Oct 09 2014

LiIon Lader: Yifang Efan (EH) WF4

veröffentlicht in Kategorie LiIon-Lader-Tests  

Nach dem Test des Yifang (EH) WS1 nun also gleich hinterher der große Bruder mit 4 Schächten: Yifang EiZfan oder auch Efan WF4. Wenn ich nur den Hauch einer Ahnung hätte, was diese komischen Namen heißen sollen.. kein Plan, aber was ich weiß, das sind die Testergebnisse.

Yifang E(iZ)fan EH(ome) Dingensda WF4

Yifangpower E(iZ)fan EH(ome) Dingensda WF4

Über die merkwürdige Namensgebung von EH bzw. EHome oder auch Yifang (http://www.yifangpower.com) oder EiZfan (so stehts aufm Karton) oder nur Efan oder wie auch immer die Firma sich gerade nennt, hab ich ja im Test des Yifang WS1 schon  spekuliert. Das Namenswirrwarr hat sich mit dem Release des Yifang WF4 Laders auch nicht wirklich gebessert und inzwischen steht EiZFAN auch auf den ehemals mit EH beschrifteten Purple IMR Akkus.

Dann gucken wir mal, was das WF4 so aufm Kerbholz hat

  • es ist ein 4-Schacht Lader, benötigt keinerlei Spacer für Akkus von 10330 bis 26700, also auch Akkus mit Protection und Überlänge. Akkus mit 26 mm Durchmesser passen jedoch nur 2 gleichzeitig, jeweils einer in den äußeren Schächten. Das ist nix neues, hat die Konkurrenz auch oft so. Der Schiebermechanismus ist genauso hakelig wie beim WS1 auch schon. Und wieder brauch ich zum Akku einlegen beide Hände, weil die Schieber zu sehr klemmen, als dass ich einhändig mitm Akku den Schieber runter drücken könnte.
  • mit großem Display und das ist merklich besser als beim WS1, man kann es sogar ablesen! Ja, selbst wenn man nicht exakt mittig drauf schaut, das ist dann schon richtig brauchbar. Es zeigt weiterhin die aktuelle Akkuspannung aller 4 Ladeschächte mit 2 Nachkommastellen, dazu den aktuell gewählten Ladestrom. Die Anzeige der aktuellen Akkuspannung ist wieder recht genau (ab 0,5 V bis hoch zu etwa 4,20 V) mit etwa +0,02 V Abweichung – also stets etwas hoch. Über 4,25V bleibt das Display ebenfalls wieder “leer”, wie in “kein Akku erkannt”.
  • Ladestrom ist in 3 Stufen wählbar: 250 mA, 500 mA und 1 A. Durch die kleine 250 mA Einstellung ist der WF4 auch für kleine Akkus wie 10330, 16340,14500 und 18350 gut geeignet, die bei der Konkurrenz mit 500 mA als geringst wählbaren Ladestrom dann schon leiden müssten. Mit einem maximalen Ladestrom von 1 A kann man dann auch nen 4000-5000 mAh 26650er Akku laden, ohne nebenher Wurzeln zu schlagen – wobei da ein 2 A Gerät dann auch seinen Reiz hätte.  So, jetzt folgt eigentlich der Satz: “Die gleichzeitige Belegung aller 4 Schächte führte zu keiner Reduktion des Ladestroms”. Aber soweit bin ich im ersten Anlauf nicht gekommen: Just in dem Moment als ich bei der 1A Ladestrom Einstellung den vierten Akku einlegen wollte machte es “Peng” und es wurde Dunkel. Das Netzteil hatte sich mit Rauchzeichen verabschiedet, die Sicherung unterm Dach grad mit, ich sitz im Keller und es ist stockdunkel. Ich liebe Altbau mit diesen alten Drückdingsicherungen, das Licht im ganzen Haus auf einer Sicherung…  Den Rest des Tests musste ich dann mit einem Ersatz-Netzteil eines anderen Herstellers machen. Mehr dazu dann unten beim Punkt “Stromversorgung”. Für hier an dieser Stelle reicht der Hinweis: auch bei Vollbelegung bleibt der Ladestrom stabil und knickt nicht weg – wenn das Netzteil nicht den Geist aufgibt, das kann ich nimmer messen.
