Dec 05 2014

Kurztest: Am Kabel dampfen – echtes USB Passthru

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Dampfen ohne Akkus zum Schleuderpreis unter $5,- aus China. Ist es so schlimm, wie wir uns das vorstellen?

 Muster von Privat zum Messen ausgeliehen bekommen

Akkuloses Dampfem am Kabel

Völlig akkuloses Dampfen am Kabel

Im Prinzip haben wir ein knappen Meter Kabel mit USB Stecker an einem Ende und ein eGo Verdampferanschluss nebst eGo typischen Feuerknopf am Andern. Verbaut ist eine Primitivst-Regelelektronik, die man auf 4 verschiede Leistungsstufen einstellen kann: 3,0 V. 3,6 V, 4,2 V und 4,8 V – und “aus”. Entsprechend leuchtet entweder eine rote, eine grüne oder eine blaue LED, oder eine Kombination daraus. Verarbeitung ist brauchbar, der Feuerknopf auf dem Niveau aller eGo Akkus: passt schon.

Die Performance dieses Gerätes hängt voll und ganz von der Leistung des verwendeten USB Ports ab. Es handelt sich um einen 100% Passthrough Betrieb, ohne Puffer und ohne Boost Funktion, er funktioniert rein durch “Zerhacken” der anliegenden 5V Spannung des USB Ports (nach Spannungsverlusten dann auch mal deutlich weniger als 5V).

Solang der Passthru Adapter ausreichend Strom bekommt, funktioniert er mit einer 50 Hz PWM Rechteckwelle (ink. Rattern)

aber immerhin korrekt nach RMS geregelt – was Andere in mehrfach teureren Geräten ja nicht Zustande bringen.

2.2 Ohm Lila an 2.1A Netzteil

2.2 Ohm, Stufe Lila an 2.1A Netzteil

Beim Betrieb am Limit schaltet der Adapter dann wenn man so will auf “Durchzug” und kippt ungeregelt raus, was reinkommt:

2.2 Stufe Rot am 2.1 A Netzteil

2.2 Ohm,  Stufe Rot am 2.1 A Netzteil

Keine Messung möglich” beschreibt in den nachfolgenden Wertetabellen dann noch einen Zustand, in dem der Adapter einfach nur blinkt, gar nichts tut oder nur ganz kurze Zeit mal am Scope ne Spannung messbar ist, die dann aber sofort in sich zusammenbricht. Ich behaupte: “Hoffnungslos überlastet”, dabei bricht mir dann auch die Spannung vom USB Stecker kommend ins Bodenlose -> Spannungsabfall unter Last (oder auch im Volksmund der gemeine Voltdrop)  ist auch ein Problem bei USB Netzsteckern, nicht nur bei Akkus..

Die Farben in den nachfolgenden Tabellen:

  • Rot = funktioniert gar nicht
  • Orange = resultierende Leistung meiner Meinung zu niedrig zum dampfen /  oder unter 5W
  • Gelb = Dampfleistung um 5W oder höher bzw. meiner Meinung gerade so ausreichend
  • Grün = Dampft ordentlich

Passthru am PC:

An einem USB2,0 Port am heimischen PC finden wir in der Regel maximal 500mA, zum Passthru dampfen langt dies hinten und vorne nicht, damit bekam ich keinen meiner Testverdampfer stabil befeuert, ab und an mal konnte ich beim 2,6 Ohm Testverdampfer um die 2,1V messen, aber die meiste Zeit blinkte der kleine Passthru-Adapter nur lustlos vor sich hin.

Passthru am 1A Netzstecker

(so liegt er bei vielen Handys usw. bei)

1,8 Ohm 2,2 Ohm 2,6 Ohm
Blau keine
Messung
möglich
2,6 V 2,8 V
Lila 3,1 V
Rot
Grün

Ok, es feuert .. aber im Grunde ist das ja auch irgendwie nutzlos, das ist nicht mal eGo Akku Niveau, der liegt bei 3,4V

1,5 A Netzstecker:

(der lag bei meinem Kindle Fire HDX mit bei)

1,4 Ohm 1,8 Ohm 2,2 Ohm 2,6 Ohm
Blau keine
Messung
möglich
2,6 V 3,1 V 3,3 V
Lila 3,4 V 3,8 V
Rot 4,1 V
Grün

Damit beginnt die Sache langsam einen Sinn zu geben. Damit ist Dampfen auf dem Niveau der alten eGo Akkus möglich, zumindest für Verdampfer ab 2,2 Ohm. Spass macht das allerdings noch nicht richtig, 2,6 Ohm dampft doch keiner und darunter ist eigentlich noch zuwenig Leistung, bei 2.2 Ohm grad mit Müh und Not eGo Niveau

2,1 A Netzstecker

Das findet man nur ganz selten mal als Gratis Beigabe, meins stammt von Apple, vermutlich von einem der iPads, aber genau weiss ichs nimmer. In der Regel muss man sich sowas extra kaufen (und wird dann meist noch beschissen, weil die Hersteller bei den Angaben in der Regel noch schlimmer lügen als Efest bei den Akkudaten. Und das will was heissen!)

