Aug 02 2012

Testbericht: Joyetech eCab

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Joyetechs Nachfolger der inzwischen doch etwas betagten 510T “Slim”-eZigarette ist da. Dann schauen wir mal.

Im Bereich der “zigarettenähnlichen” Slim Modelle gibt es zwar auf den ersten Blick unglaublich viel Auswahl, aber leider auch sehr viel Schrott. Unter Strich war der eCab Vorgänger, die Joyetech 510T, das einzig empfehlenswerte Modell in dieser Kategorie der Slims. Dieses Format ist bei Umsteigern gerade wegen der vertrauteren Form und einer normalen Zigaretten ähnlichen “Hand-Haltung” (kann man schön zwischen Zeige- und Mittelfinger stecken) schon immer recht beliebt gewesen, ich selbst hatte mir aus eben diesen beiden Gründen am ersten Tag meiner Dampferkarriere so ein Slim Modell gekauft.

Handling:

Das hochwertige, aber dünne Metallgehäuse der eCab macht einen sehr guten Eindruck, stabil und hübsch anzusehen, aber drauf stehen würde ich aufgrund der geringen Wandstärken nicht empfehlen. Der weiss beleuchtete Taster funktioniert richtig gut, zuverlässig, mit spür- und hörbarem Druckpunkt. Die eCab ist anders als der Vorgänger 510T nicht mehr als Automatik erhältlich. Gerade Einsteiger, die Joyetech wohl primär mit diesem Modell ansprechen möchte, dürfte dies etwas etwas enttäuschen – “bei einer Zigarette musste ich auch nie ein Knopf drücken”. Der Taster meldet Akkuschlussspannung erreicht durch 10-fach blinken, eine Ladezustandsanzeige gibt es nicht.

Joyetech setzt bei der eCab auf die bewährte Verdampfertechnik der großen eGo-C Modelle: auch in der eCab kommen die kleinen, spielend leicht austauschbaren eGo-C Verdampferköpfchen zum Einsatz. Diese Töpfchen sind Verschleissteil und halten im Schnitt 3-4 Wochen, können dann aber recht preisgünstig als Ersatzteil nachgekauft werden. In der eCab ist der Tausch der Verdampferköpfche durch den Verzicht auf die getrennte VD-Basis nochmal ein Stück einfacher geworden, der Verdampfer wird nun direkt auf den Akku gesteckt und dann der Cone drüber geschraubt. Ein Dry-Burn oder der Dochtwechsel sowie das ESS Mod sind problemlos auch mit der eCab machbar.

Auch für das Tankmundstück hat Joyetech für die eCab nochmal die Entwickler bemüht: die eCabs kommen mit neuem Tankmundstücken, wieder ca. 1ml Füllmenge, neu sind die Silikondeckelechen, die früher nur als Sonderzubehör erhältlich waren und die nun einseitige Luftführung. In der Praxis zeigten sich diese Änderungen jedoch als weitgehend irrelevant. Weiterhin nutzen kann man die klassischen eGo Tanks in A (=klein) Ausführung oder auch die Biansi Tanks mit ihrem Silikondichtring anstelle des vollständigen Silikonkäpchens. Effektiv steht in der Slimline nun die selbe Tankkapazität zur Verfügung wie bei den deutlich größeren Midrange Modellen. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber den winzigen 510T Tanks.

Es bleibt wie bei allen Tankmodellen auch bei der eCab ein Problem mit der Kondensatansammlung im Mundstück, verbessern lässt sich das, wenn man die innen liegende Plastikbrücke – die Spaßbremse – aus dem Mundstück entfernt, aber ganz weg bekommt man das Phänomen nicht.

Sicherheitsfunktionen

  • Es gibt den gewohnten 5-fach Klick zur Abschaltung,
  • 10-Sekunden Zugbegrenzung
  • Verpolungsschutz bei falsch eingelegtem Akku
  • Entgasen über den Taster und den nicht -luftdichten Akkudeckel
  • Kurzschlussschutz per Elektronik

Dampfqualität:

In der Dampfleistung profitiert die eCab vor allem zu Beginn mit vollgeladenem Akku von der erhöhten Akkuspannung im Vergleich zur getakteten eGo-C, das gleicht sich mit Nachlassen der Akkurestspannung dann aber immer mehr an die solide, aber nicht überragende Dampfleistung der eGo-C an.  Es gibt bessere eZigaretten als die eGo-C, auch ist eigentlich der 510-T Verdampfer dem ego-C Verdampfer fast schon überlegen, aber im Slim Format mit den zu schwachen Akkus konnte dieser Vorteil des 510T Verdampfer nie ausgespielt werden, so ist die eCab in der Praxis unterm Strich ein merklicher Schritt nach vorne – im Handling, der Zuverlässigkeit wie auch in der Leistung. Die Aromaentfaltung der eCab ist auch generell über alle Geräteklassen hinweg gesehen noch ordentlich, Dampfmenge und Dichte ebenfalls – das dampft wie ne große, ThroatHit/Flash allerdings nur sehr mäßig.

