May 11 2012

Bottomfeeder im Vergleich: Reo Mini vs. VMod 2.0

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

An diesem Testbericht doktore ich nun schon paar Tage herum. Warum? Weils mir einfach richtig schwer fällt, die zwei zu beurteilen, die sind sich so ähnlich und doch wieder anders.. Ich versuchs jetzt einfach mal…

Beides sind Bottomfeeder.. also Akkuträger kombiniert mit einem Weichplastikfläschen, dass durch Zusammendrücken eine kleine Menge Liquid in den Verdampfer spritzt. Damit das funktioniert, muss der Verdampfer unten am Gewinde Öffnungen habe, das ist zum Glück die Norm. Grundsätzlich funktionieren daher die meisten 510er und 306er Drip Verdampfer wunderbar, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Nochmal zum Prinzip des Bottom-Feedens: das Liquid wird ohne direkten Kontakt – ohne einen Docht/Watte – in den Verdampfer gepresst, auf diese Weise kann kein Docht und keine Watte den Geschmack trüben, gleichzeitig muss man aber ständig Liquid durch Quetschen des Fläschens nachführen, also genau wie beim Drippen, nur dass man beim Bottomfeeder das Liquidfläschen nicht separat mit sich herumtragen muss. Geschmacklich ist dies mit dem Drippen auf dem selben hohen Geschmacksniveau. In der Praxis sind die ersten Tage mit einem Bottomfeeder jedoch ein ständiger Tanz zwischen kokeln (zuwenig Liquid) und geflutetem Verdampfer (zuviel Liquid),  dazwischen gibt einem die mehr zufällig getroffene richtige Menge schon gelegentlich mal eine Ahnung vom hervorragenden Dampf-/Geschmackserlebnis, das einen erwartet wenn man den Bogen dann mal raus hat.

Beide, der Reo Mini und auch der Vapage VMod2.0 benutzen nur moderat leistungsfähige 14500 Akkus, ich empfehle wie immer Sichere Chemie, aber grundsätzlich gehen in beiden sowohl Protected als auch Unprotected Akkus. Beide Bottomfeeder, Reo-Mini und Vapage Vmod2.0 verfügen über ein Schraubfläschen, das ca. 3ml Liquid aufnehmen kann, beide schaffen es nicht, mit nur einem Akku das komplette Fläschen leer zu dampfen. Selbst mit meinen besten Akkus, die hervorragenden Sonderausgabe SMR Dampfstrom 14500 des Dampfertreff.de Akkuexperten SabbelMR reicht eine Akkuladung je nach verwendetem Verdampfer nur so um 3/4 eines Fläschens, also grob gesagt so etwa 2ml. Beide Reo Mini und Vapage Vmod 2 sind etwa gleich groß. Bei beiden kann der Feuerknopf durch eine 45 Grad Drehung arretiert werden, was ungewolltes Befeuern wirksam verhindert. Weitere Sicherheitsfeatures gibt es nicht.

Der Vapage Vmod 2.0

… ist mit einem Verkaufspreis von 79,- *deutlich* preiswerter als der Reo Mini, für den 159,- Euro einzuplanen sind. Er ist nicht nur preiswerter, er wird darüberhinaus in einem umfangreichen Set geliefert, mit schöner Box, Ersatzfläschen, 2 Verdampfern und 2 Driptips – einmal kurz und einmal lang.

Die beiden Vapage Verdampfer sind etwas Besonderes:

  • der erste Verdampfer hat einen Wattekern, das kann man als “Trainingsverdampfer” für Bottomfeeder-Beginner bezeichnen, denn der Wattekern speichert zuviel eingespritztes Liquid und vereinfacht die Eingewöhnungsphase deutlich. Leider mag ich den verfälschten Geschmack aller Wattecartomizer nicht, weshalb ich auch mit  diesem Vapage Cartomizer nie warm werden konnte.
  • Der zweite mitgelieferte Verdampfer ist ein sogenannter Hybridverdampfer, die Wendel sitzt ähnlich wie beim iMist Verdampfers eingebettet in ein Edelstahlgeflecht, was wieder eine gewisse Menge Liquid abpuffern kann, nicht soviel wie der Wattecartomizer – aber dafür ohne die (eingebildeten?) Geschmacksverfälschungen des Wattecartos.

Darüber hinaus können im Vapage wie schon gesagt fast alle 510er Verdampfer und viele 306er Verdampfer benutzt werden, mit einem kleinen Unterschied zur Reo Mini: beim Vapage Vmod2.0 wird ein massiver Metallkonus über den Verdampfer geschraubt, ein 306er Verdampfer mit einem überbreiten Driptip (Beispiel Vape4Me Longneck 306 Delrin DripTip)  macht hier durchaus Probleme und passt schlichtweg nicht in den Konus. Auch sehr kurze Verdampfer sind etwas problematisch (z.b. Olympian 306 LR von Liberty-Flights.co.uk mit dem dazugehörigen Standard-Driptip ist nicht wirklich toll, weil zu kurz). Diese Klippen lassen sich umschiffen, ohne Zweifel, aber sie sind nun mal einfach da.

