May 22 2015

Neue Waage zum Liquidmischen

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Ich mische meine Liquids überwiegend nach Gewicht, mit kostengünstigen Feinwaagen unter 20,- Euro. Nach gut 3 Jahren ist meine alte Waage nun kaputt und Ersatz musste her. Was, warum und wieso..

G&G vs. SmartWeigh

G&G vs. SmartWeigh

Die alte:
G&G 300g/0,01g Taschenwaage

Die alte Waage hatte ich hier schon mal in meinen Post Liquids mit Waage mischen vorgestellt. Mit dem Messbereich zwischen 0,01 g bis 300 g war ich eigentlich zufrieden, bei 0,01 g (realistisch wohl irgendwas >0,05 g) Auflösung. Das passte mir gut ins Konzept, wenn auch manchmal Abseits vom Liquids mischen, ein bissl mehr maximales Gewicht nicht dumm gewesen wäre (Gewicht eines Akkuträger inkl. Akku für meine Testberichte , da kommt man heute teilweise über 300 g, oder der Großbrief mit maximal 500 g).

Der Wiegebereich sollte immer zu den zu erwartenden Wiege-Arbeiten passen. Zuviel maximal erlaubtes Gewicht => bei geringen Gewichten ungenau. Und auf der anderen Seite: zuwenig maximales Gewicht => kann schwere Sachen nicht mehr wiegen. Im Zweifelsfall bei Billigwaagen: lieber 2 Waagen kaufen.

Behauptet wird eine Genauigkeit von 0,01 g. Das ist leider etwas sehr optimischtisch, selbst frisch kalibriert schwankten meine Ergebnisse um gute +/- 0,05 g, das halte ich für diese Preisklasse recht gut. Ein bissl zuckt es mir daher schon in den Fingern, wenn ich dann auf Amazon Testberichte lese, wo sich ebenso lautstark wie ignorant über “inakzeptablen Abweichungen” beschwert wirds: Leuts, das Ding kostet keine 15,- Euros, habt ihr ne Ahnung, was ordentliche Waagen kosten?!

Für mich als Liquidmischer war Genauigkeit zum Zehntel Gramm eh nie ein Thema, zumal ich heute auch keine 5 ml und 10 ml Winzig-Fläschchen mehr anmische (das saufen mir die heutigen Selbstwickler ja in einem Tag weg, da kommt man ja nimmer mit mischen hinterher): wenn ich heute mische, dann mindestens gleich in 100 ml Flaschen oder mehr, da ist die zweite Ziffer hinterm Komma überhaupt nimmer relevant.

Damals, als ich den ersten Post zu Waagen geschrieben hatte, war ich noch voll paranoid wegen möglicher Messungenauigkeiten beim “dazuwiegen”, oder besser gesagt: beim langsamen Nachtröpfeln von Base, Aroma oder sonstigen Zusätzen. Diese Angst hatte sich in der Praxis nie bestätigt, egal ob ich dazu getröpfelt oder abgenommen und wieder neu aufgesetzt habe: das angezeigte Gewicht war stets im Rahmen.

Aber es gibt ein ganz anderes Problem: wird immer nur ein klein wenig dazugetröpfelt, reicht dies unter Umständen nicht aus, den Timer für die nicht deaktivierbare Automatik-Abschaltung zu resetten und die Waage geht stur nach 55 Sekunden seit der letzten großen Messwertveränderung einfach aus. Ich habe nie herausgefunden, wie groß die Änderung mindestens sein muss, damit die Waage nicht abschaltet. Ich habe mir statt dessen angewöhnt, ständig die Liquidflasche anzuheben und wieder abzusetzen, ein bissl Doof ist das schon.

Eigentlich hätte es keine Not gehabt, eine neue Waage zu kaufen, wenn es nicht 3 Störfaktoren gegeben hätte, die mich schlussendlich zur Konkurrenz greifen ließen:

  1. der “Touchscreen” Sensor wurde über die Jahre immer unzuverlässiger. Ich muss heute zig mal überall querfeldein im Display herum tippen, bis überhaupt mal eine, leider nicht immer die gewünschte Funktion ausgelöst wird. Das ist dann extrem nervig, wenn man Tara will und statt dessen die Waage abschaltet.
  2. Wenn Liquid aufs Display tropft oder Frau mit nassem Lappen drüber putzt, dann kann Flüssigkeit hinter die Displayscheibe laufen und dann ist die Waage erst mal für 1-x Tage außer Funktion, bis das wieder getrocknet ist. VG trocknet extrem langsam. (Beides ist mir passiert, danach lief sie aber jeweils wieder einwandfrei für viele Monate, drum denke ich nicht, dass dies Grund für Problem 1 war, zumal es auf Amazon weitere Beschwerden mit dem Touch gibt).
  3. Die viel zu kurze Abschaltzeit: die Waage stellt nach 55 Sekunden ohne ausreichend große Messwertveränderung ab. Das ist extrem kurz, das hat mich schon ein paar Mal in den Hintern gebissen. Wer nicht schnell genug ist, oder genug nachkippt, der verliert auf halber Strecke sein Wiegeergebnis. Das ist manchmal das Ende für die aktuelle Mischung und dann ist Schluss mit Messen und statt dessen ist dann Schätzen angesagt.

