Jan 31 2014

Schnipp Schnapp Protection ab – “Akkutuning” mit der Schere

veröffentlicht in Kategorie Akku-Tests  

Wir haben einen prima Akku aber die Protection nervt? Nicht verzagen, den Mountainprophet fragen, bebilderte Anleitung zum Entfernen der Protection eines LiIons..

Gründe, um einen Akku nackig zu machen gibts viele, darunter:

  • der Mantel ist defekt, was beim Protected Akku immer etwas heikel ist, wenn der Defekt an einer Stelle ist, wo das Metallband (siehe unten) verläuft. Metallband bekommt Kontakt mit dem nackten Gehäuse -> es funkt. Das kann auch schleichend irgendwann später mal auftreten. Beim Protected Akku sag ich daher immer: ist der Mantel verletzt und es könnte am Metallband sein, dann muss man was machen. (Wer Akkus stackt auch, ein verletzter Mantel im Stacking gibt Kurzschluss mitm Akkurohr)
  • wir haben einen Protected Akku gekauft, wollen ihn nun aber lieber unprotected, weil:
    • die Protection zu klein dimensioniert wurde und deshalb viel zu früh abstellt (zu wenig Ampere durchlässt)
    • eine schlechte Protection die Performance (Spannungslage und nutzbare Kapazität) des Akku drastisch verschlechtert.
    • wir an die Rohzelle wollen, weils man sie sonst ned herkriegt (z.b. Enerdan verkauft die erstklassige KingKong – aber nur Protected)
  • der Akku viel zu dick ist, gerade Protected Akkus sind gerne doppelt verschrumpft, dazu dann noch das Metallband, der orange Iso-Kleber (siehe alles weiter unten), das wird teils sehr eng. 
  • usw.

Jetzt reißt aber ned wahllos bei allen Euren Protected Akkus die Protection runter, die Kosten ja auch ne Stange Geld und wieder drauf machen wollen kannst vergessen. Aber wenn es denn halt mal sein soll oder wenn es darum geht nur den äußeren Mantel durch nen neuen Schrumpfschlauch zu ersetzen und die Protection dabei intakt zu lassen, dann hilft es, wenn man sowas schonmal gesehen hat. Ich hab das jetzt schon ein paar Mal per eMail versucht zu erklären, wie man nen Akku nackig macht, heute schon wieder, also dachte ich mir, wird’s mal Zeit, das ganze ausführlich und mit schönen Bildern hier im Blog zu hinterlegen, damit ich nicht immer von vorne alles tippen muss, wenn der Nächste frägt :-)

Wir

Wir tun jetzt mal so als wäre der Ultrafire ein guter Akku, den wir durch Entfernen der Protection einer neuen Bestimmung / zu besser Performance verhelfen wollen. Fällt schwer, ich weiß..

 

als erstes knupseln wir vorsichtig ein Stück der Ummantelung ab...

als erstes knupseln wir vorsichtig ein Stück der Ummantelung ab. Ich fang immer oben an, im Grunde ist es egal wo. Ein bissl mit Gefühl schadet jedoch nicht

 

wir

Wir suchen nämlich das Metallband, was bei Protected Akkus von Plus zu Minus geht.  Bei unprotected  “IMR” usw. gibts das Band nicht. Unter dem Band, hier in Orange ist noch ein Isolier-Klebestreifen, den erst mal nicht beschädigen, denn wenn das Metallband das silberne Akkugehäuse berührt, dann funkt es. Manchmal ist auch über dem Metallband noch ein weiterer Klebefilm und manchmal ist über dem Akkugehäuse noch der Originalmantel des Zellenherstellers. Egal, wir entfernen erst mal nur den Rest vom roten Mantel..

 

hkjh

Nun isser fast nackig. Wenn wir nur den Mantel mit einem neuen Schrumpfschlauch ersetzen wollen machen wir jetzt nicht weiter mit dem Zerlegen, sondern schauen bei den letzen 2 Bildern, wie man das neu verschrumpfen kann. Alle anderen popeln jetzt die weiße Isoscheibe möglichst ohne die groß zu beschädigen ab

 

hkjh

hier gings jetzt ned so gut, weil das Metallband durch die weisse Isoscheibe ging anstatt oben oder unten vorbei,  aber egal, ich konnte genug der Scheibe retten. Wir knippsen das Metallband dicht am Pluspol ab und achten drauf, dass wir nicht mit der Schere noch einen Kurzen mit dem Gehäuse fabrizieren. Metallband und Schere darf nicht mit Gehäuse in Berührung kommen, sonst funkts..

 

der

der Schnitt hier im Bild ist jetzt auch nicht sonderlich schön, etwas näher an der Polplatte wäre besser gewesen, aber das Fitzelchen das da noch absteht kann man ja noch abschnippel. Dann ist auf jeden Fall das Metallband von Plus getrennt und es kann nix eigentlich nix mehr passieren..

 

Rest

So rupfen wir also nun beherzt  die Protection ab. Die hängt an nem weiteren kleinen Stück von dem selben Metallband, was unten an den Boden geschweißt wurde – sieht man jetzt nicht ist aber da..

