Aug 09 2015

Testbericht zur Joyetech eGo One Mini

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Wem die zigarettenähnlichen Ultraminis gerade leistungsmäßig zu klein waren, der griff schon immer gerne zum eGo Akku. Mit immer noch sehr kompakten Abmessung verspricht der Mini aus Joyetechs aktueller eGo One Generation deutlich mehr Dampfspass. Wieviel Spaß genau hab ich mal getestet.

joyetech eGo One Mini

Joyetech eGo One Mini (mit Kaifun Driptip, das Original hab ich verlegt)

Der eGo One Mini Akku

Der eGo One Mini Akku dürfte der erste (original) eGo Akku sein, der gar keinen eGo Anschluss mehr hat, sondern nur noch einen inzwischen ganz normalen 510er Anschluss ohne das eGo Außengewinde.  Der Akku selbst ist 60,5mm kurz, 16,5mm im Durchmesser und wiegt federleichte 36g.

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510er Anschluss des eGoOne Mini Akkus

Bedienelemente gibt es am eGo One Mini Akku nicht gerade viele: es gibt einen Feuerknopf, der wird von einer weißen LED hinterleuchtet und dieser Feuerknopf kann als Besonderheit noch 5-Klick an/aus und das war es dann schon mit Bedienelementen. Sehr übersichtlich das Ganze, aber gerade das wollen wir ja von eGo Akkus.

Der eGo One Mini besitzt ferner eine Standard MicroUSB Ladebuchse, die mit knapp 1 A dann doch sehr sportlich zur Sache geht, gerade in Anbetracht der nur sehr kleinen Zelle mit nur 850 mAh angegebener Kapazität. Diel vielgepriesene 0,5 C Regel für schonendes Akkuladen ist das dann wohl eher nicht mehr. Entsprechend wird der Akku  beim Laden dann gut warm, man könnte auch heiß sagen. Während des Ladevorgangs leuchtet eine kleine rote Kontroll-LED, die bei abgeschlossener Ladung dann erlischt. Die One Mini unterstützt auch akkugestütztes Pseudo-Passthru Dampfen, ist somit also auch als Ersatz der eher grottigen akkulosen Passthruteile keine schlechte Wahl.

Leistung des eGo One Mini Akkus

Ich hab jetzt einfach mal alle meine Testdampfer einer nach dem anderen da rangehängt und gemessen, was wir da für Spannung erhalten und schnell die Leistung zur besseren Vergleichbarkeit ausgerechnet. Das Ergebnis ist eigentlich ganz gut für so ein Winzigteil meiner Meinung nach, aber schaut selber:

0,5 Ohm 0,8 Ohm 1,0 Ohm 1,2 Ohm 1,5 Ohm 1,8 Ohm 2,2 Ohm 2,7 Ohm
3,6 V 3,8 V 3,9 V 3,9 V 4,0 V 4,0 V 4,0 V 4,0 V
26 W 18 W 15 W 13 W 11 W 9 W 7 W 6 W
  • dies sind Maximalwerte bei vollem Akku.
  • den 0,1 Ohm und den 0,3 Ohm Testverdampfer hat er verweigert, erst der 0,5 Ohm Verdampfer wird dann befeuert. Damit ist er durchaus “Subohm fähig”. Wer hätte das gedacht, ein Subohmfähiger eGo Akku, das tut schon ein bissl weh beim tippen.
  • Wer einen der CLR Köpfe für den eGo One Verdampfer verwendet oder eben einen beliebigen 510er (Selbstwickel-)Verdampfer, kann auch problemlos selbst wickeln, also für Schwachlastdampfer sind die 7 W bei 2.2 Ohm oder geschätzte 8 W bei 2,0 Ohm sicher gar nicht so verkehrt.
  • Der eGo One Mini Akku beweist sich also als recht leistungsfreudiger Zwerg.

