 273,333 Grad C spuckt der Rechner aus, das würde eine trockene Watte schon mehr als nur kokeln. 63 Grad C zu viel hätte der Übergangswiderstand bewirkt.


Beheben des unerwarteten Problems

Was könnte man machen um trotzdem bei 210 Grad C zu dampfen? 63 Grad weniger einstellen, könnte man meinen. Also alle Daten in den Rechner und den Zielwiderstand ausrechnen, der für 147 Grad bei 0.35748 Ohm liegt, dann den Übergangswiderstand abziehen und mit den 0,30748 Ohm und für den Startwiderstand von 0,15 Ohm die Temperatur errechnen. Denkste, der Rechner sagt 189,33 Grad C, also 21 Grad zu wenig.

Wie also besser machen? Einfach den Zielwiderstand für eine 0,15 Ohm Wicklung bei 210 Grad ermitteln und den Übergangswiderstand dazurechnen, also 0,3267 + 0,05 = 0,3767 Ohm. Dann den Startwiderstand wieder auf 0,2 Ohm und den Zielwiderstand auf die 0,3767 Ohm einstellen und die Temperatur errechnen lassen. 162,5 Grad C würde eine Runterregelung bei einer Spulentemperatur von 210 ergeben.

Bei Verdampfern, bei denen man einen Übergangswiderstand vermutet, sollte die Temperatur niedriger eingestellt werden. Man kann sich dann immer noch langsam an den optimalen Wert herantasten. Die hier errechneten Ergebnisse müssen nicht die optimale Einstellung bedeuten.


Andere Drahtsorten in einer Ni200 optimierten Box

Was aber wenn ich einen für Ni200 optimierten mit einem der anderen Drähte nutzen möchte. Hier erst einmal die Probanden, ihr TK und ihr Widerstand pro Meter für einen 0,28mm Draht

AISI 317L --------------------0,00095-----------------13,15 Ohm/m
AISI 316 / V4A --------------0,00088-----------------12,18 Ohm/m
AISI 304 / V2A---------------0,00105-----------------11,90 Ohm/m
Resitherm NiFe30-----------0,00320-----------------5,5 Ohm/m
Nifetherm NiFe70-----------0,00520-----------------3,25 Ohm/m
Nifetherm NiFe52-----------0,00405-----------------6,98 Ohm/m
Pipeline NiFe27------------- 0,00410-----------------2,97 Ohm/m
Titanium---------------------0,00350-----------------7,1 Ohm/m aber für 0,29mm
Ni200-------------------------0,00620-----------------1,5 Ohm/m

Alle Koeffizienten Angaben können je nach Hersteller schwanken. Bei Ni200 auch sehr stark. Vorsicht ist bei Drähten aus China angebracht, der TK kann erheblich niedriger ausfallen. Aber auch Ni200 Drähte aus EU Shops sind schon auffällig geworden und hatten einen wesentlich niedrigeren TK. Draht Kauf ist Vertrauenssache. Die Werte für die Drähte der Hersteller Isabellenhütte ( Resitherm= Sonderanfertigung für Dicodes ) und Kanthal ( Nifetherm ) sollten als bestätigt gelten. Generell ist der TK aller Drähte aber nicht über den gesamten von uns genutzten Bereich gleich. Es gibt je nach Draht kleinere oder größere Schwankungen. Bei manchen steigt der TK mit der Temperatur und bei anderen sinkt er. Den Dicodes Resitherm Draht gibt es nur in der Stärke 0,28mm. Vom Hersteller gibt es auch andere Stärken, aber nur dünnere. Alle anderen Drahtsorten gibt es auch in sehr dicken Ausführungen ( tw weit über 1mm ). Es gibt noch weitere Drähte, da aber die Verfügbarkeit schlecht ist, führe ich sie nicht an. Der Nifetherm 52 wird erst mitte Sept/2015 bei Zivipf verfügbar sein

All diese neuen Drähte haben einen erheblichen Vorteil gegenüber Ni200, sie haben einen größeren Widerstand pro Strecke, sodass man nicht so viele Wicklungen anbringen muss und weniger Platz für die Wicklung braucht oder man weniger Angst haben muss, sie versehentlich mal auf einen normalen AT zuschrauben. Außerdem sind sie formstabiler als Ni200. Leider haben sie aber einen teilweise erheblich geringeren Temperaturkoeffizienten. Das muss ausgeglichen werden.