  • Wie auch das WS1 kennt das WF4 keine Einstellung der Ladeschlussspannung. Der Ladeschluss ist für LiIon fix bei 4,20 V +/- 0,02 V (das entspricht Akkus mit Nennspannung 3,6/3.7 V, keine LiFePO Akkus). Wie beim WS1 schon gesagt: für uns Normal-Dampfer passt das so. Akkus dürfen nach Ladeende im Lader verbleiben. Sinkt die Akkuspannung unter 3,9V beginnt ein weiterer Ladezyklus.
  • Keine USB Powerpack Funktion mehr, das wurde hier im WF4 ersatzlos gestrichen.
  • Neben unseren LiIon Dampfakkus ist auch der WF4 auch wieder für NiMH / NiCd Haushaltsakkus von AAA bis C geeignet. Die Abschaltung soll lt. Anleitung gemäß Delta-T erfolgen. Beim kleinen Bruder WS1 vermutete Henrik @ Lygte-info ja eher die primitive Abschaltung bei Überschreiten einer Maximalspannung, ich kann leider keine Temperatur loggen, ich trau mich da jetzt nix dazu zu sagen ob das hier nach Delta-T geht. Die Erkennung ob LiIon oder NiMH/NiCd erfolgt wieder automatisch anhand der Akkuspannung – inkl. vorprogrammierter Verwechslungsgefahr bei tiefentladenen LiIons. Es darf auch gemischt LiIon und NiMH/NiCd geladen werden.
  • Sicherheitsfunktionen: Der Lader kommt mit Verpolungsschutz und Kurzschlussschutz für die Ladeschächte. Ich habs geprüft, ja, geht nix kaputt. Diese Schutzfunktion schützt aber wirklich nur den Lader, nicht die Akkus. Will heißen: ein gerade beim Laden gerne mal auftretender interner Kurzschluss im Akku selber, vor allem wenn vorgeschädigte Akkus (oder tiefentladene Akkus im Zuge des Reparaturprogrammes) mit zuviel Ladestrom wieder in Form geknüppelt werden, das kann so nicht verhindert werden.
  • Akkureparaturfunktion: Auch der WF4 macht keine Gefangenen: Akkus ab 0,5 V, also extrem tiefentladene LiIons, werden nach 3-4 Sekunden Bedenkzeit (Display aus) dann in meinen Tests wohl als NiMH/NiCd erkannt und mit nahezu dem vollen gewählten Ladestrom malträtiert. Gemessen habe ich um 700 mA bei 1 A gewählt – keine Ahnung was diese halbherzige Reduktion des Ladestroms da nun soll, “schonend oder sicher oder empfehlenswert” ist das mit 700 mA auch nicht. Wenn schon Reparaturfunktion, dann bitte mit kleinst möglichen Strömen sagen wir mal um 100 mA, oder besser: gar keine automatische Reparaturfunktion. Also wieder mal ein Fail, wie schon beim WS1 auch. Aber: Dank des Displays sieht man es wenigstens sofort und kann von Hand sofort abbrechen. Zellen unter 0,5 V in meinem Test werden verschont, das Display bleibt aus, eine Ladung wird verweigert, ebenso Akkus über 4.25 V.
  • Stromversorgung: mitgeliefert wurde 100-240 V Netzteil für die Steckdose und ein 12 V/24 V KFZ Ladekabel ohne Aufpreis. Tja, das Netzteil… was soll ich sagen: Puff hat es gemacht und dann war es ein Netzteil.
    wf4-netzteil

    Wollte nimmer: Netzteil des WF4

    Ich habs dann aufgebrochen (ist dummerweise ringsum verklebt) und mal rein geguckt: das ist eigentlich nicht übel, jetzt nicht mal Billigschrott,  Yifang gibt in der Anleitung an: 2,5 A muss es abkönnen und 2,5 A stand auch aufm Typenschild des Netzteils (Steckerbelegung: Plus innen, falls ihr auch mal in Verlegenheit kommt).  Ich hab dann auch mal den Strom gemessen, den der WF4 bei 4 * 1 A Ladestrom aus dem Netzteil zieht: das waren etwas unter 1,8 A, also noch gut Luft zur Lastgrenze von 2,5 A. Vermutlich hatte ich einfach nur Pech und ein Montagsgerät erwischt, das will ich jetzt nicht überbewerten – solltet Ihr auch nicht, aber verschweigen wollte ich es ebenfalls nicht.

Ladetest

Wir laden einen Sony VTC5 mit 1A Ladestrom

Wir laden einen Sony VTC5 mit 1 A Ladestrom, das darf der locker..

