Jun 09 2015

Die Lynden Blackline Cigalike getestet

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Bekannt aus der Fernsehwerbung: die Lynden eZigarette aus dem Hauser PowerCig geht erfolgreich neue Wege.

PowerCig Lynden Blackline Review

Eigentlich wollte ich ja nach dem Totalreinfall mit der Vogue eCig erst mal ne zeitlang keine neue Cigalikes mehr testen, aber als ich die Lynden Blackline eZigarette gesehen habe, konnte ich dann doch nicht widerstehen. Auch die Fernsehwerbung der Lynden sorgte für einen gewissen Rummel in der Community. Aber wie bereits die Beposh Cigalike bewies: ein großer Werberummel macht noch lang keinen Überflieger.

PowerCig ist ja kein Neuling im eZigarettenmarkt, schon vor ner Weile konnte sich der Vorgänger der heutigen Lynden Blackline, die “PowerCig eZigarette erfolgreich im Test” behaupten. Aber nun genug gelabert, ran ans Werk:

Lynden Blackline mit PCC Ladecase

Lynden Blackline eCig mit PCC Ladecase und Sichtfenster im epot

Man beachte:

  • da is ein Sichtfenster im “Depot”
  • da ist ein PCC Ladecase abgebildet

Bei den letzten x Tests von Geräten dieser Klasse war mein Standardsatz immer:

“… jedoch es wäre schön, wenn es ein PCC Ladecase geben würde, dann könnte man unterwegs oder außerhalb der Raucherpause den kleinen Akku in der eZigarette immer wieder aufladen lassen”.

Nun, Lynden hat mitgedacht: das Lynden Blackline StartSet zu 39,95 kommt mit einem PCC Ladecase. Und das ist übrigens richtig toll geworden: massiv, das mattierte Finish in Schwarz und Anthrazit farbigem Rand im iPhone Stil sieht gut aus und fühlt sich wertig an, der Deckel hat den Schnappeffekt wie ein Zippofeuerzeug. Das gefällt mir zumindest richtig gut, auch wenn es nur 700 mAh Kapazität hat (und das LED Display zur Statusanzeige viel zu schnell wieder ausgeht, um sinnvoll zur Aufklärung über den Ladevorgang sorgen zu können). Geladen wird das PCC mit einem MicroUSB Ladekabel (liegt bei) an einer beliebigen USB Stromquelle (liegt nicht bei)

lynden-pcc

Das PCC Ladecase der Lynden Blackline hat Platz für einen 150mAh Akku und 2 Depots

Die Depots / Verdampferköpfe der Lynden eZigarette

sind meines Wissen eine echte Innovation, denn es handelt sich nicht mehr um die bekannten Wattecartos, sondern um Clearos und darum ist da auch ein Sichtfenster drin, mit dem man den Füllstand des Depots kontrollieren kann. Das habe ich so noch bei keiner anderen Cigalike gesehen:

Einzelteile eines Lynden Blackline Depots

Einzelteile eines Lynden Depots

Wir sehen keine Watte weit und breit –  schauen wir nochmal genauer:

Klick macht groß

Klick macht groß

  1. der übliche Plastikdeckel als Mundstück, den man bei den kleinen Cigalikes immer findet. Hier ist er abgerundet und so etwas angenehmer an der Lippe
  2. darunter finden wir ein Stück Fliess, das vielleicht ein wenig Kondensat binden kann, aber dessen Sinn mir ansonsten mir  nicht so recht einleuchten will.
  3. ist die Metallhülse, die dem ganzen Depot seine Stabilität gibt, die Kerbe stammt von meiner etwas rüden Behandlung beim Aufschneiden, normalerweise ist (3) mit einem schwarzen Papieretikett beklebt.
  4. ist eine Hartplastikscheibe und dient als oberer Deckel der “Liquidkammer”,
  5. eine Silikondichtung, damit auch sicher kein Liquid oben raussuppen kann
  6. das Luftröhrchen, hier in dem Bereich zwischen (5) und (8) und (7)  ist der eigentliche Liquid Speicher
  7. das Sichtfenster in den Liquidspeicher
  8. eine Lochscheibe, hier kann Liquid durch die Löcher auf die kleine ..
  9. Fliessscheibe sickern, wo dann
  10. die Glasfaserstubsel des Verdamferkopfes anliegen und das Liquid zur Wendel bringen
  11. ist dann ein 808D1 Gewinde zum Aufschrauben auf den Akku

Nachfüllen der Lynden Depots

ist meiner Meinung nach nicht möglich, dazu müsste man die dicke Plastikscheibe (4) durchbohren und dann noch an dem Silikonpropfen (5) vorbei kommen. Das stelle ich ich mir nicht praktikabel vor und ich denk mal dass es hier auch noch um Unterdruck geht – damit ist die Lynden auch die erste Cigalike, die ich als nicht nachfüllbar und damit voll EU konform bezeichnen würde.