Unsere Box rechnet nur mit Ni200, deshalb müssen wir für unseren neuen Draht erst einmal den Widerstand ermitteln. Gehen wir von einer Titan Wicklung von 0,4 Ohm und unserer gewünschten Zieltemperatur von 210 Grad C aus. Zuerst wird der Titan Zielwiderstand errechnet, also TK 0,0035 und 0,40 Ohm und 20 Grad und 210 Grad in den Online Rechner eingeben. Das macht dann 0.666 Ohm. Dann wird dieser Wert beibehalten, die Temperatur gelöscht und die Werte für Ni eingegeben, also 0,0062 und 0,4 Ohm. Daraus wird dann die Zieltemperatur errechnet, die man im Mod einstellt. 127,25 Grad C = 261F.

Da der Koeffizient für Titan schon mehr als das Dreifache von den ES Drähten beträgt, kann man sich die Berechnung für eine auf Ni200 optimierte Box sparen. Selbst in der niedrigsten Temperatureinstellung von 200 Grad F wird man Kokeln kaum vermeiden können. Resitherm NiFe30 kann aber wie Titan berechnet und genutzt werden und erst recht die neuen Drähte von Kanthal.

Zwei Links dazu
Steam-engine der universal Rechner/Datenbank von Dampmaskin

Drahtdatensammlung mit Kurven von vapealone - sehr gut, auch für die neuen Drähte und auch die neuen DNA200 CSV Daten


Boxen für andere Drahtsorten

Inzwischen gibt es neben anderen Drahtsorten auch andere TC Boxen/Stäbchen, bei denen man einen Parameter ändern kann, der dem Temperaturkoeffizienten nachempfunden ist. Bei Dicodes/Pipeline gibt man für Ni200 statt 0,0062 einfach 620 ein. Außerdem gibt es von SXK Vapor Flask, Vapor Shark und Zero Clone mit einer neuen Elektronik, die einen Parameter namens Nickel Purity hat. Das klingt erst einmal nach Nickel-Reinheit, was für unreinen chinesischen Ni200 auch notwendig ist und vom Entwickler auch nur dafür gedacht war, aber in Wirklichkeit ist der Regelbereich ( von 10-100 ) so groß, dass man selbst V2A damit noch sehr gut regeln kann, was der Hersteller nicht wusste :lol: . Meist kann man die Nickel Purity auf 11% des Dicodes Wert einstellen - der NP Wert ist 10% zu hoch gegenüber der dritten und vierten Stelle hinter dem Komma der Liste von oben. Leider sollen die SXK Boxen den Startwiderstand zu niedrig messen, was eine andere Rechen-Aufgabenstellung wäre, aber inzwischen behoben wurde ( 7/2015). Weitere Boxen mit einstellbarem TK kommen jeden Tag dazu. So hat inzwischen Evolv mit der DNA200 nachgebessert und hier lässt sich erstmals nicht nur der TK einstellen sondern sogar 7 Punkte aus der TK Kurve. Dies nennt sich CSV Data und kann Unlinearitäten des TK über den Temperaturbereich einbeziehen. Von Smok ist die X-Cube II und die Kooper Mini ( aber noch nicht für ES geeignet ). Außerdem gibt es viele Boxen die auch für Titan optimiert sind.

Alle angegebenen Drahttypen lassen sich auf den Dicodes und SXK Boxen nutzen. Mit der Koeffizienten Einstellung kann man seinen Draht anpassen und braucht keine Änderung an der Temperatur vorzunehmen. Auch Übergangswiderstände der Verdampfer lassen sich damit ausgleichen, schließlich vermindert der Übergangswiderstand den TK. Ein User aus dem ECF, TheBloke, hat ein Spreadsheet erstellt, das man für verschiedene Aufgabenstellungen nutzen kann. Man kann damit zB den Messfehler der SXK Boxen in die Nickel Purity umrechnen oder Übergangswiderstände von VDn für Dicodes und SXK umrechnen. Den Exel Rechner kann man runterladen und mit Exel öffnen. Die Bedienung ist einfach ( Erklärung in English )


Notwendigkeit - Verdeutlichung - Erfahrung

Die Berechnungen sind nicht unbedingt notwendig. Man kann auch durch Versuche zu guten Ergebnissen kommen. Vielleicht versteht aber der Ein oder Andere einige Zusammenhänge so besser und weiß dann warum der Verdampfer X eine andere Temperatureinstellung braucht als Verdampfer Y, um zum gleichen guten Ergebnis zu kommen.


