Oct 27 2012

LiIon-Lader EFest “BIO Charger”

veröffentlicht in Kategorie LiIon-Lader-Tests  

Frisch im Handel aufgeschlagen ist der “BIO Charger” des bekannten chinesischen Großhändlers / Distributors EFest, auf dem Lader-Markt allerdings noch ein kleines Licht. Taugt der? 

 

Das Testgerät wurde uns freundlicherweise von akkuteile.de zur Verfügung gestellt. Der EFest BIO Charger selbst ist dort noch nicht gelistet, aber ich vermute, er wird dort auch bald bestellbar sein.

 

Der EFest BIO Charger in weiss

Wenn ich dem Fazit schonmal etwas vorgreifen darf: Ich kann verstehen, warum man landläufig der Meinung ist, der BIO Charger würde von Xtar gefertigt, die Geräte sind sich mehr als nur ähnlich, gewissermaßen sieht der EFest-Lader aus wie ein Xtar WP2 II (Review hier im Blog) mit der Bedienung des Xtar SP2. Und EFest/BIO (= BestInOne, eine ehemalige Marke von EFest – die Abkürzung hat also nichts mit ökologisch auf dem Feld gewachsenen Ladegeräten zu tun..) blicken bereits auf eine lange  und zweifellos auch erfolgreiche Kooperation mit Xtar zurück; EFest ist einer der großen Distributoren von Xtar.

Tja, der BIO sieht aus wie ein Xtar, riecht er aber nicht wie ein Xtar. Überhaupt nicht! Ich dachte mir blähts die Lunge auf. Der EFest BIO Charger (hier vorliegend: die weiße Variante) stinkt erbärmlich nach Chemiefabrik, sozusagen alles andere als “bio”. Sabbel sagte mir, er hätte das Testgerät schon gut 48h ausgelüftet, bevor er mir den eingepackt hatte, nichts desto trotz dachte ich, mich trifft der Schlag beim Auspacken. Das für die weiße Variante verwendete “hochglänzende” Plastik stinkt nicht nur, es wirkt auch irgendwie ein wenig billig (die schwarze Variante sieht hingegen jedenfalls auf Händler-Fotos vom Kunststoff her “wertiger” aus). Haptik und Geruch passen jedenfalls bei der weißen Version mal gar nicht, das riecht schlimmer als meine “Bio”-Tonne im Hochsommer und die stelle ich nur selten freiwillig ins Wohnzimmer.  Zum Glück ist der Geruch *kein* für Ladertests relevantes Kriterium, sonst wäre der BIO Charger nämlich durchgefallen. 

Update:

Ein Besitzer eines schwarzen Exemplars schrieb, daß dieses wohl nicht so stark gerochen hätte im Auslieferzustand und auch der Fabrik-Geruch nach einigen Tagen verflogen war.

 

Nach diesem olfaktorischen Terrorangriff auf meine durch das Dampfen gerade erst wieder zum Leben wiedererwachte Nase geht’s nun aber erst mal geordnet weiter im Testablauf mit der Beschreibung der 

 

 Merkmale des EFest BIO Chargers:

  • 2-Schacht LiIon Ladegerät für 1 oder 2 Akkus 10430, 16340 bis 18700 gleichzeitig. Ein einzelner 26xx0 kann theoretisch ebenfalls geladen werden, das Einlegen des 26650/26500 gestaltet sich jedoch vielleicht etwas weniger elegant.
  • wie auch der Xtar WP2 II greift der EFest BIO Charger auf die von Xtar bekannten “Spacer” (einschraubbare Distanzstücke) in minimaler optischer Abwandelung zum Laden kleinerer Akkus (16340/18350/10440) zurück. Genau wie beim WP2 II werden 2 Spacer mitgeliefert, zum Laden von 2 16340/18350-Akkus gleichzeitig jedoch 4 Stück insgesamt benötigt, also bei Bedarf am Besten direkt zusätzliche mitbestellen (die Xtar- und EFest-Spacer sind untereinander kompatibel). Akkus ab Größe xx500 (14500/18500) werden vom ausreichend stabilen Schiebermchanismus ohne Spacer gut gehalten.
  • der Ladestrom ist per per “Soft-Button” umschaltbar zwischen 500mA und 1A
  • per USB Buchse kann, solang kein Netzstrom anliegt, ein USB Gerät aus dem in Schacht 1 eingelegten Akku versorgt/geladen werden (“Powerpack”-Modus). Anders als beim Xtar WP2 II ist diese Funktion “elektronisch gesperrt” (d.h. nicht wählbar) sobald Spannung an der Netzbuchse anliegt (verhindert so Fehlbedienung). 
  • Stromversorgung erfolgt über ein (im Gegensatz zum Xtar WP2 II steckerleistenfreundlich-schlankes) Euro-Netzteil oder KFZ-Adapter, im Lieferumfang ist beides enthalten.

Im direkten Vergleich mit dem Xtar WP2 II

…etwas erhabenere Kontaktflächen beim EFest BIO Charger als beim Xtar WP2 II…

  • der Pluspolkontakt, welcher beim Xtar WP2 II bei sogenannten “recessed flat top” 18650-Akkus (kein “Nuppel” und “zurückgezogener” Pluspolkontakt) wie z.B. dem Samsung 18650-22P gerne mal zu Kontaktschwierigkeiten bzw. Verletzungen des Mantels geführt hat, ist beim EFest BIO Charger ausgeprägter und findet so zuverlässig auch bei solchen, im Xtar WP2 II “problematischen”, Akkus Kontakt.
  • anstelle des manuellen Schalters “elektronischer Soft Button” – ist von der Bedienung her auch dank der Fehlbedienungssperre für USB-Output sicher kein Fehler. Ein Gimmick zwar nur, aber warum nicht.

 

BIO Charger..

..”nackt” (Klick gibt tiefere Einblicke!).

Xtar WP2 II-..

..Innen-Ansicht zum Vergleich.

Ladetest:

Der Lader nimmt seine Arbeit mit unserem zuvor auf 3.0V@2A entladenem 18350er IMR Dampfstrom Akku auf und die Reise beginnt mit knapp unter 500mA Ladestrom – so wie wir das zuvor per Button ausgewählt haben. Sehr hübsch anzusehen wie die Ladeelektronik in der nun beginnenden CC Phase die Arbeit aufnimmt.. Nach einer halben Stunde sind wir bei ca. 3,84V angekommen, selbstverständlich noch innerhalb der CC Phase um 500mA

Kurvenmalerei.. isses nicht hübsch? (die ersten 30Minuten, gezoomt)

jetzt mal bildlich gesprochen: eine kleine Dreieckswelle “reitet” auf der Mikroprozessor typischen CC Sägezahn-Kurve. Entzückend, da lacht das Herz und der Akkumeister Sabbel bestimmt auch..

Ok, ich bin ein Freak, deal with it  ;-)

Bei erreichen von 4.12V nach fast genau 60 Minuten verlässt er die CC Phase und beginnt den Ladestrom langsam zu reduzieren und geht so über in eine (Testakkubedingt) kurze & gestauchte CV Phase.

Recht vorsichtige Terminierung um 145mA nach einer Gesamt-Ladedauer von 1 Stunde 29 Minuten bei Endspannung 4.15V.  

Spannungsverlauf

 

Strom

Es wurde ordentlich terminiert, der Akku kann nach Ladeende im EFest BIO Charger verbleiben, der Lader hat komplett abgeschalten (0,00mA). Vielleicht etwas früh, ein bissl höhere Spannung hätte es schon sein dürfen, aber konsequent Akkuschonend ist es allemal.

