Sep 03 2016

Showdown: 26650er bei hohen Lasten (30A Dauer, 50A Gepulst)

veröffentlicht in Kategorie Akku-Tests  

Angetreten sind: EnerCig 26650 3400mAh, MNKE 26650 3500mAh und Efest Purple (2016) 35A 4200mAh. Gleichzeitig auch ein Probelauf meines upgegradeten “Akkuprüfstandes”.

Alle Akkus aus diesem Test wurden mir freundlicherweise von Akkuteile.de kostenlos zur Verfügung gestellt. Alle Akkus können so direkt bei Akkuteile gekauft werden.

Vorstellung der Kontrahenten:

 

Die 3 Testkandidaten

Die 3 Testkandidaten – huch, wie kommt denn die Visitenkarte ins Bild. ;-)

Man beachte am MNKE die rote Papp-Isoscheibe am Pluspol. Ich wurde schon paar mal gefragt, ob das “Echte” sind mit der Roten. Konnte ich bislang nicht beantworten, ich hatte sonst immer nur weisse oder schwarze Iso-Scheiben. Der hier hat nun rot. Ist also OK.

Hersteller Bezeichnung Ri initial Länge Gewicht
EnerCig TN26650HP-3400 18mOhm 65,8mm 86g
MNKE IMR26650-3500mAh 19.5mOhm 65,8mm 86g
Efest Purple (2016) IMR 26650 35A / 50A 25mOhm 66,4mm 89g

Innenwiderstand wie für Dampfakkus.de üblich gemessen mit dem ELV Ri1000 bei 6,5A DC.

Ach, weil es neulich in nem Hang-Out angesprochen wurde: mOhm sind milliOhm, das kleine m steht für milli (10^-3), nicht großes M wie MegaOhm (10^6) – siehe Elektronik-Kompendium. 1 MegaOhm wäre fürn Akku schon arg viel. Ich werfe ja nur ungern was weg, aber den Akku würde ich dann doch mal entsorgen, wenn der Innenwiderstand bei nem MegaOhm angekommen ist.

Teil 1: 30A Dauerlast bis 2,5V

Entladekurven bei 30A Dauerlast

Entladekurven bei 30A Dauerlast

  • Hier sieht man mal wieder, das Kapazität in mAh ein eher trügerischer Wert ist. Wenns rein nur um die mAh – nutzbare Kapazität bis 2,5V ginge, wäre der Efest der Sieger (warum WattStunden Wh bzw. die von der Kurve umschlossene Fläche besser ist, das erkläre ich hier).

Es ist tatsächlich so, dass es dem geregelten Akkuträger (mit guter Elektronik) schnurzegal ist, wie weit über der Entladeschlussgrenze man sich befindet, solang die Grenze eben nicht unterschritten wird. Rein mechanisch gedampft dagegen wirds je weiter unten die Kurve immer lauer mit dem Dampf.

  • Auch schön sieht man, wie die Entladeschlussgrenze unserer Akkuträger die entscheidende Rolle spielt.  Macht der Träger bei 3,2V zu, wie allgemein üblich oder erst später bei 3,0 oder gar 2,5V (Dicodes & Pipeline)?
    Sagen wir also mal Euer Akkuträger macht bei 3,2V zu (Entladeschluss immer unter Last). Also schauen wir jetzt, wo die Kurven der 3 Akkus die 3.2V schneiden: der Akku der da am weitesten rechts steht in hat in Sachen nutzbare Kapazität bis 3.2V gewonnen. Bei einem Entladeschluss bis 3,2 V gewinnen MNKE und Enercig haushoch vor Efest.
  • Erst wenn wir einen Entladeschluss um 2,95V annehmen, viel zu niedrig für die meisten Akkuträger, kann sich die Mehrkapazität der Efest durchsetzen. Bei Entladeschluss 2.5V wäre der Efest der unangefochtene Gewinner.

Aber noch nicht gleich die Sektkorken knallen lassen liebe Efest-Fleunde, die Sache hat noch 2 Haken. Dazu habt ihr nachher noch Zeit (leider).

  1. Allein vom Kurvenverlauf her spreche ich der Efest entschieden das 35A Rating ab, schaut mal wie bodenlos tief die wegbricht, die ist Nullkommanix unter 3.1V, das ist der Verlauf eines Akkus, der meiner Meinung überfordert ist. Wohlgemerkt schon bei 30A statt beworbenen 35A.
  2. Aber noch was spricht gegen die Efest bzw. das 35A Rating: die Temperatur ist der 2. Haken. Ein Akku, der 100°C überschreitet, ist Durchgefallen, wahrscheinlich sogar kaputt. Ich will gar ned ausprobieren, wie heiß der bei 35A werden würde. Die Schmerzgrenze liegt um die 80°C dann sollte es langsam gut sein. Hier hätte ich in den nächsten Sekunden auch abgebrochen.

