Jan 22 2012

Vom Raucher zum Dampfer 3: der erste Tag

veröffentlicht in Kategorie eZigaretten  

Am Donnerstag morgen traf die erwartete Lieferung meiner Elektronischen Zigaretten ein. Aus früheren kläglich gescheiterten Versuchen, vom Glimmstengel wegzukommen, weiss ich noch, dass ich nun am Besten noch schnell zum Einkaufen fahren sollte.. Aspirin, eine Doppelpackung, und das gute Riopan (*würg*) gegen Magenbeschwerden haben schon früher geholfen. Ein Sack voll Süßigkeiten, dazu ne Palette Müllermilch Banane, ein Kasten Cola, usw. Und zur Sicherheit nochmal eine Schachtel Zigaretten – oder vielleicht doch lieber 2 oder 3? Im Auto auf dem Weg nach Hause schnell noch die letzte Zigarette angezündet.. und dann rein in das Dampfer Abenteuer…

Tag 1:

 Zusammenbau und erste Liquid “Degustierung”

Zuhause angekommen zuerst mal die 510-T ausgepackt und zusammengebaut. Geht ja kinderleicht.

  1. Den kleinen 220 mAh Akku an Verdampfer schrauben. Ich fang mal mit der kleinsten eCig in meinem neuen Arsenal an. Zum Glück ist der Akku gut vorgeladen.
  2. Mit roher Gewalt das Mundstück mit Tank auf den Verdampfer gepresst (beim ersten Mal muss so ein Dorn im Verdampfer ein Loch in den Deckel des Plastiktanks drücken.) Sitzt, passt.
  3. Tank wieder abziehen und erst mal ein Liquid aussuchen. Ich entschied mich für das eJuice 7 “Lucky Punch” in 11 mg von Boge Dekang. Luckies waren schon immer mein Favorite.
  4. Zum Befüllen des Tanks der 510t muss das kleine Deckelchen, das in #3 durchstochen wurde, abgepfriemelt werden. Keine Chance, ich krieg das nicht ab. Und das Loch im Deckel des winzigen 0,5 ml Tanks ist viel zu klein, um ihn direkt aus der 10 ml Flasche zu füllen – beim Versuch ging ordentlich was daneben.  Zum Glück habe ich noch ein paar kleine Pipettenfläschen mitbestellt, damit kann ich den Tank ohne Abziehen des Deckelplättchens direkt befüllen. Ne Riesensauerei wars trotzdem, ich hab nun Liquidreste überall kleben. Zewa und der untergelegten Salatschüssel sei Dank nicht weiter tragisch. Aber mein Befüllprozess ist noch optimierungsfähig. Pures Liquid im Mund schmeckt übrigens kacke!
  5. Tank wieder auf den Verdampfer aufsetzen und ein paar Minuten mit dem Akku nach unten stehen lassen.
  6. Fertig ist die Joyetech 510-T, bereit für den ersten Einsatz.

Am Donnerstag den 19.01.2012 um 12:00 war es dann so weit: mein erster Zug aus einer elektrischen Zigarette, eine Joyetech 510-T.

Nun liest man überall, das Werksliquid, welches ab Fabrik die Verdampfer vor dem Austrocknen schützt, soll so fürchterlich schmecken. Kann ich nicht behaupten, der erste Zug an einer eZigarrete überhaupt war wenig spektakulär. Das LED an der Spitze leuchtet, man hört das Knistern des Verdampfers und beim leichten Saugen am Mundstück kommt etwas Qualm..  Jo, hum, ok.. das Qualmt sorry dampft ja ganz ordentlich und der Geschmack? Naja.. ned so der Bringer, aber nach paar 5-6 Zügen rumpaffen sollte das Werksliquid dann weg sein und das richtige Liquid zum tragen kommen. Tat es dann auch, aber oh Schreck: der Geschmack wurde immer übler..  Pappsüß fruchtig und dabei kratzig im Hals. Meine Euphorie tendierte gegen Null.