  • CC/CV Ladeverfahren, wie es von allen LiIon Herstellern empfohlen wird. Jetzt nicht gerade eine Bilderbuchkurve, aber nun gut, der Wille zählt
  • Spannung während des gesamten Ladevorgangs nie über echten 4,22 V und damit problemlos und gut im Limit
  • terminiert wird wieder komisch: der WS1 terminierte bei 20 mA für alle 3 Ladeströme, der WF4 terminiert nun um 45 mA für alle 3 Ladeströme. Gemäß Spezifikation sollte ein CCCV Lader terminieren bei 1/10 des initialen Ladestroms, also ca 25, 50 bzw. 100 mA. Nicht 45 mA für alle . Egal, das ist wieder mal Erbsenzählen, ist für den Gebrauch irrelevant.
  • Akkuspannung nach Ladeschluss dann 4,21 V, das Display zeigt 4,22 V

Mein Fazit:

Ich sags Euch, ich bin “Energiesparer”, ich schone meine Energieressourcen wo es nur geht ;-) Mit 2 Händen hinlangen müssen, um nen Akku einzulegen, weil der Schieber nicht glatt läuft? Sowas nervt mich mehr als dass das Netzteil keines mehr sein wollte. Das kann nun mal passieren, dafür kaufen wir im Inland mit voller Garantie oder notfalls 14 Tage Fernabsatz. Wenn sich jetzt die Reports sammeln, dass auch bei Euch die Netzteile kaputt gehen bei Vollbelegung dann ist es wieder was anderes, aber bis jetzt geh ich eben vom Einzelfall aus. Kein Einzelfall ist die wie bei fast allen aktuellen Ladegeräten wieder die fehlende Erkennung tiefentladener Zellen, erschwerend hierbei bei WS1 und WF4 die Tatsache, dass die Reparaturfunkton mit nahezu vollem Ladestrom zu Werke geht.  Für Einsteiger mag ich das so gar nicht empfehlen. Allen anderen rate ich wieder: “Ihr müsst aufs Display schauen beim Einlegen, sind Eure LiIons unter 2,x V, dann solltet Ihr wissen, was Ihr da tut.”

NiMH/NiCd Ladefunktion reizt mich persönlich Null, aber falls Yifang nicht schwindelt mit der Terminierung, dann wäre die Umsetzung hier zumindest brauchbar. Aber machen wir uns nix vor: es gibt spezielle NiMH/NiCd Lader, die sind einfach besser für NiMH/NiCd. Stichwort: Refresh Funktion, Tricklecharge, Kapazitätsmessung, usw. Dieser Mischmasch hier wie auch bei der Konkurrenz Xtar ist nix halbes und nix ganzes. Ja, der Opus 3100 z.b. der machts richtig, aber der krankt an anderen Stellen.

Nun denn, die Vorteile:

es ist ein 4-Schachtlader, der auch wirklich 4 * 1 A liefern kann und nicht wie Nitecore/Sysmax aktuell total einbricht – und er hat ein genaues Display, das man sogar ablesen kann. Display finde ich sehr wichtig, Display rate ich jedem Dampfer, denn wir sollten unsere Akkuspannungen im Auge behalten und vor und nach jedem Laden kontrollieren – aber jedesmal den Multimeter rauskramen, das ist mir zu umständlich und ich denk mal, da bin ich nicht alleine. Der WF4 lädt ansonsten sehr ordentlich, dank 250 mA Modus gerade auch kleine Akkus und sein Straßenpreis von 33,- Euro (Oktober 2014) ist für ein 4-Schachtlader recht preiswert.

Das eigentlich größte Problem des WF4 ist, dass der Konkurrent Efest LUC V4 nur 2-3 Euro mehr kostet und einfach wertiger wirkt.  Der Efest LUC kann jedoch keine 250mA, (aber dafür 2A), wer also viele ganz kleine Akkus hat, ist beim WF4 besser bedient. Ich klau mir mal den Schlußsatz vom WS1: kann man kaufen, aber ehrlich gesagt, mir gefallen die Xtar oder die Efest besser. Sorry!

Bezugsquelle:

Jetzt ratet mal, wo ich den schon wieder her habe. Ja stimmt. Der Yifang WF4 wurde mir wieder von Akkuteile.de zur Verfügung gestellt.  Akkuteile hat eine riesen Auswahl an LiIon Ladegeräten

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