Apr 16 2017

Aspire Akkus für besondere Dampfer

veröffentlicht in Kategorie Akku-Tests, eZigaretten  

Endlich mal wieder ein Dampfer Thema, dass ein Blogpost wert ist. Akkus der Marke Aspire. Die sind ungewöhnlich. Warum, wieso und welchen Nutzen das für Dampfer hat?

 

Aspire Akkus

Sind wir ehrlich, dann sind die meisten China Akkus irgendwelche umgeschrumpften Markenakkus in mehr oder minder guter Qualität mit mal mehr und mal extrem erlogenen Lastwerten. Aber immer die selben Zellen von Sony, Samsung, LG, Panasonic/Sanyo & Co, einfach nur wieder anders verschrumpft.

Aspire Akkus sind anders.

Und irgendwie komisch. Das fängt schon damit an, dass auf der Aspire Homepage gar nicht alle erhältlichen Akkus gelistet sind. Und die, die gelistet sind, findet man kaum irgendwo zu kaufen. Die 26650er z.b. fehlt mir noch komplett, dafür hab ich eine 18350er, die es auf der Herstellerseite gar nicht gibt. Aber da hört es nicht auf.

Wer wissen will, wo diese Aspire produziert werden,
nun PBussardo weiss es genau, er hat das Werk in China besichtigt:

Wie es bei China Akkus nun mal so üblich ist, wird auch bei Aspire bei den maximalen Lastangaben etwas dick aufgetragen. Ich lass mein Genörgel über diese Praktiken jetzt hier mal weg, der Post wird so schon lang genug. Die 18650-1800er ist keine 40 A Zelle, lege ich meine Maßstäbe an, kommt sie auf solide 30 A. Die 18350er keine 15 A sondern eher 10-12 A. Die 18650-2500 ist mit 20 A ein bissl wackelig, aber lassen wir mal so stehen.

Aspire schreibt wenig sagend, wir haben “das Beste aus ICR mit IMR kombiniert”. Gut, da denkt man nun an die übliche Tri-Chemie wie NiMnCo oder so, aber das ist es meiner Meinung nach auch nicht, das Entladeverhalten passt da nicht wirklich zu. Das ist durch die Bank sehr ungewöhnlich, wir haben sehr geringen Spannungseinbruch bei hohen Lasten, sehr flache Kurven – die eigentlich schon an das Verhalten von LiFePO erinnern, aber: deutlich geringe Kapazitäten und extrem schnelles Abfallen zum Ende hin.

Gucken wir mal konkret hin:

Aspire 18650-1800 “40A”

und mal gleich in die Vollen bei 30 A Dauerlast:

Aspire 18650-1800 gegen Sony VTC 5A bei 30 A

Wir sehen: der Aspire hat den deutlich flacheren Kurvenverlauf, bleibt ein gutes Stück länger über 3,4 V, bedeutend länger über 3,2 V. Der Großteil der nutzbaren Kapazität liegt in einem Bereich um 3,4 – 3,2 V.

Dabei bleibt die Hitzeentwicklung ein gutes Stück hinter der Sony VTC 5A zurück (im 30 A Dauerentladetest wird die Aspire gerade mal 86 °C heiß und liegt damit gerade noch so “Safe” im Temperaturlimit, während Sonys VTC 5A deutlich an der 100°C Abbruchgrenze kratzt). Genau genommen liegt die VTC5 hier gar nicht mehr in der Sony Spezifikation – und müsste somit eigentlich aus der 30 A Dauerlast Kategorie fliegen (das schreibt Sony ja selber bei fast allen VTC Akkus ins Datenblatt: die höchsten Lasten nur mit Temperaturüberwachung <80°C).

Damit ist die Aspire 18650-1800 also lastfester als die VTC 5A bei geringerer Hitzeentwicklung. Echte 30A Dauerlast bei der Aspire.

Nur in der Gesamtkapazität sieht sie mir ihren 1800 mAh gegen Sonys 2500 mAh abhängig vom Entladeschluss kein Land. Schaltet Euer geregelter Träger erst um 2,5V ab, was heute doch viele Träger tun, gewinnt die Sony klar. Nur bei Entladeschluss über 3.2 V hat die Aspire auch in geregelten Trägern die Nase vorn. Da gibts auch noch ein paar von, aber ich sehe die Aspire eigentlich nicht in geregelten Trägern. So ein Verhalten is interessant für wen? Richtig, für ungeregelte Dampfer, die eine konstante und hohe Dampfleistung für eine eher kurze Zeit suchen. Da käme eventuell sogar Wettkampfdampfen in den Sinn, da ich dies jedoch nicht aktiv betreibe, nehmt das jetzt mal nicht als in Stein gemeißelt.