Die verwendeten Materialien des Vapage, stabiles Plastik mit einem sehr dünnen Alu-Cover ist zwar sauber verarbeitet, aber es kommt kein Gefühl von großer Wertigkeit auf. Der VMod ist das Arbeitstier. Beim Betätigen des Feuerknopfes wackelt dieser durchaus ein zwei Millimeter hin und her und es klappert ein bissl. Die Spaltmaße oben wo das Plastik aus dem Alucover heraus schaut sind etwas ungleichmäßig und einen Hauch gross geraten, die Kanten des Alucovers für meine “Mädchenhände” (wie meine Frau immer sagt um mich zu ärgern) einen kleinen Hauch zu kantig.

Der zuvor kritisierte Konus um den Verdampfer hat allerdings auch einen nicht zu verachtenden Vorteil: er umschliesst einen großen Teil des Verdampfers und sorgt so für deutlich mehr Stabilität und entlastet das Anschlussgewinde, wenn seitlich Druck auf den Verdampfer ausgeübt werden sollte (z.b. in der Hosentasche Vergessen und hingesetzt).

Beim Feeding Prozess mit dem Vapage Vmod2 sollte eigentlich der Vmod zunächst kurz überkopf (ok, übertrieben – schräg nach unten zeigend) gehalten werden, dann aufrichten, dann das Fläschen drücken. Das wirkt am Anfang die erste Zeit irgendwie komisch und teilweise ist mir dann schon ein Tropfen Kondensat(?) ausgetropft – das richtige Feeden ist eben auch ein Lernprozess. Nach wenigen Tagen sind solche Kleinigkeiten dann kein Thema mehr – und wen es total stört, der bastelt sich eine gekürzte 1,5mm Durchmesser Kanüle ins Fläschchen und feedet ab dann genauso aufrecht wie bei der Reo. Das Loch zum aufs Fläschen drücken liegt beim Vmod stirnseitig und ist großzügig bemessen. Mir gefällt die Position und größe des Lochs sehr gut, feuern mit den Daumen, feeden mit dem Mittelfinger, ohne umgreifen zu müssen.

Zum Liquidnachfüllen oder Akkutausch muss der Konus abgeschraubt und dann das Cover abgezogen werden, überlange Protected Akkus gehen zu Beginn noch etwas schwer wieder zu entnehmen. Insgesamt ist das etwas mehr “Aufwand” als beim Reo Mini.

 

Der Reo Mini..

.. kostet mit seinen 159,- Euro nicht nur das Doppelte, er wird dazu “ohne alles” nackt geliefert. Der reine Reo, sonst nix. Halt, ein Fläschchen befindet sich bereits im Reo. Beim Vapage zum halben Preis kriegt man neben einer hübschen Schmuckbox eben auch Zubehör im Wert um 15,- Euro mit dazu.

Es wird kein Verdampfer mitgeliefert, aber dafür gibt sich der Reo Mini weniger wählerisch bei der Verdampferwahl. Der Verdampfer trohnt weitestgehend freistehend oben auf dem Mini drauf, so dass keinerlei Bedenken von wegen zu dick oder zu kurz existieren, wer mag schraubt sich einen 6ml DC Tank/Carto auf den Mini, das ist zwar unsinnig, aber funktioniert tut es. Dieses ungeschützte Freistehen ohne den stützenden Cone eine Vapage Vmods könnte die Achillessehne des Reo Minis sein: seitlicher Druck auf den Verdampfer, verstärkt durch die Hebelwirkung, belastet das empfindlichste Teil des Ganzen: das Anschlussgewinde für den Verdampfer, dass hier zwar sehr satt in Alu eingesetzt ist, aber es bleibt ein Angriffspunkt.

Der Reo Mini ist aus einem massiven Alublock herausgefräst, ein schönes Stück Metall, das schön gearbeitet, mit angenehm gerundeten Kanten und angenehmen Gewicht genau die Wertigkeit vermittelt, welche ich beim Vmod etwas vermisst habe. Der Reo Mini wirkt edel, ohne zu protzen. Die Tür des Reo (= die Klappe, die den Zugang zum Akku und dem Liquidfläschen verdeckt) läuft schön in der Nut an beiden Seiten und wird mit einem kleinen Magneten gehalten. Ich muss gestehen, ich spiele unheimlich gerne mit dieser “Tür”, das ist richtig pfiffig gelöst. Weniger gut gefällt mir jedoch das für meinen Daumen etwas zu schmal ausgefallene Loch zum “Aufs Fläschchen-Drücken. Ich kann beim Reo Mini, anders als beim Vmod2.0, nicht feeden, ohne Umgreifen zu müssen.

