Mar 08 2015

Und weils so schön war: Cigalike Beposh Quickie

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Noch eine von den Ultraminis – oder Cigalikes: der Beposh mal kurz unter die Haube geschaut.

Richtig Kohle pumpt Beposh derzeit in eine ausgedehnte Marketing Kampagne – von großflächigen Plakataktionen bis hin zur “Gratis” Probe-eKippe für 1,80 Porto. Hinter Beposh soll gerüchteweise Reemtsma / Imperial stecken,  Beposh bestreitet das vehement – obs stimmt? Ich weiss es nicht, es ist mir auch irgendwie egal.

Ich glaube wenn man lang genug sucht gehöre ich vielleicht auch zu nem Tabakkonzern und weiß es selber nicht mal? (Opa hatte immer Stangenweise von den grünen Eckstein ohne Filter rumliegen.. verdächtig, verdächtig.. er sahs als Kapitalanlage für “wenns mal wieder soweit ist”)

Die Beposh Select

Hier im Bild: die Beposh Select

Egal, zur Beposh: es gibt sie in 2 Ausführungen, die Wegwerfvariante und die wiederaufladbare Beposh Select. Zumindest was den verwendeten Cartomizer angeht ist beides das selbe. Bei der jeweils als Akku verbauten Zelle bin ich mir nicht sicher, ich darf die Select nicht schlachten, die Mountainfrau hat es verboten, die steht auf Cigalikes.

und hier eine nackige Beposh "Wegwerf"-Version: Fettes Danke an DTF User Radelife fürs das Foto!

und hier eine nackige Beposh “Wegwerf”-Version.  (Fettes Danke an DTF User Radelife fürs das Foto!)

Eine unnötig helle rote LED symbolisiert die Glut, an der Vorderseite der Glut scheint die LED nur durch ein transparentes “Fensterchen” in Form des Beposh “be” Logos. Damit jeder auf den ersten Blick weiß, dass man ganz fürchterlich posh ist? Oder sich zumindest dafür hält…

Beposh ist ein englisches Wortspiel –  To be posh heißt auf gut Deutsch etwa fein / schick / wohlhabend zu sein. Na klasse, eine Wannabe Poser eCig also? Wer denkt sich den bitte sowas aus? Nun, ich versuche, großzügig wie ich nunmal bin, für den Rest dieses Reviews über diesem schmalztriefenden marketingtechnischen Griff ins Klo hinweg zu sehen. Wirklich, ich versuchs ;-)

beposh-be

To be or not to be?

Übrigens: unterm Strich finde ich die Wegwerf Beposh lustigerweise einfacher wiederverwendbar / modifizierbar als die Select, weil man viel besser an die Innereien kommt, aber das nur am Rande. Für den Rest dieses Kurzberichtes dreht es sich, sofern nicht anders angegeben, um die “große”, aufladbare Beposh Select mit ihren Wechselcartos.

Der Beposh Carto

Der Beposh  Select Carto aufgesägt

Die Beposh Select Cartos

sind ebenfalls wieder stink normale horizontal Coil Watteverdampfer aus Anno Tobak. Nett: der Deckel des Cartos hat eine gebrochene Kante, das ist an den Lippen etwas angenehmer, aber damit wars dann auch schon mit den positiven Aspekten der Beposh Cartos.

Beposh Coil

Beposh Coil

Ich messe bei den 4 mitbestellten Ersatzcartos einen Widerstand zwischen 3,0 und 3,2 Ohm – das ist etwas geringer als die GreenSmoke Cartos. Aufgefallen ist mir zudem, dass das Wattevlies der Beposh etwas kleiner und dichter ist als das Vlies der Greensmoke – ob es daran liegt, dass ich in die Beposh Cartos nur 0,7 ml nachfüllen konnte, während in die Greensmoke Cartos etwa 0,9 ml passten – oder war ich einfach nur zu voreingenommen und hab das Ergebnis unbewusst dahingehend verfälscht?

