Sep 25 2011

Napster – Musikflatrates im Test

veröffentlicht in Kategorie Lifestyle  

Musicflatrate im Streamingzugriff ab 7,99 Euro im Monat für den PC, iOS  Android sowie ausgesuchte Unterhaltungselektronik im reinen Streamingzugriff. Schauen wir uns mal das aktuelle Angebot von Napster mal genauer an.

Die Napster Abos:

Napster bietet regulär derzeit nur noch die zwei Abotypen an: Napster “Music Flat” für 7,99 Euro und die “Music Flat + Mobile” für 12,99 Euro. Die Beiden unterscheiden sich einzig darin, das bei der “+ Mobile” Variante die Nutzung der iOS & Android Apps ebenfalls enthalten ist. Beide Abos kann man im “Monat-zu-Monat” Rythmus buchen (und auch monatlich wieder kündigen) oder aber im 12-Monatspaket auf einen Rutsch gleich für ein ganzes Jahr auf einmal bezahlen. Dabei gilt: “10 Monate bezahlen und 12 Monate nutzen” – eine Ersparnis von etwas über 15% . Ein Upgrade von nur “Musicflat” auf “+Mobile Flat” kann jederzeit gemacht werden, Napster berechnete mir in meinem Test völlig korrekt nur den Differenz fürs laufende Abrechnungsintervall. 

Geboten wird:

  • Unlimitierten Vollzugriff im reinen Streaming auf die mit > 16 Mio Songs wahrscheinlich größte Musikdatenbank am Markt. Neuheiten werden jede Woche immer Freitags zum Bibliothek hinzugefügt.
  • Die “Webradio” Kanäle sind bei Napster eher nebensächlich, ja, gibt es, sogar grob geschätzt etwa 100 Stück davon, von “Künstlerkanälen wie den Abba, Nirvana, Elvis Kanal, über 50er, 60er, 70er Kanäle und Stimmungskanäle (“Regen,Autofahren, etc.”) bis hin zu den üblichen Gernrekanäle ist alles da. Ergänzt mit Smartmix und Auto-DJ Funktionen, um automatisch Playlisten zusammen stellen zu lassen.
  • Entgegen der Werbeversprechen auf der deutschen Webseite ist für PCs *kein* Download mehr verfügbar, auch kein “Offline verfügbar machen” (Ausnahme: im “+Mobile” Tarif direkt auf den Smartphones). Auch das Brennen auf CD zur Archivierung oder das Übertragen auf nicht Internetfähige Geräte gibts nicht mehr. (wohl dem, der noch ein altes “To Go”-Abo besitzt oder das Glück hat, einen “To Go”-Gutschein mit seinem TV bekommen zu haben, denn Napster honoriert diese Gutscheine im Moment zumindest noch, verlangt dann aber auch die alten 14,99 pro Monat dafür. Eigentlich sollte man Napster mal ne Abmahnung wegen falscher Werbeversprechen schicken, denn die deutsche Webseite strotzt vor ebensolchen.
  • Ein DRM-freier MP3 Shop, Abokunden erhalten übrigens ein paar Prozent Rabatt, wenn sie dort einkaufen, die Preise für einzelne Songs liegen im Rahmen des Marktüblichen. Gekaufte MP3s gibts im Normalfall in 256kbit/sec Qualität-

Napster Qualität der Streams

Heute gibts nur noch mit einer Bitrate von 120kbit/sec MP3 komprimierte Magerkost bei Napster. Früher war nicht nur “alles” besser – obwohl ich jeden Morgen 2km bergauf zur Schule laufen musste – früher gabs auch mal das “Napster To Go” Abo  – dort durfte man die Songs noch als 192kbit/sec  DRM geschützte WMA Datei auf den heimischen Rechner downloaden und so offline (oder zur späteren DRM Befreiung) verfügbar machen. Auf den Smartphone Apps, wo dieses Offline verfügbar machen auch heute noch möglich ist. bleibt die Qualität nun ebenfalls bei den reduzierten 120kbit/sec. Diese bringt Napster wenigstens unverfälscht und in ordentlicher, neutraler Abmischung über die Leitung. Hifidelen Ansprüchen genügt das zwar bei weitem nicht, aber wenigstens holt man sich davon keine Ohrendiarrhoe und auf Einsteiger Anlagen, den eh wenig berauschend klingenden MP3 Playern – selbst die mit angebissenen Äpfeln drauf – ist das durchaus ok.

Napster Clients

Die von Napster angebotene Software für den Desktop PC kann man sich im übrigen sparen, sie hat keinerlei Zusatzfunktion zum Webinterface, ist genauso grottenlahm wie das Webinterface und ist eigentlich für das seit Jahresbeginn nicht mehr regulär angebotene “Napster To Go”-Abo gedacht gewesen. Wer unbedingt mag, kann den Desktop Client trotzdem noch nutzen. Egal ob nun Desktop Client oder WebInterface, das ganze wirkt wenig “poliert”, Umlaute werden verstümmelt,

das Ganze hat den etwas spröden Charme von Webseiten aus dem letzen Jahrzehnt – auch hier ist wieder Flash im Spiel – und das alles arg zäh ist, das sagte ich ja schon.

iPhone, iPad, Android Apps erwähnte ich ja schon. Dazu gibts dann noch die immer beliebter werdende Gattung von Smart-TVs (Loewe z.b.), AV-Receiver (z.b. die Yamaha RX-Vx71 Serie, Philips Streamium Komplettanlagen) und BluRay Player, die mit eigener App den Zugriff auch im PC-losen Wohnzimmer möglich machen. Auf der Boxee Box bleibt mangels App nur der Zugriff über den integrierten Browser – komfortabel ist das nicht, aber immerhin funktioniert es. Apps gibts es auch für das Sonos Streaming System und Logitechs Squeak.. sorry.. Squeezebox.

