Materialien und Microns

Alles, was Dampfer drucken (lassen) kann
TakuNekochan
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Materialien und Microns

Beitragvon TakuNekochan » Fr 3. Feb 2017, 20:19

Hallöchen Leute,
wie einige von euch wahrscheinlich schon gemerkt haben, gibt es inzwischen doch so einige Materialien zum 3D Druck.
Welches eignet sich denn am besten für Boxmods? PLA scheidet ja im Prinzip aus, aber sollte der Druck eher mit ABS, PETG oder verstärktem Nylon gemacht werden?
Macht es einen großen Unterschied ob ich mit 50, 100 oder 200 Micron drucken lasse?
Ich würde aus diesem Thread gern einen Know How Thread machen, da sicher einige noch keine 3D Druck Erfahrung haben (so wie ich) und die sonst vielleicht mit dem falschen Material drucken lassen.

lg


Leif

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sk4477
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Re: Materialien und Microns

Beitragvon sk4477 » Sa 4. Feb 2017, 16:45

PLA kann durchaus funktionieren, wenn die Temperaturen rund um den 510er nicht zu heiß werden (ab 60°C wars zu heiss). PETG ist etwas besser als PLA was die Temperaturstabilität angeht. ABS ist der Klassiker für sowas, aber nicht immer einfach zu Drucken: Heizbett wäre da kein Fehler. Nylon zu Drucken ist extrem schwer, da hab ich bislang nur ganz wenig mit gemacht, wers probieren will: Taulman "Bridge Nylon" wäre ein guter Einstieg.

Mein Favorit ist Greentec von der Firma Extrudr in Österreich. Das Zeug ist so einfach wie PLA, funktioniert auf jedem Drucker, wo PLA auch geht, ist aber zäher (bricht nicht so leicht) und bleibt bis über 100°C stabil, das macht ABS auch nicht besser. Unbedingt mal ein Muster besorgen, Muster gibts bei 3DJake.de.

Die Schichtdicke ist primär ne Frage der Druckdauer und der Optik. Dicker bist schneller fertig, aber je dicker die Schichten, umso langsamer musst du drucken. Maximale Dicke als grobe Daumenregel: 3/4 des Düsendurchmesser bei angepasster Geschwindkeit.
Zu dünne Schichten bringen auch wieder nen ganzen Sack andere Probleme. Ich würde mal sagen, bei den meisten Druckern mit 0,4mm Düse ist man mit 0,2mm Schichten gut im Rennen, wenns feiner werden soll dürfte 0,1mm auch gut laufen. Im Grunde richtet sichs nach dem zu druckenden Teil, welche Dicke am besten klappt.

Wichtiger als Frage der Schichtdicke beim Entwerfen von Akkuboxen ist die Wandstärke, die darf nicht zu dünn werden. Die meisten Drucker nutzen heute ne 0,4er Düse mit Linienbreite ("extrusion width") ebenfalls um 0,4mm breit. Minimale Wandstärke sollte immer mindestens 1x Linienbreite sein, aber aushalten tut die noch nix. Als Wandstärke nimmt man am besten immer ein vielfaches der Linienbreite, ich persönlich geh nicht unter 3x Linienbreite, also die dünnste Wand nicht unter 3x 0,4mm = 1,2mm. Und wenn die Wand was aushalten soll, dann darf es gerne richtig fett werden. Ich bau mir grad nen alten Arcade Joystick (für nen alten C64), da hab ich 5mm Wände und bis zu 1cm Streben an gefährdeten Stellen.

Auch wichtig: Überhänge, schräge Wände mit viel "Gefälle", runde Bögen/Löcher in vertikal gedruckten Wänden vermeiden. Bei Teilen, die ineinanderpassen sollen (Deckel fürs Akkufach ordentlich Toleranzen mit einplanen, so 0,2mm Abstand ringsum ist mal in grober Richtwert, wieviel man tatsächlich braucht kommt drauf an, wie sauber der Drucker mit dem Material druckt.

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Re: Materialien und Microns

Beitragvon rabbit » So 5. Feb 2017, 09:42

ein unterschied in sachen layerhöhe ist bei schrägen und überhängen zu bedenken.

bei flächen, die fast horizontal sind, bekommt man deutlich sichtbare stufen. wenn die schicht halb so hoch ist, ist die stufe entsprechend halb so breit.

das ist bei oberseiten eher eine optische frage, gilt bei überhängen aber natürlich genauso. und da kann es den unterschied machen zwischen sauberem ergebnis und hängenden fäden, welche schichthöhe man verwendet, weil ein strang, der bei 0.1mm noch zur hälfte auf der schicht darunter aufliegt, bei 0.2mm dann schon komplett in der luft hängt...

cm.


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