Dec 01 2014

Kurztest: Billetbox Clone

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Ich wurde gebeten, mal zu schauen, wie die Leistungswerte des Billet Box Clones denn nun in der Praxis aussehen.

Das Testgerät wurde mir von Privat leihweise zum Test zu Verfügung gestellt. Er stammt aus einer privat organisierten Sammelbestellung direkt aus Fernost, mehr weiss ich dazu auch nicht

 

Der Billetbox Clone

Der Billetbox Clone

Allgemeines:

Im Grunde handelt es sich bei der Billetbox um ein “Boxmod” zur Nutzung der inzwischen doch sehr aus der Mode gekommenen 510er Wattecartomizer, wie z.b. die seinerzeit sehr beliebten Boge Cartos. Die Chancen stehen gut, dass ein Teil meiner Leser von diesen Dingern noch nie was gehört hat. Die Billetbox hat einen internen Liquidspeicher, welcher genau wie die damals üblichen Carto-Tanks den Cartomizer über Bohrungen oder Schlitze in der Metallhülle des Cartos mit Liquid versorgt. Da jedoch Cartomizer inzwischen fast völlig aus der Mode gekommen sind, wurde der mir vorliegende Clone mit einer “Pluspolverlängerung” geliefert, der so den dabei unnützen Liquidtank “überbrückt”, den Pluspol nach oben bringt und so die Nutzung normale Verdampfer mit 510er Anschluss ermöglicht. Die Billetbox bzw. der Clone wird so zum normalen, regelbaren Akkuträger in Boxform”.

Der Billetboxclone von Innen

Der Billetboxclone von Innen, im Tank steckt die Pluspolverlängerung

In meinem Testset fand sich als weiteres auch noch eine Atmystique  Billet Bridge, hinter dem kunstvollen Namen verstecken sich zwei recht simple Drehteile, welche es erlauben, statt einem Cartomizer ein Aspire Verdampferköpfchen im Tank der Billetbox zu montieren und so eine weitere, dritte Art der Nutzung der Box ermöglicht.

v.L.: der Cartotank, die Pluspolverlängerung zur Nutzung mit 510er Verdampfern, die Billetbridge mit Aspire Kopf

v.L.: der Cartotank, die Pluspolverlängerung zur Nutzung von 510er Verdampfern, die Billetbridge mit Aspire Kopf

Das Gehäuse des Clones ist sehr ordentlich verarbeitet, die Materialqualität wirkt durchwegs gut. Die Gewinde für Verdampfer bzw. Verdampferkopf laufen schön. Auch der Feuerknopf macht einen zuverlässigen Eindruck.

Soweit, so gut.

Die Stromversorgung

Mein erster Kritikpunkt an der Billetbox und dem Clone gleichermaßen sind die 2 in Reihe geschalteten (gestackten) 16340er Akkus als Stromversorgung. Ich bin kein Freund von 16340er Akkus, die sind einfach zu klein, sowohl in der Kapazität als auch in der Belastbarkeit und ich bin auch kein Freund von Stacking wegen dem umständlichen Akkuhandling. Dazu kommt: selbst gestacked taugt ein 16340er nicht viel. Ich dachte eigentlich, dieses “2 gestackte 16340er”-Modell sei inzwischen ausgestorben und ich hätte ihm keinerlei Träne nachgeweint.

Einer der ganz wenigen, nicht nutzlosen Akkus in 16340 ist der AW IMR 16340 [Datenblatt auf Dampfakkus]

AW IMR 16340 bei Amazon

Sicherheitsfunktionen des Clones

  • Schutz vor Überlast: fehlt (bzw. ich kann keinen feststellen)
  • Schutz vor Tiefentladung: fehlt (getestet bis zur kritischen Grenze unter 2V)
  • Kurzschlussschutz Verdampferseitig: nicht getestet, da Leihgerät
  • Verpolungsschutz Akkus: nicht getestet, da Leihgerät
  • Bohrungen zum Ausgasen an der Seite

Das Fehlen eines Tiefentladeschutzes des Billetbox Clones ist gerade für einen Stacking-Akkuträger besonders heikel. Eigentlich sollte man Protected Akkus benutzen, die sind aber aufgrund der Strombegrenzung der PCBs in der Regel nur bis 1A nutzbar, selbst gestackt lang das nicht und wird ständig auslösen – dazu bekam ich die Protected 16340 aufgrund ihrer Überlänge nur mit sehr viel Würgen eingelegt – nur um sie 2 Züge später wieder rauszunehmen, weil dicht.

Leistung unter Last

Die Original Billetbox hat eine etwas kuriose Regelung: die Ausgangsspannung ist nur zwischen 4,25 V und etwa 5,5 V einstellbar. Hier in der “Elektronik” unterscheiden sich Clone und Original ganz drastisch: der Clone ist trotz anderslautender Beschriftung nämlich über die komplette Breite von 2,5V bis 5,5V einstellbar.

1:1 vom Original übernommen - obwohl die Funktion eine ganz andere ist.

1:1 vom Original übernommen – obwohl die Funktion eine ganz andere ist.

Getestet wurde mit 2* AW IMR 16340 (sieheh oben) mit der “Pluspolverlängerung” zur Nutzer normaler 510er Verdampfer. Andere noch weniger baleastbare Akkus dürften ein deutlich schlechteres Bild abgeben.