Gesamt-Ladedauer: 1 Stunde 29 Minuten
Ladeschluss Spannung: 4,15V 
Korrekt terminiert bei: 145mA 

Dem Akku konnten danach 792mAh entnommen werden (3,0V@2A)

Ladetest 2

1A ausgewählt. Als Testakku ein Panasonic CGR18650CH. Ladestrom im Schacht1 gemessen etwa 950mA – das Einlegen eines zweiten Akkus in Schacht 2 bewirkt keine signifikante Änderung des Ladestroms im ersten Schacht, auch nicht beim rausnehmen. So soll es sein.

Der weitere Ladeverlauf unaufällig, wie man es von ein ordentlichen CC/CV Lader erwartet.

Gesamt-Ladedauer für den CGR18650CH: 2 Stunden 40 Minuten 
Ladeschluss Spannung: wieder: 4,15V 
Korrekt terminiert bei: 137mA

(Der Akku im 2. Schacht, ein Sanyo UR18650W wurde auf 4.16V geladen) 

 

Ladetest 3:

Wir legen einen Akku ein, der zuvor auf 3,90V (@ 500mA) vorgeladen wurde: Der BIO Charger startet eine entsprechend verkürzte CC Phase im gewählten Ladestrom und lädt dn Akku analog zu Test 1 fertig.

Übrigens geht auch das erneute “anstubsen” eines eigentlich vollen Akkus, wie von einigen Xtar-Besitzern praktiziert, beim EFest BIO Charger: es startet eine weitere Ladephase mit Start um 200mA

“Stupser” – viel bringen tuts allerdings nicht

 

Ladetest 4:

Beim Einlegen eines tiefentladenen Akkus

  • unter 1.0V: die Ladung wird verweigert, kin kontinuierlicher Ladestrom messbar, LED bleibt grün
  • über 1.0V: mein auf 2,25V (Idle) tiefentladener TestAkku wird vorsichtig mit 140mA aufgepäppelt

Ladetest 5:

Ein Protected Akku, dessen Protection angesprungen ist: die Protection wird gelöst, der Akku dann wie in Test 1 geladen. Auch das ist das korrekte Verhalten.

 

ein einzelner 26650-Akku geht grad so rein

Mein Fazit:

Es sind kleine Detailverbesserungen, wenn man vom Xtar WP2 II als Vorlage ausgeht, die dem EFest BIO Charger zugedacht wurden. Trotz des Genörgels über den Geruch und die nicht ganz so wertig erscheinende Haptik des Hochglanzplastiks geben das kompakte  Gehäuse (in weiß oder schwarz erhältlich) und vor allem auch die stromführende Teile sowie Mechanik keinerlei Anlass zur Kritik. Sauber umgesetztes CC/CV Ladeverfahren, korrekt terminiert, Akkus können nach Ladeende im Lader verbleiben.

Vom eher zurückhaltenden Ladeverfahren erinnert er mich mehr an den Xtar WP6 II als an den naheliegenderen Bruder Xtar WP2 II, genrell gefällt mir die Ladechrakteristik des EFest BIO Chargers etwas besser als die etwas ungewöhnliche CC/CV-Implementation im Xtar WP2 II. Die Ladesteuerung unterscheidet sich zwischen beiden Geräten doch deutlich – siehe Test des Xtar WP2 II hier im Blog – und, ohne es fundiert begründen zu können, will ich meinen: beim BIO Charger zum Besseren. Und schneller als der WP 2 II ist der Bio Charger allemal.

Jedoch: Ich bin ein Akkuschwein, ich bevorzuge einen Lader, der mir die Akkus randvoll macht, gern noch ein bissl extra oben drauf. Und wenns mich ein paar Zyklen kostet, kauft man halt in nem Jahr wieder neue. Sabbel jedoch, der ist eher der Akkufreund, dem müsste das eher konservative, akkuschonende Ladeverfahren des EFest BIO Chargers sehr entgegen kommen.

Alle notwendigen Sicherheitsfunktionen sind vorhanden, der Lader ist auch für Einsteiger problemlos nutzbar. Ladeverfahren, Effizienz, und auch der Preis sind durchwegs gut. Der Lader ist problemlos über den deutschen Fachhandel zu bekommen.

