Dec 06 2015

Kurztest iJoy T160 – 160W und TasteControl

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Eine neue Box von iJoy, Mal schauen, was sich seit der eher mauen Asolo bei iJoy so getan hat.

 

ijoy_t160_review

Allgemeines:

Zunächst fällt auf, die Box der T160 ist im Vergleich zur Asolo dann doch deutlich schlichter ausgefallen. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Haptik ist auch in Ordnung, ich würde sagen, die Box ist zweckmäßig. Oben auf finden wir einen straff gefederten 510er Anschluss mit Edelstahl-Pad, damit man sich die Box beim aufschrauben der Verdampfer nicht zerkratzt. Selbst 24 mm Verdampfer passen noch stimmig da drauf. Der Feuerknopf macht einen guten Eindruck, ist vielleicht etwas laut, aber hat nen guten Druckpunkt und klappert beim Schütteln nicht. Aber die beiden Plus- und Minus Taster wirken dafür etwas popelig.

iJOy T160 von Oben

iJOy T160 von Oben

Das Display wurde glaub von der Asolo übernommen, es zeigt Verdampferwiderstand meiner Meinung immer etwa 0,05 zu hoch, errechnete Volt und errechnete Ampere (leider nicht die tatsächlichen Ist Werte), eine Akkubalken, die eingestellten Watt und die Zugzeit.  Im TC Modus zeigt es zusätzlich die Prozentuale Leistungseinstellung, Soll-Leistung und den Tropfenförmige Dry Hit Warner. Das Display ist hell, die verwendete Schriftart vielleicht bissl ungewohnt. Schnörkelloses 3-Tasten Bedienkonzept: Plus erhöht die Leistung, Minus reduziert die Leistung, Beide zusammen schaltet den TC Modus an und aus. 5-Klick an/aus.

Display im VariWatt Modus

Display im VariWatt Modus

Der Akkudeckel wird von 4 Magneten gehalten, lässt sich ganz bequem ohne Gefummel öffnen, beim Schließen hakelt es aber gerne mal, da fehlt etwas die Führung. 2*18650er Flat-Top Akkus finden Platz, die Kontakte machen guten und akkufreundlichen Eindruck.

Akkufach der iJoy T160

Akkufach der iJoy T160

Abmessungen:

  • 93 mm hoch
  • 43 mm breit, 45 mm übern Feuertaster gemessen
  • 28 mm tief
  • Gewicht inkl. 2 Akkus: 211 g

Der VariWatt Modus

Auffälligste Neuerung im Vergleich zur Asolo ist: der PWM Modus ist Geschichte.

20W, 1 Ohm

20W, 1 Ohm, Rot ist die Spannung, Schwarz die Leistung in Watt

Die T160 liefert eine geglättete Ausgangsspannung so wie wir das erwarten. Damit gibt es kein Rattern und kein Pfeifen und alles was ich ich höre ist das Brutzeln meiner Wicklung. Das ist schön.

Nicht ganz so schön ist dann die Leistungstabelle:

ijoy_t160

  • maximal gemessene 7,5 V Ausgangsspannung ist zuwenig, um auf “hochohmigen” Verdampfern eine hohe Leistung erzielen zu können. Minimale 1.2 V Spannung sind Zeichen eines funktionierenden Stepdowns bis 5W, außer bei 0,1 Ohm, da müsste die Spannung noch tiefer, damit es passt. Geschenkt, 0,1 Ohm und 5W passt eh nicht zusammen.
  • 30A als maximal gemessener Strom ist verdampferseitig dann sehr sportlich..
  • aber die Präzision finde ich etwas sehr mau
  • Nun hat iJoy schon die Werbeversprechen zurückgefahren, anstatt 200W wie bei der Asolo verspricht man nur noch 160 W, kann aber selbst die nach unten korrigierten 160 w auch nicht bringen, weil man das Einbrechen der Akkuspannung unter Last nicht berücksichtigt. Dazu grundsätzlich kommt ja noch: schon allein nach Ohmschen Gesetz lassen sich bei den maximal gemessenen 7.5 V bei Widerständen größer 0.35 Ohm die 160 W überhaupt nicht realisieren.Die iJoy T160 ist damit wieder mal eine typische Mogelpackung. iJoy wird sich vermutlich wieder wie bei der Asolo damit heraus reden, dass ich bessere Akkus benutzen müsse, aber ich denke mit den Sony VTC5A habe ich einen marktüblichen Akku aus der Spitzenklasse benutzt und der Fehler liegt eher wieder bei iJoy als bei meinen Akkus.

