Apr 27 2013

FLAC Streaming zum heimischen AV Receiver (hier Denon xx13)

veröffentlicht in Kategorie Lifestyle  

.. wie krieg ich das FLAC zum Receiver? Denon AVR, FLAC, V-DAC II, Flac Player, Streaming Server usw.

Mehr aus einer Laune als von tatsächlichen Bedarf geprägt habe ich bei einem der aktuell zum Schleuderpreis angebotenen Denon AVR 2313 als Ersatz für meinen etwas in die Tage gekommenen Denon 2307 geordert. Wie jedes Jahr sinken die Receiverpreise der Vorjahresmodelle bei Erscheinen der neuen Gerätegeneration mal wieder deutlich (in Fall des Onkyo TX-NR616, den ich auch in der näheren Auswahl hatte sind Einsparung über 45% durchaus drin). Aktuelle und auch diese nun günstig zu erstehenden letztjährigen Modelle bieten immer mehr Multimedia Funktionen, darunter eben auch das Streaming von unkompromierten / lossless Audioformaten wie z.b. FLAC, wie ich sie grundsätzlich zur Archivierung aller meiner Audio-CDs benutze. Mein Vorhaben war, mit dem neuen Receiver gleich auch noch meinen externen USB DAC Wandler von Musical Fidelity V-DAC II (Kurztest) in Rente zu schicken. Gesagt getan, das Wunschgerät, der Denon AVR 2313 Gerät stand Amazon typisch am nächsten Tag dann auch schon vor der Tür und war auch recht schnell angeschlossen, aber einen Punkt hatte ich in der Rechnung vergessen:

Wie bekomme ich nun die FLACs zum Receiver? 

Die aktuellen Receiver können zwar die Streams eines DLNA kompatiblen Streamingserver im Falle des Denon sogar gapless wiedergeben, aber eben nur Streams.. was nach einer kurzen Recherche fast allen Receivern fehlt, ist die Möglichkeit, Netzwerkshares, also das Dateisystem eines entfernten Rechners direkt zu lesen, das hatte ich nicht beachtet und stand erstmal vor dem Problem: wie krieg ich die Flacs zum Receiver? Damit kommt dann also als Quelle für die FLAC Dateien nur folgendes in Frage:

Variante A: ein USB Speichermedium

also Stick oder Festplatte an der bei Denon blöd an der Front angebrachten USB Schnittstelle. Ich hab mich übrigens für einen Micro-Stick von Intenso entschieden, der ist nur wenige Milimeter lang und steht so nicht ewig weit von der Gehäusefront des Denon ab. Ein USB Kabel nebst USB Festplatte wollte ich an der Gerätefront nicht haben. Das funktionierte im Zusammenspiel mit dem Denon recht gut, allerdings sind die Kapazitäten von USB Sticks für FLAC fast schon zu klein. Mit 32GB bzw. 64GB gängigen Stickgrößen bekomme ich meine komplette Sammlung nicht auf einen einzelnen Stick und die Auswahl händisch zu treffen war mir dann zu zeitintensiv. Eine USB Festplatte hat das Größenproblem nicht, aber wie gesagt: ein Kabel an der Gerätefront sieht einfach nix gleich, beim Onkyo mit seinem rückseitigen USB würde ich dann zur Platte greifen, eine schöne 2.5″ tragbare USB2.0 HDD wie z.b. die WD MyPassport Essentials, die mit nur einem USB Stecker zur Stromversorgung auskommt.

Hinweis: das USB SPeichermedium muss FAT32 formatiert werden, der Intenso Stick kommt glücklicherweise ab Werk mit der passenden FAT32 Formatierung, wer einen NTFS oder ExFAT vorformatiertes Medium kauft, muss den erst mal umformatieren und wird dabei bemerken, dass in aktuellen Windows 7 das Fat32 Formatieren nur noch über Umwege möglich ist. Ich benutze dafür schon seit ner halben Ewigkeit folgende Freeware Verbatim FAT32 Tool (mehr Tools zur auswahl hier ).

Von mir benutzt:
Intenso 32GB MicroStick
Alternativ getestet:
WD Essentials 2.5″ USB HDD

 

Letztendlich ist es aber vom Komfort her nicht der Weisheit letzter Schluss, sich immer wieder die Musiksammlung mit einem Stick abgleichen zu müssen, zumal hier das ganze Haus eh schon vernetzt ist, also war das ein interessanter Zwischenschritt für mich, aber noch keine Lösung. Also weiter.

Variante B: ein FLAC fähiger DLNA Streaming Server

Das Dumme ist erst mal, wer bisher mit dem Windows Media Server seine MP3s vom Desktop aus gestreamt hat, wird schnell bemerken, mit FLAC Dateien hat der leider erst mal nix am Hut. Ein richtiger Streaming Server muss her, das kann entweder ein Zusatzprogramm sein, das einfach auf dem Desktop Rechner gestartet wird, oder eine eingebaute Funktion auf der NAS “Netzwerkfestplatte”, oder oder oder..

Gute Erfahrungen habe ich gemacht mit

  • Kostenlos: illustrate Asset UPnP (Homepage) – für den heimischen Windows PC ab Windows XP bis Windows 8 und Windows Homeserver v1 und WHS 2011 und ist auf einigen NAS Geräten vorinstalliert. 
  • Kostenpflichtig 15,00 Euro:  Twonky Media Server (Homepage). Twonkey gibt es in Dutzenden Versionen von Windows über Mac zu Linux und unzähligen NAS Betriebssystemen zum Nachrüsten. In meiner Buffalo TeraStation Live ist z.b. der Twonky von vornerein installiert und das Streaming von FLAC zu Receiver funktionierte wunderbar. 