Der eGo One Mini Akku ist nicht getaktet, d.h. seine maximale Ausgangsspannung hängt rein von der noch verfügbaren Akkuspannung unter Last ab, wird also nicht künstlich wie bei früheren eGo Akkumodellen reduziert (bzw stabil gehalten). Am Scope (rote Kurve) sehen wir damit auch die gewünschte “glatte Linie”, da ist kein PWM weit und breit:

eGo One Mini bei 1 Ohm

eGo One Mini bei 1 Ohm, Rot is die Spannung

Im Verlauf der maximalen Zugzeit von zunächst ungewöhnlich langen ca. 17 Sekunden gibt die eGo One Mini auch immer etwas nach, dieses Nachgeben wird sich im letzten Drittel der Akkuladung dann drastisch steigern. Auch die maximale Zugzeit wird weniger werden. Kurz vor Ende warens nur noch 14,5 Sekunden. Mehrere Züge in Folge bringen die Zelle jedoch nicht aus der Ruhe, das kann keine schlechte Zelle sein, die Joyetech da verwendet.

Dfferenz etwa 0,1 zwischen Beginn und ende des Zuges. Geschenkt

Ein Zug in maximaler Länge, Akku fast voll, gibt kaum nach

Der eGo One Akku kann der sinkenden Akkuspannung nicht entgegenwirken: je leerer umso niedriger die Leistung, die wir noch erzielen können. Wie ungeregeltes mechanisches Dampfen eben. Die erzielbare Dampfleistung nimmt also stetig ab und kann auch schon zu gering für ein befriedigendes Dampferlebnis werden, noch lange bevor der Akku tatsächlich wieder neu geladen werden müsste. Insofern ist die Tabelle da oben auch etwas irreführend, weil das gilt ja nur als Maximalwert bei randvollen Akkus und wird stetig immer weiter absinken.

Die zuneige gehende Akkuladung signalisiert der eGo One Akku übrigens durch unterschiedliche Blinkfrequenz der kleinen LED hinterm Feuertaster. Blinkt der Taster erst mal hektisch, sind wir in den letzten Zügen (.. zum Glück wollen wir nicht nach Rügen ;-) )

Der Tiefentladeschutz des eGo One greift übrigens erst sehr spät: fällt die Akkuspannung unter Last unter 2,3V, dann erst zieht der kleine die Notbremse und macht dicht. Dies und der hohe Ladestrom, da wird die kleine Zelle im Akku schon ganz ordentlich gestresst, das wird vermutlich jetzt kein Überlebenskünstler werden. Ich hab da so ein bissl das Gefühl, der könnte schon früh um 100 Zyklen oder so dann doch zu schwächeln beginnen.. aber hey, ich hab mich schon öfters geirrt.

Der eGo One Mini Verdampfer

dampft ganz vorzüglich. Erm.. ja.. Verdampfertests fallen mir immer etwas schwer. Also.. der macht soo große Wolken (ihr seht jetzt im Moment nix). Cool, huh?

Ich hatte ihn jetzt die ganze Zeit mit dem 1 Ohm Kopf getestet, selbst damit ist Dampfqualität schon sensationell, wie wir der Tabelle da oben entnehmen können dampfen wir damit initial um 15W. Das zwar nur die ersten paar Züge, aber der letzte Zug vor Abschalten waren dann immerhin noch etwa 9W. Das ist für eGo Verhältnisse recht viel.

eGo One Mini Verdampfer zerlegt

eGo One Mini Verdampfer zerlegt

Kritikpunkte:

  • das mitgelieferte Driptip ist mal wieder Marke Ofenrohr, das passt vielleicht zu einem Pinoystyle Dripper, aber das ist der Mini trotz guter Performance dann doch nicht, aber das ist ja schnell ausgetauscht.
  • Er bietet ein Luftmengenregulierung “AFC”, die aber selbst im komplett geöffneten Zustand weit weg von dem ist, was ich als OpenDraw bezeichnen würde. Zudem verstellt sich die AFC schon beim scharf hingucken.
  • Man kann den eGo One Mini Verdampfer auf Lunge ziehen, aber Backendampfen passt meiner Meinung besser zu ihm. Da ich auf Lunge eh nicht so mag…
  • Die beim Dampfen entstehenden Luftgeräusche finde ich etwas laut, das hat was von Darth Vader
  • Füllmenge 1.8ml ist zwar zufällig TPD2 konform aber nicht wirklich viel. Auch ist das befüllen jetzt nicht ganz so einfach, da man das Liquid zwischen “Glocke” und Außenwand einfüllen muss und da ist nun jetzt nicht so wahnsinnig viel Platz.
  • Sowohl das 510er Gewinde als auch das Gewinde zum Öffnen des Tanks gehen links rum auf. Wäre jetzt nicht doof gewesen, wenn das Tankgewinde andersrum laufen würde, dann schraubt man sich den nicht ausversehen auf und hat dann nicht den halben Bürotag nen nassen Schritt.

Was ich mag:

  • sehr klein: 35 mm kurz ohne Tip, 16,5 mm Durchmesser
  • Glaseinsatz: ich kauf kein Tankverdampfer mehr ohne echtes Glas. Plastiktanks sind ein NoGo.
  • Austauschbaure Verdampferköpfe mit wahlweise 0,5 Ohm und 1 Ohm und Selbstwickelbare CLR Köpfe, die auch bei den großen One Verdampfern genutzt werden. (die Ni und Ti Köpfe funktionieren aber vermutlich nicht – nicht getestet).
  • Dampft so gut wie meinen großen Fertigkopfverdampfer auch.
  • er funktioniert prima, ich muss nicht wickeln und überhaupt ist das ein total einfach zu benutzendes System
  • ich steh ein bisschen auf die 70er Jahre Optik.

Joyetech schmeisst alle Jahr ein neues Verdampferkopfsystem auf den Markt, wenn nicht sogar mehrere konkurrierende Varianten. Die mögen zwar alle jeweils eine Weiterentwicklung sein, aber im Grunde komme ich mir immer im Zugzwang vor: krieg ich nächstes Jahr die alten Köpfe noch, soll ich mir nicht besser 2-3 5er Packs auf Halde legen, aber ewig reicht das auch nicht und sauteuer sind die einzelnen Köpfe sowieso. Und schwups schon wieder ein neues Modell und alles, was ich auf Halde hab ist doch wieder uninteressant. Das ist so ein bissl das, was mich an den Fertigkopfdingern generell nervt. Egal von wem. Dampfen, ja dampfen tun die heute alle ganz ordentlich, selbst im unsinnigen Subohm Bereich

Würde ich mir den eGo One Mini z.b. auf meine Pipeline Pro Slim schrauben? Obwohl alles auch einzeln erhältlich ist, eher nicht, das Design und die Farbgebung passt zu nix anderem als Joyetech. Ich denke, man muss die eGo One Mini eh als Kombiprodukt: Akku und Verdampfer sehen.

Mein Fazit als Kombi:

Entweder als kleine Ausgehdampfe..

oder tatsächlich als hochwertigeren und vielfach leistungsfähigeren Ersatz für die eher unbeliebte Cigalike Klasse kann mich die eGo One Mini durchaus überzeugen.

Nicht viel länger, aber viel besser..

Nicht viel länger, aber viel besser..

Die ego One Mini ist mit Ihren 16,5mm zwar ordentlich dicker als die kippenähnlichen Ultraminis, aber von der Länge her isses gar nicht mal so viel mehr: mit nem kurzen Driptipp kommen wir bei der eGo One um 110 mm weg. Mit einem Gesamtgewicht um 70g ist schon ein bisschen eine andere Gewichtsklasse, aber dafür dampft die One halt auch Kringel um die kleinen Glühsimulationsstengel, bei 3-4 mal soviel Akkukapazit und von der Lastfestigkeit unf erzielbaren Leistungen will ich gar nicht reden. Eine eGo One Mini ist da in jeder Beziehung ein Schritt nach oben.