Wichtig: einen stark überhitzen Akku (über 80°C) erst mal noch paar Minuten weiter beobachten, wenn ohne Last die Temperatur länger als paar Sekunden weiter steigt kann man sich schon mal nach draußen begeben (Akku mitnehmen nicht vergessen). Und Achtung: 80°C ist mit nackten Fingern nicht mehr ratsam und kann zu Verbrennungen führen (vgl. hier). Ich habe der Bergfrau die Spargelzange geklaut – aber Psst.. (Die musste eh weg – die Zange. Ich mag Spargel nicht. Der heißt bei mir Piss.. eh.. Stinke-Stengel.)

Mit Verlusten muss man rechnen: der Efest hats hinter sich

Beweisfoto: wohlig warme 101,5°C beim Efest Purple “35A” bei 30A Dauerlast bis 2.5V

Ergebnisse nochmal zusammengefasst:

Akku 30A bis 2.5V Dauer Temperatur
Enercig 3552mAh 7:07 85°C
MNKE 3273mAh 6:33 85°C
Efest 4364mAh 8:44 101,5°C

Ich weiß, das Thermometer ist ein arges Billigteil und nicht unbedingt in Ehren ergraut (passt zu mir), aber die Genauigkeit um 100°C lässt sich mit nem Suppentopf noch recht gut verifizieren (lasst Euch aber ned erwischen dabei. “ich muss nur mal kurz was in die Suppe hängen” kommt erfahrungsgemäß eher mäßig an). Es ist auf jeden Fall genauer als der Junsi iCharger und der CBA IV. Ich messe ja seit ner Weile immer parallel nochmal mit ner Wärmebildkamera parallel als “Kontrolle”.

Teil 2: Dampfsimulation = Pulslast 10s mit 50A, 30s Pause

bis unterschreiten von 2,5V. Übrigens mit frischen Zellen. Gerade die Efest könnte inzwischen nen Hau weg haben. Und das sind wieder mal die Zeiten, wo Sachen passieren, die mir so gar nicht in den Plan passen.

 

pulsed_loads

50A gepulste Last

Akku bis 2.5V Energie Dauer Temperatur
Enercig 3239mAh 9,218Wh 15:44 80°C
MNKE 2970mAh 8,341Wh 14:19 83°C
Efest 3828mAh 10,589Wh 18:28 84°C
  • Die größte nutzbare Kapazität bis 2,5V bringt die Efest: 3.828 mAh. Allerdings hat sie auch den höchsten Spannungseinbruch, sie bricht schon beim ersten Zug deutlich unter 3,0 V ein, erholt sich dann mit steigender Temperatur wieder etwas. Ein Verhalten / Kurvenverlauf, dass ich mit Akkus über Lastgrenze assoziiere. Die Zelltemperatur nach Testende ist mit 84°C auch noch akzeptabel. Nutzbare Energie: 10,589 Wh
  • Ähnlich, aber nicht ganz so ausgeprägt sieht es mit der MNKE aus, die allerdings die geringste nutzbare Kapazität bis 2,5 V bringt, nämlich nur: 2.970 mAh. Temperatur nach Testende: etwas erhöhte 83°C. Energie: 8,341 Wh.
  • Am Last-stabilsten ist die EnerCig. Einzig die Enercig bleibt zumindest für ne handvoll Züge über 3,0V, wobei das für die meisten Akkuträger eben auch schon zuwenig sein dürfte. Sie bringt bis 2,5V Entladeschluss 3.239mAh und bleibt mit 80°C sogar noch im Temperaturlimit. Energie: 9,218 Wh.

Fazit:

Mein Testsieger für hohe Dauerlasten (30A) in 26650 ist wieder einmal EnerCig. Irgendwann heißt es dann doch noch, ich wäre gekauft, aber ich kann es nun mal nicht ändern. Und auch die MNKE, die ich ja ebenfalls seit langem empfehle, enttäuscht in der Disziplin ebenfalls nicht. Ich weiß, MNKE die sind umstritten, es gibt wohl auch ne Menge Fakes davon – aber ich hatte noch keinen Rohrkrepierer von MNKE. Hörensagen, egal vom wem, kann ich einfach nicht werten.  Beiden Akkus lasse ich ein 30A Dauerlast Rating mit einem leicht zugekniffenen Auge durchgehen. Warum: Weil ich die 85°C mal so noch durchlaufen lasse. Weil die versprochenen Kapazität auch bei 30A (bis 2,5V) abgeliefert wird und der Kurvenverlauf unauffällig ist. Mehr sollten es aber auch nicht mehr werden.