Kleineres Vliess

Kleineres Vliess Beposh oben, Greensmoke unten

Leistung unter Last

rRandvoller Akku mit 3,2 Ohm Testverdampfer: auch nur 3,45V

Randvoller Akku mit 3,2 Ohm Testverdampfer: auch nur 3,44V

Wie auch der Greensmoke Akku liefert der beposh Akku unter Last nicht mehr als ca. 3,45V. Auch der Beposh Akku ist genau wie der Greensmoke Akku getaktet auf die ca. 3,45 V unter Last (getaktet = die maximale Spannung ist nach oben hin begrenzt). Obwohl es nix bringt, weil der kleine Akku eh nicht mehr bringen würde. Fällt die Akkuspannung auf ca. 3.3V verschwindet auch hier beim Beposh die Taktung und wir geben fortan bis zum schnell nahenden Entladeende dann nur noch die stetig fallende Akkuspannung an den Verdampfer durch. Exakt wie beim Greensmoke. Anders: ich messe beim Beposh nur noch eine maximale Zugdauer von einigen Zehnteln über 5 Sekunden – beim Greensmoke hatte ich 6 Sekunden gemessen.

Stabil aber Kurz: der Beposh kann nur 5 Sekunden

Stabil aber Kurz: der Beposh kann nicht ganz so lang <5,5 Sek

Messtechnisch ist es also nicht belegbar, wieso ich die Dampfentwicklung der Beposh im Vergleich zur Greensmoke klar unterlegen empfinde. Der kleine gemessene Unterschied im Verdampferwiderstand kanns nicht sein, aber Art und Beschaffenheit der Coil spielen da ja auch eine Rolle.  Sowohl Geschmacksintensität als auch Dampfmenge und -dichte empfinde ich bei der Beposh Select klar schlechter sowohl mit den wiederbefüllten Cartos als auch mit original Cartos. Beide von mir benutzten original Cartos hatten einen Hang zu leicht kokeligen Dry Hits, wenn man in schneller Folge nuckelt. (Jaja, ich weiß, dafür sind die nicht gedacht). Ich muss leider sagen: im Großen und Ganzen bin ich mit der Beposh im Dampftest nicht zufrieden. Die ersten 10 Züge mit den gekauften Menthol Cartos waren gut, ich war schon fast euphorisch und dann lies es aber rapide nach. Die anfängliche Freude verpuffte also recht schnell. Mit randvollem Akku und frischem Carto sind ein paar Züge recht gut, aber danach baut sie extrem schnell ab.  Auch ein frischer Akku hievt einen einmal angedampften Carto nimmer aufs anfänglich Niveau. Da dampft man also die meiste Zeit dann doch eher flau vor sich hin. Ohne jetzt Strichlisten geführt zu haben bin ich der Meinung, ich kriege aus den Beposh Cartos ca. ein gutes Drittel weniger Züge als aus der Greensmoke und selbst trotz DryHits am laufenden Band weil Carto “leer” ist die Füllwatte beim Zerlegen an dem entfernten Ende doch noch merklich feucht gewesen. Meiner Meinung ist der Liquidtransport im Carto selber schon nicht ideal. Aber auch das ist halt nur meine Meinung.

Ein Case ist besser als kein - aber sonderlich hübsch oder gar posh is das Plasteding jetzt nicht...

Ein Case ist besser als kein Case – aber sonderlich hübsch oder gar posh is das Plasteding jetzt nicht…

.. und noch schön als ein Plastecase wäre ein Ladecase, aber ein PCC Ladecase gibt es auch bei Beposh nicht. Dafür ist die Frage, welches exotische Gewinde Beposh nun verwendet, um auch ganz sicher mit nichts anderem auf der Welt kompatibel zu sein, diesmal ganz schnell beantwortet: Beposh benutzt gar kein Gewinde. Tja, drollig, nicht? Beposh setzt auf einen Magneten. Der Cartomizer wird per Magnet am Akku gehalten. Dazu kommt ein gefederter Pluspol am Akku. Der Carto klickt also auf den Akku drauf und sitzt, passt (mäßig) und wackelt wie ein Kuhschwanz. Ok, das war jetzt übertrieben, aber er kippelt wenn man dran rum drückt. Ob das eine Relevanz in der Praxis hat? Vermutlich nicht, aber irgendwie stört mich das, dass der da nicht fest angezogen ist.