Startschwierigkeiten

Beim Versuch ein Testabo abzuschliessen bin ich erst mal kläglich gescheitert, weil der Abo-Assi weder mein Bankkonto noch meine Kreditkarte akzeptieren wollte und die Paypal Zahlung nach 10 Minuten “Bitte warten” dann wegen Zeitüberschreitung abgebrochen hat. Also auf die 7 Tage Gratistest verzichtet und erst mal ohne Angabe eines Zahlungsmittels für den MP3 Shop registriert, das funktioniert. Dort angekommen, gelang es mir dann über den Link in der Kontoverwaltung meine Kreditkarte als Zahlungsmittel einzutragen – die Bezahlung mit Paypal bliebt immer noch noch hängen. Wenig vertrauenserweckend das Ganze – kombiniert mir oben bereits bemängelter Trägheit drängt sich der Gedanke auf, ob Napsters Server an ihren Lastgrenzen laufen würden – zum Glück zeigte dies keine Auswirkung auf das eigentliche Streaming.

Napster DRM entfernen:

Wer mit der besagten Qualität leben kann, kann sich die Streams auf dem PC mit Hilfe eines RTMP: fähigen Streamcatchers bequem mitschneiden lassen. Allerdings nur in Echtzeit während der Stream abgespielt wird. Getestet hab ich das Ganze auf Win7 64bit in MSIE9 mit Audials Tunebite 8 Premium. Dazu stellt man sich im Napster Webinterface eine Playliste zusammen, startet Tunebites Capture Modus und lässt die Playliste einfach durchlaufen. Tunebite schneidet mit, trennt und taggt die einzelnen Titel  und wandelt auf Wunsch ins jeweils favorisierte Format – bei mir MP3 mit den besagten 120kbit/sec. Etwas Nacharbeit bei den Tags ist jedoch trotzdem nötig, so fehlen gerne Mal die Album Namen und auch Frontcover geht nicht immer, dafür gibts ab und zu bei manchen Tracks die Lyrics gleich schon mit dazu.

Napster kündigen:

Befindet man sich noch in einer kostenlosen Testphase, kann man sein Napster “Testkonto” problemlos mit Klick auf einen Button in der Kontoverwaltung beenden. Hat man jedoch ein Bezahlabo, dann ist der Kündigen Knopf plötzlich nicht mehr auffindbar, das Abo muss dann telefonisch gekündigt werden. Das ist zwar bei Napster kurz und schmerzlos möglich, aber mich ärgert sowas trotzdem immer. Das Kündigen sollte genauso einfach wie das Abo kaufen möglich sein, alles andere finde ich kundenunfreundlich.

Übrigens: das Napster To Go Abo wurde mir am Telefon dann doch noch angeboten. Als Kündigungsgrund gab ich die für mich unzureichende Streamingqualität an, worauf der Hotline Mitarbeiter dann sofort anbot, mich auf das Napster to Go Abo zu setzen, dies hätte mit 192kbit/sec WMA (DRM) eine höhere Qualität im Download gebracht. Ich habe dankend abgelehnt – derzeit reicht mit der kostenlose Simfy Tarif zum “reinhören” und Stöbern aus.

Mein Fazit:

Nach dem enttäuschenden Qriocity bekommt man mit Napster zumindest mal noch ausreichende Qualität geboten. Fürs ausgiebige Stöbern und reinhören langt das. Für einen der Platzhirschen am Markt wirkt das ganze Auftreten von Napster allerdings ein wenig lieblos. Hin und wieder schon habe ich Napster dabei erwischt, wie es “Songrecycling” betreibt – öfter bei Samplern, dort wird dann statt dem eigentlich auf diese Scheibe gehörende Song(version) einfach eine bereits auf einem anderen Album erschienene Version untergejubelt. Finde ich nicht toll.

4 responses so far

4 Responses to “Napster – Musikflatrates im Test”

  1. […] den bisher getesteten Musikportalen Qriocity (48bit/sec “extrem gesoundet”) und Napster (128kbit/sec) der klarer Spitzenreiter in Sachen […]

  2. Briton 19 Mar 2012 at 22:43

    Hi.

    Weißt du (oder jemand Anderes) ob man die “To Go”-Gutscheine noch irgendwo bekommt (außer beim Kauf eines TVs) ?
    Und wenn ja, kann man mit Napster To Go immer noch WMAs mit 192 kbit/s runterladen?

    Danke!

  3. adminon 20 Mar 2012 at 21:03

    Brit,

    Also ich weiss zufällig, dass noch existierende Gutscheine Ende Januar noch eingelöst werden konnten. Auch der Download funktioniert damit noch, ich gehe davon aus in bisheriger Qualität, aber verifizieren kann ich es nicht. Sorry, mehr weiss ich leider auch nicht.

  4. Briton 20 Mar 2012 at 23:18

    Danke für deine Antwort.

    Habe mittlerweile vom Napster-Support erfahren dass Ende März wieder neue Tarife kommen (im Zuge der Übernahme von Napster durch Rhapsody). Evtl. könnte es dann auch wieder die To-Go-Flat geben so die Dame…
    Let’s hope for the best (and use Spotify so long ;)

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