Oct 13 2013

Xtar XP4 Panzer: 4 Schacht LiIon/NiMH/NiCd Lader

veröffentlicht in Kategorie LiIon-Lader-Tests  

Xtars XP4 tritt die Nachfolge des beliebten – aber nicht ganz unumstrittenen Xtar WP6 II an, ein 4-Schacht Lader – für LiIon Zellen (und NiMH/NiCd). 

 

Das Testgerät wurde uns vom Akkuspezialisten Akkuteile.de  zur Verfügung gestellt. Der Xtar XP4 ist dort zum Preis von 39,90 Euro direkt ab Lager lieferbar.

 

Der XP4 "Panzer".. komischer Name, schöner Lader..

Der  Xtar XP4 “Panzer”.. komischer Name, schöner Lader..

Merkmale:

  • Ladegerät mit 4 getrennten Ladeschächten für 1 bis 4 Akkus der Größen 1×340 bis hoch zu 18650/18700 mit PCB (sprich Überlänge) – oder 2 mal 26xxx (die 25xxx und eben 26xxx sind recht breit, drum passen da nur 2 gleichzeitig)
  • geladen werden können mit den Geräten der Xtar XP Serie neben den für uns Dampfern relevanten LiIon Zellen auch NiMH/NiCd Haushaltsakkus (inkl. Eneloop & Co) im Pulsladeverfahren mit DeltaV und anschliessender Erhaltungsladung, dazu gibt es eine Refresh Funktion für NiMH/NiCd Akkus (nur in Schacht 1, sehr langsam – 8,5 Stunden für einen Zyklus AA). 
  • Der Ladestrom ist per Soft-Button elektronisch umschaltbar zwischen 250mA, 500mA und 1A. Wobei sich die kleinste Einstellung 250mA hervorragend für die kleineren Dampferakkus wie z.b. 10430, 16340 und teils 14500 und 18350 eignet. Der gewählte Ladestrom gilt für alle 4 Schächte gleichzeitig. Für NiMH/NiCd am besten die 0,25A Ladestromeinstellung nicht benutzen, da gibt es Probleme mit der Ladeschluss-Erkennung (siehe Henriks Test auf Lygte-Infos.dk), aber 0,5A und 1A sind für NiMH/NiCd auch ok.

  • USB PowerPack Funktion 5V bis (neu) zu 1A (spezifiziert, Henrik hats bis 2A getestet) über LiIon Akku in Schacht 4, mit automatischer Abschaltung, wenn der Akku unter 3,0V abfällt. Die USB Funktion ist nur nutzbar, wenn kein Strom vom Netzteil/KFZ Adapter anliegt.
  • Xtar verspricht (auf Facebook) wirklich komplett separate, unabhängige Schächte, so dass selbst NiMh & LiIon gemischt, ja sogar die (ich zitiere) “NiMh Refresh Funktion zeitgleich zum Laden von LiIon Zellen” erlaubt sind.
  • Anzeige des Ladezustandes leider nicht wie in der Xtar VP Serie über ein LCD Display, sondern über die gewohnten 2-FarbLEDs
  • Verpolungsschutz, Kurzschluss Schutz, akkufreundlicher Softstart und “Aufpäppeln” zu tief entladener LiIon Akkus mit reduziertem Ladestrom.
  • Stromversorgung erfolgt über das mitgelieferte Netzteil oder per mitgeliefertem KFZ-Adapter 
  • Der von Xtar gewohnt stabile Schiebermechanismus kommt komplett ohne Spacer aus und hält jeden Akku sicher.
  • die Pluspol-Kontakte am Lader sind etwas erhaben, Akkus mit flachem, zurückgesetztem Pluspol (“recessed flat top”) wie der Samsung 18650-22P bekommen auch Kontakt.
  • Xtar gibt auf seine Ladegeräte eine 2-jährige Herstellergarantie ab Kaufdatum, die mit Registrierung per mitgelieferter Karte oder auf der Homepage noch auf 30 Monate verlängert werden kann und auf die man neben der gesetzlichen Gewährleistung des Verkäufers ebefalls zurückgreifen kann, gefolgt von einer “limited lifetime Warranty” im Anschluss, in der sich Xtar verpflichtet, ein Gerät auf Basis der Ersatzteilkosten zu reparieren. Das Xtar XP4 hat auch den inzwischen bekannten “Rubbel-Los”-ähnlichen Siegelaufkleber.

