Dec 23 2012

Akkuträger Wildfire VV

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

n der aktuellen Schwemme neuer Akkuträger ist der Wildfire VV etwas untergegangen. Vielleicht auch, weil es “nur” ein VV Träger ist und die Nachfrage derzeit eindeutig VW Geräte bevorzugt.

 

Der Wildfire VV ist optisch ein Mix aus Provari und Zmax. Sein 130 mm langer Korpus  aus ES macht durchaus was her. Obenauf sitzt ein ungefederter 510er Anschluss, ohne Ego Außengewinde, verblendet durch einen spitz von 22 mm auf 20 mm zulaufenden Konus mit Provari typischen Zierkerben in Tropfenform.

Ebenso Provari typisch die sehr prominenten 2 Schrauben am Displayglas, die allerdings gerne hätten etwas besser (mehr bündig) versenkt werden dürfen).  Direkt darunter befindet sich ein blau durchleuchteter Feuerknopf aus weichem Gummi. Ich bin absolut kein Fan von Gummitastern, gerade wenn sie wie hier einen nur minimal spürbaren Druckpunkt und kurzen Hub haben, aber angesichts der Tatsache, dass er während der ganzen Tests stets zuverlässig gefeuert hat und nie zum Verhaken neigte geb ich ihm ein “gut-befriedigend”, das muss reichen, Vorteil des Gummitasters ist allerdings: im Schütteltest ist beim Wildfire absolut nix zu hören. Fein!

Irgendwo fragte mal jemand, ob es wirklich Leute gibt, die ständig ihren Akkuträger schütteln. Die Antwort ist: Ja, das ist zwanghaft, aber nur, wenn es auch wirklich klappert, sonst nicht – also bei mir zumindest.

Den soliden Stahlkorpus der Wildfire zieren Rillen in Längsrichtung übers Akkurohr – und da kommen wir nun zur ersten Besonderheit: das Akkurohr ist teilbar. Der Wildfire erlaubt so 18650er oder 18350 Akkukonfiguration (immer nur 1 Akku, kein Stacking)  je nachdem, ob die bereits mitgelieferte Verlängerung benutzt wird oder nicht. Der Akkudeckel wurde ebenfalls mit Provari typischen runden Löchern verziert, er verfügt über eine gute Feder und ein großes ovales Loch zum ausgasen. Akkus passen IMR mit oder ohne Nuppel, jedoch keine Protected Akkus, die sind zu lang.

Der Wildfire wirkt insgesamt massiv und sehr solide gebaut und damit durchaus wertig, aber am letzten Feinschliff hat man gespart:  die Zierrillen und die Einkerbungen sind recht scharfkantig, diese Kanten hätte man brechen können, Schrauben am Displayglas stehen zuweit vor, Gewinde laufen etwas kratzig, inkl. dem VD Anschlussgewinde, das irgendwie ein paar meiner Testverdampfer überhaupt nicht leiden kann und die ich nur über eine 510-510 Verlängerung zum Feuern gebracht habe, irgendwas stimmt da oben mit dem Gewinde nicht – könnte ein Montagsgerät sein oder nur ein überstehender Grat, also mal nicht überbewerten, da es ein Leihgerät ist, mag ich da jetzt nicht dran rumbasteln.

Usability:

Der Wildfire bringt 1-Knopf Bedienung mit einem Menü in Zmax/EVO LCD Stil:

Mit 3-Klick gehts ab ins Menü

  1. Uu = Volt hoch (in 0,1V Schritten von 3.0 bis 6.0 inkl. Rollover von 6.0 auf 3.0 – und Halten zum schnell “scrollen”)
  2. Uu = Volt runter (in 0,1V Schritten  inkl. Rollover  und Halten)
  3. So = Abschalten
  4. dS = dA: Widerstand beim Dampfen anzeigen / do: Sollspannung anzeigen
  5. Lo = Buttonbeleuchtung An oder Aus

Das Display des Wildfire  ist ein alter Bekannter, das entspricht  nämlich dem Display der EVO LCD, inkl. der sprunghaften Akkuladezustandsanzeige in Balkenform (4 Balkensegmente) und der zappeligen Ohmmessung nebst “Fehlalarmen” in den ersten Milisekunden eines Zuges (siehe auch den Testbericht des EVO LCD).