Kurz gesagt, eJuice7 Lucky Punch in 11 mg hat mal rein überhaupt nix mit Lucky Strike zu tun. Aber sowas von gar nix. Das ist Fruchtbowle aus dem Chemieregal, eine Note von HubbaBubba mit undefinierbaren Nebenschauplätzen. Kann ich bitte das Werksliquid wieder haben? (komisch auch, dass gerade das schwächste Liquid des Tages am schlimmsten gekratzt hat!)

Also die “kleine” 510-T erst mal beiseite gelegt und die zweite 510-T mit dem großen Akku aus der hübschen Verpackung genommen, Zusammen gebaut und diesmal klappte das Befüllen ganz ohne Ferkelei. Als Liquid entschied ich mich dieses Mal für das “beliebteste Liquid” aus dem Angebot des Shops – das “Malle” in 24 mg, also stark genug für ordentliche Raucher.

Das “Malle” präsentiert sich als würzig süßes Tabakgemisch, der mit mit seiner schweren Süße an Pfeiffentabak erinnert. Ja, ok, das geht in Ordnung, nicht mein Wunschgeschmack, aber das ist erträglich. Auch hier hat mich das Werksliquid in keinster Weise gestört, aber diesmal wurde der Geschmack mit der Zeit dann auch besser statt schlimmer.

Nun ging es an den Zusammenbau der 2 eGo-C’s.

Im Prinzip ist das das Gleiche wie bei der 510, mit dem Unterschied, das hier Verdampfer-Basis, Cover & Verdampfer getrennt sind, also einen der 5 Verdampfer aus dem Plastikstreifen herausklauben, mit dem Dorn zum schmalen Ende des Covers zeigend einfach mal da ins Cover reinplumpsen lassen und dann die Verdampferbasis aufschrauben. Das ganze auf einen der ebenfalls schon vorgeladenen 650 mAh Akkus geschraubt und die hier bei der eGo nun deutlich größeren Tanks (fassen etwa 1.2 ml Liquid) mit Mundstück zum Befüllen vorbereitet – also auf den Verdampfer mit gut “Schmackes” aufdrücken zwecks Loch-Generierung, dann befüllen. Die Abdeckplatte der eGo C kann man ganz einfach mit etwas Fingernagel abziehen, so dass das Befüllen, diesmal mit Ecopure “Regular” in 20 mg  problemlos ohne Hilfsmittel direkt aus der Flasche gelang.

Ok, 5 mal schnell drücken, zum Einschalten, dann drücken und halten und sanft & langsam ziehen, dann Knopf loslassen.. Jo, Dampft, dampft wenig überraschend noch nen Tick besser als die schlanke 510-T.  Das Handling der eGo-C ist bei weitem nicht so “vertraut” wie das der 510-T. Drücken ziehen, loslassen, die durch die seitliche Platzierung des Knopfes ungewohnt Handhabung empfand ich den ganzen Nachmittag über als unbequem und nicht zielführend. Auch die Größe und das Gewicht der eGo-C sind für mich am ersten Tag noch ein deutlicher Minuspunkt.

Der Geschmack des Ecopure Regular 20 mg? Muffig, Erdig, eher mild. Irgendwie.. komisch.. schmeckt auch wieder in keinster Weise wie eine Zigarette, aber hat irgendwie was..  ich bin den Rest des Nachmittags nicht mehr davon losgekommen. Würde ich es mir wieder kaufen? Nein.. ist doch irgendwie bleh, aber auch wieder interessant.. diese Muffigkeit und das erste Liquid, das mir nicht schon gleich also zu süß auf die Geschmacksnerven schlug.

Damit war noch eine eGo in der Packung, diesmal entschied ich mich für den Apfel in 18mg.