1,2 Ohm 1,4 Ohm 1,8 Ohm 2,2 Ohm 2,6 Ohm
Blau keine
Messung
möglich
2,9 V 3,1 V 3,1 V 3,4 V
Lila 3,7 V 3,6 V 3,8 V
Rot 3,8 V 3,8 V 4,2 V
Grün

Langsam aber sicher nähern wir uns Werten, die man als Dampfen bezeichnen kann.

2,4 A Spezial USB Netzteil

Mein leistungsfähigstes USB Netzteil, 2,4 A lt. Datenblatt – Gemessen bis 2,7A: siehe Testbericht hier: USB Netzteil – Entlastung an der Dosenfront

1,0 Ohm 1,2 Ohm 1,4 Ohm 1,8 Ohm 2,2 Ohm 2,6 Ohm
Blau keine
Messung
möglich
2,8 V 2,9 V 3,1 V 3,1 V 3,4 V
Lila 3,3 V 3,5 V 3,7 V 3,6 V 3,8 V
Rot 3,9 V 4,0 V 4,2 V
Grün

Ok, das geht für genügsame Dampfer dann so langsam in Ordnung. Überraschenderweise bleibt es bei diesen Ergebnissen, selbst in den Tests am Labornetzgerät, das bis zu 10 A liefern könnte: Der Passthru-Adapter zog nie mehr als die hier bereits gemessenen 2,7 A, noch stärkere Netzteile als das 2,4 A / 2,7 A hier bringen dann also keine Verbesserung mehr. Auffällig: Stufe Grün hat weiterhin keine Mehrleistung gegenüber Rot.

Mein Fazit:

Blau soll 3,0 V bringen, Lila 3,6, Rot 4,2 und Grün 4,8
– selten so gelacht.

Machen wir uns nix vor, die Elektronik ist grottig. Blau soll 3,0 V sein. Ja, wenn wir Glück haben, ist es vielleicht zufällig mal aus Versehen 3,1V rum, in der Regel ist es jedoch irgendwas anderes, was halt grad so bei rum kommt. Auch die anderen Stufen/Farben stimmen hinten und vorne nicht. Wozu wir überhaupt die 4. Stufe “Grün” haben, die 4,8 V bringen soll, dies aber mit keinem meiner USB Netzstecker und auch mit dem Labornetzteil nicht annähernd erreicht wird – ja nicht mal einen messbaren Unterschied zu Rot erbracht  hat, das ist mir völlig schleierhaft. Im Prinzip ist das mit Stufe Grün 4,8 V dann wohl einfach geflunkert. Dazu kommen die extrem hohen Anforderung an die USB Stromversorgung – also eigentlich ist das gute Stück ein Rohrkrepierer.

Aber: wer das in China mitbestellt, zahlt nichtmal 5 USD$ für das Ding, das sind keine 3 Euro – und darum drück ich hier beide Augen und das Hühnerauge zu. Denn: wer mit der niedrigen Leistung – im allerbesten Fall 8,9 Watt in der Regel nur um  7 Watt – auskommt, der ist hier tatsächlich völlig von Akkus unabhängig. Aber wozu eigentlich? Das kann funktionieren, wenn an der Couch oder am Schreibtisch oder auch im Auto eine Steckdose und ein sehr leistungsfähiger USB Stecker vorhanden ist.

Ich werde es selber wohl nie nutzen, aber als Notfalldampfe z.b., die zusammen mit nem 2,xA USB Stecker für das 12V Bordnetz im Auto im Handschuhfach auf den Einsatz wartet, ja, da sehe ich in der Tat einen echten Nutzen. Ich fands zudem witzig, das zu testen und zu vermessen und habs gerne ausprobiert – ein spaßiges Gimmick eben.

Zum Kauftipp reichts aber trotzdem nicht.

Bezugsquelle:

Von Privat zum Test ausgeliehen bekommen.
Erhältlich beim Chinadiscounter für kleines Geld: unter 5,- US$.