 

Ladetests:

 

Xtar XP4 Ladetest - 1A - 18500er Akku

Xtar XP4 Ladekurve exemplarisch bei 1A – 18500er IMR Akku  (Klick macht gross)

Zügige Ladung ohne Auffalligkeiten, hier im Bild mit einem Efest IMR 18500-1100 Akku. Jaja, ich hatte es eilig. Trotzdem ordentliche CC/CV Ladung mit korrekter Terminierung um 72mA. Endstand Akkuspannung 4,18V nach 1 Stunde 12 Minuten. Anschliessend kein relevanter Ladestrom mehr messbar, Akku darf im Ladegerät verbleiben. Das ist alles in bester Ordnung so.

Mehrere Akkus gleichzeitig: Auch bei voll belegtem Ladegerät ist kein Absinken des mit 1A vorgewählten Ladestroms erkennbar.  Henrik hatte einen starken Temperaturanstieg an Gehäuse und Akkus gemessen und in seinem Test sehr schön mit Infrarot-Aufnahmen belegt. Bei mir blieben Lader & 4*18650 jedoch grad mal lauwarm, nur minimal über der Raumtemperatur. Warum der riesen Unterschie? Keine Ahnung :-(

Halbleerer Akku: Normaler Ladevorgang mit entsprechend verkürzter CC Phase. 

Protected Akkus: Eine ausgelöste Protection wird während der Erkennungsphase (grüne LED) aufgehoben, dann je nach Akkuspannung das Akkureparaturprogramm gefahren oder direkt mit dem gewählten Ladestrom geladen.

Akkureparaturprogram / Aufpäppeln tiefentladener Akkus: 

Ein mit 0,5V Restspannung kritisch tiefentlader LiIon - eigentlich gehört der in den Müll

Ein mit 0,5V Restspannung kritisch tiefentladener LiIon – eigentlich gehört der in den Müll

Xtars Akkureparaturprogramm sieht für LiIons wie folgt aus: minimaler Ladestrom in Abhängigkeit des gewählten Ladestroms zwischen 60mA (für 250mA / 500mA) und 100mA (für 1A) bis zu 3,0V, danach voller Ladestrom bis Ladeende. Mein eigentlich schrottreifer LiIon mit 0,5V wurde ohne mit der Wimper zu zucken auf 4,16V aufgeladen.  Generell ist für den Anwender nicht erkennbar, ob wir versuchen, einen tiefentladenen Akku zu laden oder nicht. Die Kurze ~100mA Phase lag im Bereich 1,2-1,5V, da dürfte also kurzfristig das NiMh/NiCd Programm (an-)gelaufen sein (vermutlich)

 

Mein Fazit:

Die NiMH/NiCd Funktion ist sicherlich nett, wenn auch zur Zeit noch fehlerhaft umgesetzt: das von Henrik @ lygte-info.dk demonstrierte vorzeitige Ladeende für NiMH auf der 250mA Einstellung ist sicherlich jetzt kein Ruhmesblatt für Xtar, aber auch kein großer Beinbruch, ein AAA darf auch mit 500mA geladen werden und dort tritt es nicht auf. Meiner Meinung nach systembedingt, wie bei den LiIon/NiMh Kombiladern vorher schon (siehe Nitecore Sysmax i2 und NiteCore Sysmax i4)  erkaufen wir uns auch beim Xtar XP4 wieder einen mittelmäßigen NiMh Support durch den Verlust der Erkennung zu tief entladener Akkus. Wenigstens gibt der XP4 nicht Vollgas, sondern nutzt nur einen deutlich reduzierten Ladestrom zum Aufpäppeln zu tief entladener Akkus.

Irgendwie scheint bei den Ladegeräte-Herstellern derzeit die Meinung zu herrschen, dass Tiefentladung kein Grund zur Besorgnis sei und man statt dessen als Verkaufsmerkmal die “Rettung eines jeden noch so tief entladenen Akkus ab 0V” auf die Packung schreiben muss. Und damit leider auch die Verantwortung, keine tiefentladenen LiIons da reinzustecken, komplett auf den Endanwender abwälzt. Ich bin über diesen Trend nicht sonderlich glücklich. Wer sich auskennt mit Akkus und im Zweifelsfall vorher schnell den Multimeter an den Akku hält, für den ist so ein Akkureparaturprogramm sicherlich ne feine Sache. Aber wer macht das konsequent?