Von der Kapazität her passt die Aspire 18650-1800 am ehesten zur Sony VTC4, ob nun 1800 oder 2000, das macht den Kohl jetzt nimmer so arg fett, also blenden wir mal schnell die VTC4 mit in die Kurve ein:

Vergleich Aspire 18650-1800 mit Sony VTC 4

Der Unterschied ist deutlich: Aspire gegen VTC4 – schaut Euch mal die Kurvenhöhen an

Das sind dann schon Welten.

Spontaner Akkutod bei Aspire

Die beiden 18650er Varianten sind schon 1-2 Jahre auf dem Markt. Und als die Akkutest-Kollegen die 18650-1800er Zelle damals getestet hatten, kam es des Öfteren zu unerklärlichem Akkuversagen nach nur wenigen Zyklen.  Ich hab die damals nicht getestet, die war mir irgendwo unterm Radar durchgerutscht. Ich hab natürlich heute im Wissen um die Problematik alle Zellen auch auf mindestens 20 Zyklen mit den von mir ermittelten Lastangaben getestet (passiert zwangsläufig im Testprozedere). Und gerade der 18650-1800er ist in meinen Tests heute nun einer der stabilsten Akkus im Zyklentest.

Hier mal eine kurzer Zyklentest über 33 Zyklen (in Wirklichkeit zeigt die Grafik Zyklus 7-40, der Akku hatte vor dem Zyklentest schon diverse Kurven hinter sich gebracht)

nochmal zusätzlich 33 Zyklen getestet – Akku unbeeindruckt von 30 A Dauerlast

Nach insgesamt 40 Zyklen nicht mal 3% Verlust ist ein Top Ergebnis. Es ist damit natürlich nicht ausgeschlossen, dass es nicht auch weiterhin Rohrkrepierer unter den Aspire Akkus gibt. Aber vielleicht hat Aspire das Problem ja auch in den Griff bekommen? Dazu müsste man mehr Tests machen. Dazu fehlen mir Akkus, Zeit und Lust ehrlich gesagt ;-)

Der Aspire 18650-2500

Noch ein Kuriosum: Beide 2500mah (oben) und 1800mAh (unten) mit YDL 18650D beschriftet

Die Beschriftung hat mich verwirrt: es gibt nämlich auch einen Hersteller YDL, und der hat auch einen Akku 18650D, aber passt zu keinem der 2 Aspire Akkus. Egal. Ich muss nicht alles verstehen. Der 18650-2500 “20/40” (Dauer / Puls)  ist von den 3 Aspire Akkus der unspektakulärste. Der Aspire 18650-2500 zeigt wie gesagt die selbe flache Kurve. Auch hier spielt sich der Großteil der entnehmbaren Kapazität in einem Bereich um 0,2 V ab:

Aspire 18650-2500 vs. VTC5

Den hatte ich vor Anno Tobak getestet. Darum auch das unterschiedliche Aussehen der Kurven. Die Delle am Anfang der Kurve hat mich geärgert (bei beiden Testexemplaren – das sind 2 Kurven -> schöner Gleichlauf) und das eher geringe Rating 20 A ließen mich dann irgendwie kalt, so dass ich trotz des sehr guten Vergleichs mit der VTC5 mich da irgendwie dazu verleiten lies, den Akku und Aspire als Hersteller als “uninteressante Kuriosität” abzuhaken. War wohl etwas voreilig.

Solche Dellen am Anfang der Kurve sieht man gerne dann, wenn der Akku mit der Last zu kämpfen hat. Also in den Grenzbereichen seiner Dauerbelastbarkeit. Geht man dann in nachfolgenden Test mit der Last etwas runter, bekommt man wieder den “gewohnten” Verlauf – hier zu sehen bei 15A:

Nur noch 15A Dauerlast, im Vergleich mit Samsung 30Q: keine Delle

Solang die Delle nicht unter die Abschaltspannung des geregelten Trägers absinkt ist es eigentlich egal, aber ich mag so einen Kurvenverlauf nicht, wo erst durch zunehmende Erhitzung der Akku sich nochmal aufrafft und die Spannung dann in den folgenden Sekunden teilweise sogar noch deutlich ansteigt. Berg&Tal Bimmelbahnfahrt ist bei Akkus nicht meins, ich mags konsequent und möglichst flach nach unten.