13 responses so far

13 Responses to “Kurztest: Am Kabel dampfen – echtes USB Passthru”

  1. Kurbelurselon 05 Dec 2014 at 19:52

    Hallo Mountain Prophet,

    früher hatte ich solche Passthroughs, allerdings mit Pufferakku an mehreren Stellen im Haus als “Dampftankstellen” mit Wandadapter hängen. Über den Verdampfer hatte ich einen Stiftehalter mit Magnet gestülpt.

    Ich fand es praktisch, weil man sich nur ums Liquidnachfüllen und nicht um ständige Akku-Wechseln kümmern muss, wie das damals bei unseren 510-T-Modellen ja so nervte ;-)
    Heute würde ich mir das, obwohl das natürlich lustig ist, wohl auch nicht mehr anschaffen.
    Einen lieben Gruß
    Kurbelursel

  2. adminon 05 Dec 2014 at 19:57

    Moin Kurbelursel,

    Mit Pufferakku isses ja dann auch gleich nochmal ne ganze Ecke leistungsfreudiger bei der Sache. Und die Anfoderungen an die Stromquelle auch viel entspannter dann. Das könnte man dann vermutlich eher empfehlen..

  3. Vieldampferon 15 Dec 2014 at 02:57

    Also ich persönlich würde mich über eine E-Zigarette mit Kabel (so ein gutes Spiralkabel wie an meinem Rasierer) und ausreichend Leistung schon freuen. Ich würde nämlich gerne die Akkus dort verwenden wo es am besten passt: Wenn ich mobil sein will. Die wertvollen Bestandteile eines Akkus drinnen zu “verbrauchen” obwohl es drinnen eben gar nicht nötig wäre, finde ich ziemlich bescheuert. Leider habe ich noch nichts entsprechendes gefunden. Selber bauen wäre an und für sich gar nicht so schwer, aber da habe ich irgendwie so gar keine Lust drauf.

  4. adminon 15 Dec 2014 at 03:16

    Ich könnte mit dem Kompromiss Akkugestützt leben, wenn der Akku dann noch leicht austauschbar ist… Oder vielleicht einen großen Kondensator als Puffer.

    Ja, hätte seinen Reiz. Lust zum Selberbauen hätte ich, aber irgendwie nie die Zeit/Muse dazu.. mein DNA12 Bausatz liegt immer noch hier ;-)

    (Oder ein kleines Labornetzteil)

  5. rolandon 16 Dec 2014 at 19:49

    Ich habs das Teil aus Hoffnung und Verzweiflung gekauft, da ich vorm Fernseher zum dauernuckeln neige. ;-)
    Nutze es mit einem EVOD
    Mit 1,8Ohm und guten USB Adaptern funktioniert es auf violett ok, mit 2,5ohm kann man schon auf rot gehen, bei grün keine Besserung.
    Im Auto kokelt bei mir der grüne Modus unter 1,8ohm. Hab da nen Scoche revolt2, der gibt wohl recht viel raus.

    Ich hab den subjektiven Eindruck, daß ein voller Akku besser schmeckt, obwohl der kleine Adapter durchgehend gut Dampf erzeugt.

    Bis es was besseres gibt kann ich so meine 30Stück 2,5Ohm Verdampfer vorm TV durchziehen. Der Kontakt zum Evod ist sehr gut gegenüber manchen orig. Akkus.

    Es funktioniert so gut, daß ich nicht mal wegen der 15€ inkl. Porto sauer sein kann.

    gruss
    roland

  6. Vieldampferon 19 Dec 2014 at 18:50

    Das wurmt mich zunehmend. Mir geht’s da wir Roland. Allerdings taugt das Gerät hier nicht wirklich für meine Bedürtnisse. Ich seh’ schon ich muss mal bisschen sparen um mir ein kabelgebundenes 50ml-Gerät selber zu bauen. Couch, ich komme, und niemand wird uns mehr trennen!

    Ob so ein ~50€-Labornetzgerät ausreicht kann ich leider nicht beurteilen. Die Werte passen zwar, aber die Qualität? In der Arbeit hätten sie sicherlich was dagegen wenn ich den halbzentner-Brocken mal ausleihe. DAS taugt bestimmt, aber ich will gar nicht wissen wie teuer das war^^

