Mar 05 2014

Odyssey VV: Totally Wicked, in der Tat..

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Mal wieder was, was man kontrovers diskutieren kann: der VV Akkuträger Odyssey VV von Totally Wicked.. leider hinterlässt er bei mir ein großes Fragezeichen..

Angespornt von Dampfmachers Videoreview habe ich mir den Totally Wicked Odyssey VV auch mal bestellt. Das, was der gute Dampfmacher gemessen hat, ist leistungsmäßig schon eine ordentliche Hausnummer, allerdings wirft das Video dann auch noch die eine oder andere Frage auf. Grund genug, das mal selber unter die Lupe zu nehmen.

Zunächst einmal zum Odyssey VV selbst:

Edelstahl, sehr sauber verarbeitet, Gewinde laufen einwandfrei und er bringt ein auffällig ungewöhnliches Design, erinnert durch die abgerundete Form etwas an eine CO2-Gaskartusche. Er wirkt dem Preis angemessen wertig. Er kommt optisch schlank und klein rüber, ist in Wirklichkeit aber durch den weit hervorstehenden eGo Anschluss (ungefederter 510er mit eGo Außengewinde hinter abschraubbaren xxmm Cone) auch nicht kürzer als z.b. eine Provari. Die mehrfarbige Status LED als “Displayersatz” ist leider bei mir nicht ganz bündig mit dem Body eingesetzt, das gibt ein bissl eine Kante. Persönlich stören mich die hervorstehenden Nieten (eigentlich sind es Inbusschrauben mit weit hervorstehenden Kugelköpfen), die machen das ansonsten wunderbare “runde” Handgefühl etwas zunichte. Vom Evic kennt man den Drehring zur Spannungsverstellung, der wirkt bei der Odyssey merklich straffer als bei der Evic, hat “Raststufen” und ohne Rückstellfeder – funktioniert also auch etwas anders. Hoffentlich hält er damit auch länger als das Drehding der Evic. Der Feuerknopf war in den paar Tagen Testzeit soweit in Ordnung, verleitet mich jetzt aber nicht zu Lobeshymnen, er klickt, wenn man ihn mittig drückt, recht laut, bei merklichem Druckpunkt, seitlich gedrückt wird es dann schwammig. Befriedigend, mehr gibt es von mir nicht für den Knopf. Langzeiterfahrungen habe ich hier natürlich auch noch keine.

Durch die schlanke Bauweise eignet er sich aus Designgründen eigentlich nur für Verdampfer mir geringen Durchmessern, als da wären im Selbstwickelbereich eine GG Penelope, ein Kaifun Mini oder eben Clearo- oder Cartosysteme, wie auch der mitgelieferte “Totally Wicked RCS Clearomizer”. Mit so einem schlanken Verdampfer sieht das auch ganz ordentlich aus. Ein 22 mm oder gar 23 mm Verdampfer dagegen wirkt dann aber doch sehr merkwürdig auf dem Odyssey, das käme für mich aus ästhetischen Gründen nicht in Frage. Abgesehen von der Optik kann aber natürlich auch ein dicker VD mit dem Odyssey VV problemlos betrieben werden.

Bedienkonzept

Nun, der Odyssey ist anders: Er hat kein Display. Ein Menüsystem gibt es nicht, genauso wenig wie irgendwelche Zusatzfunktionen wie Widerstandsmessung oder sonstiges. Keep it Simple könnte man sagen. Er hat einen Feuerknopf,  eine mehrfarbige LED als einzige Statusanzeige und einen Drehring (mit Farbskala oben drüber) zur Einstellung der gewünschten Spannung. Ein- und Ausschalten geht über Drehring, durch schnellen 3-/ 4-/5-fach Klick des Feuerknopfs wird eine vor 3 Spannungsstufen vorgewählt und dann mit dem Drehring die Feineinstellung innerhalb der 3 Stufen vorgenommen. Stufe Blau und Drehring ganz links ist die niedrigste Spannung, Stufe Rot und Drehring ganz rechts dann die Höchste. Die LED zeigt neben Fehlercodes (weißes Blinken) die Spannungsstufe (Blau, Grün oder Rot) an und beginnt mit Absinken der Akkuspannung dann zunehmend schneller zu blinken. Die gewählte Spannungsstufe geht beim Akkuwechsel verloren, die Feineinstellung bleibt erhalten (ist ja von der Position des Drehrings abhängig). In der Hosentasche transportiert verstellt sich die Feineinstellung allerdings auch gerne mal.  Nach Einlegen eines neuen Akkus muss das Gerät erst wieder mit “nach Links und dann nach rechts und dann wieder links”-Drehen eingeschalten werden. Das Umschalten der Spannungsstufen geht mir irgendwie nicht ganz so leicht von der Hand, irgendwie hab ich wohl den richtigen Klickrhythmus noch nicht raus.