Am Scope zeigt der Billetbox Clone eine schnurgerade Linie, keine Taktung oder PWM in Sicht und lässt sich prima mit Haushalts-Multimeter oder Tankometern messen – ich behaupte die hier verwendete Elektronik ist wesentlich primitiver als das, was wir sonst von unseren üblichen geregelten VV Akkuträgern kennen.

MinV
(gemessen)
MaxV
(gemessen)
MinW (errechnet) MaxW
(errechnet)
Max A
(errechnet)
2,60 Ohm 2,64 V 5,36 V 2,68 W 11,05 W 2,06 A
2,20 Ohm 2,70 V 5,43 V 3,31 W 13,40 W 2,47 A
1,80 Ohm 2,70 V 5,43 V 4,05 W 16,38 W 3,02 A
1,50 Ohm 2,55 V 5,25 V 4,34 W 18,38 W 3,50 A
1,20 Ohm 2,64 V 5,32 V 5,81 W 23,59 W 4,43 A
1,00 Ohm 2,66 V 5,18 V 7,08 W 26,83 W 5,18 A
0,80 Ohm 2,64 V 4,84 V 8,71 W 29,28 W 6,05 A
0,50 Ohm 2,60 V 4,11 V 13,52 W 33,78 W 8,22 A
0,30 Ohm 2,48 V 2,90 V 20,50 W 28,03 W 9,67 A
  • Im  grün markierten Bereich finde ich die Nutzung noch vertretbar, die Last an den (gestackten) 16340er Winzlingsakkus ist auch noch im Rahmen, die Spannungen ohne Einbrüche. Wenn man so will eben 2,5V bis 5,5V bis 1,0 Ohm, daraus resultieren dann halt aufm Papier auch mal errechnete “26W / 5A”.
  • Im gelben Bereich gibts dann schon deutliche Einbrüche und im roten Bereich halte ichs dann schon gefährlich: extreme Hitzebildung und massives Einbrechen. Finger weg vom Subohm Bereich – nur weils feuert ist das noch lang nicht brauchbar.

Verhalten bei nachlassender Akkuspannung:

Ich erkenne keinerlei Versuch, die nachlassenden Akkuspannung in irgendeiner Form auszugleichen. Wie beim rein mechanischem Dampfen üblich, sinkt die ausgegebene Akkuspannung ständig, stetig, und wegen fehlendem Tiefentladeschutz ins uferlose, bis unter die Tiefentladegrenze – so wie halt auch bei mechanischen Akkuträgern.

Mein Fazit für den Clone:

Im Grunde haben wir hier beim Clone eine zwar sauber verarbeitete, aber “elektronisch” total primitive Box, mit der wir wie bei einem rein mechanischen Akkuträger dampfen können. Ja, 2 gestackte 16340er dampfen eine Weile lang mit ordentlicher Leistung, aber deswegen mag sich bei mir jetzt keine Freude einstellen. Die fehlenden Sicherheitsfeatures sind eigentlich auch nicht akzeptabel.

Der Billetbox Clone ist meiner Meinung nicht mehr zeitgemäß, das eigentliche Zielpublikum, die Cartomizerdampfer, sind dazu noch weitgehend ausgestorben. Die Pluspolverlängerung oder die BilletBridge funktionieren und haben so einem eigentlich nutzlos gewordenen Mod neues Leben eingehaucht, aber jetzt mal ehrlich: das mag für die übrig gebliebenen Cartomizer-Dampfer noch ein akzeptabler Kompromiss sein, aber für alle anderen ist das zuviel Kompromiss und zuwenig Nutzen, was die Clone Billetbox da abliefert.

Ich würde das niemals einem Freund, der keine Cartomizer dampft, empfehlen, daher gibt es hier auch keine Kaufempfehlung.

Wenn das Original eine vernünfrtige Elektronik hätte (ich weiss es nicht), könnte ich mir das zusammen mit der Billetbridge noch vorstellen. Es hat zumindest einen interessanten Ansatz mit dem “eingebauten Aspire Verdampferköpfchen”, das hat nicht jeder so.

Bezugsquellen

Sind mir hierzulande keine bekannt. Gelegentlich wird so eine Box über Dampfauktion.de gehandelt.

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3 responses so far

3 Responses to “Kurztest: Billetbox Clone”

  1. Jürgenon 18 Dec 2014 at 09:13

    Vielen Dank für diesen objektiven Bericht. Der wird sehr helfen weil ja im Moment auch genau diese Boxen bei Fasttech für unter 60€ zu bekommen sind.
    Gruß
    Jürgen

  2. Stefanon 20 Feb 2015 at 00:03

    Ja die gute alte Carto-Zeit….

    Der Clone kommt in meinen Augen viel zu spät… Ich fand das Original damals sehr interessant, habe aber vergeblich auf ein “Update” mit 18350er Akkus gewartet. Vielleicht kommt da ja noch was aus China (Glaube aber eher nicht…)

    Schönes kompaktes Review, hätte mir aber noch ein paar mehr Worte zur BilletBridge gewünscht.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan

  3. adminon 20 Feb 2015 at 01:15

    Thx! und du hast Recht, die Bridge kam echt zu kurz.. Ich war so auf die Spannung fixiert…

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