Sep 24 2011

So Sony: Qriocity grenzt an nutzlos..

veröffentlicht in Kategorie Lifestyle  

It’s not a trick, its crap. Fertig war der Review. Ok, wer noch mehr lesen will, kann ja klicken auf

Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Ah, doch, Qriocity war einer der Sony Dienste, die kürzlich von irgendwelchen Hackern aus dem Internet vertrieben wurde und von Sony, diesmal hoffentlich halbwegs sicher, nun relauncht wurde. Sony ist die Firma, die vor 10-20 Jahren mal den heimischen Hifi Markt dominiert hatte – mit der erstklassigen Esprit Serie sogar den HighEnd  Bereich aufmischte und heute zur Irrelevanz verkommen ist, einzig die Sony TVs und die strauchelnde PS3 haben noch Bedeutung.  Als PS3 Besitzer bekommt man für ein halbes Jahr den Basistarif von Qriocity kostenlos, normalerweise wird man dafür mit 3,99 Euro im Monat geschröpft. Im Web gibts nur 30 Tage kostenlos.

Hat man nicht gerade eine PS3 oder ein sonstiges Sony Gerät zur Hand, dann bleibt die Nutzung im Browserfenster, die ist jedoch als Flashanwendung unter Win7-64bit-MSIE9 eher träge und beschränkt sich auf die wesentlichsten Funktionen. Gut ist, dass man den laufenden Stream anhalten, den Song überspringen (auch künftig auf allen Kanälen blockieren) und vor und zurückspulen kann.

Was bietet uns der Basis Tarif für 3,99 im Monat?

22 Genre Kanäle, nach Genres getrennt, auf denen rund um die Uhr Musik aus dem jeweiligen Genre läuft, dazu 13 “Stimmungskanäle” z.b. Relax, Upbeat, Emotional oder auch Extreme und schliesslich noch 6 Kanäle nach dem Schema, 50er, 60er, 70, 80er, 90er und 2000er, wobei sich die gespielten Songs durchaus mal überschneiden können. Dazu kommt zumindest theoretisch die Möglichkeit, seine existierende Sammlung in die Cloud zu syncen. Das wars auch schon, denn ich weigere mich, die Möglichkeit 30 Sekunden Häppchen von x Millionen Songs probezuhören, als nennenswertes Feature zu nennen, das kann ich bei Amazon & Co. auch und da kostet es nix. Am Ende haben wir hier ein Webradio im Browserfenster, auf ausgesuchten Sony TVs, BluRay Player oder ähnlichen Sony Geräten, PCs mit Browser und einigen wenigen Sony Smartphones, plus eine Android App.

Und im 9,99 Euro teuren Premium Dienst?

Nun, im Premium Tarif kann man alles das, was die Basisversion kann, darf seine Playlist sogar editieren (ja, wirklich, ich darf meine Playliste editieren!!) und darf die x Millionen Songs doch tatsächlich auch anhören und bekommt noch zusätzlich 16 Charts Kanäle (die Top 100 aus Rock, oder Pop, oder Klassik, etc). Ja, jetzt werden einige sicher sagen, das klingt doch gar nicht schlecht. Doch, genau das tut es, leider.

Wo ist das Problem?

Qualität ist das Problem, Bitrate und verwendete Kompression der Streams. Qriocity ist zu Tode komprimiert, denn Qriocity liefert seine Songs im lausigen mit nur 48kbit/sec Bitrate gesampleten AAC Format aus, die Konkurrenz bietet hier die 4-5 fache Bitrate, zum Ausgleich gibt’s dafür ne extra Portion Hall, überdrehte Höhen, Mitten braucht eh keiner, die lassen wir weg, dann klingt es erträglicher. “Gesoundet” nennt man das wohl. Als Hintergrundgedudel auf ner Brüllwürfel Anlage mag das noch durchgehen, aber wer ein bissl Anspruch hat, der langt das nicht mit ner Kneifzange an, da kann die Anlage noch so gut sein, das BIBO Prinzip greift gnadenlos: bei Bullshit in kommt leider hinten kein Gold raus. Download ist nicht vorgesehen, auch gegen Bezahlung nicht, es gibt nur den reinen Streamzugriff. Doch was nutzt mir der Zugriff auf die tollste Bibliothek, wenn alles darin nach “Lied der Kompressions-Schlümpfe” klingt?

Kommen wir zum nächsten Highlite von Qriocity. (Spricht sich übrigens “Curiosity” –  von engl. Neugier. Haha, ein Schenkelklopfer). Ja, also der Music Sync. Ja, dachte auch erst, das ist bestimmt toll. Falsch gedacht, als erstes kann der Sync Client nicht auf Netzlaufwerke zugreifen. Ärgerlich, aber nun gut. Dann hab ich ihn mit 3000 Songs aus meiner DRM freien , handgerippten, ordentlich getaggten MP3 Bibliothek gefüttert, was leider zum Absturz des Sync Clients geführt hat. Nach einem Reboot hab ich ihn dann mal machen lassen, so 2 Stunden bisher, schnell isser nicht, der Sync. Ähnlich wie Apples geplantes iCloud wird beim Sync der Song nicht etwa upgeloadet, sondern per Gracenote DB identifiziert und dann im Qriocity Konto freigegeben. Soweit die graue Theorie, in der bitteren Praxis sieht das so aus “Keine Verbindung zum Server” bei 20%, “Kann Datei nicht lesen” bei 5% der Titel bisher, “Song erkannt aber Song nicht in der Qriocity Bibliothek vorhanden” die restlichen 75%. Nach 2 Stunden hat er paar hundert der Songs zwar erkannt, etwa 50 kann er nicht lesen (WMP11 spielt sie problemlos ab) und darunter exakt kein einziges lausiges Stück tatsächlich synchronisiert. Was für ne elende Zeitverschwendung. 6 Stunden später war immer noch nichts gesynct – “Nicht in der Musikbibliothek” und “Server nicht erreichbar” die 2 Hauptursachen aus dem Protokoll. Getestet unter Win7 64bit.

Nachtrag 24.09.2011: 60 Songs gerippt von 3 CDs, die auf Qriocitys Startseite beworben werden, mit der selben GracenoteDB getaggt, die Sony ebenfalls verwendet: Resultat: wieder nix. Nicht ein einziger Song. Die wollen mich wohl verarschen?

 

Mein Fazit:

Geht weg, schleichts euch mit diesem halbgaren Mist. Die Streaming Qualität der Qriocity Streams ist unter aller Sau. Sony ist sich dessen bewusst und meint dazu in einem Interview lapidarisch “unseren Kunden kommt es nicht auf Qualität an”. 

Shawn Layden, Sony Network’s chief operating officer, said most people don’t care, or even notice, if their music is flawed. […] “The challenges of music right now — I don’t think the primary one is a quality issue,” he said. “Music lovers worldwide are mostly keen right now on the convenience of access — make it easier for me to have.” [ CNN.com ]

Ja, das ist das Sony von heute, scheiss auf Qualität. Rein der Vollständigkeit halber: mit einem RTMP fähigen Streamcatcher lässt sich der gerade gestreamte Song problemlos mitschneiden, aber wer will schon ne Bitrate von 48kbit und “gesoundete” Songs? Qriocity killed the Music Quality. Könnt mal ein Hacker das Ding wieder ausm Netz bomben, vielleicht wirds ja im Dritten Anlauf nutzbar?

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