Sicherheitsfunktionen:

  • Zugbegrenzung
  • Feuerknopf steht hervor, nicht vor unbeabsichtigter Betätigung geschützt
  • Abschaltbar per Drehring
  • Überlastschutz unklar. Möglicher Defekt?
  • Tiefentladeschutz
  • Verpolungsschutz, elektronisch, ohne Nuppelzwang (getestet)
  • Kurzschlussschutz (getestet)
  • Bohrung im Akkudeckel zum Ausgasen, bedingt geht auch was über den Taster oder bei mir über die “eingedrückte” LED

Leistung unter Last

Laut Datenblatt soll der Odyssey VV Spannungen zwischen 3.0V und 6.0V ausgeben, bei Verdampfern ab 1.0 Ohm und bis zu einer maximalen Ausgangsleistung von 25W (oder eben 6V, je nachdem, was zuerst erreicht wird). Dampfmacher hat in seinem Video ja über 30W gemessen.

Am Oszilloskop sehen wir eine etwas “verschrammelte” Ausgangsspannung:

Odyssey VV bei 6.0V mit 2.2 Ohm Verdampfer

Odyssey VV 6.0V bei 2.2 Ohm (Akku schwach)

das gab es schon schöner, sollte aber irrelevant sein. Zumindest glatt genug, um mit herkömmlichen Multimetern gemessen zu werden und kein 33 Hz Geratter. Der Testlauf hier erfolgte mit einer Sony Konion US18650VTC4:

1.0 Ohm gemesen
Blau Links 3,03V
Blau Rechts 3,63V
Grün Links 3,68V
Grün Rechts 4,29V
Rot Links 4,15V
Rot Rechts 5,88V
1.2 Ohm
Blau Links 3,04V
Blau Rechts 3,62V
Grün Links 3,68V
Grün Rechts 4,29V
Rot Links 4,15V
Rot Rechts 5,93V
1.4 Ohm
Blau Links 3,02V
Blau Rechts 3,61V
Grün Links 3,66V
Grün Rechts 4,27V
Rot Links 4,13V
Rot Rechts 5,93V
1.8 Ohm
Blau Links 3,03V
Blau Rechts 3,63V
Grün Links 3,68V
Grün Rechts 4,28V
Rot Links 4,15V
Rot Rechts 5,96V
2.2 Ohm
Blau Links 3,04V
Blau Rechts 3,63V
Grün Links 3,69V
Grün Rechts 4,29V
Rot Links 4,15V
Rot Rechts 5,95V
2.7 Ohm
Blau Links 3,04V
Blau Rechts 3,63V
Grün Links 3,68V
Grün Rechts 4,30V
Rot Links 4,15V
Rot Rechts 5,98V

 

  • die Leistungsstufen sind sauber umgesetzt. Auch gibt es keine Lücken. Die jeweiligen Einstellungen sind verlässlich, im Sinne von: ich weiß, was da bei rauskommt – grün links ist immer um die 3.6V usw. Das ist gut gelöst, da kann ich gut mit “schaffen”, da brauch ich kein Display.. aber das interessiert glaub im Moment keinen, Ihr wollt was zur Leistung lesen..
  • Hmm.. die ist auf den ersten Blick schon sehr üppig. Maximale Leistung gemessen 34,5W an 1 Ohm, knapp 6A am Verdampfer (am Akku wird es dann noch ein gutes Stück mehr, dazu später). Damit übertrifft er zunächst: Evolv DNA20, Dicodes, Yihi SX200 (Sigelei 20W) und er kann auch die 3.0V liefern, was Evolv und Yihi nicht können. (Solche Leistung schafft selbst so mancher Stacked Akkuträger im Wildsau Modus nicht).
  • daraus ergibt sich auch ein sehr schöner Regelbereich bei allen Verdampfern schon ab 1 Ohm über die vollen 3V, hat auch kaum einer..
  • Aber und das ist der große Knackpunkt: ab ca. 1.4 Ohm beginnt dann jedoch die obere Spannungsgrenze von 6.0V die angepriesene 25W Leistung zu begrenzen. Bei 2.2 Ohm kann er eben nur noch wenig aufregende 16W liefern. Beim 2.7 Ohm Verdampfer sind es dann sogar nur noch 13W Leistung. Hier ziehen dann die oben genannten Akkuträger wieder am Odyssey vorbei, denn die können Spannungen über 6V (teils bis zu 8-9V) ausgeben und bringen so ihre 20W auch noch bei größeren Widerständen. An seiner maximalen 6V Grenze kommt der Odyssey VV eben nicht vorbei und damit ist es mit der wahnsinnigen Leistung halt leider nicht weit her. Von dem her ist die Aussage: “25W beim Odyssey” durchaus ein bissl schwammig und bezieht sich eigentlich nur auf den niedrigen Widerstandsbereich zwischen 1.0 und 1.4 Ohm, darüber bringt er keine 25W mehr.