Der Zugwiderstand ist ein bissl abhängig vom verwendeten Tank/Mundstück, aber insgesamt eher stark. Das könnte Einsteigern, die eh viel zu Stark an den Teilen saugen sogar entgegen kommen.

Tipp: Auch die eCab profitiert nochmal deutlich vom sogenannten ESS Mod, also dem Tausch des Glasfserdochtes gegen ein Stück gerolltes, oxidiertes Edelstahlsieb.

Stromversorgung:

Der Schwachpunkt des Vorgängers Joyetech 510T war schon immer die magere Akkuleistung: der kurze 510T Akku bot lediglich 220mAh, der lange Akku kam dann auf 340mAh. Für mich reichte selbst der große 340mAh Akku keine Stunde, ein Gelegenheitsdampfer, der nur ab und zu mal einen Zug nimmt, kommt damit natürlich länger aus.

Die eCab setzt nun erstmalig im Bereich der Slim Modelle wie die großen Akkuträgern auf einen auswechselbaren Standard LiIon Akku, zum Einsatz kommen hier “handelsübliche” Lithium Ionen Akkus in Bauform 10440  (= 10mm Durchmesser, 44mm Länge, rund). So kann man den Akku der eCab recht einfach wechseln. Das ist zum einen eine Kostenersparnis, ein 10440er Akku kostet deutlich weniger als der proprietäre 510T Akku, zum anderen ist der kleine 10440er Akku platzsparender im Transport und kann mit den gängigen LiIon Ladegeräte, die man später auch für die großen Profi-eZigretten Modelle benötigt, geladen werden.

Anders als bei den anderen Joyetech Modellen kommt bei der eCab keinerlei Spannungsregelung zum Einsatz, die je nach Restladung abnehmende Akkuspannung wird 1:1 an den Verdampfer abgegeben und liegt daher Anfangs bei 4.2V (Edit: Abzüglich Einbrechen des Akkus unter Last!) und fällt stetig bis zur Abschaltspannung der eCab ab. Viele manuelle Akkuträger, auch extrem teure Modelle, funktionieren nach diesem ungeregelten Prinzip und auch wenn ich persönlich kein Fan solcher ungeregelten Akkuträger bin, muss ich zugeben: diese Funktionsweise ist recht beliebt.

Das mitgelieferte 2-Schacht USB Ladegerät für 10440er tut erst mal übergangsweise oder als Reiselader seinen Dienst, ich empfehle jedoch beizeiten den Kauf eines etwas flexibleren und hochwertigeren Ladegerätes, zumal das tatsächlich benutzte Ladeverfahren bei eCab Lader noch ungeklärt ist. Bitte kein Trustfire Lader!

Leistung unter Last

Ich geb es zu, der Kommentar eines Händlers zu diesem Test / dieser Frage hat mich veranlasst, meine Behauptung über die Regelung zu substantiieren:

2.2 Ohm Verdampfer mit Joye ICR 10440p – der Referenz unter den 10440er Akkus

Akku-Ladestand eCab Output
4,2V 3,71V
3,9V 3,48V
3,7V 3,41V
3,5V 3,28V
3,4V 3,17V
3,3V 3,06V
3,2V “Akku Leer”

 

Entladekurve der Joyetech eCab Set-Akkus

Entladekurve des Joye eCab Akkus bei 2A (Click für Groß)

Akkutipps

Bei der Wahl seiner Akkus in Größe 10440 hatte Joyetech schon immer ein sehr gutes Händchen bewiesen, der bislang unter der Bezeichnung Joyetech ICR 10440p-360 angebotene blaue Akku war mit riesigem Abstand der beste auf dem Markt erhältliche Akku in dieser Größe. Kein anderer von uns getesteter Akku in 10440 kam auch nur annähernd an die Leistung des blauen Joye ICR 10440p-360 heran.

Speziell für die eCab hat Joyetech ja nun neue 10440er Akkus produzieren lassen, der Joye 10440-360 (ohne “P”), erhältlich in Schwarz oder Grau. Diese neuen 10440-360er sind zwar nicht mehr ganz so überragend wie die blauen ICR10440p-360, liegen im Spannungsverlauf bei gleicher Kapazität etwas unter dem Spitzenreiter, sind aber immer noch  um Klassen besser alles die Konkurrenz.

Wer einen Akku für die eCab (oder generell für 10440er) kauft, kauft einen Joytech Akku und lässt vor allem die grottigen xy-fire links liegen.

6 * 10440er Akkus im Vergleich bei 2A Last

Abmessungen:

Länge: 130mm inkl. Tankmundstück
Durchmesser: 11mm
Gewicht: luftig leichte 31g betriebsbereit inkl. Akku

Mein Fazit:

Es gab im Bereich Slim bislang nur ein empfehlenswertes Modell: die Joyetech 510T und ihre “direkten Klone”, die jedoch stark unter den  zu schwachen Akkus litten. Der Griff zum Akkuträgerkonzept kombiniert mit einem der besten 10440er Akkus überhaupt sowie das einsteiger-freundlichere Handling  setzen die eCab klar vor die 510T, die Dampfleistung bestärkt mich dann nochmal in diesem Urteil.