Einen Vorteil sehe ich schon auch: wenn man also so ganz elegant und fein und weltvergessen vor sich hin wandelt und vor lauter Poshness gegen einen Laternenpfahl flaniert, dann wird die Beposh wohl an der Stelle abknicken, anstatt fest verschraubt einen Zahnarzttermin nach sich zu ziehen. ;-)

Beposh Gewinde - oder eher nicht Gewinde

Beposh Gewinde – oder eher nicht Gewinde

Ladestecker:

Das Aufladen über den Ladestecker funktioniert dank gefederten Pol und mit ohne Gewinde problemlos, der Akku klickt durch den Magnet angezogen in den Lader und sitzt und lädt. Überraschend: der Beposh USB Ladestecker geht beherzt mit gut 140 mA zu Werke, was eine deutlich schnellere Ladung als bei der sehr langsamen Greensmoke bewirkt, Beposh ist wohl kein Anhänger der 0,5 C Philosophie. Zum Ladeende nimmt der Ladestrom dann ab, was wie auch bei der GreenSmoke ein Anzeichen für ein korrektes CC/CV Ladeverfahren sein kann (aber nicht muss – ich darfs leider nicht testen, siehe oben), aber auch hier scheint es mit der Terminierung nicht zu passen, also wieder einmal: nach Ladeende bitte zeitnah den Akku vom Ladesteckerchen nehmen.

Mein Fazit:

Das Dampferlebnis – und nur darauf kommt es an – mit der Beposh war letztendlich unbefriedigend und ich war immer wieder versucht, zu meiner großen Dampfe zu greifen. Und dabei bin ich als inzwischen Nullerdampfer seit über nem Jahr gar nicht mehr Nikotinabhängig, muss also mein Pegel auch nicht halten. Wie soll es da erst einem Dampfer gehen, der immer noch eine halbwegs konstante Nikotinzufuhr braucht?

Sorry, aber diese Cigalike muss ich nicht haben.
Ich bin halt eben auch nicht posh, daran wirds wohl liegen.

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3 responses so far

3 Responses to “Und weils so schön war: Cigalike Beposh Quickie”

  1. Kurbelurselon 08 Mar 2015 at 19:46

    Hallo Mountain Prophet,

    danke für Deinen ausführlichen Bericht. Er zeigt leider sehr konkret, warum es so wichtig ist, für unsere noch vorhandene Gerätevielfalt einzutreten.

    Mir persönlich ist übrigens schon sehr wichtig, zu differenzieren, woher meine Genußmittel stammen und wer vor ihnen warnt.

    Einen lieben Gruß
    Kurbelursel

  2. Thorstenon 16 Mar 2015 at 16:12

    Mal abgesehen von dem eher unbefriedigenden Dampferlebnis, ist der Geschmack wenigstens grenzwertig – ich und auch einige andere, die sich an einen Test der Posh Try gewagt haben, hatten den Wunsch, schon nach wenigen Zügen sich den Mund mit Kernseife aus zu waschen, um diesen penetrant-widerwärtigen Geschmack los zu werden.

  3. adminon 16 Mar 2015 at 19:09

    Ooops, so schlimm? Ich fands nur sehr seltsam.. Aber ist natürlich Geschmackssache, ich mag ja grundsätzlich keine Tabakliquids, drum wollte ich da nix zu schreiben. Zum Test hatte ich ja extra Menthol dazu gekauft.

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