Oct 17 2012

Akkuträger VV350 Chrom (VV Power / VV Shooter)

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Günstige, einfache “2*18350 stacked”-Akkuträger ohne großen Schnickschnack sind irgendwie gerade stark in Mode – der “VV350 Chrom” vom chinesischen Hersteller “KSD” (nicht verwechseln mit einem ebenfalls unter “VV350” bekanntem Mod mit Plastikgehäuse aka “Blackbird VV”!) ist ebenfalls so einer. Bekannt auch unter den Handelsbezeichnungen “VV Power”, “VV-Shooter”, “VV Simple Mod”, “VZ6”, “Varistack Chrome” und so weiter.. Das Teil hat definitiv mehr Namen als Funktionen! Schauen wir mal, ob es für ein “low cost”-Gerät überzeugen kann..

VV350 Chrome mit GG Penelope

 

Zunächst die obligatorische “äußerliche Erstbetrachtung”:

Schlanker, verchromter Kupferkorpus, Metall-Knöpfe, großes, gut ablesbares Display in rot mit einer eher nutzlosen weil kaum sichtbaren blauen Knopfbeleuchtung während dem Feuern.

Ei schau, da leuchtets blau!

Man glaubt oft gar nicht wieviel 1 oder 2mm im Durchmesser schon ausmachen können – der VV350 Chrom mit seinem 20mm Korpus wirkt schön schlank, fügt sich recht angenehm in meine Hand und macht so rein von Haptik und der Optik einen sehr gefälligen Eindruck. Das solide Gewicht von 120g (natürlich zu einem Teil den Akkus geschuldet) passt da sehr gut dazu.

Oben finden wir einen eGo-ähnlichen Verdampferanschluß ohne Außengewinde, umgeben vom einem von 20mm auf 17mm zulaufenden Konus, was zum einen die Optik eines “versenkten” Anschlusses bewirken soll und als Nebenwirkung ein riesen Dripwell bringt. Das Verdampferanschlussgewinde geht soweit in Ordnung, wenn man den Verdampfer etwas anzieht wackelt auch nix. Die kreuzförmig angebrachten Kerben helfen bei der Luftzufuhr.

sieht aus wie ein richtiger eGo Anschluss, isses aber nicht

Der etwas ungewöhnlich stirnseitig unter dem Display angebrachte Feuerknopf steht etwas hervor und ist nicht vor versehentlicher Betätigung geschützt. Daneben gibts es noch ein + und einen – Knopf und sonst nix mehr. Die Knöpfe scheinen allesamt aus Metall mit ordentlich Druckpunkt. Den Feuerknopf würde ich mit “gut-befriedigend” bewerten wollen. Der beliebte Rasseltest zeigt: Ja, rasselt moderat.

Akkumäßig setzt der Hersteller beim VV350 Chrom auf 2* 18350er gestacked (“in Reihe”), entweder genuppelt (“Button Top”) oder flach (“Flat Top”) – Protected passen nicht. Für den Testbericht verwendet werden AW IMR 18350. Das Akkurohr des mir vorliegenden Exemplars ist etwas eng ausgefallen – ein wenig dickere 18350er klemmen schon mal, die AW IMR gehen aber problemlos rein und raus. Der Akkudeckel läuft bei mir  recht hakelig, bei “Nuppel-Akkus” etwas schlechter, bei kürzeren Flachnasen wegen des geringerem Federdrucks etwas besser. Da dürfte gerne seitens des Herstellers nachgebessert werden.

 

Die neuen Smoktech Vmax 18350 IMR-Akkus (nun blau) und der Akkudeckel neben der VV 350

Useability:

Die Antwort lautet “Nö”. Egal auf welche Frage, denn der VV350 Chrom “glänzt” durch das Fehlen jeglichen Schnickschnacks. Hat der Akku-Ladezustandsanzeige? Nö. Merkt er sich die Einstellung beim Akkuwechsel? Nö. Hat er Widerstandsmessung? Ja,bestimmt.. (natürlich nicht). Es gibt einen Knopf zum Feuern, einen für + 0,1V und einen für – 0,1V. Punkt. Fertig. 5 mal schnell gefeuert und aus isser. 5x feuern und an ist er wieder.