Für den Aspire 2500 habe ich leider keinen Zyklentest oder Temperaturen notiert. Das war mir damals noch latte. Auch als Akutester entwickelt man sich weiter.

Aspire 18350-1300 “15A”

Aspire 18350-1300 “15A”

Als ich mir die Beschreibung durchgelesen und mit den Akku-Spezis diskutiert hatte war die Meinung unisono: “Bullshit, das geht nicht”. Geht schon, oder fast – 15 A kannst knicken. Ich hatte ihn zunächst als 12 A Akku eingestuft, das gab er in den Einzeltests dann locker her. Aber musste dann doch nochmal nach unten korrigieren, weil er in den anschließenden Zyklentests mit 12 A extrem schlecht abschnitt:

15% Verlust nach nur 20 Zyklen? Ne, das gibt Abzug..

Ich hab ihn nun als 10 A Akku stehen, da gefällt er mir einfach besser. Grundsätzlich ist es so: man kann einen Akku “pushen”, wenn man gewillt ist, dass sich seine Lebensdauer (in Zyklen) drastisch reduziert. Das maximale Lastlimit eines Akkus ist keine harte “Mauer” – durchbrochen, dann Akku kaputt, nein, das ist ein “elastisches” Ding in Abhängigkeit mit Zyklenzahl und Maximal-Temperaturen.  Im Einzeltest wären 12 A durchaus OK gewesen, aber auf Dauer wars halt nix, darum nur 10 A. Aber wenn wir mal schauen, was er bei 10 A dann noch bringt, kann man überhaupt nicht meckern:

Aspire 18350 vs. Referenz 18350er

Bei einem Entladeschluss von 2,5V bringt dieser Akku tatsächlich gute 1100 mAh nutzbare Kapazität bei 10 A Dauerlast. Das hatte vor ihm noch keiner meiner Testkandidaten in 18350 geschafft, in sofern schiebt der Aspire hier das Niveau doch ein kleines Stück weiter nach vorne. Hätte man mich letzte Woche gefragt, hätte ich gesagt: mehr wie 850 mAh sind mit 18350er Akkus bei 10 A nicht drin. Nun, der Aspire straft mich Lügen. Schade ist, dass der 18350er nicht auch so ne schön flache Kurve hat, damit fällt er etwas aus dem Rahmen.

Mein Fazit:

Ich finde die Aspire Akkus für “besondere Anwendungen” recht spannend. Muss man nun losrennen und die kaufen? Nö (is eh schwer genug, welche aus seriösen Quellen zu bekommen). Welche Art der Anwendung? Bei den beiden 18650er: immer da, wo es auf möglichst geringen Spannungsverlust und flachen Kurvenverlauf ankommt. Das wäre ungeregelte Mecha-Mods, weniger in geregelten Akkuträgern, vor allem nicht, wenn die geregelten Träger deutlich unter 3,0 V erst abschalten. Den Aspire 18650-1800 könnte ich mit als CloudChasing Wettkampfakku vorstellen, aber lasst das mal die Profis gegentesten.

Der 18350er hingegen erscheint mir als Universalakku auch für geregelte Träger nutzbar, allerdings macht mir die Zyklenfestigkeit immer noch ein bissl Sorgen. Ich werde hier mal mehr Vergleiche mit anderen 18350ern fahren müssen, das wird aber eine Zeit lang dauern.

Mal schauen, ob ich eventuell auch mal einen der 26550er Akkus von Aspire in die Finger bekomme, das wäre glaub ich noch recht interessant.

11 responses so far

11 Responses to “Aspire Akkus für besondere Dampfer”

  1. Anonymouson 16 Apr 2017 at 16:54

    Vom Preis her fallen die für mich schon mal vollkommen weg. Klingt komisch, ist aber so. ;)

  2. adminon 16 Apr 2017 at 17:27

    Kann ich durchaus verstehen. Aber vielleicht kommt mit gesteigerte Nachfrage der Akku auch bei günstigeren Shops ins Angebot.

  3. cihanon 20 Apr 2017 at 22:56

    Beim Akku sollte man nicht sparen, Sicherheit geht vor. Toller Artikel

  4. Stephanon 01 May 2017 at 03:32

    1000 Dank für die Tests und die Kurvenbesprechungen.
    Sauschick + informativ aufbereitet!

  5. Anonymouson 12 Jul 2017 at 15:33

    Kennt jemand eine vertrauenswürdige Bezugsquelle für die 18350er?
    Würde die gerne ausprobieren, aber komischerweise sind die ja nirgends in den bekannten Shops zu haben… gibt’s dafür ‘nen Grund??