Die Lynden Depots im Praxistest

Ein Depot reichte mir für 172 Züge. Nimmt man den gern benutzten Richtwert von 12 Züge pro herkömmlicher Tabakzigarette dann entspricht ein Depot der Lynden Blackline mit 14 Zigaretten nicht ganz einer Schachtel Kippen. 5 Depots der neuen, schwarzen Serien kosten derzeit 9,95 Euro und entsprechen etwa 4 Schachteln Zigaretten. Für eine Cigalike ist das durchaus günstig.

Die Dampfmenge der schwarzen Virgina ist für eine Cigalike “sehr gut”, die Dichte des Dampfes “gut”. Den Flash fand ich jetzt ein bissl verhalten, aber ich hatte auch 6mg/ml Liquid im Tank, wer Flash mag, kauft mit mehr Nikotin. Der VG Anteil wird mit “unter 25%” angegeben. Klassisch gab es früher in Cigalikes gar kein VG, die 25% VG passen zum insgesamt doch schönen Dampf der Lynden. Und das ist definitiv mehr Dampf als eine klassische Zigarette und mindestens gleichwertig zur Greensmoke, meinem bisherigen Liebling. Zu Beginn mit frisch geladenem Akku hat die Lynden sogar noch die Nase vorne, weil ungetaktet.

Geschmacklich war ich mit dem Virginia Tabakliquid, dass meinem Testpaket beilag jetzt nicht wirklich so glücklich, das erinnerte mich mehr an Karamalz Malzbier als Virginia Tabak, aber Geschmäcker sind ja unterschiedlich und aufgedampft hab ichs dann trotzdem, schlecht kann es also nicht gewesen sein. Den Zugwiderstand würde ich als zu leicht bezeichnen, ich hab mir dann ein Luftloch zugeklebt, dann war er okay.

Beim Verdampferteil setzt PowerCigs auf das herkömmliche Bottom Horizontal Coil Prinzip, klassisch gewickelt um Faser, mit bei den Micros bewährten 3.2 Ohm Widerstand. (Die alten PowerCig Depots hatte ich damals mit 2,2 Ohm gemessen)

An der Wicklungs nix Neues: BHC 3.2 Ohm

An der Wicklungs nix Neues: BHC 3.2 Ohm

Die Blackline Akkus der Lynden eCigs

sind Automatik Akkus und haben mit 150 mAh nur geringe Kapazität. Solang der Akku noch neu ist, hält er etwa so lang wie ein Depot. In meinem Test konnte ich noch 10 Züge mit dem nächsten Depot machen, dann war dann auch der Akku leer. Zum Glück ist im Blackline Starterset ein PCC Ladecase enthalten, dass kann den Akku unterwegs wieder aufladen. Akku und Depots werden mit einem jetzt nicht so sehr exotischem 808D1 Gewinde verbunden.

lynden-gewinde

808D1 Gewinde wird von mehreren Cigalike Herstellern genutzt

Lynden Blackline Test am Oszilloskop

Auffällig: der Akku ist nicht getaktet, wie schon beim Vorgänger, den PowerCig Akkus, liefert der Lyndon stets 1:1 die Akkuspannung und bringt so beim 3.2 Ohm Lasttest für einen Cigalike Akku überraschend gute 3,98V.

3.9V bei 3.2 Ohm

3.98V bei 3.2 Ohm

Das erklärt auch, warum die Lynden die ersten Paar Züge noch besser dampft als mein bisheriger Favorit der Mini eZigaretten GreenSmoke, der taktet nämlich runter.

Nach ca. 15 Zügen ist der Vorteil der Lynden dann allerdings auch wieder weg – wenn man ihn nicht zum Nachladen ins PCC steckt, dass es für die Greensmoke ja nicht gibt und beim Lynden problemlos möglich ist: Kurz Raucherpause, um eine zu Dampfen – dann wieder ins Büro und den Akku zurück ins PCC: damit wäre die Lynden immer “voll”..

Die Qualität der verbauten Zelle gibt ebenfalls keinen Grund für Beanstandungen, die 10 Sekunden maximale Zugzeit werden nahezu stabil gehalten und auch mehrere schnelle Züge hintereinander bringen den Akku nicht ins Schwitzen.

10 Sekunden im Verlauf

10 Sekunden im Verlauf

Übrigens: die Elektronik des Lynden Akku blinkt und sperrt nach einem 10 Sekunden Maximal Zug für ein paar 3-4 Sekunden, bevor man wieder ziehen kann. Interessant.