Einfacher zu Bedienen geht wahrscheinlich nimmer, aber das Fehlen einer Akkuladezustandsanzeige ist für mich jedoch eine bittere Pille.

 

… blick ins Akkurohr: Platine geschützt, hervorstehender Pluspolkontakt. Übrigens ist das da innen nicht luftdicht – im Ernstfall ist Ausgasung problemlos über die Taster und das (auf diesem Bild nicht erkennbare) Loch im Akkudeckel möglich.

Sicherheit:

  • Kurzschlussschutz (getestet: Regelelektronik selbst ist kurzschlusssicher, jedoch keine Warnung im Display bei Kurzschluss)
  • Verpolungsschutz (getestet: elektrisch implementiert – keine Nuppelpflicht)
  • Protected-Akkus passen nicht, daher IMR-Akkus – auch aufgrund der hohen Leistung – dringendst angeraten
  • Feuerknopf hervorstehend und damit nicht vor versehentlicher Betätigung geschützt.
  • Komplett-Abschaltung des Geräts durch 5x schnell hintereinander Feuertaste
  • 14 Sekunden Zugbegrenzung
  • Abschaltung bei leerem Akku / Tiefentladeschutz vorhanden (Anzeige “Lo” im Display, Akkus hatten im Test nach Entnahme 3,5V Leerlaufspannung – der Tiefentladeschutz-Schwellenwert scheint also vernünftig gesetzt)
  • Ausgasmöglichkeit in beide Richtungen durch Bohrung im Akkudeckel sowie Taster gegeben

 

Leistung unter Last

1.4 Ohm, 4.5V soll (Klick macht groß)

1.4 Ohm, 5.5V soll (Klick macht groß)

Wie auch beim Vmax besteht der PWM-modulierte Output des VV350 Chrom aus Paketen mit Pulsen unterschiedlicher Weite, so dass die einfache Formel für die Errechnung von Veff bei Rechteckwellen anhand Duty und Vavg aus dem Oszilloskopbild viel zu ungenau wäre.

Die Messungen erfolgten daher primär mit dem Uni-T 71B TrueRMS Meter, das Oszi nebenher nur als grobe Gegenprobe.

Mit handelsüblichen Haushaltsmultimetern oder Inline-Voltanzeigen ist logischerweise in diesem Fall gar nix zu machen.

1.4 Ohm
Soll: VV350 Chrom Vrms (*1) <> Smok Vmax Volcano/eGo-LV
3,0V 4,02V 4,2V 3,89V
3,5V 4,35V 4,7V 4,12V
4,0V 4,80V 5,0V 4,51V
4,5V 5,24V 5,5V 4,70V
5,0V 5,67V 5,8V 4,97V
5,5V 5,90V 6,1V 5,25V
6,0V 6,16V 6,4V 5,62V
1.8 Ohm
Soll: VV350 Chrom Vrms (*1) <> Smok Vmax Volcano/eGo-LV
3,0V 4,17V 4,3V 3,90V
3,5V 4,52V 4,8V 4,17V
4,0V 4,95V 5,2V 4,52V
4,5V 5,36V 5,7V 4,77V
5,0V 5,77V 6,1V 5,01V
5,5V 6,02V 6,3V 5,36V
6,0V 6,25V 6,6V 5,64V
2.2 Ohm
Soll: VV350 Chrom Vrms (*1) <> Smok Vmax Volcano/eGo-LV
3,0V 3,99V fehlt(*3) 3,80V
3,5V 4,24V fehlt(*3) 4,04V
4,0V 4,73V fehlt(*3) 4,39V
4,5V 5,10V fehlt(*3) 4,73V
5,0V 5,52V fehlt(*3) 5,01V
5,5V 5,77V fehlt(*3) 5,21V
6,0V 6,08V fehlt(*3) 5,57V
2.6 Ohm
Soll: VV350 Chrom Vrms (*1) <> Smok Vmax Volcano/eGo-LV
3,0V 4,20V 4,6V 4,10V
3,5V 4,49V 5,0V 4,39V
4,0V 4,89V 5,5V 4,76V
4,5V 5,29V 5,8V 4,98V
5,0V 5,67V 6,1V 5,30V
5,5V 5,91V 6,5V 5,58V
6,0V 6,21V 6,7V 6,05V

(*1) Effektive Spannung am Verdampfer aus TrueRMS-Messung mit Uni-T 71B
(*3) Zum Testzeitpunkt war kein passender TestVD vorhanden.