  6. supergaston 13 Jul 2017 at 00:10

    die zyklenfestigkeit ist interessant. lastfähgikeit ist für mich nicht so wichtig, ich dampfe eh nur bei gemächlichen 15w. kapazität ist auch nicht sooo wichtig, mein akkuträger ist recht genügsam, abends kommen die zellen in den lader und selbst nen 2000mAh akku bekomm ich am tag nicht leer.
    was mich aber nerft ist das auch marken akkus bei mir nicht lange halten. ich lade die schon langsam, mit 0.5A, habe 3 akkus in rotation und treibe die wie gesagt nur selten an die kotzgrenze der entladbarkeit.
    trozdem halten die nicht wirklich lange, alle halbe jahr oder was sind die meist fertig.
    gut, ist jetzt nicht der extreme kostenfaktor. aber ich bin halt faul und irgendwas rausuchen, bestellen und dann bei der post abholen (das mit dem liefern lassen klappt mit der dhl ja nur in ausnahmefällen) ist halt immer nerfig.

    da wäre es für mich doch viel interessanter die akkus nach haltbarkeit zu kaufen, als nach kapazität.
    von daher ein fettes dank von mir an dich. es schein ja doch sehr aufwendig zu sein diesbezüglich tests durchzuführen, und dein sind die einzigen mir bekannten infos zu dieser thematik.

  7. adminon 13 Jul 2017 at 23:10

    Moin Supergast,

    Das Problem mit den Tests auf Haltbarkeit ist, dass die ewig lange dauern. Im Grunde müsste man mindestens 100 mal laden & entladen, um einen Einblick zu kriegen und das dauert. Aber Du hast recht, die Lebensdauer (Cycle Life) ist eine sehr interessante Info, die kaum bis gar nicht getestet wird.

    Lastfestigkeit und Lebensdauer greifen direkt ineinander, egal welches Rating der Akku hat, je höher ich ihn belaste, umso kürzer wird die Lebensdauer. Und es zeichnet sich ein Trend ab: die hochgezüchteten Akkus altern auch schneller.

    Wer wie Du anscheinend auch und ich ja sowieso nur wenig Last braucht, der fährt nach meinem Stand der Erkenntnis mit den weniger hochgezüchteten Akkus besser. Sprich die gute alte Samsung 25R hat nach wie vor ihren Daseinszweck.

  8. adminon 13 Jul 2017 at 23:12

    @Anonymous

    Sorry, hab das gestern nicht gesehen. 18350 gibts in den Akku Fachgeschäften eigentlich schon. Akkuteile, Akkuparts24, der Holländer NKON müsste auch welche haben. Um jetzt nur mal die 3 zu nennen, mit denen ich den meisten Kontakt habe.

    Mist, ich habe die Frage falsch gelesen. Du suchst die Aspire 18350.. die hab ich in der Tat bisher nicht bei den großen Shops gesehen. Sorry für Thema verfehlt.

  9. Superwayneon 31 Jul 2017 at 07:10

    Hallo, ich habe vor die Aspire 18350/ 1300mah in einem Semovar zu betreiben. Bei diesem sind 3,5-3,8A Akkus empfohlen. Könnte es Probleme für die Elektronik im Semo geben, wenn da so ein Akku mit 12-15A max-Leistung eingesetzt wird oder ist es prinzipiell egal, wieviel mehr Leistung der Akku schaffen würde? Nicht dass es mir die Elektronik vom Semovar zerhaut, weil die ständig zuviel Leistung bremsen müsste. Ich dampfe immer nur 1,2-1,8ohm. Beim Dampfplanet gibt’s übrigens gerade Aspire-Akkus.

  10. adminon 31 Jul 2017 at 11:46

    Moin Superwayn,

    Na, das macht gar nix. Solang der Akku mehr A abkann, als du brauchst, ist alles in Ordnung. Der Akku drückt den Strom nicht ins Gerät, sondern das Gerät will ne bestimmte Menge Strom und der Akku muss mindestens soviel liefern können.

  11. Thomas Scheppele-Weinheimeron 04 Aug 2017 at 19:27

    Den aspire 18350 gibts für knappe 4,50 beim “d#mpfpl#net”. Ich benutze ihn in einer absoluten Minidampfe (wismec el grande + cubis2ml+1,5 Ohm) Reicht für 200 Züge, für ehemalige Raucher also den ganzen Tag. Zum Nebeln in einem RTA mit 0,2 Ohm allerdings ist nach fünf Zügen Schluss…:) Bislang die Akkus bei 50 Ladezyklen, noch kein Ende in Sicht…

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