Die Sache mit dem Rückfall auf 3.5V in Dampfmachers Video

In Dampfmachers erstem Video, dem hier ab Minute 19 ist mir das zum ersten Mal aufgefallen. Leider zieht Dampfmacher die falschen Schlüsse und geht dem nicht weiter nach. Das sah für mich aus der Ferne wenn überhaupt nach einem Überlast-Schutz des Odysseys aus. Würde Sinn machen, den schon rein rechnerisch ergibt sich bei 6A am Verdampfer unten am Akku dann schon eine ganz ordentliche Last. Und in der Tat: die am Akku auftretenden Ströme bei 1 Ohm und Bereich Rot sind enorm und auf dem Niveau der berüchtigten Lambo 6 … und darüber.

Mein eigener Test mit der 26F bei 1 Ohm sieht also wie folgt aus:

1.0 Ohm gemesen
Blau Links 3,03V
Blau Rechts 3,61V
Grün Links 3,66V
Grün Rechts 4,27V
Rot Links 4,13V
Rot Rechts 3,47V  bei deutlicher Erwärmung des Tubus und leichtem “Fiepen” im Innern
Rot “Mitte” 5,16V (paar Rasterstufen zurück nach links halt)

 

Mit der Konion oder am stabilisierten Netzteil (siehe Ergebnisse oben)  bringt er dagegen die vollen 6 Volt. Damit deckt sich das Verhalten meines Odysseys mit dem vom Dampfmacher.

Zeit, dem mal etwas weiter auf die Spur zu gehen. Im Grunde kanns ja nur am auftretenden Entladestrom und dem entsprechenden Spannungsabfall (aka Innenwiderstand) am Akku liegen, einen anderen Unterschied gibt es nicht zwischen Konion und 26F. Und das scheint sich so zu bestätigen:

Was bei randvollem Akkus mit höherer Stromabgabefähigkeit bzw. mit Labornetzteil auf 4.2V noch gut mit ca. 8,5A am Akku über die Bühne geht, geht bei reduzierter Akku- bzw. Netzteilspannung dann genau wie beim 26F in die Binsen – mit sinkender Akkuspannung steigt der Strombedarf, das ist normal – und es steigt auch der Spannungsabfall – und damit auch wieder der Strombedarf usw. usf. – das ist so ein bissl eine Abwärtsspirale. In Konsequenz heißt das, geh ich von den 4.2V runter, dann hisst mein Netzteil die weiße Fahne und regelt ab. Wie oben beim 26F fällt dann der Odyssey direkt auf die 3.5V zurück, gehe ich jedoch mit dem Drehring ein paar Eckchen zurück, dann steigt er bei ca. 5.xV wieder ein. Mit so einem Verhalten könnte ich prima leben. Was mir schwerer im Magen liegt ist dann, was als nächstes mit dem Konion passiert ist:

Ein UltraHighDrain Akku kann auch im Ladezustand um 3.8V (idle gemessen) noch den benötigten Strom liefern, um den Odyssey bis 6V am 1 Ohm VD anzutreiben. Die dabei am Akku auftretenden Ströme lassen sich mit meinem Multimeter nicht mehr messen (das steigt bei 20A aus). Mit der Stromzange, die leider nicht wirklich genau ist, messe ich dabei Spitzen bis zu 50 Ampere (!) und ich hab an dieser Stelle den Testlauf abgebrochen. Meiner Meinung handelt es sich hier um eine Fehlfunktion der Odysseys, denn die Last am Akku steigt von ca. 11-12A dann bei der nächsten Rastung des Drehrings auf dem Weg nach rechts sprunghaft auf die 38A an und schwankte dann wild zwischen 20A und 50A, die Platine des Odyssey begann dabei zu kläglich pfeifen und ich war schon auf dem Weg zum Fenster, um das alles an die frische Luft zu befördern. Letztendlich scheint nichts passiert zu sein, außer dass sich der Massekontakt, den ich zum Schließen des Stromkreises per 4mm-Kupferkabel und Einfädeln der Stromzange von Akku-Minus an den Tubus geklemmt hatte, so stark erhitzt hatte, dass ich mir wieder mal ne Brandblase eingefangen hab.