Bei der “Dampfsimulation”, also die gepulste Last mit 50A für 10s, gefolgt von 30s Pause kann man für alle Drei mit mehr oder minder zugekniffenem Auge die 50A noch durchgehen lassen, wenn genug Pausen zwischen den einzelnen Zügen bleiben. Bei kürzeren Pausen wäre keiner durchgekommen.

Die Efest Purple (2016) 4200 35A/50A ist ein guter Akku in der 4200mAh Klasse. Die Performance gepulst war überraschend gut – auch wenn es mir überhaupt nicht in den Kram passt. Ich will keine Efest Akkus mehr empfehlen. Ich finde es lobenswert, dass Efest in der neuen Metallic Serie nun Dauerlasten und Pulslasten angibt. Wenn man jetzt noch darauf verzichten würde, die Dauerlast meiner Meinung zu hoch anzugeben, dann wäre es mir noch viel lieber. Von klammheimlichen Zellentausch sollte Efest in der Zukunft dann bitte ganz absehen, dann könnte man vielleicht auch mal wieder Efest empfehlen. Meiner Meinung gehört die Efest irgendwo in den Bereich 20-25 A Dauerlast, die 50A Impulslast gehen IMHO in Ordnung – ob nun 80°C oder 84°C, wollen wir nicht päpstlicher als der Papst sein.

2. Meinung: aktuell prüfe ich mit der Seek Thermal gegen

2. Meinung: Seek Thermal misst parallel auch mit

Ich weiß, dass der geschätzte Kollege Mooch anders pulst und gerade die Temperaturen anders bewertet. Ist doch prima. Wäre ja langweilig, wenn alle das gleiche machen – und eine Norm gibts dafür nicht. Umso erfreulicher ist es dann, wenn wir bei doch vielen Akkus zum selben Resultat kommen. Wenn der gute Hendrik dann auch noch ein bissl mehr aus sich raus kommen würde bei den abschließenden Bewertungen, der ist da immer bissl sehr nordisch zurückhaltend (jawohl, alles “oberhalb” von Stuttgart sind Nordlichter)

PS: Alle Akkus stammten von Akkuteile.de und sind dort ab Lager lieferbar. Akkuteile war es wie immer völlig egal, welcher Akku hier gewinnt.

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7 responses so far

7 Responses to “Showdown: 26650er bei hohen Lasten (30A Dauer, 50A Gepulst)”

  1. Janonymon 03 Sep 2016 at 17:30

    Du schreibst ganz oben :
    “Innenwiderstand wie für Dampfakkus.de üblich gemessen mit dem ELV Ri1000 bei 6,5A DC.”

    Wie kann ein Widerstand in Ampere gemessen/angegeben werden?

  2. Janonymon 03 Sep 2016 at 17:34

    Ich denke du meintest die Pramaeter für den ELV Ri1000, oder?
    Wenn ja, dann vergiss meinen vorigen Post am Besten ;-)!

  3. Zpunkton 03 Sep 2016 at 18:27

    Es ist wirklich lustig.
    Ich folge dem MP schon lange, weil tolle Posts über Office365 usw. veröffentlicht wurden.
    Seit geraumer Zeit verstehe ich nur noch Bahnhof. Aber nicht schlimm.
    So kann ich wenigstens auf die Sahne kloppen… von wegen :”Showdown: 26650er bei hohen Lasten (30A Dauer, 50A Gepulst)”.

    Einfach weitermachen.

    Zpunkt

  4. adminon 03 Sep 2016 at 18:42

    @Janonym

    Genau, das ist die Einstellung des Ri1000. Du kannst den Innenwiderstand bei unterschiedlichen Strömen messen, 6,5A ist die Werkseinstellung.

  5. Timoon 03 Sep 2016 at 18:44

    Hi,
    Vielen Dank für diesen Test ????????.
    Mich würde mal interessieren wie die IJoy INR26650 abschneiden würden. Diese sind ja auch mit 4200 mAh und 40A angeben. Diese werden in der IJoy Limitless Lux von Werk an schon mitgeliefert und habe mir gleich ein weiteres Paar gekauft.

  6. adminon 03 Sep 2016 at 18:44

    Zpunkt,

    Ooops.. Ich weiss. Ist im Bereich Office365 aktuell wirklich ne Durststrecke. Mir fällt im Moment auch kein gutes Thema ein. Aber zum offiziellen Release der nächsten “Wave” will ich da definitiv wieder paar Posts zu machen. Danke fürs trotzdem dabei bleiben :-)

  7. adminon 03 Sep 2016 at 18:48

    Timo,

    Ich hab leider keine Bezugsquelle für die iJoy Akkus. iJoy mag mich glaub auch nicht sonderlich gerne nach den letzten Reviews. Haben jetzt allerdings schon paar Leute nach den iJoy Akkus nachgefragt, hmm, eventuell muss ich halt doch mal wieder die Portokasse plündern.

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