Aber über eines muss man sich immer klar sein: ein Slim selbst mit dem ICR10440p-360 kann für einen selbst moderaten Ex-Raucher nicht die Lösung sein, ein Slim Modell – selbst ein sündhaft teures Luxusmodell wie die Bulli Slim mit A2T Selbstwickler – ist ein Gelegenheitsdampfgerät, nicht mehr.

Die eCab ist nicht teuer und dem Preis angemessen. Ich find sie sehr sexy, ich hab den Test für den Review hier gerne und mit viel Freude gemacht, aber kaufen würde ich mir die eCab nicht. Die Laufzeit zu klein, die eGo-C Köpfe nur mittelmaß und das Kondensat-Problem aller Tanksysteme sind für mich KO-Kriterium. Ich dampfe derzeit GG Penelope auf Provari, der Ausflug zurück zu den Slim Modellen, meine 510T und die ego-C – beide am ersten Tag gekauft und danit den Ausstieg vom Rauchen geschafft – war eine lustige Reise an den noch gar nicht so lang zurückliegenden Beginn meiner Dampferkarriere.. Ja, vielleicht könnte ich mir mit ner eCab hin und wieder nochmal ne Stunde die Zeit vertreiben,  für eine Slim ist die eCab ordentlich, aber mehr wie ein “Regal-Stück” wird sie für mich nie sein, also lass ich den Geldbeutel dieses mal stecken.

Wie immer sieht meine Frau das komplett anders.. Sie ist begeistert von den geringen Abmessungen, die großen eZigaretten dampfen ihr zu stark, den GG Odysseus hat sie mir nach einem Hustenfall wieder zurück gebracht, ihren Provari Mini will sie nicht mehr, der ist ihr viel zu groß & schwer.. Sie bevorzugt die eCab ob ihrer Dampfqualitäten über den größeren eGo-C. Anstatt einer großen Dampfe besitzt und nutzt sie eine Armee diverser Minis, Slims und kleiner Dampfgeräte und will unbedingt so eine eCab als Erweiterung ihres Dampfsammelsuriums..

Eigentlich hätte ich hier nun noch einen Vergleich mit der Ovale Elips ( Testbericht hier ) bringen müssen, aber aufgrund der Tatsache, dass die original Elips abgekündigt und daher chronisch schlecht bis gar nicht mehr verfügbar ist, verzichte ich hier auf viele Worte. Die original Elips war der eCab überlegen, bei höherem Anschaffungspreis, höheren laufenden Kosten und schlechterem Handling. Die zahlreichen Elips Klone FZlips, LSK und wie sie alle hießen, kommen allerdings, soweit ich das im kurzen Andampfen sehen konnte, nicht an die eCab ran.

Varianten / Sets:

Die eCab wird in Einzelteilen oder als Starterset angeboten. Die eCab gib es derzeit in 5 Farben: Edelstahl, Schwarz, Weiss, Rosa & Rot. Angeboten wird das Starterset zum Empfohlenen VK von 56,- Euro, dank der rigiden und wenig kundenfreundlichen Preisgängelei seitens Joyetech dürften sich diese Preise erst mal recht stabil halten, echte Schnäppchen also nur über begrenzte Sonderaktionen einzelner Händler

Im Lieferumfang der Startersets befindet sich:

  • 1x Akkuträger “eCab” inkl. Deckel
  • 1x Verdampfer Cone
  • 2x ego-C Verdaampferköpfe
  • 2x eCab Tankmundstücke mit Silikondeckel
  • 2x Joye 10440-360 Akku
  • 1x USB Akkuladeschle
  • 1x USB Netzstecker

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3 responses so far

3 Responses to “Testbericht: Joyetech eCab”

  1. adminon 13 Oct 2012 at 19:10

    Ich geb es zu, der Kommentar eines Händlers zu diesem Thema hat mich veranlasst, meine Behauptung über die Regelung zu substantiieren, wer mag, oben ist nun eine Tabelle Leistung unter Last hinzugefügt..

  2. Rayon 30 Jan 2014 at 15:48

    Hallo, ich habe hier ein technoline BC700 Ladegerät das die 10440 der eCab aber partout nich laden will. Der Pluspol der joyetech Akkus ist einfach zu flach. Irgendeinen Tip wie ich das trotzdem hinbekomme? Möchte da aber nichts metallisches “reinstecken” da es nach unten durchrutschen könnte.

    Gruß

    btw: Ich nutze die eCab seit Anfang Januar und habe mit dem kleinen Schmuckstück das Rauchen komplett aufgegeben. :)
    Bisher 2-3 Päckchen “Pueblo” Tabak die Woche mit blauen “OCB” und “Gizeh” Feindrehfiltern.

  3. adminon 30 Jan 2014 at 19:33

    Ray,

    Vorsicht, nicht machen!

    Das Technoline BC700 ist doch ein NiMH/NICd Lader und kein LiIon Lader.. die 10440er sind zwar so klein wie eine AAA Zelle, aber die haben deutlich höher Spannung und ein ganz anderes Ladeverhalten, du brauchst einen LiIon Lader. Schau Dich mal hier nach Stichwort Ladegeräte um: http://www.mountainprophet.de/tag/ladegerate/

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