Meine wilde Theorie: während herkömmliche Akkus unter solchen Lasten drastisch mit der Spannung einbrechen (das Labornetzteil regelt ab) und so vermutlich das Phänomen gar nicht erst auftritt, tut das ein UltraHighDrain Akku gerade nicht und stemmt auch diese Ströme, aber scheinbar ist die Elektronik damit nicht wirklich glücklich. Ob das auf Dauer gut geht und ich hier nen Fass für nichts aufmache, das weiß ich nicht. Ich persönlich habe allerdings kein Bedürfnis, das in der Form weiter zu betreiben. Zu gerne würde ich dazu ja mal ein Statement von Totally Wicked bekommen, aber in der Regel sind Herstellerstatements eher selten. Naja, vielleicht lesen sies hier oder meine Mail.

Ruhestrom

Dani aus/Timeout < 0,001mA
L-Rider Lambo6 0,04 mA
Sigelei Zmax V5 0,10 mA
eVic FW1.1 “off” 0,10 mA
Zmax V2 RMS 0,11 mA
Innokin Itaste SVD 0,12 mA
Semovar v3 Nivel 0,14 mA
eVic FW1.1 “Sleep” 0,14 mA
Vamo VV/VW 0,15 mA
YoungJune Tesla 0,20 mA
Volcano Lavatube v2 0,25 mA
Anyvape CVI 0,26 mA
Odyssey VV 0,43 mA
Provari 0,96 mA
Dani “Standby” 13,46 mA
Sigeli20W Display an ~ 100,0mA

Naja. Könnte besser sein. Beinbruch ist es auch nicht.

Akkutipps:

Also mein Samsung ICR-26F aus dem TW Set ist definitiv nicht protected (Dampfmachers vermutlich auch nicht, wäre da eine Protection angesprungen, würde er keine 3 ungrad Volt liefern sondern gar nichts mehr). Wahrscheinlicher ist, dass der 26F, der nur bis 5,2 A spezifiziert ist, bei diesen hohen Lasten einfach nur gnadenlos einbricht, genau wie mein Netzteil. Um das mit Sicherheit zu verifizieren, müsste ich nochmal was basteln, um den Akku mal komplett nach außen zu verlagern und die Spannung am Akku parallel zu messen. Der 26F ist übrigens auch kein ICR Akku in dem Sinne, er benutzt nach meinen Unterlagen eine Manganhaltige Nickel-Cobalt Mischchemie Li(NiCoMn) und gehört damit ebenfalls zur wenig reaktiven, im Volksmund als “sicher” bezeichneten Chemie. Der ICR Aufdruck gibt bei Samsung historisch keinen Hinweis auf die tatsächlich verwendete Chemie.

Der Odyssey braucht aufgrund der am Akku gemessenen Ströme eigentlich Akkus, die mindestens mit 10A spezifiziert sind. Aber angesichts des oben geschilderten Verhaltens kann ich eigentlich keinem dazu raten, da einen Konion reinzuschrauben, das ganze behagt mir nicht. In Konsequenz gibt es von mir auch keinen Akkutipp, ich bin da etwas ratlos.

Mein Fazit:

.. lass ich lieber mal weg. Im Moment ist mir die Lage zu Unklar, um hier eine Empfehlung abzugeben. Wer ihn weit genug abseits extremer Werte betreibt und auch bei sinkender Akkuspannung nicht in dieses komische Phänomen rasselt, weil er z.b. das TW eigene RCS Clearomizer System nutzt, für den mag er ja durchaus prima sein. Im Grunde hätte er ja schon auch ein paar Punkte, die für ihn sprechen, aber das ist mir alles zu unklar.

Nachtrag: 27.04. Nachdem meine eMail an TW nicht beantwortet wurde, eine Anfrage eines Lesers im TW Forum unter den Tisch gefallen ist, habe ich mir erlaubt, da mal nochmal nachzufassen. Hier mal vorab ein Video, dass das Problem nochmal schnell demonstriert:

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4 responses so far

4 Responses to “Odyssey VV: Totally Wicked, in der Tat..”

  1. Gast1337on 10 Mar 2014 at 16:49

    50A? darf sowas überhaupt verkauft werden?

  2. adminon 10 Mar 2014 at 16:54

    Naja, ist ja zunächst nicht klar, ob da nicht einfach nur meine Amperezange das Spinnen anfängt.. Ich hab nur sonst nix, was über 20A noch messen kann.. und auf 20 geht er allemal.

    Aber gucken, was da los ist, das sollte TW schon mal, und ob das bei der kompletten Charge so ist, oder meiner einfach nur nen Schuss weg hat

  3. adminon 27 Apr 2014 at 19:58

    Ok, nachdem ich nun doch gute 6 Wochen ignoriert wurde von TW, hab ich mal ein Video zu dem Problem gemacht: http://youtu.be/ZmNoT9THsTA

  4. adminon 18 Jun 2014 at 13:16

    Und wieder sind 6 Wochen vorbei.. keine Reaktion von TW…

    Ahhh. Aussitzen, ein so universelles Hobby :-)

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