Was lehrte mich meine Zeit als PC-Support-Mensch damals schon: “Alles, was zusätzlich Mühe macht (Backups z.b. oder eben schnell den Akku messen), wird doch in der Praxis meist “vergessen”. Darum finde ich den Xtar VP1 ja auch so gut, weil der mir mit seinem eingebauten Display das Messen abnimmt. Darum bin ich “Vp1 mit Display”-Fan, auch wenn ich ausgelacht werde dafür. Wie kannst Du nur soviel mehr nur für so ein Spielzeugdisplay zahlen? Es ist eben kein Spielzeug, es gibt mir sofort Auskunft darüber, was mit meinem Akku los ist, ohne dass ich noch was extra dafür tun müsste.

Jetzt mal abgesehen von der Thematik Tiefentladung / Akkureparatur statt Ausschuß liefert der XP4 im LiIon Bereich wieder mal hervorragende Ergebnisse: schöne CC/CV Ladekurve, korrekte Terminierung, keine komischen Aussetzer,  Akku darf im Ladegerät verbleiben. das passt wieder mal alles. 250mA Ladestrom für die kleinen Akkus, die etwas aufgebohrte USB-Powerpack Funktion, Kompatibilität mit Akkus bis zu 26650, endlich keine Spacer mehr, all das ist wirklich gut.

Anders als beim WP6 II scheint die Ladezustandsüberwachung im Xtar Xp4 diesmal wirklich mit 4 getrennten, komplett eigenständigen Schächten realisiert worden zu sein: Mischbetrieb LiIon / NiMH ist möglich und zumindest konnte ich den nervigen Fehler des WP6 ( = zu frühes Ladeende eines Akku, wenn im benachbarten Schacht terminiert wurde) mit dem XP4 bis dato auch nicht mehr reproduzieren. Diese Abhängigkeit der benachbarten Schächte und das daraus resultierende (gelegentliche) Fehlverhalten war wohl das große Manko des WP6 II.

Letztendlich ist die Auswahl an empfehlenswerten 4-Schacht LiIon Ladern  nicht sonderlich groß. Xtar WP6 II (mit 6 Schächten), Nitcore (Sysmax) i4 und jetzt eben neu das Xtar XP4, von diesen drei gefällt mir das XP4 am Besten, eben weil mein WP des öfteren patzt und die Spacer nerven. Deshalb gibts trotz allem wieder einen Kauftipp, für die Leute, die eben einen 4-Schacht Lader brauchen und auch mal ein Multimeter an die Akkus halten können, wenn se sich nicht sicher sind.  

PS: Den Nitecore Sysmax i4 werde ich die Tage jetzt auch nochmal testen, liegt auch schon ne Weile hier..

Bezugsquelle:

Das Testgerät stammt von Akkuteile.de, dort ist 

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2 responses so far

2 Responses to “Xtar XP4 Panzer: 4 Schacht LiIon/NiMH/NiCd Lader”

  1. Waldmeisteron 29 Jan 2014 at 21:04

    Hallo Mountain Prophet,

    habe gerade deine Tests über die verschiedenen Ladegeräte gelesen. Da ich selber ein neues Ladegerät (mit 4 Schächten) suche, dass sowohl LiIon- als auch NiMH-Akkus laden kann und auch das von dir so angepriesene Display zur Überprüfung der Akkuspannung bietet, würde ich gerne wissen, welches Gerät du da empfehlen kannst. Mit welchem Preisniveau muss ich da rechnen?

    Gruss

    Der Waldmeister

  2. adminon 29 Jan 2014 at 21:22

    4-Schacht LiIon & NiMH und Display hab ich im Moment nur einen Prototypen eines neuen Ladegerätes, der aber noch nicht im Handel ist (kommt in kürze). Da müsstest Du dich nochn bissl gedulden, bis ich da ne Lieferquelle für sagen kann.

    Ansonsten ohne Display halt wirklich das Xtar XP4..

    .. wobei ich ja sonst immer sage: nehmt 2 getrennte Ladegeräte, also z.b. ein Efest LUC V4 für die LiIons und ein NiMH/NiCd-Profiladegerät “AccuCell ALPHA 800 BC” (baugleich “Reichelt A1000?, “AccuPower IQ-328?) z.b. hier: http://www.amazon.de/dp/B005AIO0RQ/ref=nosim?tag=mountainproph-21&ie=UTF8

    Das wäre so mein Tipp.. Kosten, naja.. 50 Euro rum wenn du 2 einzelne holst, kombiniertes Gerät etwa 35-40 Euro?

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