Das Regelverhalten der iJoy T160 ist meiner Meinung nach immer noch zu simpel. iJoy macht es sich meiner Meinung weiterhin zu einfach. Ich vermute, die T160 geht blindlings zu Werke und ignoriert dabei die tatsächlich vom Akku kommenden Spannung bzw. den Voltdrop und kann so am Ende einfach nicht besser. Aus dem selben Grund gibt die maximal erzielbare Ausgangsleistung mit Nachlassen der Akkus dann kontinuierlich nach. Wie auch immer: hier arbeiten die Chips der Konkurrenz einfach überzeugender und sind auch nicht teurer.

Der Taste Control Modus

Als die iJoy Solo auf den Markt kam, wurde großspurig eine Temperaturkontrolle selbst für Kanthal versprochen. Was am Ende dabei rauskam, war eine Art Kokelschutz durch Überwachung des Maximalwiderstandes der Wicklung – hatte aber mit dem von uns gewohnten Temperaturregelung ansonsten nicht viel am Hut. Vermutlich um hier weitere Unklarheiten zu vermeiden spricht iJoy nun nicht mehr von Temperatur-Regelung sondern von einer Taste-( = Geschmacks)-Regelung.

Im TC Modus: das °F ist nur zur Deko

Im TC Modus: das °F ist nur zur Deko

Der Unterschied ist: während man bei der normalen Temperaturregelung eben eine Zieltemperatur in °C oder von mir aus auch in °F bestimmt und den Temperaturkoeffizienten, also den Grad der Widerstandsveränderung beim Erhitzen dieses Drahtes angibt, gibt es bei iJoys Taste Control weder eine Temperatur noch einen Temperaturkoeffizienten.

Die Fehler, die iJoy bei der Asolo gemacht hatte, waren meiner Meinung:

  • eine Funktion Temperaturregelung zu nennen, bei der weder eine Temperatur eingestellt noch eine Temperatur abgelesen werden kann. Damit fehlt iJoys Taste Control das einstellen des Sweetspots anhand der Temperatur. Der Fix in der iJoy T160: es heißt nun Taste Control.
  • iJoy erweckte im Hype um die Asolo den Eindruck einer vollwertigen Temperatur Control für Kanthal, die aufgrund des minimalen Temperaturkoeffizienten von Kanthal so schlichtweg überhaupt nicht möglich war, ja selbst für das Taste Control nicht ausreichend präzise.Nur weil iJoy den Temperaturkoeffizienten nirgends speichert, heißt es eben nicht, dass er nicht eine entscheidende Rolle spielt bei Taste- wie auch Temperaturkontrolle. Heute nutzt iJoy in der T160 meiner Meinung weiterhin das selbe Verfahren wie schon bei der Asolo, beschränkt sich aber in der Werbung auf Drähte mit hohen Temperaturkoeffizienten Nickel und Titan und ist damit auf der sicheren Seite, wohl wissend, dass es für Kanthal eben nicht ausreichend präzise war und ist.

Genug des Drumherum redens

Wie funktioniert Taste Control?