Erster Geschmackseindruck des Apfels: ganz leichter Hauch von “Saure Apfelringe” mit viel undefinierbaren Chemie Beigeschmack drum rum”. Schmeckt eher “trocken” wenn es das gibt(?), nicht süß..

Bei all der Probiererei hab ich ganz vergessen, wie die Zeit verging.. Also ich dann mal wieder auf die Uhr schaute wars dann auch schon lange Zeit für den Feierabend. Den Rest des Abends verbrachte ich dann mit dem 18mg Apfel auf der Couch im nun rauchfreien Wohnzimmer mit der eGo-C. Obwohl mir der Apfel nun auch nicht so wirklich mundet (in Folge habe ich das Apfelfläschchen dann an meine Frau abgetreten, die fand ihn recht angenehm). Meine Frau war mit Ihren zwei 510-Ts so zufrieden, dass sie sich (bis heute) noch nicht die Mühe gemacht hat, Ihre 2 eGos überhaupt mal aus der Box herauszunehmen. Und das, obwohl Frau mehr raucht als ich. Sie dampfte ihr “Malle” und den Apfel und war soweit zufrieden. Mehr Liquids wollte sie auch gar nicht erst probieren. “Lieber mal mit den 2 schauen, was draus wird”, sagt Frau.

 

Gesundheitliches Befinden & Suchtfaktor:

Die Kopfschmerztabellen und Magenschlacke hätte ich mir sparen können. Die Süßigkeiten auch, aber die haben wir dann am Abend vorsorglich trotzdem nicht verkommen lassen. Präventiver Süßigkeitenkonsum sozusagen. Zu keiner Zeit gab es Probleme mit Kopfweh oder  Entzugserscheinungen. Und absolut keinerlei Verlangen nach einer “echten Zigarette”. Im Gegenteil. Durch das probieren und und wild durcheinander Rauchen der Liquids bis 24 mg, hatte ich es seit langem mal wieder geschafft, mir den einen oder anderen Nikotin-“Buzz” anzudampfen. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass ich mit den 20 mg und höher Liquids wahrscheinlich ein Schritt zu hoch hinausgegangen bin.

Auch der kritische Zeitpunkt “der Freitag morgen” direkt nach dem Aufstehen oder nach dem Abend- bzw. Mittagessen konnte problemlos mit ein paar beherzten Zügen an einem der >20 mg Liquids aufgefangen werden. In Folge war dies also auch der erste Tag, an dem ich komplett ohne Tabak nicht nur überlebt, sondern tatsächlich gut über die Runden gekommen. Besser als mit jeder anderen Krücke zur Raucherentwöhnung jemals zuvor…

Als einzige negative Erfahrung muss ich hier das Phänomen “trockener Mund & gereizter Hals sowie Schleimhäute” aufgreifen. Am Ende des ersten Tages war mein Hals rau wie ein Reibeisen, ein eher unangenehmes Gefühl und auch ein bisschen beunruhigend. Diese Problematik, anscheinend nicht selten bei Dampf-Einsteigern, könnte der ganzen Dampferei doch noch ein vorzeitiges Ende bereiten. Schauen wir mal, was der Freitag bringt. Ebenfalls für den Freitag fest eingeplant das Thema “Akku aufladen” und dann muss ich mir die zwei 510-T nochmal länger zu Gemüte führen, nachdem der Donnerstag ja nun überwiegend mit den eGo C verbracht wurde.

Fazit Tag 1:

Das mit dem Dampfen klappt. Der erste Tag seit über 20 Jahren, an dem ich nicht nur keine Zigarette geraucht habe, sondern nicht mal an eine Zigarette gedacht habe. Null Entzugserscheinungen. Der Hals macht mir jedoch Sorgen. Der Geschmack der Dampferei allerdings? Akzeptabel, aber leider nicht berauschend. Ich hoffe, die restlichen Liquids werden es morgen nochmal rausreißen!

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar dazu? (Geht anonym und ganz ohne Anmeldung)