Mein Fazit

Die Lynden Blackline gehört zu den besten Cigalike heute am Markt, durchaus auf Niveau der GreenSmoke meinem aktueller Favorit in der Geräteklasse. Warum? Nun, sie bietet ein preiswertes und wertiges PCC, einige interessanten Neuerungen (Clearo statt Watte) – und das muss man dem Lynden Hersteller PowerCig hoch anrechnen, denn Neuerungen waren bislang in diese Geräteklasse eine echte Seltenheit. Die Dampfleistung ist sehr gut, das Preis-/Leistungsniveau in Ordnung für die Geräteklasse. Es gibt eigentlich nur ganz wenig zu meckern:

  • ich kann die schwarzen Clearo Depots nicht selber wieder auffüllen
  • Clearo typisch gibt es auch bei Lynden den einen oder anderen Kondensat-Tropfen nach längerer Dampfzeit. Das hat man bei den Watte Cartos weniger, die sind meist knochentrocken.
  • ich finde den Zugwiderstand zu leicht. Neueinsteiger ziehen nach meiner Erfahrung viel zu stark, da hilft ein höherer Zugwiderstand. Dies war auch der Kritikpunkt meiner Frau, die ja nur Pyros und Cigalikes im Wechsel nutzt. Letztendlich gehe ich sogar davon aus, dass mein Akku defekt war, erst nachdem ich ein Luftloch zugeklebt hatte, funktionierte er in meinen Augen korrekt. Im Gespräch mit dem Hersteller wurde mir versichert, dass dies bisher nie ein Problem war.
  • im Starterset Blackline zu 39,95 ist zwar das PCC aber keinerlei Depots enthalten. Das halte ich für witzlos. Dann macht doch lieber 49,95 und packt eine Auswahl unterschiedlicher Depots mit dazu, da hat der Kunde dann einen echten Mehrwert, der auch Euch mehr bringt, als das Unterschreiten einer psychologische Preisschwelle..

In Kurz: Wer eine moderne Cigalike sucht, der kann bei der Lynden Blackline gerne zuschlagen. Mir gefällt die sehr gut und die Verfügbarkeit des PCC Ladecases macht die Blackline für mich dann sehr interessant in der Klasse.

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7 responses so far

7 Responses to “Die Lynden Blackline Cigalike getestet”

  1. Ivonneon 09 Jun 2015 at 17:45

    Dein Fazit sehe ich genauso wie du. Für mich bzw. meinen Cigalike liebenden Vater, hat die Blackline die Green Smoke auf Platz 2 der CigaLikes verdrängt. Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Schöne Grüße ivonne

  2. dekatchon 09 Jun 2015 at 19:43

    “damit ist die Lynden auch die erste Cigalike, die ich als nicht nachfüllbar und damit voll EU konform bezeichnen würde.”

    Noch ist dieses Gesetz doch noch gar nicht in Kraft getreten? . Und wenn Hersteller sich schon so bereitwillig auf diese halsabschneiderische Möglichkeit, das maximum an zukünftigen steuern rausholen zu können, anpassen, halte ich davon nicht viel.

  3. adminon 09 Jun 2015 at 20:06

    Noch nicht, ja. Hast Du echt noch Hoffnung, dass es nicht so kommen wird? Der massive organisierte Protest aus der Dampferwelt lässt unsere Politik nachts schon nicht mehr schlafen. Oder sind doch Blähungen dran Schuld?

    Konformität gibt zumindest eine berechtigte Hoffnung, dass das Produkt eine TPD2 überleben kann. Ich begrüße jedes brauchbare Produkt, dass Ende 2016 noch im Handel sein kann und damit auch: lieber ne gute Cigalike als gar nix.

  4. dekatchon 09 Jun 2015 at 20:45

    “Hast Du echt noch Hoffnung, dass es nicht so kommen wird?”

    Das die einen von hinten erschießen würden war mir klar. Das sie diesen nonsense durchbringen, würde ich in einer richtigen Demokratie bezweifeln. Aber wir leben ja nicht wirklich in einer Demokratie. Eine Scheindemokratie, die Menschen- und Persönlichkeitsrechte missachtet bis zu organisierten Verbrechen reicht das westliche Führungsregime. Von Verleumdung zu Kriegshetzer und Lügenpropaganda (nicht aufs dampfen bezogen) Aber ja, ich hab noch Hoffnung -.-

  5. Ericon 10 Jun 2015 at 03:48

    Die eRoll wurde leider nicht vergleichend erwähnt – obwohl die Lynden der eRoll doch sehr ähnlich ist.

  6. adminon 10 Jun 2015 at 19:21

    Moin Eric,

    stimmt.. mein letzter Test der eRoll ist schon zu lange her, da schaff ich ausm Gedächtnis keinen sinnvollen Vergleich mehr. Ich werd mir mal zeitnah ne aktuelle eRoll anschauen müssen.

  7. Ericon 11 Jun 2015 at 22:00

    Ach, die eRoll C hatte ich jetzt noch nicht mal im Kopf – ich dachte an das ursprüngliche Modell. Aber klar, wäre schon interessant… die Alte war ja ziemlich gut (bei mir in Benutzung).

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