Oder wie oben schon erwähnt, aus als Alternative zu den Passthru Steckerchen, die eh nix taugen

Wem es jetzt nicht unbedingt auf die möglichste kleinste Lösung ankommt, der sollte dennoch die 19mm dicke und längeren eGo One ohne Mini in Betracht ziehen, gerade wenn man das als Alltagsdampfe nutzen will. Die dampft nicht unbedingt besser, aber sie tut es eben viel länger und das macht durchaus auch einiges aus in der Praxistauglichkeit.

Die Joeytech eGo One Mini, für das, was sie ist, gefällt mir richtig gut: Ja, damit würde ich durchaus Abends weggehen.

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5 responses so far

5 Responses to “Testbericht zur Joyetech eGo One Mini”

  1. Peacemanon 09 Aug 2015 at 15:18

    Warum wird der Selbstwickelkopf eigentlich nur im 5er Pack vertrieben? Ich mein, hat Joyetech so wenig vertrauen in die Haltbarkeit ihrer Produkte das man es in jedemfall in fünffacher Ausführung haben muss?
    Wäre so ne Politik mit dem CLR Köpfen nicht, wäre der Zwerg schon längst mal bei mir eingetrudelt…

  2. Basemanon 09 Aug 2015 at 15:48

    Hallo und erstmal eine Danke für die Messungen.

    Ein paar Anmerkungen:
    – Zahlenverdreher bei der Abschaltspannung? 2,3v hört sich arg wenig an. :)

    – zur AFC: Ich hatte schon gut ein dutzend eGo One VDs in der Hand (von Mini bis Mega) und da scheint eine ordentliche Serienstreuung zu herrschen. Gut die Hälfte waren so locker wie von dir beschrieben, die andere mit ordentlich Widerstand wie man das erwarten würde. Bei zweien war die AFC so extrem stramm, das es praktisch unmöglich war die AFC zu schließen ohne dabei gleichzeitig den VD abzuschrauben.

    – Die 19mm eGo One ist mit ~9,1cm knappe 2cm kürzer als die Mini. Für den 19er gibt es aber noch eine ‘Maxi’ Version des VD (2.5ml) – mit dem ist sie dann tatsächlich in der Länge mit der Mini identisch.

    “Obwohl alles auch einzeln erhältlich ist, eher nicht, das Design und die Farbgebung passt zu nix anderem als Joyetech. Ich denke, man muss die eGo One Mini eh als Kombiprodukt: Akku und Verdampfer sehen.”

    Meh, dem muss ich widersprechen. ;)
    http://abload.de/img/limelightoneminim3xzx.jpeg

    @Peaceman
    Die gibt es auch einzeln zu kaufen. Aber das 5er-Pack macht schon Sinn, weil am Ende des Tages sind es kleine, eher filigrane VD-Köpfe – keine robusten RBAs. Der finanzielle Einsatz von ~3€/Stück ist jetzt auch nicht gerade riesig.

  3. adminon 09 Aug 2015 at 16:13

    Ok, die Pfeife sieht klasse aus..
    .. auf meinem PipelinePro Slim würde das allerdings weniger passen :-)

    Na, kein Zahlendreher, ich hatte das Scope noch dran hängen, als er abgestellt hatte.. bei 2,3 V (unter Last mit 1 Ohm) machte es Klick und dann war gesperrt.

    Hmm.. mir fällt grad auf, das ich das Bild dazu ruhig hätte posten können

  4. Volkanon 26 Aug 2015 at 09:47

    Hey, seit kurzem habe ich auch die ego one mini. Solage ich die Werkswicklung gedampft hatte war alles gut. Jetzt war allerdings ein neuer Verdampferkopf nötig und da habe ich mir direkt die RBA Einheit gekauft. Die Werkswicklung dieser ist auch super, nur habe ich folgendes Problem:
    Jedesmal wenn ich zum Liquid auffüllen den Tank abschraube, schraubt sich der Verdampferkopf ganz lose.
    Jmd. einen Tipp?

  5. Basemanon 01 Sep 2015 at 11:03

    @Volkan
    a) Den oberen O-Ring des CLR Kopfes einschmieren und/oder
    b) Den VD Kopf in die Base fester reinschrauben als den Tank auf die Base

    beste grüße,

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