Der Trocken-Watte Test oder ich spar mir das Rechnen

Viele haben sicher schon vom Test mit trockener Watte gehört. Der entspricht zwar nicht ganz der wirklichen Nutzung, kann aber sehr hilfreich sein um Unstimmigkeiten zu erkennen, zu bewerten oder auszuschließen. Denn es gibt einige Faktoren, die schwer zu messen sind, wozu das Equipment auch noch fehlt. Wie soll man zB den Übergangswiderstand eines VDs messen. Man könnte zwar die Pole kurzschließen, aber fast alle Boxen verweigern den Widerstand zu messen. So gibt es einige mögliche Unbekannte in unserer Rechnung

1. der Übergangswiderstand des VDs und der 510 Verbindung
2. die ungewisse Genauigkeit der TK Einstellung der Box
3. Genauigkeit der Widerstandsmessung von Kalt und Heißwiderstand und die Berechnung des Zielwiderstandes
4. der wirkliche Koeffizient des Drahtes

Mit einem Trockentest kann man all diese Unbekannte relativ gut einbeziehen. Dazu wird die Leistung ruhig auf 30W und mehr eingestellt.

Für Ni200 optimierte Boxen wird je nach Drahttyp für die Temperatur ein niedrigerer Wert als der zu erwartende eingestellt. Dann wird 1-2 Zyklen ( je 10 Sekunden) gefeuert und die Temperatur immer weiter erhöht bis sich eine leichte Bräunung der Watte zeigt.

Bei Boxen mit einstellbarem TK kann man die Temperatur auf 215C/420F einstellen und den TK auf einen etwas niedrigeren Wert als den zu erwartenden einstellen und dann nach jedem Feuerzyklus den TK weiter erhöhen. Stellt sich eine leichte Bräunung der Watte ein hat man die TK Einstellung gefunden.

Bei den ermittelten Werten ( Temperatur oder TK ) sollte das Setup beim Trockenlaufen noch nicht sofort kokeln. Jetzt kann man sich ganz dem Geschmack widmen und den gewünschten Sweet Spot suchen. Um den persönlich besten Geschmack einzustellen braucht nur noch die Temperatur leicht verändert zu werden. Es kann auch ein um 10C/20F höherer Wert eingestellt werden. In der Praxis wird bei leichtem Restliquid und Luftzirkulation die Watte nicht anfangen zu kokeln. An der verminderten Dampfleistung wird man sehr schnell feststellen, dass der Tank leer oder die LC zu ist ;) .

Anmerkung zur Watte: Ich habe bei meinen Wattetests irgendwann festgestellt, dass meine DM Watte und die Muji Watte bei unterschiedlichen Temperaturen braun werden. Der Unterschied ist nicht einmal gering. Ich habe gerade extra noch einen Test gefahren ( FeV Base, 0,2 Ohm Ni200, Kangxin Mini, 30 Watt ). Die DM Watte wurde bei 440F rehbraun und die Muji in der gleichen Wicklung erst bei 480F. Welche Temperatur wirklich in den beiden Fällen anliegt, kann ich nur so ungenau messen, dass ich es gleich lasse. Das wäre eine anspruch und sinnvolle Aufgabe für @sk4477 ( nicht so ein Mist wie Kanthal-TC-Box ;) :lol: )

Der längere Strang ist DM Bio Watte, die bis 440F befeuert wurde und das kurze Stück Muji Watte wurde bis 480F befeuert.
DSCN0565.JPG
Wattetest DM und Muji
DSCN0565.JPG (218.72 KiB) 86897 mal betrachtet


Um bei den vielen VDn die ich mit TC nutze noch durchzublicken, habe ich mir angewöhnt die Temperatur und/oder den TK unten auf den Boden des VDs zu schreiben.


