Jun 28 2015

NJoy Recharge – der 45mg/ml Bomber im Test

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Ich komm von den Cigalike Tests nicht weg. Hier der neueste Teil: NJOY Recharge, die Wiederaufladebare große Schwester des aus der Tanke bekannten Wegwerf Kippenkönigs NJOY Kings mit ebenso extremen 45mg/ml Nikotin.

Njoy Recharge Starterset im Plastik Case

Njoy Recharge Starterset im Plastik Case

Die NJOY Recharge Akkus

sind Standard Allerwelts Automatikakkus mit ca. 150 mAh Kapazität. Während ich bei den Depots auf gut 220 Züge komme, reicht mir eine Akkuladung nur ca. 150 Züge weit. Ein PCC Ladecase, um die Akkus auch unterwegs wieder nachzuladen wird nicht angeboten – das ist sehr Schade und schränkt die Nutzbarkeit der NJOY im Alltag unterwegs doch stark ein. Die angebotenen Cases sind reine Transportetuis ohne Ladefunktion.

Die Leistung: wie man es von den ganzen alten Vertretern dieser Klasse schon kennt taktet der NJOY Akku bei Akkuspannung unter Last >= 3.4 V per PWM runter:

Akkuspannung über 3.4V = es wird runter geregelt

Akkuspannung über 3.4V = es wird runter geregelt

Sinkt die Akkuspannung unter Last unter 3.4 V wird nur noch 1:1 die Akkuspannung durchgegeben, das Dampfvergnügen wird mit nachlassender Akkuspannung also stetig lascher, aber das ist auch normal bei der Geräteklasse.

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Akkuspannung unter 3.4 V = keine Taktung mehr

Maximale Zugzeit ist mit 6 Sekunden jetzt auch kein Überflieger und übertrieben stabil ist die Zelle auch nicht, es ist halt wieder mal unspektakulärer Durchschnitt für eine Cigalike.

6+ Sekunden maximale Zugzeit, mit leichtem Einknicken

6 Sekunden maximale Zugzeit, mit leichtem Einknicken

Die NJOY verwendet ein komplett eigenes Stecksystem zur Verbindung von Depot mit Akku oder Ladegerät, das mit keinem anderen Hersteller kompatibel ist, allerdings sitzt es deutlich wackelfreier, als es bei der ebenfalls gesteckten Beposh [Test] der Fall war.

Stecksystem, an der Stelle "Ludftdicht"

Stecksystem, an der Stelle “Ludftdicht”

Nachdem ich zunächst das Ladegerät in meinem Starterset nicht gefunden hatte (das steckt hinter einer kleinen Klappe am Boden des Case) zeigten die Ladetests dann auch nix Auffälliges: Laden tun wir mit 120 mA, das ist für die Akkugröße normal (wenn auch über der “0,5 C-Regel”) und augenscheinlich CC/CV konform, ebenfalls wie so üblich ohne funktionierende Terminierung, also bitte zeitnah nach Ladeende wieder entnehmen. Ein USB Netzteil wird nicht angeboten, angesichts des geringen Ladestromes reicht jedes dahergelaufene USB Netzteil von Handy & Co oder auch der USB Port am PC.

… wobei ich als ehemaliger PC Servicemensch das Anschließen windiger Bauteile direkt an PC Mainboards grundsätzlich nie empfehle: ein billiger USB Netztstecker kost paar Euronen, ein defektes Mainboard wenn es dumm kommt ein paar Hunderter und ja, Pferde können gar nicht kotzen aber ich hatte schon mehrere über USB zerstörte Boards gesehen.

Die Depots der NJOY Recharge:

Optisch sieht das Depot übrigens deutlich länger aus als es dann tatsächlich ist. Das Depot ist 41mm lang, inkl. Akku kommen wir auf Knapp 102mm, das entspricht in eitwa einer 100er Kippe. Standard für die Klasse wieder. Die Depots sind die aus Urzeiten bekannten Watte Cartomizer mit herkömmlicher Horizontal Coil um ein Faserdocht gewickelt. Ich messe im Schnitt 2.7 Ohm. Die erzielbare Dampfmenge und Qualität ist aber vergleichweise wenig, eher mäßiger Durchschnitt für diese Geräteklasse. nicht wirklich gut.