Wie gesagt, ich war mit dem Teil gut 3 Jahre zufrieden, für einen Preis von 15,- inkl. Kalibriergewicht und 2 AAA Batterien kann man da gar nicht mal so arg meckern. Das eine 15,- Euro Waage nichts für die Ewigkeit ist, das wundert glaub ich niemanden. zur Not würde ich die Waage auch wieder kaufen und hoffen, der Billig-Touchscreen hält wieder minimum 3 Jahre.

Die neue Waage:

Smart Weigh TOP500

smartweigh-top500

hat vernünftige Knöpfe! *Jubel* Wahrscheinlich sind das, da machen wir uns besser nix vor, die billigsten Taster die man in China kaufen kann – aber eben kein Touchscreen mehr. Ich sehe wo ich drücken muss und spüre nen Klick wenn ich gedrückt habe, yay! Nass abgewischt hab ich sie auch schon und sie funktionierte noch. Das erachte ich zumindest im Moment für einen enormen Gewinn.

  • maximales Gewicht bei der Smart Weigh sind 500 g statt der 300 g der G+G. (In der Amazon Beschreibung steht sowohl bis 500 g als auch bis 2 kg. Das 2 kg ist falsch, das 2 kg Modell heißt nicht Top500 sondern verblüffenderweise TOP2KG)
  • Die Abschaltzeit liegt hier bei der neuen Waage bei 2:05 Minuten ohne Gewichtsänderung (im Vergleich zu 55 Sekunden bei der alten G+G Waage). Ja, das ist immer noch nicht die Welt, bummeln kann man auch mit der Smart Weigh nicht, aber es ist mehr als das Doppelte.
  • Beim ganz langsam dazu tröpfeln haben beide Waagen kein wirkliches Präzisionsproblem.
  • aber auch bei der Smartweigh reicht langsames Nachtröpfeln nicht aus, um den Timer zu resetten (Tropfrate 1,5ml/Minute ist noch zuwenig, weiter bin ich mit testen nicht mehr gekommen)
  • Ich bin geneigt, die SmartWeigh etwas genauer zu nennen, aber die ist ja auch noch deutlich neuer.. Und so richtig dingfest machen kann ichs mit meinen paar primitiven Vergleichen auch nicht, so dass ich letzten Endes auch bei der SmartWeigh die Messungenauigkeiten in Größenordnung +/- 0,05 g (kalibriert) einordnen will.
  • Beide sind kalibrierbar, die G+G wird mit einem 100 g Kalibriergewicht zusammen ausgeliefert, bei der Smart Weigh muss man ein 500 g Gewicht selber dazu kaufen. So ein 500 g Kalibriergewicht kostet ungeeicht in Hobby-Qualität ca. 11,- Euro rum. Rechnet man das dazu, dann kostet die Smart Weigh also gut das Doppelte. Und ab und an mal kalibrieren, gerade auch wenn man sie zum ersten Mal benutzt, macht durchaus einen Unterschied. Wems auf 0,1 mehr oder weniger auch nicht ankommt, kann sich die Ausgabe vermutlich sparen, das Ergebnis Out of the box war mit 99,93 g beim 100 g Gewicht auch noch akzeptabel (für meine Zwecke und Budget).
  • Auch vom Funktionsumfang sind sie identisch: Tara, Zählfunktion, diverse Maßeinheiten, die man als Liquidmischer eh nicht braucht. Wobei, auf Facebook findet sich bestimmt noch jemand, der schwört, das 10 Karat Waldmeister besser schmecken als schnöde 2 g desselben Waldmeisters.
  • die SmartWeigh hat eine Hold Funktion, zu einfrieren des Messwerts. In der Praxis hab ich das allerdings auch noch nie benutzt.
  • die Wiegefläche der SmartWeigh ist mit ca. 10x10cm deutlich größer als die 6x6cm der G&G, ein Briefumschlag geht auf die SmartWeigh drauf, fürn Großbrief muss man aber wieder tricksen. Man kann sie zwar nicht so schön zusammenklappen wie die G+G, aber die 2 mitgelieferten Plastikschalen der SmatWeigh eigen sich prima als Abdeckung und Waagschale gleichermaßen. Die G+G ist zusammengeklappt dafür nur halb so groß wie die SmartWeigh.
  • 2 mitgelieferte AAA Batterien bei beiden, in der G+G hab ich dann nach einer ganzen Weile mal Eneloops reingesteckt, werd ich wohl bei der SmartWeigh dann auch mal tun.

