Sep 26 2011

Simfy – so macht Musicflatrate Spass

veröffentlicht in Kategorie Lifestyle  

Simfy streamt verschlüsselt mit einer Bitrate zwischen 192kbit/sec und 320kbit/sec und bietet eine Qualität im Streaming, die mit zuhause selbstgerippten CDs mithalten und so auch anspruchsvollere Konsumenten zufriedenstellen kann. Damit ist Simfy unter den bisher getesteten Musikportalen Qriocity (48bit/sec “extrem gesoundet”) und Napster (128kbit/sec) der klarer Spitzenreiter in Sachen Qualität.

Leider noch nicht ganz in Sachen Quantität, mit (lt. Simfy) ca. 13 Millionen Songs kann man die Auswahl getrost als riesig bezeichnen, aber wie ich in ein paar Stichproben feststellen musste, gibt es durchaus ein paar kleinere Lücken, Songs die bei Napster (16 Mio)/ Qriocity (auch etwa 13 Mio nach letzten Informationen) vorhanden waren, aber bei Simfy fehlten. Wenn wirs grad von Lücken haben, innerhalb der Musikbibliothek sind Informationen zum Album teilweise lückenhaft gepflegt, dort fehlen dann z.B. noch Coverbilder. Insgesamt gibt sich Simfy was Informationen rund um den Künstler, Interpreten oder Song angeht sehr wortkarg, da würde ich mir noch viel mehr wünschen.

Das stöbern in der Bibliothek ist ebenfalls noch ein bissl rudimentär, im Prinzip erschliesst sich die Tiefe des Musikarchivs nur über die Suchfunktion, die eine gewisse Präzisierungsmöglichkeit der Suchanfragen vermissen lässt. 

Simfy Clients

Simfy funktioniert zum einen im Browser oder als Adobe Air basierter Desktop Client. Während die Unterstützung von Smartphones neben iOS und Android sogar Blackberry beinhaltet, sieht es mit SmartTV, kompatiblen BluRay-/Mediaplayern und AV Receivern noch sehr mau aus, was wohl zum einen dem geringen Alter des Dienstes und zum anderen seinen deutlich verschärften Sicherheitsmaßnahmen zu verdanken ist. Das einzig mir bekannte Hifi Gerät, das mit simfy direkt genutzt werden kann, ist das zugegeben etwas teure Audio Streaming System des Herstellers Raumfeld (by Teufel).

Das ebenfalls wieder Flash basierte Webinterface funktioniert ausreichend schnell, der Desktop Client gibt wenig Grund zur Klage, die Suche ist etwas unglücklich, aber dafür bietet die Desktop App mit der Offline Funktionalität einen tatsächlichen Mehrwert. Nervigstes Manko: der Zurück Button an der Maus tut nicht in der Desktop Anwendung. Die mobile Apps wirken im Vergleich zu den Napster Apps ebenfalls noch etwas simpel – das braucht halt auch seine Zeit.

Die Simfy Abos:

  • Simfy Free: Kostenloser, werbefinanzierter Zugang zur Simfy Musikbibliothek (allerdings ohne die Songs von WarnerMusic, die der Gratisnutzung nicht zugestimmt haben) ausschliesslich über den Browser oder den Desktop Client. Zwischen den gewählten Songs wird Werbung gespielt, dazu gibt es Bannerwerbung im Browser/Client. Maximal kann man mit dem Gratis Zugang 20 Stunden pro Monat Musik hören. Gerade eben erreichte mich eine eMail, das künftig nur noch 5 Stunden gratis sind und einige Titel nur noch 30 Sekunden angespielt werden.
  • Simfy Premium für 4,99 Euro im Monat: Unbeschränkter und werbefreier Zugang zu Simfy über Browser oder Desktop Client.
  • Simfy Premium Plus für 9,99 Euro im Monat: zusätzlich gibt es im Premium Plus Tarif  dann Apps für iPad, iPhone, Blackberry & Android und ganz wichtig: Simfy bietet den Offline Modus, den Napster für den Desktop gerade beerdigt hat. Damit ist Simfy Premium Plus geradezu ideal wenn Trafficvolumen oder Internetzugang Mangelware ist.

Wer sich erstmalig anmeldet, bekommt für 7 Tage den vollen Premium Plus Zugang, inkl. Mobile Apps, zum testen, danach gehts dann automatisch zurück in die Free Version. So sieht man erst nach 7 Tagen, wie nervig die Werbung dann wirklich ist. Für den 7-Tage Test braucht man noch kein Zahlungsmittel hinterlegen, eine eMail Adresse reicht.

Simfy Funktionen:

Allen Tarifen gemein sind folgende Funktionalitäten:

  • In den Bezahltarifen Abspielen aller verfügbarer Songs in voller Länge, kein 30 Sekunden Geeiere, wie es Sony mit Qriocity allen Ernstes in seinem 4,- Euro Tarif an den Mann bringen will.
  • Webradiofunktion gibts in Form von Künstlerkanälen (gibt man z.b. Pink Floyd ein, erstellt Simfy eine Playlist mit Pink Floyd Songs) und 21 Genrekanäle (Rock, Pop, Klassik, etc.) die man bei Simfy allerdings auch mischen kann, dann wird meine Playliste automatisch genreübergreifend befüllt also z.b. mit Rock und Pop gleichzeitig. Was Simfy fehlt (naja, wie mans nimmt) sind die Stimmungskanäle, welche die Konkurrenz anbietet oder auch Napsters AutoDJ Funktionen.
  • In der Rubrik Entdecken finden sich viele, teils von hochkarätigen Redaktionen zusammengestellte Playlisten, auch nach Genre sortiert oder auch die aktuellen Single Charts. Nett ist auch die Funktion “ähnliche Künstler”, “Chartpositionen eines Künstlers”, aber nichts desto trotz könnten noch mehr Hintergrundinfos und Rezensionen geboten werden.

Simfy und das DRM:

Zwar bietet Simfy im Premium Plus Tarif für 9,99 Euro die Möglichkeit, die eigene Playliste downzuloaden und offline verfügbar zu machen, wer allerdings glaubt, dass diese lokalen Kopien die Befreiung vom DRM vereinfachen würden, der irrt, an der verschlüsslten SQLiteDB beisse ich mir grad die Zähne aus. Auch herkömmliche RTMP Catcher helfen nicht weiter – mit meinem favorisierten Universalwerkzeug zum DRM entfernen Tunebite bleibt auch nur der suboptimale Weg, die laufende Wiedergabe über die Soundkarte aufzeichnen zu lassen, das geht, ist aber störanfällig. MP3 Tags werden mal besser und dann mal wieder gar nicht von Tunebite erkannt, aber immerhin werden die einzelnen Songs ordentlich gesplittet. Besser als Tunebite eignet sich ein auf das Capturing von FLV spezialisiertes Programm, wie z.b. G**FLV, das ist allerdings mit 79,- US Dollar kein Schnäppchen – und versagt ebenfalls beim Tagging.

Mein Fazit:

Simfy macht das, worauf es vorrangig ankommt, absolut richtig: es streamt in ordentlicher Qualität, es ist nicht nur qualitativ besser, sondern durch die Bank günstiger als Napster. Am Ganzen drum herum muss Simfy zwar noch arbeiten, aber da bin ich sehr zuversichtlich, das wird auch noch. Schon jetzt ist Simfy ein Dienst, den ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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