Nov 03 2012

LiIon Lader Xtar SP2 – darfs etwas voller sein?

veröffentlicht in Kategorie LiIon-Lader-Tests  

Xtars neuestes und leistungsfähigstes LiIon Ladegerät, das SP2, für bis zu 2 * 26650er Akkus und stolzen 2 Ampere Ladestrom unter die Lupe genommen..

 

Xtar SP2 mit einer MIcrovast IMR 26650-4000

Merkmale:

  • 2-Schacht LiIon Ladegerät für 1 oder 2 Akkus 10430, 16340 über 18700  bis hin zu 26650 gleichzeitig.
  • der SP2 ist für die Verwendung der Xtar-typischen “Schraub-Spacer” nicht mehr geeignet, wer kleine Akkus 10440/16340/18350er laden will, muss auf Universal Distanzstücke ausweichen. Akkus ab Größe xx500 (14500/18500) werden vom recht stabilen Schiebermechanismus gut gehalten.
  • der Ladestrom ist per Soft-Button elektronisch umschaltbar zwischen 500mA, 1A und üppigen 2A
  • Stromversorgung erfolgt über das mitgelieferte, leider etwas breite (und somit nur eingeschränkt “Steckerleisten-freundliche”), Netzteil oder per KFZ-Adapter (letzterer bei der Mehrzahl der Händler im Lieferumfang enthalten)
  • die Pluspol-Kontakte am Lader sind etwas mehr ausgeformt als beim WP 2 II, Akkus mit flachem, zurückgesetztem Pluspol (“recessed flat top”) wie der Samsung 18650-22P finden problemlos Kontakt.
  • Xtar gibt auf seine Ladegeräte eine 2-jährige Herstellergarantie ab Kaufdatum, die neben der gesetzlichen Gewährleistung des Verkäufers in Anspruch genommen werden kann. Bis vor kurzem war es möglich, die Herstellergarantie durch eine Registrierung auf der Xtar-Webseite (“VIP registration”) auf 3 Jahre zu verlängern, diese Option wurde aber kürzlich für Neu-Käufer eingestellt. Weiterhin gilt jedoch eine “limited lifetime warranty” im Anschluss an die (nunmehr in jedem Fall nun noch 2-jährige) Herstellergarantie, was konkret bedeutet, daß sich Xtar außerhalb der Garantiezeit verpflichtet, ein Gerät rein auf Basis der Ersatzteilkosten zu reparieren. Nun ist Xtar hauptsächlich eine Premium-Taschenlampenmarke, so daß diese “begrenzte lebenslange Garantie” bei sehr hochpreisigen Lampen von höherer praktischer Bedeutung sein mag als bei den günstigen Ladegeräten aus dem Zubehör-Portfolio. Prinzipiell wird aber auch jedes Xtar-Ladegerät mit einer entsprechenden Garantiekarte ausgeliefert, bei neueren Chargen sogar mit einer individuellen Seriennummer als Aufkleber versehen. In Deutschland ist die Hersteller-Garantie aber nur als eine Ergänzung zur gesetzlichen Gewährleistung durch den Verkäufer zu verstehen, die unabhängig davon für Verbraucher 24 Monate – davon die ersten 6 mit Beweislastumkehr – ab Kauf besteht.

 

Ladetest 1

Zum Einsatz kam der bereits aus vorherigen Lader-Tests auf diesem Blog (siehe unten bei den “related Posts”) bekannte 18350er IMR Akku, zuvor entladen auf 3.0V bei 2A Last. Ladestrom am Xtar SP2  auf 500mA eingestellt.

Spannung

 

Strom – unauffällig, vielleicht ein bissl “Noisy” in der CC

  • Ladebeginn mit heute gerade “modernen” Softstart (etwas verzögerter “Aufbau” des Ladestroms über etwa 4 Sekunden hier) in eine Mikroprozessor-gesteuerte CC Phase um die gewählten 500mA.
  • sehr spät, nach etwa 1 Stunde 20 Minuten bei bereits 4,20V erst Abfall des Ladestroms und Übergang in eine etwas “unkonstante” CV Phase.
  • korrekte Terminierung, bei  90mA  und damit:
  • Ladeschluss nach doch flotten  1 Stunden 51 Minuten bei sehr hohen 4,24V – hart an der Obergrenze von 4,20V +1%. Gerade noch..
  • der Ladevorgang wird anschließend korrekt vollständig beendet. Akkus können gerne im Lader verbleiben.

Ladetest 2:

  1. Ladestrom-Einstellung 1.0A, Testakku Panasonic CGR18650CH IMR. Ladestrom im Schacht 1 gemessen bis 1020mA, Terminiert bei 128mA, Ladeschlussspannung: 4,23V

    BAK 18650-2600 bei 1A (Auszug, gezoomt.)

  2. Ladestrom-Einstellung 2.0A, Testakku Microvast IMR 26650-4000 Ladestrom im Schacht 1 gemessen 2000mA, Terminiert bei 180mA, 4,22V

    Microvast 26650-4000mAh bei 2A (Auszug, gezoomt)

     

Das gleichzeitige Nutzen des zweiten Schachtes hat keinen Einfluss auf den Ladevorgang im ersten Schacht, auch nicht bei der hohen 2A Ladestromeinstellung. Leistung hat der SP2 mehr als genug.