 

Sicherheit:

  • Kurzschlussschutz nicht getestet da Leihgerät
  • Kein Nuppelzwang, Verpolungsschutz nicht getestet da Leihgerät
  • Überlastschutz: Spannungsbegrenzung <= 4,5V unter 2 Ohm, Niedrigster VD Widerstand nicht ermittelt: 1 Ohm funktioniert noch.
  • Protected-Akkus passen nicht, sind zu lang. IMR “Sichere Chemie” empfohlen
  • Feuerknopf steht vor und ist nicht gegen unbeabsichtigtes Feuern geschützt
  • Komplett-Abschaltung über Menüpunkt 3
  • 10 Sekunden Zugbegrenzung
  • Abschaltung bei leerem Akku / Tiefentladeschutz =< 3.2V
  • Ausgasmöglichkeit über große Bohrung im Deckel und nach oben über den Taster

 

Leistung unter Last

Der Wildfire hat nicht nur das selbe Display wie der EVO LCD, ich bin der Meinung der Wildfire nutzt 1:1 die selbe Elektronik wie der EVO LCD und die Messwerte scheinen dies auch zu bestätigen. Wie schon der EVO LCD befeuert der Wildfire auch Verdampfer unter 1 Ohm, allerdings ist der Regelbereich da so klein, dass man schon gar nimmer von einen Regel-Bereich als solches sprechen kann – die Ergebnisse findet Ihr in der kompletten Messwerttabelle als PDF.

Wie der EVO LCD hat der Wildfire auch ein zusätzliches Spannungslimit: schraubt man einen Verdampfer unter 2 Ohm auf den Wildfire, sind die Spannungen größer 4,5 V gesperrt. Lest also auch nochmal über den EVO LCD Test, das was ich dort geschrieben habe bzgl. Leistung und Elektronik gilt so auch für den Wildfire.

Unterm Oszilloskop betrachtet sie man die geglättete DC Ausgangsspannung des Wildfire:

Wildfire 1.4 Ohm bei 4V

Wildfire 1.4 Ohm bei 4V

gemessen wurde mit:

Zum Vergleich lege ich eine EVO LCD in die mittlere Spalte und einen  Joyetech eVic mit Firmware v1.0 in die rechte Spalte:

1.4 Ohm
Soll: Wildfire VV <> EVO LCD <> Evic FW1.0
3,0V 2,97V 2,99V 3,09V
3,5V 3,49V 3,51V 3,75V
4,0V (3,71V) (3.65V) (3,84V)
4,5V (3,71V) (3,64V) (3,93V)
5,0V ERR ERR (3,92V)
5,5V ERR ERR
6,0V ERR ERR
1.8 Ohm
Soll: Wildfire VV <> EVO LCD <> Evic FW1.0
3,0V 2,94V 2,99V 3,09V
3,5V 3,48V 3,251V 3,65V
4,0V 3,98V 4,03V 4,18V
4,5V (4,28V) (4,20V) (4,24V)
5,0V ERR ERR (4,24V)
5,5V ERR ERR
6,0V ERR ERR
2.2 Ohm
Soll: Wildfire VV <> EVO LCD <> Evic FW1.0
3,0V  2,98V 2,99V 3,09V
3,5V 3,50V 3,50V 3,60V
4,0V 4,01V 4,02V 4,09V
4,5V 4,55V 4,52V 4,63V
5,0V (4,77V) (4,63V) (4,73V)
5,5V (4,76V) (4,60V)
6,0V (4,76V) (4,60V)
2.6 Ohm
Soll: Wildfire VV <> EVO LCD <> Evic FW1.0
3,0V  2,99V 2,99V 3,08V
3,5V 3,51V 3,50V 3,61V
4,0V 4,03V 4,02V 4,17V
4,5V 4,57V 4,55V 4,77V
5,0V 5,14V 5,04V 5,11V
5,5V (5,23V) (5,03V)
6,0V (5,23V) (5,03V)

Erkenntnisse aus den Messwerten:

  • höchste gemessene Leistung 10,5W
  • bis zu 3.2A bei eine 1.0 Ohm VD, aber diese Angabe ist etwas unsinnig,  da in der Praxis nicht sinnvoll nutzbar
  • schön zu sehen, dass zusätzliche 4,5V Limit bei VD < 2.0 Ohm
  • Recht genaue Regelung innerhalb der halt nicht sehr üppigen Limits
  • Regelbereich bei 1.4 Ohm mit ~ 0,8V ab sinnvollen 3,0V noch ausreichend – mit Verdampfern über 2.0 Ohm dann gut.
  • Der Unterschied zum EVO LCD in den die Limits übersteigenden Bereichen (Werte mit () in der Tabelle) kommen primär vom stärkeren Akku in der Wildfire, sind also nicht direkt dem Wildfire zuzurechnen. Ein Panasonic CGR18650CH ist halt doch nochmal ein Tick stabiler als der kleine Sanyo UR16650ZT.
  • Im Vergleich zum eVic in Firmware 1.0 sieht man zum einen: das sind annähernd die selben Leistungswerte aber die Wildfire/Evo Elektronik regelt doch noch einen Tick genauer (wenn auch in einem im praktischen Dampfeinsatz unerheblichen Ausmaß, denn <0,2 V Abweichungen schmecke ich zumindest nicht raus). Und nur nebenbei bemerkt, weil hier in der Tabelle grad so schön sichtbar: die 5V Grenze der eVic macht bei meinen TestVDs exakt Null Unterschied..

Komplette Wertetabelle:

Nachregeln bei sinkender Akkuspannung?

Akku Voll vs. Akku Leer (Vrms) – bei 2.2 Ohm
Soll 3,0V 3,5V 4,0V 4,5V 5,0V 5,5V 6,0V
Wildfire VV Akkus voll  (~4,2V):  3,0V 3,5V 4,0V 4,5V  (4,8V) (4,8V) (4,8V)
Wildfire VV Akkus leer (~3,3V):  3,0V 3,5V 4,0V (4,3V) (4,3V) (4,3V) (4,2V)

Wie auch beim EVO LCD: unterhalb des Limits sauber dem nachlassenden Akku entgegen geregelt, zum Limit hin leicht merklicher Einbruch (= 0,2 V), überm Limit ist nix zu machen. Gutes Ergebnis, so wie bei allen aktuellen 1-Akku-Geräten heute üblich.

Abmessungen:

  • Länge in 18650 Modus: 130 mm
  • Länge in 18350 Modus: 100 mm
  • Durchmesser: 22 mm (dickste Stelle Taster: 23mm)
  • Gewicht inkl. Akku:

Fazit:

Ich seh schon, warum der Wildfire einen etwas schweren Stand auf dem schnelllebigen Akkuträger Markt hat: er ist von der Leistung definitiv im Einsteigersegment angesiedet, “Lavatube 1”-Niveau, wenn man so will. Während das geringe Leistungslimit beim EVO LCD noch durch die 16340 Einzelakku Konfiguration zu erklären war, ist es im Falle des Wildfire doch etwas Schade. (beim eVic liegts an der komplett in Plastik verkapselten Elektronik ohne große Kühlfläche – die Kühlfläche hätte der Wildfire gehabt..) Doch wie bei allen 10W Akkuträgern auch hier wieder der Hinweis: die meisten Dampfer dampfen um 8 W. Ein 10 W Akkuträger ist somit für die allermeisten Dampfer völlig ausreichend und ein 10 W Limit für sich ist kein Grund für einen Verriss.

Der Wildfire hat seiner EVO LCD Verwandschaft damit unterm Strich eigentlich nur das massive (Edelstahl-) Gehäuse und die von Haus aus größeren Akkus voraus, inkl. längerer Laufzeit) und im Vergleich zur Joyetech eVic fehlt es ihm an der Coolness/den Gimmicks und der VariWatt Funktion, welche inzwischen bei der eVic in FW Update 1.1 nachgeschoben wurde.

Es ist eben ein unauffälliger VariVolt Akkuträger, ohne großen Ecken dafür ein paar scharfe Kanten im Gehäuse (sorry fürs Wortspiel) – die hatte übrigens mein ES Zmax auch. Die ebenfalls im Wildfire verbaute EVO Elektronik kann man eigentlich inzwischen als “bewährt” bezeichnen, die Präzision ist gut, die Regelbereiche für Akkus >2.0 Ohm gut, die Konstanz bei Nachlassendem Akku gut.