Bottom Horizontal Coil um Glasfaserdocht mit 2.7 Ohm

Bottom Horizontal Coil um Glasfaserdocht mit 2.7 Ohm

Die Besonderheit der NJOY e-Zigarette ist die extrem hohe Nikondosis:

  • Bold: 45 mg/ml
  • Menthol: 30 mg/ml
  • Gold: 24 mg/ml

Zum Vergleich: die Konkurrenz bietet üblicherweise nur bis 18 mg/ml an. Im Dampfertreff.de Forum wurde bis vor kurzem noch jede Diskussion über 36 mg/ml verboten (inzwischen wurde das auf 72 mg/ml angehoben.

Neu und positiv aufgefallen ist eine leicht geänderte Luftführung: die NJOY Recharge kommt ohne Luftloch am Übergang Cartomizer <> Akku aus und wo kein Loch ist, kann auch kein Loch aus versehen beim Dampfen in typischer Raucherhaltung, sprich zwischen die Finger geklemmt, verdeckt werden.

Mit etwa 220 Zügen pro Cartomizer entspricht ein Depot etwa einer Schachtel Kippen mit 18 Zigaretten (auf Grundlage: 12 Züge pro herkömmlicher Zigarette). Und das ist zunächst mehr, als bei der Konkurrenz. Ist das Depot leer lässt es sich problemlos mit ca 0,7 ml eigenem Liquid wieder vorsichtig befüllen – durch langsames beträufeln der Depotwatte. NJOY gibt zwar Glycerin in der Zutatenliste mit an, viel kann es jedoch nicht sein, da mein Selbstgemischtes 50:50 PG:VG deutlich dichteren Dampf im NJOY Cartomizer bringt als die Originalbefüllung der Cartos.

Wieso hält das NJOY Depot länger als bei der Konkurrenz?

Wie soll das gehen, wenn das Depot eigentlich nach dem selben alten Prinzip funktioniert? Nun, vermutlich gar nicht. Zum einen ist meiner Meinung nach die Dampfmenge merklich geringer als bei den Spitzenreiter der Cigalike Klasse, dadurch gilt weniger Dampf = mehr Züge, zum anderen vermute ich, dass ich aufgrund der extrem hohen Nikotinkonzentration eben doch bei weitem nicht gleich tiefe (lange) Züge vornehme, wie bei den drastisch schwächeren Depots der Konkurrenz – anders kann ich mir da keinen Reim drauf machen.

Mein Fazit:

Die einzige Besonderheit der NJOY ist der extrem hohe Nikotingehalt alles andere ist bestenfalls Durchschnitt. Dampfen tut GreenSmoke [Test] oder Lynden [Test] merklich besser. Ich bin zu lange vom Umstieg weg, um sagen zu können, ob das viele Nikotin so in der Form tatsächlich hilfreich beim Umstieg ist und die ansonsten nur durchschnittliche Dampfperformance wieder wettmachen kann. Mir dampfts zuwenig und der Dampf ist mir auch etwas zu dünn ABER gleichzeitig ist es mir zu stark.

An der Stelle schreibe ich sonst auch immer etwas darüber, ob ich den Tag über mit dem Produkt gut über die Runden gekommen bin. Nun, hier bei der NJOY ist es so, dass ich den Tag über immer wieder längere Dampfpausen eingelegt habe, weil es mir einfach zuviel wurde. Mir geht es nach ein paar Zügen Bold mit 45 mg/ml dampfen wie früher, als man nach 12 Stunden ausm Flieger wankt und die erste Lucky auf Ex runter zieht um sofort die 2. anzuzünden – Nikotinflash wie schon Ewigkeiten nimmer und das mehrmals am Tag. Meine als Dual Userin noch regelmäßig rauchende Frau empfindet die 45 mg/ml der Bold ebenfalls zu stark, Gold (als Einmalkippe getestet) und Menthol sind für sie in Ordnung.

Obwohl ich zugeben muss, das ich geschmacklich Bold für eines der wenigen guten Tabakliquids halte, bei dem in der Tat sowohl Geschmack als auch Gefühl und Throat-Hit an echte Kippen erinnert, werde ich mir aufgrund des Fehlens geringerer Nikotinstärken jedenfalls keine NJOY mehr nachkaufen, auch nicht in Situationen, wo ich sonst schon mal zu so einer Ultra-Mini eZigarettte gegriffen hätte: ich bin seit langer Zeit komplett vom Nikotin weg und brauche und will es auch nicht mehr und erst recht nicht in so einer imho übertriebenen Stärke.  (das Menthol ist mir übrigens zuwenig Mentholig gewesen)

Ich bin ferner nicht sicher, ob NJOY mit diesen hohen Nikotinkonzentrationen die Regulierung des eZigarettenmarktes im Herbst dieses Jahres im Zuge der TPD 2 überleben wird.