 

Komplette Wertetabelle: VV_350_Chrom_VV_Shooter_TestResults.pdf

 

Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor und irgendwie schreib ich in letzter Zeit immer das Gleiche. Irgendwie unterscheiden sich die “Stacking-Akkuträger” alle in ihrem Regelverhalten nur in mehr oder weniger großen “Nuancen”, wirklich richtig machts irgendwie keiner…

Die Regelung des VV350 Chrom kommt mir von der Arbeitsweise auch sehr bekannt vor, erinnert mich gerade auch mit der variierenden Frequenz und dem “paketweisen” PWM-Output stark an die Vmax-Steuerung. Der Vmax liegt aber unterm Strich doch noch deutlich über dem VV350 Chrom, also mit noch viel größeren Überschreiten der Sollspannung, von dem her schneidet die VV350 Chrom also in diesem Punkt besser ab.

Ansonsten:

  • Für Verdampfer unter 2,2 Ohm liegt auch der VV350 Chrom betreffs seiner effektiven Ausgangsspannung durchweg zu hoch. Der Hinweis: “Nicht für niederohmige Verdampfer” ist also berechtigt.
  • Höchste gemessene Leistung 27W / 4,5A, wobei das mit noch niedrohmigeren Verdampfern vielleicht noch übertroffen werden könnte.
  • Guter Regelbereich – im Schnitt sind das jeweils so ca. 2V, die man effektiv variieren kann.
  • Eine Scheibe abschneiden sollten sich die Entwickler des VV350 Chrom jedoch einmal beim Hersteller der kürzlich ebenfalls hier im Blog getesteten Volcano Power Tube / eGo-LV – der macht vor, daß es auch im “Low Cost”-Preissegment bei “Stacking-Akkuträgern” tendenziell regeltechnisch besser geht (an den oben stets eingefügten Vergleichswerten deutlich zu erkennen)

 

Dampfphase

VV350 Chrom in der Dampf-Phase: 14 Sekunden Cut-Off, sonst unauffällig – im Spannungsaufbau bissl langsam vielleicht

 

Nachregeln bei sinkender Akkuspannung?

Akku Voll vs. Akku Leer (Vrms) – bei 2.2 Ohm
Soll 3,0V 3,5V 4,0V 4,5V 5,0V 5,5V 6,0V
VV350 Chrom Chrom Akkus voll  (~8,4V idle) 4,0V 4,2V 4,7V 5,1V 5,5V 5,8V 6,0V
VV350 Chrom Chrom Akkus leer (~7,0V idle) 3,9V 4,2V 4,5V 4,8V 5,1V 5,5V 5,8V
<>
Volcano / eGo-LV Akkus voll (~8,0V Last) 3,7V 3,9V 4,3V 4,6V 4,9V 5,1V 5,4V
Volcano / eGo-LV Akkus leer (~6,5V Last) 3,9V 4,2V 4,5V 4,7V 4,9V 5,3V 5,7V

 

Der VV350 Chrom bricht doch etwas ein, wenn der Akku nachlässt, liegt aber mit ca. 0,25V Abfall bei fast leerem gegenüber vollem Akku noch im guten Mittelfeld.

Da wird man in der Praxis wohl gegen Ende hin etwas nachregeln. Beziehungsweise: Beim tatsächlichen Dampfen mit meiner Penlope nahm ich den geringfügigen Leistungseinbruch als Zeichen dafür, dass der Akku bald gewechselt gehört, denn eine Ladezustandsanzeige gibt es ja nicht. Wenn der nun völlig konstant bleiben würde, hätte man ja gar keine Vorwarnung, dass die Akkus bald leer sind..

von Oben: Provari Silber mit Extension, VV350 Chrom, Young June Lavatube 2.0/2.1T Chrom

 

Abmessungen:

  • Durchmesser: 20mm – dickste Stelle: 21mm Knöpfe
  • Länge: 129mm
  • Gewicht inkl. 2x AW IMR 18350: 120g

 

Fazit:

Ich hätte ihn echt gerne gemocht, den VV350 Chrom.