Schade eigentlich, ein paar Monate früher und der Wildfire VV hätte ein echter Renner werden können. Heute räumt der Vamo VV/VW  in dieser Preisklasse jeden “Testsieger-Titel” ab und liegt preislich in der selben Region, als Body Only sogar drunter. Wer sich in die im Vergleich zum Totsvhläger Vamo jedoch in die bei weitem nicht so klobige Optik und die Edelstahl-Haptik des Wildfire verguckt hat, kann ruhig zum Wildfire greifen, aber eine generelle Kaufempfehlung mag ich mir keine abringen. Sorry!

 

Akku-Empfehlung:

18650:

In 18650 gilt wie immer unser Universal IMR-Akkutipp Panasonic CGR18650CH . Ob nun mit Nuppel oder Ohne ist egal. Der Panasonic ist einfach ein guter Akku, zu einem guten Preis, die teure AW Konkurrenz kann nicht mithalten…

Panasonic CGR18650CH gegen AW IMR 18650-2000 bei 3A (Klick für groß)

 

Vollständige Akkudaten hier:

 

 

18350: 

In 18350 gibts wie immer  AW oder EFest IMR 18350 als FlatTop (erhältlich z.B. hier) …

Die günstigeren Smoktech und EFest IMR “flat top V1” 18350 fast gleichauf mit AW IMR 18350. Abgeschlagen: EFest IMR 18350 “button top V1”

 

Vollständige Akkudaten hier:

 

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6 responses so far

6 Responses to “Akkuträger Wildfire VV”

  1. Miezmiauon 29 Dec 2012 at 23:56

    Ich hatte den Wildfire kürzlich bestellt und gleich wieder zurückgegeben, denn keiner meiner Verdampfer bekam Kontakt (und ich habe schon eine ganz ordentliche Auswahl an Verdampfern zu bieten!). Einzig ein simpler CE4+ ließ sich darauf verwenden.

  2. adminon 29 Dec 2012 at 23:59

    Oh.. das wäre dann schon der 2. Wildfire mit unsauberem VD Gewinde.. das wäre nicht gut, wenn sich das häuft, gar nicht..

  3. SabbelMRon 30 Dec 2012 at 08:56

    Klingt in der Tat ganz und gar ungut.

    Und ich dachte auch nur das uns netterweise geliehene Exemplar hätte eine “Gewindemacke”..

  4. Dampflok1on 30 Dec 2012 at 20:29

    Ich habe den Wildfire Vv jetzt ungefähr 6 Wochen .

    Der Akkuträger ist in Edelstahl. Sehr schön , aber nur am blinken .

    Egal ob ich den Rocket Sax draufschraube oder den Aga oder den Art oder Bulli oder Aga t , der At blinkt spätestens nach 5-10 Zügen .

    Dann wieder Ruhe , dann das selbe wieder .

    Die Einstellungen gehen jedesmal verloren .

    Es ist einfach nur Katastrophal !

  5. adminon 30 Dec 2012 at 20:56

    Dampflok,

    was für einen Akku hast du drin? Klingt für mich entweder nach: Protection springt an oder der Akku bricht ein oder der Akku verliert Kontakt.. kann das sein?

  6. Blankon 14 Apr 2013 at 00:01

    Habe den Wildfire jetzt 3 Wochen im Einsatz. Es funktionieren bei mir alle Verdampfer, von der Vivi Nova bis zum Pegasus.
    Das Einzige was mich total stört ist dieser Spalt zwischen dem Akkuträger und dem Verdampfer. Beim Euforia sind es fast 0.5 cm. Keiner meiner 14 Verdampfer passt bündig drauf. Und wie schon oben beschrieben, die Schrauben am Display könnten etwas besser versenkt sein. Den Gummitaster find ich unschön, aber er funktioniert gut.
    Von der Optik her würde er mir sehr zusagen, wenn nicht die oben genannten sachen wären.
    Vom Kauf rate ich ab. Zu dem Preis gibts einen Imotion v3, der hoffentlich nächste Woche bei mir eintrudeln wird.

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