  7. Annelion 17 Jan 2015 at 03:37

    Grad erst gefunden, den Bericht hier.
    Ich oute mich mal als Dauer-Kabel-Dampferin, und zwar mit genau diesen Dingern, schon seit einigen Jahren – seit sie auf den Markt kamen.
    Ich hab gelernt, meine VDs daran angepasst zu wickeln, doch, das geht, wenn man keine großen Ansprüche stellt (im 1,5 bis 1,8 Ohm Bereich). Weniger als 1,5 Ohm nimmt er übrigens nicht.
    Aber die Vorteile wiegen für mich enorm:
    Ich muss nicht ständig mit meinen angeschlagenen Daumengelenken eine Akkuhantel stemmen; der Passthrough ist extrem leicht, und das ist ausschlaggebend für mich.
    Auch das Kabel selbst hat für mich nur Vorteile und stört mich nicht.
    Im Auto, im Büro und Zuhaus muss ich mich niemals um irgendeine Akkupflege kümmern, in der Wand ist genügend Strom :-) .
    Unterwegs habe ich eine anständige Powerbank in der Tasche, die daheim wieder geladen wird, fertig.
    (Achtung: Banks mit mind. 2,1 A Ausgang und einem mechanischen On-Schalter sind nicht einfach zu finden!)

    Jetzt kommt aber der Pferdefuß: Leider hält so ein Teil bei mir nur zwischen 8 und 10 Monaten, und da ich ja immer vier davon parallel betreibe an meinen “Dampfstationen”, kann man sich leicht ausrechnen, dass im Dauerbetrieb nach ca. 2 Monaten Schluß ist.
    Vermutung von Mitdampfern, die sich technisch besser auskennen als ich:
    Leider sind Aludrähte/leitungen verarbeitet, die einfach nach einer gewissen Zeit mechanischer Belastung brechen.
    Und das ist echt ärgerlich, weil ich den Passthrough eben nicht als Gimmick, sondern als Haus- und Hofsystem halte.
    Die Idee, sauber und qualitativ hochwertig umgesetzt, wäre eine super Sache.

  8. Berndon 27 Apr 2015 at 11:51

    ich habe mir das Teil mit der Akkuatrappe bei fasttech gekauft.
    Brauchte aber erst einen USB Netzstecker mit mehr Ampere.
    Mit 500 maH funktionierte es nicht.
    Leider ist keine Zugentlastung dran. Ein einfacher Knoten vor dem Ausgangsloch hätte gereicht.
    Mal schauen ob man die Kabel wieder dran löten kann. Sind sehr dünn.
    Ansonsten hat es gut funktioniert.
    Habe mir auch nen USB Adapter mit 2Ampere fürs Auto gekauft. Habe ich noch nicht ausprobiert da das Teil ja kaputt ist.

  9. Kurbelurselon 14 Jul 2015 at 10:33

    Hallo allerseits,

    weil mich der Artikel, einschl. der Kommentare, insbesondere von Annelie davor bewahrt hat, fast 25 € in den Sand zu setzen, empfehle ich ihn heute zum 19. #DampfDiDay

    likodablogrü
    Kurbelursel

  10. ezigaretten teston 05 Aug 2015 at 16:09

    Gibts das nicht mit höherer Spannung? 4,2 Volt ist doch ein Witz. Ich benutze einen eCom mit max 8 Volt, der auf nem 2200 mAh Akku sitzt. War natürlich sündhaft teuer, aber was soll der Geiz!?

  11. adminon 05 Aug 2015 at 16:11

    mehr Spannung gibts nur mit Akku oder einem anderen Netzteil.. z.b. ein regelbares Labornetzgerät

  12. Antonioon 12 Dec 2015 at 20:23

    Ich sitze fast den ganzen Tag vor dem Computer und brauche deshalb fast keine sündhaft teuren Akkus.

    Das USB-Passthrough funktioniert prinzipiell toll, man braucht nur ein passendes Netzteil.

    Ich verwende jetzt seit 3 Jahren das Netzteil hier:

    http://www.amazon.de/gp/product/B00GMDQKOO?psc=1&redirect=true&ref_=od_aui_detailpages00

    Ich habe viele andere ausprobiert, aber nur das oben gennante funktionierte gut und dauerhaft.
    Nach ca. einem Jahr ist das Netzteil hinüber und man braucht ein neues. Ist aber trotzdem die billigste, funktionierende Lösung, die ich gefunden habe.

    Ist keine Werbung für Pearl. Ich mag die Firma gar nicht und bestelle extra über Amazon und nicht direkt bei Pearl, damit ich nicht mit Postwerbung geflutet werde.

  13. Sabibaon 25 Jan 2016 at 18:41

    Ich habe mir dieses Netzteil gekauft mit 2,5 A Ausgangsstrom.
    http://www.amazon.de/gp/product/B00GUSHNW4?psc=1&redirect=true&ref_=oh_aui_detailpage_o01_s00

    Und es dampft doch! Ich benutze meine alten Ego C-Bodys mit den Verdampfertöpfchen und bin zufrieden, dass ich jetzt unbesorgt am Schreibtisch dauernuckeln kann.

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