Der EFest BIO Charger bekommt von mir einen klaren Kauftipp! Zur Schonung der Riechnerven aber lieber die schwarze Variante kaufen.

 

Bezugsquellen:

 

..vielleicht bald akkuteile.de?

 

Eine allgemeine Bezugsquellenübersicht findet man hier im Dampfertreff-Forum: http://www.dampfertreff.de/t68427f957-EFest-BIO-Charger-Multiladegeraet-Preisuebersicht-Sammlung-Haendlerpreise.html#msg1172335 (Registrierung erforderlich)

 

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7 responses so far

7 Responses to “LiIon-Lader EFest “BIO Charger””

  1. Robert Schreiberon 20 Feb 2013 at 20:27

    Ich habe mir nach dem Kauftip sofort das Efest BIO gekauft und bin auch wirklich zufrieden mit dem Gerät nur kommt mir etwas komisch vor.
    Du schriebst ja das die Schächte untereinander keinen einfluss haben.
    Ich habe aber feststellen müssen das wenn ein Akku fertig geladen ist ( der andere lädt noch also rot ) und ich den raus nehme der andere sofort auf grün überspringt ( nur wenn er eh fast fertig wäre ) ausserdem sieht es so aus das wenn der akku in schacht 1 geladen ist dass BIO trotz eingestöpselten Netzstecker ihn für die versorgung des USBsteckplatzes und der LED nutzt und ihn daher minimal entläd.
    Konntest du dieses verhalten auch beobachten?

  2. adminon 23 Feb 2013 at 20:51

    Ich hab das auf meiner To-Do Liste und werde das die Tage nochmal genauer untersuchen. In meinem eigentlichen Test war nach Ladeende kein Stromfluss mehr messbar, also auch kein Entladen.. aber dummerweise in einem Messbereich, der bei sehr geringen Strömen nimmer passend ist. Ich muss das mal nochmal anders messen, das hört man jetzt ja doch öfters, dass der doch sehr am Akku zieht.

  3. Robert Schreiberon 27 Feb 2013 at 15:56

    dann schonmal vielen Dank im voraus. Freue mich schon auf das Ergebnis.

  4. vargon 02 Jun 2013 at 10:05

    Würde mich auch interessieren.

  5. J.Wöhneron 30 Jun 2013 at 01:42

    Vielen Dank für diese informativen und sicherlich aufwändigen Tests.
    Schön zu hören,dass man das richtige gekauft,bzw. richtig im Laden beraden wurde.
    Bei meinem Weißen sieht es so aus,als wäre er übergespritzt worden,auf der Rückseite ist ,bei der erhabenen Schrift,gerade noch der Name/Abk. ROHS zu lesen.
    Vielleicht der Übeltäter für diese “Geruchsbelästigung”.
    Nochmals Danke für Eure Infos.

  6. Guenteron 25 Oct 2013 at 00:34

    Danke für Deine ausführlichen Testergebnisse!
    Derzeit wird ein neues Ladegerät von Efest mit Namen LUC angeboten dass – wie das Xtar VP1 – mit einem Display daher kommt …
    Amazon:
    http://www.amazon.de/efest-Akku-Dual-Ladeger%C3%A4t-Universal-LCD-Display-KFZ-Ladekabel/dp/B00D8ZDIEO/
    eBay:
    http://www.ebay.de/itm/111087635731
    YouTube:
    https://www.youtube.com/watch?v=8IwjZuORB4w

    das Teil wird als Nachfolger des BIO gehandelt – wäre daher interessant wie sich das Teil so macht denn preislich ist es deutlich atraktiver als das Xtar VP1 …

  7. adminon 25 Oct 2013 at 13:52

    Hi Guenter,

    recht sicher kommt die Tage ein Test der neuen 4 Schachtversion des LUC.. Muss mal gucken, ob ich den 2 Schacht LUC irgendwo als Testexemplar bekomme.

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