Zunächst dampfen wir einige Züge unsere Wicklung im ganz normalen VariWatt Modus, stellen dabei die gewünscht Leistung in Watt ein und geben dem T160 Gelegenheit, den Maximalwiderstand für die eingestellte Leistung zu erfassen. Anders als beim klassischen Temperatur-Dampfen stellen wir den Sweetspot und die gewünschte Leistung im VariWatt Modus ein. Dann nach etwas Herumdampfen drücken wir die Plus- und Minus Taste gleichzeitig und nun schalten die T160 in den Taste-Control Modus – völlig egal welchen Draht wir nutzen.

Dort wird nun einfach so lange mit der im VW Modus gewählten Leistung in Watt weiter gedampft, bis wir uns dem zuvor ermittelten maximalen Widerstand nähern. Mit der Plus- und Minustaste können wir dabei die Ausgangsleistung noch zwischen 80 bis 110% variieren. Je näher wir an die zuvor gespeicherten Maximalwiderstand kommen, umso stärker wird die Leistung reduziert. Eine Temperatur wird dabei nie ermittelt. Kann der T160 die Leistung nicht mehr stark genug reduzieren und überschreitet den zuvor gespeicherten Höchstwert im Widerstand, dann kommt die “Dry Hit” Warnung und die T160 stellt ab.

Taste Control funktioniert weiterhin mit jedem Draht, meiner Meinung weiß der T160 überhaupt nicht welchen Draht wir benutzen und es wäre für das angenommene Funktionsprinzip auch völlig egal. Je höher der Temperaturkoeffizient des Drahtes und je genauer wir im VariWatt Modus “vordampfen” bzw. die maximale Leistung ermitteln, umso besser funktioniert TasteControl.

Wie soll ich das messen?

Nun, da ich keine Temperatur einstellen kann, kann ich auch das Einhalten der Temperatur nicht kontrollieren, ein Thermometer an die Wicklung halten ist also relativ sinnfrei.

Ähnlich sinnfrei ist der beliebte

trockene Watte Kokelktest

Bissl Banane, aber mit Geduld geht auch ein KOkeltest

Bissl Banane, aber mit Geduld geht auch ein trockener Kokeltest

Ich weiss meine Watte wird bei 220°C goldbraun, wenn ich etwas rumprobiere krieg ich das so kalibriert, dass die Watte in der VariWatt Phase nicht braun wird. Schalte ich dann in den TC Modus verkokelt sie mir auch im TC Betrieb nicht (arg). Aber irgendwie ist der Ansatz Banane und der trockene Watte Kokeltest für Taste Control glaub eher sinnfrei.

Regelverhalten TC

T160 abregeln im TC Modus

T160 abregeln im TC Modus: 2 mal wird die Ausgangsleistung hier im Verlauf reduziert

Was ich machen kann, ist eine feuchte Watte trocken dampfen, also im nassen Zustand trainieren und dann dampfen bis er abstellt. Das schaut dann so aus:

Dry Hit Fehler: der T160 stellt ab

Dry Hit Warnung beim zunehmende Abtrocknen der Wicklung: die T160 stellt ab

Wobei es durchaus passieren kann, wenn während des Trainings der Widerstand nicht hoch genug gestiegen war, dass die Wicklung immer noch gut feucht ist, wenn die T160 abstellt. Längeres Trainieren in der VariWatt Phase macht das ganze genauer.

Mein Fazit:

Durch die Abkehr von PWM und den Einsatz einer geglätteten”Quasi Gleichspannung” hat sich meiner Meinung die Elektronik von iJoy im Vergleich zur Asolo weiter verbessert, kann aber im Gesamtergebnis immer noch nicht zu den Spitzenreitern aufschließen. Da fehlt es zum einen an Präzision, an der maximalen Ausgangsspannung und vermutlich auch am Einsehen, dass es einfach unlauter ist, wenn man 160 Watt verspricht und diese selbst rechnerisch bei Vollmond bergab mit Rückenwind niemals nicht erreicht werden kann.  Also bleibt es weiterhin eine Mogelpackung.