Meckerpunkte beim Reo gibt es auch: beim Fläschchentausch suppt der zum Feeden ins Liquid eingetauchte Silikonschlauch gerne mal ins Gehäuse, da kleben einfach noch Liquidtropfen dran und Reste befinden sich noch im Schlauch. Ab und an hab ich beim Liquidnachfüllen also Schmodder im Reo – Zewa Alarm! Gerade die ersten Tage ist es mir schon ein paar mal passiert, das ich zuviel gefeedet und den Verdampfer geflutet habe, dabei tritt seitlich beim VD Gewinde etwas Liquid in den eingeschnittenen Auffangbereich aus und suppt dann von dort aus weiter. Anfängerfehler, aber wir sind hier am Erbsenzählen. Gestört hat mich die etwas scharfe Kante des Plastik Feuerknopfes und die Tatsache, dass sich der Feuerknopf sehr leicht dreht und so schonmal arretiert, obwohl man gar nicht wollte.

Abmessungen:

Reo Mini: Vapage Vmod2:
Höhe (ohne VD): 79,5mm 93,5mm mit Cone
(67-76,5mm ohne)
Breite: 38mm 36mm
Tiefe: 19mm 19,5mm (Oval)
Gewicht betriebsbereit: 101g 75g

 

Mein Fazit:

Fast bin ich geneigt, zu sagen: der Vapage VMod2.0 ist die Lavatube und der Reo Mini die Provari, aber das ist unfair, denn leisten tun beide exakt das Gleiche, wenn auch auf teils unterschiedlichen Wegen, aber mit dem selben Verdampfer erhält man auch das selbe Ergebnis. Beide sind, wenn wirs mal genau betrachten etwas zu teuer, der Reo Mini wirkt in der Tat edler, aber 159,- Euro edler?

Lustigerweise hat in den jeweils 7 Tagen Dauernutzung ausgerechnet der Reo Mini die meisten kleinen Gebrauchsspuren abbekommen, während der Vmod2.0 noch genau so ausschaut, wie ich ihn aus der Verpackung genommen habe. Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

Eine Kaufempfehlung im Sinnevon der ist besser als der ander, kann ich nicht aussprechen, probiert aber mal einen der beiden aus, wer bisher noch noch nie gedrippt hat, weils ihm zu lästig war, der macht hier ganz neue Erfahrungen. Ich bin sicher, ihr werdet nicht enttäuscht, egal welchen Ihr kauft. Letztendlich muss ich jedoch gestehen, dass ich in letzter Zeit doch häufiger zum Reo Mini greife, der schmeichelt sich so schön in meine Hand… Aber, wie immer: YMMV (“Your Mileage may vary”).

Verdampfertipps:

Mein Lieblingsverdampfer für die Reo Mini ist ein 1.8 Ohm Ikenvape I06 (306er) mit Ikenvape Driptip . Mit anderem Tip würde der auch auf der Vapage VMod2 gehen, aber auf dem Vmod2.0 mag ich 510er Verdampfer lieber, auch hier wieder Ikenvape, diesmal die 510er Version ebenfalls in 1.8 Ohm. Aber nicht zu verachten ist auf dem VMod 2.0 auch der Vapage Hybrid 2.0 Ohm aus dem original Lieferumfang. Der ist zwar geschmacklich nicht ganz in der obersten Liga und 2.0 Ohm für einen 14500er vielleicht schon etwas viel Ohm, aber zusammen mit dem ebenfalls mitgelieferten kurzen DripTip gefällt mir das einfach gut.

Bridgeless hat sich bei mir nicht bewährt, egal ob auf dem Vmod oder auf dem Reo, die Bridge verhindert zum einen, dass einen heisse Liquidtröpfchen in Mund oder Lippe treffen, die Bridge ist auch ein ganz minimaler Puffer, um Feeding-Anfängerfehler noch ein klein wenig abzuschwächen. Nicht so effektiv wie der Vapage Hybrid, aber doch im Vergleich zu Bridgeless noch spürbar.

Verdampfer unter den 1.8 Ohm sind mir zu harsch, ich mags runder.

 

Akkutipps:

Egal ob Reo Mini oder Vapage Vmod 2.0: meine Akkuempfehlung ist eigentlich SMR Dampfstrom, aber da der defakto derzeit nicht zu bekommen ist, muss man zur Nummer 2 greifen und das ist die sündhaft teure, aber eben bekannt gute AW IMR 14500. Auf Platz 3 finden wir dann die Sony Us14500V

 

Klick für Groß: Entladekurven 14500 bei 2A

Zur Groben Orientierung: mit einem 1.8Ohm Verdampfer (hier konkret der Ikenvape 510 1.8Ohm) lässt sich bis etwa 3.3V Restspannung unter Last des Akkus noch brauchbar dampfen. Darunter wirds dann zu lasch.

 

.

One response so far

One Response to “Bottomfeeder im Vergleich: Reo Mini vs. VMod 2.0”

  1. SabbelMRon 26 Jun 2012 at 03:33

    Danke, daß du mich ans Bottom-Feeden rangeführt hast ;).

    Wirds nochmal eine Erweiterung deines Artikels betreffs “Kicken” des VMOD geben (so schwer ist es ja, jedenfalls in der Theorie, nicht)?

    Stell dir dann dafür auch gerne meinen XL zur Verfügung, wenn ich den 2.0 zwischenzeitlich behalten darf :)..

Comments RSS

Kommentar dazu? (Geht anonym und ganz ohne Anmeldung)