Tja, im grossen und ganzen gefällt mir die Smart Weigh Top500 etwas besser als die G&G 300/0,01g, wobei sie sich sehr ähnlich sind in Funktion, Leistung usw. Die Smart Weigh kommt unterm Strich durch das separate Kalibriergewicht fast doppelt so teuer wie die G&G und ob die SmartWeigh ebenfalls das für ein Billigteil stolze Alter von 3 Jahren erreicht, das muss man erst mal noch abwarten. Im Moment hat sie für mich die Nase vorn, aber schauen wir in paar Jahren nochmal rein..

Die G&G Die Smartweigh Das 500g Gewicht

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7 responses so far

7 Responses to “Neue Waage zum Liquidmischen”

  1. Shylockon 22 May 2015 at 23:24

    Ich habe mir vor 3 Jahren die Tomopol M200 gekauft. Selbst bei nur einem Tropfen aus der Aromenflasche, zeigt sie das an. Die Abschaltzeit ist wählbar (ich habe sie auf manuell Aus, also ohne Abschaltzeit stehen)
    Leider jedoch kann sie nur 200g wiegen. Aber damit komme ich auch klar. Wenn ich 1L mische, nehme ich eh die digitale Küchenwaage :)

  2. Uweon 31 May 2015 at 15:52

    Ich würde persönlich eine kleinere Waage bevorzugen, die eh nur zum Mischen von max. 30ml verwendet wird, daher wäre mir die G&G 300 lieber. Aber der Abschalttimer nervt natürlich. Könnte man den nicht einfach umgehen, indem man zwischendurch kurz das Kalibriergewicht mit auf die Waage stellt und wieder runter nimmt? Also tröpfel, tröpfel, tröpfel – Gewicht raufstellen – Gewicht wieder runter – tröpfel, tröpfel, tröpfel – usw.

  3. adminon 31 May 2015 at 16:06

    Es gibt von beiden Waagen auch einen Version mit 100g / 0,01g, das wäre also auch noch eine Alternative. Schneller als Kalibriergewicht rauf und runter dürfte es sein, einfach mal kurz das Liquidfläschchen anzuheben, so mache ich das immer.

  4. Uweon 01 Jun 2015 at 09:03

    Oh man, manchmal kommt man nicht auf die einfachsten Ideen. Danke für den Tip!

  5. Shylockon 04 Jun 2015 at 16:39

    Oder einfach mal mit dem Finger drauf tippen :D

  6. Mike aus Hannoveron 05 Jun 2015 at 20:34

    Also ich bin mit meiner G&G SF-400D Waage sehr zufrieden. Die hat allerdings auch knapp 37€ gekostet, und kann bis 500g in 0,01 Schritten wiegen. Ich kenne für das Geld nichts besseres auf dem Markt, zumal die alles kann was ich zum Mischen bzw. Wiegen brauche. Und über die automatische Abschaltung nach xx Sekunden kann ich auch nur müde lächeln. Wer nicht selber darauf kommt mal eben kurz die Wiegefläche zu berühren, oder eben kurz mal die Flasche anzuheben, der sollte sich lieber gleich fertige Liquids kaufen. Ganz ehrlich Leute, ist das wirklich ein Krtikpunkt für Euch?! Ich bin jedenfalls mit der SF-400D mehr als zufrieden, auch wenn ich erstmal etwas tiefer in die Tasche greifen musste. Immerhin kaufe ich ja nicht jeden Monat eine neue Waage, dann darf es auch mal 10€ mehr kosten. Zumal ich mich dann nicht mit den hier genannten Sachen rum ärgern muss. Wer billig kauft, kauft eben zweimal. Hat meine Omma schon vor fuffzich Jahren schon gepredigt. In diesem Sinne noch ein gut Dampf.

  7. Shylockon 06 Jun 2015 at 13:08

    Zitat:
    Wer nicht selber darauf kommt mal eben kurz die Wiegefläche zu berühren, oder eben kurz mal die Flasche anzuheben, der sollte sich lieber gleich fertige Liquids kaufen.
    Zitat ende:

    Dazu schreibe ich mal jetzt keinen Komentar!

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