Wobei sich bei mir ganz aktuell eher die Frage stellt:

Lebt NJOY EU eigentlich überhaupt noch?

In den etwa 2 Wochen, die sich dieser Testbericht nun seit Bestellung bis Ende des Tests hingezogen hat, war die Verfügbarkeit von NJOY Produkten auf der Herstellerhomepage für den EU Raum so gut wie nicht gegeben: der ganze deutsche Onlineshop wirkte leergekauft und vernachlässigt, Bestände wurden nimmer nachgefüllt. Wie ein Supermarkt nach der Zombie-Invasion: Hier und da steht noch was unmotiviert in den Regalen rum, aber sonst.. Zum Zeitpunkt, als ich bestellt hatte, war gerad mal eines der Startersets verfügbar, alles andere, was ich anschaue ist “ausverkauft”, auch heute noch.  Überall “nicht Lieferbar” in UK und DE. (in den USA ist dagegen alles in Butter).

Ein verlässlicher Lieferant schaut anders aus und wenn ich mich auf so ein proprietäres System einlasse, das mit nix anderem kompatibel ist, dann muss der Nachschub auch gesichert sein. Ist er das nicht, dann greife ich besser zu einem System, wo ich Ausweichmöglichkeiten habe, im Bereich der Cigalikes z.b. Systeme mit dem 808D1 Anschluss.

Free Shipping kostet 5,- Euro

Free Shipping kostet 5,- Euro

Negativ bei der Bestellung ist mir zudem aufgefallen, dass mehrfach ein Hinweis eingeblendet wird: “Versandkostenfreie Lieferung”, am Ende musste ich dann doch 5,- Euro Versandkosten blechen, für den Versand aus England, der dazu noch völlig ohne Sendungsverfolgung stattfand und etwa 10 Tage dauerte. Nun, da ich nen 40% Willkommensgutschein hatte: WELCOME40  war es mir dann am Ende egal, aber korrekt ist das so auch nicht.

Ist übrigens nicht die einzige falsche Angabe im Shop, bei den Nachfüllpacks z.b. steht 5 Stück für 13,95 Euro. In der abgebildeten Packung sind aber nur 2 Stück drin. Auf der UK Seite steht deshalb, man bekommt bei Bestellung eines 5er Pack statt dessen 3 * 2er Packs, also 6 Depots. In Deutsch steht das nicht dran. Was bekommt man nun in Deutschland 2 Stück oder 6 Stück für seine 13,95? Ich vermute auch 6, aber die Frage ist jedoch in sofern wieder irrelevant, weil sowieso “nicht lieferbar”.. Was zum Geier.. ? Rate mal mit Hänschen Rosenthal hab ich als Kind gerne geguckt, bei Onlineshops jedoch “… bin ich der Meinung, das war..” gar nicht “..Spitze!” *hüpf*.

Was dagegen extrem gut funktioniert ist die Spammaschine, die NJOY anwirft, sobald die eine eMail Adresse haben: es vergeht kaum ein Tag, an dem mir NJOY nicht eine eMail mit verlockenden Sonderangeboten schickt, mit 30%-40% Rabatt für Produkte, die leider nicht lieferbar sind.

Mein täglicher NJOY Spam

Mein täglicher NJOY Spam.. Rabatte, Rabatte auf nicht lieferbare Produkte

Entsprechend schwierig ist auch die Frage zu beantworten, wie teuer ist das Ganze? Im Moment scheint es, als wenn man sich mit Spam zumüllen lässt, dann kauft man immer mit ca. 30% Rabatt ein, das wäre in der Tat für Cigalike Verhältnisse dann ziemlich günstig.. Aber ob das dauerhaft so bleibt? Nimmt man 5 Depots zu 14,- dann ist das ein für Cigalikes kein guter, aber noch akzeptabler Preis: etwa 3,- für eine Schachtel Kippen, mit Rabattcodes sind es dann halt nur 2,- Euro. Und wie man die extrem hohe Nikotindosis im Preis bewerten will, das ist dann auch noch eine extra Überlegung wert..

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