 

Bissl mehr komfort gefällig? Der Media Monkey

Wer zudem noch eine Software sucht, welche die Verwaltung auch großer (FLAC oder sonstwas) Musikbibliotheken, inkl. Tagging (bei FLAC ein wunder Punkt) und solide Streaminingfähigkeiten für den Desktop PC sucht, der sollte auch mal ein Blick auf den Media Monkey 4 (Homepage) werfen. Gerade was das Handling großer Musiksammlungen angeht schwöre ich inzwischen auf das “Medienäffchen”,

  • sehr umfangreiche Funktionen zur Verwaltung auch großer Musiksammlungen, Sync mit meinen tragbaren Geräten
  • komfortable Playlistenverwaltung (das fehlt bei den 2 Servern da oben erstmal)
  • es hat bei mir als “HighEnd”  lowLatency WASAPI Player den (kostenlosen) Foobar 2000 Player (Homepage) abgelöst – für den es übrigens auch ein UPnP Streaming Plugin gibt)
  • es streamt wunderbar vom Desktop zum Denon und auch sonst überhall hin, inkl. Echtzeittranscodierung von Audiomaterial für StreamingClients, die mit meinen FLACs nicht zurecht kommen. Vermutliche werde ich letztendlich dann doch das Streaming der TeraStation und damit dem Twonky überlassen, aber rein zur Verwaltung der Bibliothek und als Abspielsoftware lokal werde ich den MediaMonkey sowieso auf meinem Desktop belassen und auch fleissig weiter nutzen.
  • Für die gerade in Beta befindliche neue Version 4.1 von MediaMonkey arbeitet Hersteller Ventis Media übrigens gerade noch an der “Play-To” Funktionen, so dass künfig die etwas spröde Bedienung im AV Receiver hinfällig wird und der Denon als “Media-Renderer” dann vom Desktop im Push Verfahren mit den abzuspielenden Songs versorgt wird. Diese Funktion *könnte* dann Twonkey dem Rang ablaufen, das wäre dann ein weiterer erheblicher Komfortgewinn gegenüber dem Streaming über Asset UPnP oder Twonky

 

WD MyBook Live
mit Twonky Server
schon drin
Media Monkey 4
Saubere Verwaltung
& Streaming Server 

 

Ein kleines Fazit zum FLAC Streaming mit dem Denon 2313:

Geplant war es, zumindest den Musical Fidelity USB V-DAC II (Testbericht)  abzulösen. Das ist problemlos gelungen. Im meinen jetzigen Setup MediaMonkey via WASAPI zum Musical Fidelity oder per DLNA Streaming zum Denon 2313 gestreamt hat der Streaming Weg zum Denon sogar die Nase einen Tick vorne, mein USB ansich und die ewig langen Zuleitung 10 Meter  insgesamt zwischen PC <> Musical Fidelity <> Receiver hatte zeitweise eine leichte Störeinstrahlung, die schonmal mit einem leichten Grundrauschen und sehr selten auch mal Störgeräuschen nerven konnte. Diese Probleme hab ich auf dem Streaming weg bisher nicht beobachten können. Klanglich an den verwendeten Mittelklasse Komponenten (Denon 2313, Quadral Chromium Style 100 als Stereo Front im Chromium 5.1 SurroundSet) ist der Streamingweg mindestens ebenbürtig, auf einer High End Anlage und bei besserer Zuspielung mag der Musical Fidelity DAC  ja möglicherweise die Nase vorne haben (ich weiss es nicht), aber für meine Ausgangslage bin ich mit der Lösung abseits von USB mehr als zufrieden. Die Anschaffung des Denon hat sich also schonmal gelohnt – andere Vorzüge der neueren Receivergenerationen gibts ja auch noch.

Eigentlich hatte ich anfangs ja mal gehofft, eventuell auch das Videostreaming – für das ich immer noch meine inzwischen etwas angestaubte Boxee Box von DLink (Kurztest) verwende – mit einem neuen Receiver erledigen zu können, das blieb allerdings mangels Streamingfähigkeiten der Receiver in meiner Preisklasse und bevorzugten Marken dann ein Wunschtraum, da müssen wir wohl erst kommende Gerätegenerationen abwarten. So bleibt der kleine Boxee Würfel halt noch im Rack erhalten und spielt nun unverdrossen mit dem 2313.

und weil ich Amazon Links so gerne mag, hier noch die aktuellen Receiverschnäppchen, über die ich in den letzten Wochen so “gegrübelt” hatte, allen vorneweg der kleine Onkyo, dessen 45% Preisreduzierung sehr verlockend war, aber ich bin dann doch ein Denon Fan..

Onky TX-NR616 Denon 2113 Denon 2313 – getestet

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2 responses so far

2 Responses to “FLAC Streaming zum heimischen AV Receiver (hier Denon xx13)”

  1. Kalleon 12 Jul 2016 at 17:25

    Hallo Stephan,
    ich bin bei der Suche nach Streamingmöglichkeiten Mediamonkey->AVR auf diesen Blog gestossen. Ich kann zwar vom AVR (Marantz SR7010) auf die MM Bibliothek zugreifen, allerdings suche ich nach einer Möglichkeit auf dem AVR zu rendern und vom PC/Remote zu bedienen.
    Wie hast du das hinbekommen?
    LG

  2. Kalleon 12 Jul 2016 at 17:38

    EDIT:
    Ich habs jetzt auch hinbekommen, allerdings leider noch nicht gapless :(

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