Lässt man die Nörgelei an den Präzision und tatsächlich gelieferte Leistung weg, liefert die T160 durchaus mehr als genug Leistung für die meisten Dampfer da draussen, mit funktionierendem Stepdown auch für Schwachlastdampfer wie mich. Präzisionsprobleme sehen auf dem Papier meist schlimmer aus, als man sie im Alltag erschmecken kann. Und so war auch eines meiner ersten Feedbacks zu meinem Ansprechpartner: “also so im Alltag dampft sie doch ganz ordentlich.” Die wirklich fiesen Bugs der ersten Asolo Revisionen hat die T160 definitiv nicht mehr, erst mit den Messgeräten traten die Defizite dann zu Tage.

Taste Control statt Temperatur Control. Nun, ich bin tatsächlich der Meinung, dass dieses Prinzip ganz ohne Hantieren mit Temperaturen und Koeffizienten Einsteiger-freundlicher  sein müsste. Und eine gewisse Schutzfunktion vorm Kokeln erfüllte ja auch schon die Asolo selbst mit Kanthal Draht. Das ist bei der T160 nicht anders. Unverständlich ist mir dagegen, warum der normale Temperaturmodus, der bei der Asolo eingebaut wurde, hier bei der T160 nicht auch angeboten wird. Während Asolo TasteControl und echtes TemperatureControl für Ni & Ti Drähte kannte, kann die T160 nur noch TasteControl. Schade.

Mit jedem neuen Gerät wird iJoy besser und die falschen Werbeversprechen werden weniger. Mit der T160 kann man prima dampfen und einen Kokelschutz bringt sie oben drein noch mit. Da kann man schlimmeres mit seinem Geld machen, aber zum Kauftipp reicht es für mich immer noch nicht.

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5 responses so far

5 Responses to “Kurztest iJoy T160 – 160W und TasteControl”

  1. Pappnaason 07 Dec 2015 at 12:38

    Feiner Kurz-Test.

    Was ich anmerken möchte, ein Umstand, der für die A160 spricht, ist, dass die Box imho eine der kleinsten Boxen mit 2 x 18650er Akkus ist. Wäre also nur rund 1 cm höher als ein iSick 50. Falls die Laufzeit in etwas vergleichbar wäre, käme die als ausdauernder Untersatz in Betracht.

    Bei welcher Akkuspannung schaltet die A160 denn ab?

  2. adminon 07 Dec 2015 at 12:41

    Vorsicht: Ich hab eine T160 nicht A160, das sind zwei verschiedene iJoy Boxen

    Ich hab die Abschaltspannung noch nicht ermittelt, hole ich heute abend nach.

  3. Dampferon 10 Dec 2015 at 16:08

    Vielen Dank für den Test, ich verfolge die Entwicklung im TC-Markt momentan sehr genau. Deine Website ist in diesem Punkt (und anderen) wirklich goldwert.

    Ich bin momentan noch nicht bereit mir einen TC-Akkuträger zu kaufen, weil ich hier noch genug rumliegen hab, die das nicht können. Aber am Titandraht bin ich interessiert. Kann man den auch ohne TC gut dampfen? Würde mich da über eine Antwort freuen, weil das Internet in seiner Fülle nach kurzen Google-Versuchen Titan nur mit TC nutzt.

    Besten Dank im Vorraus!

  4. adminon 11 Dec 2015 at 13:39

    Ich muss leider gestehen, dass ich Titandraht sonst auch nur mit TC nutze und selbst da nutze ich Titan nicht oft, nur mal zum Testen. Ich bin bei NiFeXX Draht hängen geblieben.

  5. Dampferon 11 Dec 2015 at 16:05

    Alles klar, trotzdem besten Dank! Nickel vertrag ich leider kein bisschen, V2A schmeckt ein wenig komisch und Kanthal wird mir nicht schnell genug heiß, bei den Drahtstärken, die ich nutze.

    Dann werd ich das Wagnis ohne TC und Titan mal eingehen. Bei V2A gings ja auch ganz gut, der wird ja auch teilweise mit den TC-Akkuträger betrieben.

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