Mit seiner wirklich üppigen Leistung und dem geringen Preis unter 30,- Euro, dazu gefällige Form und Optik – aber so richtig will der Funke nicht überspringen zwischen uns. Der dickste Lapsus ist irgendwie die fehlende Akkuzustandsanzeige, wen das jetzt nicht unbedingt stört und wer primär auf vieeel Power steht, der macht mit dem VV350 Chrom sicher ein gutes Schnäppchen. Mit dem leidigen Thema “Haut mehr raus, als er soll” kann man sich mit VD ab >2.0 Ohm sicher gut arrangieren und bekommt gute Regelbarkeit mit dazu.

Vielleicht sieht Kollege Sabbel das aber ja nochmal anders..

 

SabbelMR sagt: “Fast geschenktem Gaul guckt man nicht zu tief ins Maul”. Der VV350 Chrom ist wirklich im untersten Preissegment angesiedelt und liefert dafür Manches, was teurere Geräte vermissen lassen: Einen brauchbaren Regelbereich (wenn auch mit eingeschränkter Verdampferauswahl, es sollte schon höherohmiger sein), vergleichsweise gute (wenn auch nicht perfekte) Spannungskonstanz über die Akkulaufzeit, die grundlegenden Sicherheitsfeatures sowie eine etwas “schwerere” Haptik und prinzipiell nicht zu beanstandende Verarbeitung (vom grausigen Akkudeckel-Gewinde mal abgesehen).

Klar, die Display-Anzeige stimmt nicht mit der effektiven Ausgangsspannung überein. Das kann ich dem VV350 Chrom für seine aktuell ab 28,-€ aber leichter verzeihen als einem Akkuträger eines gewissen Herstellers mit dem Wort “Rauch” im Namen für mal eben 100,-€ Mehrpreis.

Technisch würde ich im selben Preissegment die nur unwesentlich teurere Volcano Power Tube / eGo-LV vorziehen. Optik und Haptik wiederum sind Geschmackssache, und da mag manch einem der VV 350 Chrom eher zusagen. Prinzipiell darf man beim VV 350 durchaus zuschlagen, wenn man denn vorab gewarnt ist, dass sich niederohmige Verdampfer und dieses Gerät eher nicht anfreunden werden (darauf weist löblicherweise aber auch der überwiegende Teil der Händler hin).

Akku-Empfehlung:

Da Protected-Akkus bedauerlicherweise ja nicht in den VV 350 Chrom passen, überdies aber der Markt aber sowieso kaum brauchbare Protected in 18350er-Größe vorhielte, wäre das Nonplusultra hier – wie schon bei anderen Akkuträgern mit 2*18350-Akkukonfektion – der AW IMR 18350.

Günstiger mit vergleichweise vernachlässigbaren Leistungsabstrichen sind der original Smoktech vmax “high power” Akku (IMR-Chemie und selbstverständlich nicht nur im Vmax nutzbar) oder der EFest IMR 18350 in der Variante ohne “Nuppel”.

Neben dem Preisaspekt ist an letztgenannten Akkus gegenüber dem AW IMR 18350 auch vorteilhaft, daß das etwas “widerspenstige” (siehe weiter oben) Akkugewinde sich mit diesen “flachnasigen” Akkus in der Praxis etwas leichter schrauben lässt als mit dem “genuppelten” AW IMR.

 

Die günstigeren Smoktech und EFest IMR “flat top” V1 18350 fast gleichauf mit AW IMR, abgeschlagen: EFest IMR 18350 “button top” V1

Vollständige Akkudaten hier:

 

Zu Beachten sind die hoffentlich mittlerweile allgemein bekannten Handhabungsregeln für reihengeschaltete Akkus: Akkus im Auslieferzustand paarweise in Betrieb nehmen (am Besten kennzeichnen), paarweise gebrauchen, paarweise aufladen und die Akku-Paare nicht mehr trennen; niemals unterschiedliche Akkus oder Akkus verschiedenen Ladestandes kombinieren.

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