Die Wicklung

Der Wicklung sollte sehr genau und gleichmäßig sein. Es sollte vermieden werden, dass einige Windungen sehr eng und andere weit auseinander sind. Das kann auch schon beim Wattetest zu komischen Ergebnissen führen, da sich eng benachbarte Wicklungen, ähnlich wie bei Micro Coils, gegenseitig erhitzen und es partiell zu einer Überhöhung der Temperatur kommen kann. Dann wird beim Wattetest ein kleiner Bereich schon leicht braun, während der restliche Bereich noch schneeweiß ist. Auch nach einem Wattewechsel sollte darauf geachtet werden, das die Windungen wieder schön gespaced sind. Schlechte Wicklungen und VD mit Übergangswiderstand sind mögliche Gründe für die Notwendigkeit gleiche VD mit unterschiedlichen Temperaturen befeuern zu müssen um das gleiche Ergebnis zu erhalten.

Man kann fast alle Drahttypen oxidieren. Bei Titan ist Vorsicht geboten. Titanoxid Nanopartikel sollen krebserregend sein, ab welchen Mengen und ob wir beim Ausglühen genug Nanopartikel produzieren, kann ich nicht sagen und glühe meine Titandrähte bisher nur leicht aus. In Zukunft werde ich Titan aber nicht mehr verwenden, da er bei mir durch die Nifetherm Drähte ersetzt wird. Ob die Nifetherm Drähte auch oxidiert werden können, habe ich noch nicht getestet. Angeblich muss eine geringe Menge von Alu im Draht sein, um ihn zu oxidieren. Ich werde es prüfen und nachreichen. Generell kann man auch Micro Coils machen. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass die Wicklung dadurch zu schnell aufgeheizt wird und eine starke Regelung einsetzt. Bei einer richtig "verschweißten" MC kommt wenig oder kein Liquid an die Außenseite der Wicklung - es ist ja quasi ein Rohr. Von innen wird der Draht zwar gekühlt aber das längere Rohr scheint zusätzlich auch durch den austretenden Dampf weniger Liquid nachgeschoben zu bekommen. Kann sein dass meine Erklärung nicht ganz stimmt, auf jeden Fall konnte ich mit keiner MC ein ähnlich gutes Ergebnis wie bei einer normalen Wicklung erzielen. Clapton Coils gehen diesbezüglich besser, da die Außenwicklung kleine Löcher hinterlässt aus der Dampf und Liquid austreten kann.


Widerstandsmessungen von Mods

Abschließend noch einige Widerstandsmessungen von Verdampfern, die ich mit: SXK VS, Kangxin VF Mini, Hcigar HB40 DNA40, Waidea VF, FT Ohmmeter und einen Präzisions-Micro-Ohmmeter Keithley 580 durchgeführt habe. Erstaunlich wie ungenau der SXK VS misst. Das FT Ohm Meter brauch wohl eine Wartung des 510 ;) - es war schon mal genauer.

Atomizer----- SXK------KX M------DNA------Wai------Ohm m-----Keithley 580 Micro-Ohmmeter

FeV Nickel----0.11------0.15------0.15------0.16-----0.09------0.1491

K4 Titan-------0.42------0.48------0.49------0.50------0,44------0.4986

Rose Kant----0,95------1.08------1.04------1.10------1.04------1.0925

Rose2 Kan----1.06------1.20------1.14------1.21------1.17------1.2170

Orchfun ------0.52------0.61------0.59------0.64------0.56------0.6147

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon Nebulizer » Di 1. Sep 2015, 22:49

Ein ganz dickes Danke für diese ausführliche Einführung in die "Grundlagen" des temperaturkontrolliertem/geregeltem Dampfen. Bild

Auch wenns für manche einen vielleicht schon zu viel Infos sind, aber mann kann ja das für sich selbst wichtige raus picken. Bild
<?php
if($muede>0){
$kaffee++;
}
?>

pctelco
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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon pctelco » Do 21. Jan 2016, 17:55

@funkyruebe

Hast Dir wirklich irre viel Arbeit gemacht, so dass der interessierte User sich hier alle wichtigen infos zum Thema herauspicken kann.