 

drum

hier ist es rot umkringelt. Das braucht ein bissl Kraft oder “würgen”, damit das sauber vom Akkuboden abgeht, ich nehme meist ne Zange und etwas Gewalt. Also weg mit dem ganzen Zeugs, auch der Iso-Klebefilm kann jetzt weg und eventuell Reste der grauen Auflage für die Proection und oben Reste der Isoscheibe.. alles weg mit.

 

jetzt gucken wir dass alles schön sauber ist am Pluspol

jetzt gucken wir dass alles schön sauber ist am Pluspol

 

nochmal in Nah der Pluspol, so is gut..

nochmal in Nah der Pluspol, so is gut..

 

und untem am Gehäusedeckel auch.. die Delle und die 2 Punkte sind vom anschweißen der Protection, oft kriegt mans ned ganz so sauber wie hier

und unten am Gehäusedeckel auch. Die Delle und die 2 Punkte sind vom Anschweißen der Protection, oft kriegt man es nicht ganz so sauber wie hier (Übrigens: für ne nigelnagelneue Zelle sieht die arg mitgenommen aus, typisches Akkurecycling von Ultrafire, Recycleschrott für Neu verkauft?!)

 

jetzt kleben wir die weisse Isoscheibe mitm bissl Sekundenkelber wieder drauf..

jetzt kleben wir die weiße Isoscheibe mit ein bissl Sekundenkleber wieder drauf. Und nun kann man den Akku eigentlich schon wieder prima verwenden, man darf ihn nur nicht mehr stacken(!!!) weil das Gehäuse mit dem Akkurohr nun kurzschliessen würde. Auf diese Weise ist der Akku nun auch so dünn wie nur irgendwie möglich geworden, wer also ein Problem hat, das Akkus ned ins Rohr passen: so nackig müsste es dann gehen. Nochmal: Das ganze Akkugehäuse ist nun “Minus”, der Pluspolnuppel darf nirgends mit dem Gehäuse in Kontakt kommen.

 

wem

Wem es zu heikel ist, den Akku nackig zu lassen, oder ganz besonders, wer die Protection und das Metallband intakt gelassen hat,  der kauft bei Akkuteile.de schnell nen Meter von dem transparenten Schrumpfschlauch (ca. 32mm breit 2:1 Schrumpfratio, möglichst dünn), beschriftet schnell den Akku, steckt ihn in den Schrumpfschlauch, lässt paar Milimeter vorne und hinten überstehen und schrumpft das ordentlich zusammen. Am besten mit ner Heißluftpistole, zur Not tuts wahrscheinlich auch ein Föhn oder notfalls ganz vorsichtig mitm Feuerzeug, wir wollen den Schrumpfschlauch erhitzen, nicht abfackeln.

 

Perfekt!

Perfekt! Ok, naja.. sagen wir mal so: der Ultrafire ist immer noch Schrott, aber wenn das ein guter Akku gewesen wäre, dann wäre er jetzt ohne Protection sogar noch besser, denn die Protection kostet Performance..  Achso: der Schrumpfschlauch von Akkuteile.de ist recht dick, eventuell zu dick für Euer Akkurohr – also eventuell doch nackig lassen.

 

Was der Spass am Ende bringt? Nun schauen wir mal:

Hier am Beispiel eines auf dem Panasonic NCR18650B basierten Protected Akkus. Zuerst entstand die rote Kurve noch mit Protection: nicht wirklich berauschend. Dann wie oben beschrieben die Protection entfernt und den Test nochmal neu gemacht – die orange Kurve ohne Protection ist deutlich besser.

..und dabei war das noch ne gute Marke mit durchschnittlichen guten Protection Boards.

Vorher / Nacher: mit und Ohne Protection

Vorher / Nacher: mit und Ohne Protection

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5 responses so far

5 Responses to “Schnipp Schnapp Protection ab – “Akkutuning” mit der Schere”

  1. Kaffeejunkieon 24 Feb 2014 at 20:03

    Sehr schöne Anleitung, danke, ich habe aber noch ein, zwei Fragen:
    Bei mir ist das Metallband sehr unsauber abgelöst worden, sowohl unten (-), als auch oben mitten auf dem Akkunubbel. Was empfiehlst du: Es belassen? abschleifen? eine plane Metallscheibe vorsichtig anlöten?
    Die Auflagefläche der Kontaktfeder und die des Pins des Pluspols wird von den nicht abgetrennten Resten beeinflusst. Aber ist das bei ~3A überhaupt relevant?

  2. adminon 26 Feb 2014 at 06:46

    Wenns arg uneben ist, würd ich persönlich versuchen, mit nem Dremel oder ner Feile etwas zu glätten. Oft reichts aber auch schon, mit nem Schraubendreher oder sowas ähnlichem ein bissl drauf rum zu schaben.

  3. dampfineon 21 Mar 2014 at 13:57

    Klasse Anleitung, gebookmarkt für: ‘wenn es mal soweit ist’.

    Dankeschön!

  4. Kluyakon 10 Apr 2014 at 19:25

    Habs heute gleich gemacht mit einem 1830 Trustfire 1200 der herumgelegen ist !!
    Hat Super geklappt !!!
    Danke !!!!!!!

  5. Kluyakon 10 Apr 2014 at 19:27

    ps: 18350 :-)

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