Ladetest 3:

Wir legen einen Akku ein, der zuvor auf 3,90V (@ 500mA) vorgeladen wurde: der SP2 startet eine entsprechend verkürzte CC Phase im gewählten Ladestrom und lädt den Akku analog zu Test 1 fertig. So ist es gedacht.

Ladetest 4:

Beim Einlegen eines tiefentladenen Akkus

  • Akkuspannung unter 2.0V: kein kontinuierlicher Ladestrom messbar, LED grün (Ladung verweigert)
  • zwischen 2.0 – 3.0V: Akku wird “vorsichtig” mit ca. 70mA  (0,5mA Setting) bzw. 110mA (1A Setting) bzw. 190mA (2A Setting) Ladestrom “aufgepäppelt”, nach Erreichen von 3.0V Weiterbeladung mit der jeweils gewählten Ladestromeinstellung.

Ladetest 5:

Ein Protected-Akku, dessen Protection angesprungen ist: Protection wird gelöst, der Akku dann wie in Test 4 geladen.

 

Mein Fazit:

Wer seine Akkus wirklich genagelt voll mag, hohen Ladestrom sucht (und damit umzugehen weiss) oder gar auf die ganz Dicken Dinger (bevorzugt paarweise) steht – also 26650er, nicht das andere.. –  der kommt am Xtar SP2 nicht vorbei.

Das ist ein Lader nach meinem Geschmack, sch.. auf den etwas höheren Verschleiss aufgrund der hohen Ladeschlussspannung. Eine Universal-Kaufempfehlung gebe ich ihm aber dennoch nicht, denn:

  • erstens ist er nicht wirklich günstig,
  • zweitens ist er ohne Spacersystem nicht so praktisch für die Kurzen
  • und Drittens ist er in der Hand von Anfängern nicht wirklich richtig: 2A auf einen kleinen Akku wäre jetzt nicht so gut..

Für den ambitionierten Akkunutzer, der weiss, was er da kauft, jedoch ein schönes Gerät. Die Kurven zeigen anständiges CC/CV, ordentlich terminiert,  Schonung ist sicher nicht das Hauptaugenmerk beim Design des SP2 gewesen, aber das was er tut, nämlich bis an die Grenze laden, tut er nichts desto trotz zügig, zuverlässig, ohne unnötige Akkuquälerei. Also eine Geschmacksfrage und kein Anlass zur Kritik ansich.

 

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4 responses so far

4 Responses to “LiIon Lader Xtar SP2 – darfs etwas voller sein?”

  1. Mannion 12 Dec 2012 at 13:46

    Mein XStar Sp2 läd meine 18650er Enerpower 3400mA/h protectet beim Ladestrom von 500mA auf 4,18 Volt.Selbiges macht er auch bei 500mA Ladestrom bei meinen 18650 Eagletec 3100mA/h protectet.Die Messung habe ich mit 2 Messgeräten vorgenommem wobei das 2te nur zur verifizierung des Meßwertes diente.”Vertrauen ist gut.Kontrolle ist besser”.Ich könnte die Akkus zwar mit 1A laden,habe aber gelesen das sich der niedrigere Ladestrom positiv auf die Anzahl der möglichen Ladezyklen auswirkt.Hast du in der Richtung weitere Informationen?

  2. SabbelMRon 13 Dec 2012 at 00:26

    Grundsätzlich gilt:

    Ladung mit 0.5C gilt für LiIon-Akkus allgemein als Nonplusultra.

    0.5C heißt: Laderate 1/2 des Zahlenwerts der Nominalkapazität, also bei deinem 3400mAh Enerpower protected (Panasonic NCR18650B-basiert) bis zu 1700mA / 1.7A.

    Mehr als 0.5C nur wenn vom Hersteller ausdrücklich zugelasen (i.d.R. sind bis 1.0C zulässig, bei IMR-Akkus oft auch mehr), wobei sich eine Schnelladung mit über 0.5C tatsächlich auf die für den jeweiligen Zyklus erzielbare Nutzkapazität minimal negativ auswirkt, sowie zu einem gewissen Grad auf Dauer auch auf die Zyklenfestigkeit (“Akkualterung”).

    Eine Ladung unter 0.5C wiederum bringt i.d.R. keine merkliche Schonung der Akkus oder Verbesserung der erzielbaren Nutzkapazität mit sich.

    Daher darfst du deine NCR18650B ruhig im Xtar SP2 auf der 1,0A Stufe laden.

  3. Olizeon 22 Aug 2013 at 20:28

    HeHo,

    Ich bin im Moment auf der Suche nach einem Ladegerät mit dem ich meine Panasonic NCR18650B ganz voll laden kann. Da durch die recht hohe Kapazität, nicht wirklich jeder Lader die voll machen kann. Ist hier der SP2 mit seinen Potenten 1A Ladestrom eine gute Wahl?
    Mir ist es auch recht egal wen die Akkus dadurch nicht so lange halten, das wichtigste ist das sie wirklich voll sind. ^^

  4. adminon 24 Aug 2013 at 04:32

    Olize,

    Sorry für die späte Antwort. Nach dem von mir getesteten Ladeverhalten halte ich den SP2 für deine Zwecke sehr gut geeignet, ja. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich meist mehr nutzbare Kapazität erhalte, wenn ich nicht mit dem maximalen Ladestrom arbeite. Teste das ruhig auch mal aus..

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