Bei der Erklärung der "Temperatur Protection", hat zumindest der Vorreiter dieser Technik (EVOLV) den Sinn und somit auch die Einstellungen anders vorgesehen, denn diese soll nicht die Dampftemperatur festlegen (siehe den zietierten Teil des Datasheet zum DNA200 von der Seite von EVOLV, welcher diese Funktion beschreibt, nebst passender Übersetzung per translate.google.de, welchen ich hier unten einfügen werde), sondern nur überhitzen der Wicklung verhindern.

Um das so zu nutzen, stellt man bei Erstinbetriebnahme einer neuen Wicklung mit entsprechendem Drahtmaterial, zuvor die Tempreatur ganz nach oben auf Anschlag, liest dann bei gut mit Liquid benetzter Wicklung und befeuerter Wicklung die Temperatur bei für den persönlichen Geschmack optimalen Leistung (Sweetspot) die angezeigte Temperatur ab, und stellt dann im nächsten Schritt eine Temperatur(-grenze) von ca. 20°C höher als die abgelesene Temperatur ein. Sollte nun der Liquidfluss zur Wicklung einbrechen, weil z.B. der Tank des Verdampfers leer ist, wird die Elektronik wegen der plötzlich ansteigenden Temperatur der Wicklung und somit auch sprunghaft nach oben gehenden Wiederstandes, die Leistung an der Wicklung heftig drosseln, um eine Überhitzung und kokeln des Dochmaterials (Watte/Silikat/Glasfaser) wirkungsvoll verhindern.

Auch bei Elektroniken von Yihi, oder Kanger (Nebox), habe ich mit diesartigen Einstellungen, optimales Dampfergebnis, völlig ohne kokel, auch wenn der Tank mal aus Versehen leergedampft wurde. Meine Watte als Docht bleibt blütenrein weiß.


Zitat englisch:

"Temperature Protection
The DNA
200 directly
measure
s
and limit
s
the temperature of the heating coil during operation.
By preventing the coil from becoming too hot regardless of fluid
, wicking or airflow, a variety of
undesirable situations can be prevented.
For example, appropriate temperature settings will prevent the
wicking material from charring, which compromises taste and introduces unintended chemicals into the
vapor. Appropria
te temperature settings will also reduce the breakdown of flavoring and base liquid
components, which could impact taste or safety.
Evolv’s Temperature Protection Technology requires a heating coil made
from
Nickel 200 alloy
or other materials with a wel
l
-
defined temperature coefficient of resistance
, rather than Nickel
Chromium or Kanthal alloys. If the temperature reaches the maximum value, the wattage applied to the
atomizer coil is reduced to prevent overheating.
Please note that the temperature reading is the
average temperature of the
atomizer
coil, and care should be taken to construct the heating coil so that
the temperature is uniform, without hot or cold spots."


Übersetzung dazu (aus google-Translate):

"Temperaturschutz
Die DNA
200 direkt
messen
s
und Grenze
s
die Temperatur der Heizwendel im Betrieb.
Durch die Verhinderung der Spule zu heiß, unabhängig von Fluid
Dochtwirkung oder Luftstrom, eine Vielzahl von
unerwünschte Situationen verhindert werden.
Zum Beispiel werden geeignete Temperatureinstellungen verhindern
Dochtmaterial von Verkohlung, der Geschmack beeinträchtigt und führt ungewollte Chemikalien in die
Dampf. Geeignete Temperatureinstellungen werden auch den Abbau von Geschmacks- und Basisflüssigkeit zu reduzieren
Komponenten, was Geschmack oder Sicherheit auswirken könnte.
Entwickelt sich Temperaturschutz-Technik muss das Heizregister gemacht
von
Nickel-Legierung 200
oder andere Materialien mit einem wel
l
-
definierten Temperaturkoeffizienten des Widerstandes
Statt Nickel
Chrom oder Kanthal Legierungen. Wenn die Temperatur den Höchstwert erreicht, wird die angelegte Watt
Zerstäuber Spule reduziert wird, um eine Überhitzung zu vermeiden.
Bitte beachten Sie, dass die Temperaturmessung ist die
Durchschnittstemperatur des
Zerstäuber
Spule, und darauf zu achten, um die Heizwendel, so dass zu konstruieren
die Temperatur gleichmäßig ist, ohne heiße oder kalte Stellen."

Gruß

Ralf
Zuletzt geändert von pctelco am Sa 23. Jan 2016, 09:24, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon Nebulizer » Fr 22. Jan 2016, 20:16

Da guckst du, dat Bonner Ralle.
Wie hast du uns denn gefunden? Bild
<?php
if($muede>0){
$kaffee++;
}
?>

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon pctelco » Sa 23. Jan 2016, 09:20

Tach Uwääääää, bei unserem Propheten habe ich seit je her schon den Blog und später auch hier im Forum mitgelesen. Habe mich dann auch endlich mal hier registriert.

Du weißt doch, die Dampfercommunity ist ein Dorf! :cheers:

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon Joergl » Sa 23. Jan 2016, 12:51

Da ich noch eine Box habe, die ausschließlich mit Ni TC kann, ich aber Nickel wickeln nicht mag...hab ich darauf bisher immer nur VW gedampft, jetzt aber ein Umrechnerchen vom Obi gefunden: http://obisdampfersofa.bplaced.net/

Hab grad Titan drauf, wollte 260°Celsius, also laut Rechnerchen auf 155°Celsius eingestellt...und es funktioniert!Bild

Nachtrag: TC ist für mich Neuland, aber so schönes...

Keine dry hits mehr...einfach tröpfeln und dampfen, bis nix mehr dampft, das ist so wundervoll entspannt!

Meine ersten Versuche mit Ni200 waren eher nervig, sooo dünner Draht und sooo viele Wicklungen, um einen annehmbaren Ohmwert zu erreichen; ist die Wicklung dann fertig, faß die bloß nicht zu grob an, sonst isse hin! Nix für mich.

Titan ist meins...deutlich. Das läßt sich auch auf älteren TC-Mods einsetzen...mit SS würd das nicht gehen.

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon wobiwilli » Mi 10. Feb 2016, 10:57

Ich staune ja immer wieder, was man durch das Dampfen alles lernt. Toller aufschlussreicher Beitrag, auch wenn ich das alles absolut nicht brauche, geschweige denn hier mitreden könnte. Dennoch lese ich gerne mit, weil erstens Lesen bildet und zweitens ich es vielleicht mal für etwas ganz anderes gebrauchen kann. Danke! Das gilt übrigens auch für viele andere Beiträge hier.

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon funkyruebe » Mi 10. Feb 2016, 20:34

Das Gerechne braucht man nicht wirklich, schreibe ich ja auch, aber mir hat eine Devise immer geholfen bei technischen Dingen.

Verstehen ist besser als Auswendiglernen.

Ich hoffe, dass einige Leute durch den Beitrag die Zusammenhänge verstehen und sich somit bei etwaigen Problemen zu helfen wissen. Das Gerechne kann man sich dann sparen. Selbst die Trockenwattetests kann man sich sparen. Aber bei Boxen mit einstellbarem TK, kann der Wattetest trotzdem zur Festlegung der TK Einstellung behilflich sein.

Dirk555
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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon Dirk555 » Mo 13. Jun 2016, 17:12

So ganz blik ich das noch nicht.
Was stell ich den bei der box nun ein?
Is mit v2a auf 0,34ohm gewickelt.

http://www.vaporbreak.com/de/421-vapors ... x-mod.html

Hab noch eine andere da is dann aber wieder ein anderes bord drinn muss ich mal schauen.
Die kx wirds eh nicht richtig machen.
Danke.
1984, Brazil,Naked Lunch (Film), God Bless America.......

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Re: Temperaturkontrolliertes Dampfen - Grundlagen und Rechenbeispiele

Beitragvon Joergl » Di 14. Jun 2016, 03:33

Hm, wenn meine Box das kann, was ich an Material drauf hab...und die Wicklung auch geeignet ist, dann ist meine Lieblingstemperatur zwischen 240 und 260° Celsius!

V2A ist kein arg großer Unterschied zu V4A...worauf die Boxen allgemein ausgelegt sind. Rantasten. Fang mit 200 Grad an.

Wenn Du einen TK manuell einstellen möchtest: 105 passt.

Um das Testen kommst du - wie immer - nicht rum. ;)


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