Sep 19 2011

Pro-Ject Head Box II – Kopfhörerverstärker

veröffentlicht in Kategorie Lifestyle  

Sei es nur zu leise, oder gar klanglich unterbelichtet oder fehlen komplett: Kopfhörerbuchsen machen heute irgendwie keinen Spass mehr, und wer schonmal seinen MP3 Player an einem ordentlich Kopfhörer betreiben wollte, hat es auch schon gemerkt: Ein Kopfhörerverstärker kann ordentlich klangverbessernd wirken. Und ein solcher Kopfhörerverstärker ist die Pro-Ject Head Box II des hifidelen Herstellers Pro-Ject aus good old Austria. Hübsch anzusehen ist sie, die Headbox II, wertig dazu und schwer ist das Ding erst. Aber..

fangen wir von vorne an:

Aussehen, Verarbeitung, Materialqualität, wirkt alles sehr edel, die schwarze oder silberne Metallbox macht echt einen enorm wertigen Eindruck, und preislich liegt sie durchaus für ein Produkt aus dem Hifi Bereich noch im günstigen Rahmen um die 99,- Euro. Ein bißchen amüsiert hat mich die handgeschriebene Seriennummer auf der Rückseite, da sitzt also jemand und screibt mit nem Fineliner die Seriennummer auf jedes produzierte Gerät. Irgendwie find ich das sympatisch. Die Abmessungen der soliden Box etwa: 10,5cm * 3,8cm * 12,7cm, bei einem Kampfgewicht von 600g. Das mitgelieferte externe 16V Steckernetzteil trägt dazu bei, mögliche Störquellen fernzuhalten.

Für die Führungsriege unter den Hifi Kopfhörer ist der Frequenzbereich mit seinen 30 – 20.000 Hz vielleicht ein bissl knapp bemessen und der Pro-Ject lässt unten rum etwas die Türe offen, will sagen: ganz Tief im Basskeller glaube ich eine Schwachstelle zu verorten, klanglich hab ich jedoch nicht wirklich was auszusetzen, vielleicht ein kleines bißchen warm angehaucht, dabei druckvoll und dynamisch – auch an schwierigen Kopfhörern – bringt der KHV von Pro-Ject meine Musik wunderschön räumlich mit feinen Details und klaren Höhen ohne auch nur den Ansatz eines Rauschens, Zischens, Fauchens auf die Ohren. Selbst bis zum Anschlag aufgedreht: keine Störungen, kein nix.. 

.. nicht mal ein Ausschalter *hust*. Leider auch keine Balance Regler, ist jetzt aber auch nicht unbedingt notwendig, zumindest ist mir keinerlei Abweichung aufgefallen. Es gibt einen vergoldeten (Stereo-)Cinch Eingang, als einzigen Luxus einen ebensolchen Ausgang (fixed, PreOut), dazu einen ebenso vergoldeten 6,3mm Klinkenausgang und einen Lautstärke Knopf der satt und rund läuft ohne irgendein Kratzen. Auch kein nerviges LED Lichtchen stört die erhabene Ruhe, die das 600g Paket auf seinen 4 Gumifüßchen ausstrahlt.

Ja, eigentlich sollte ich doch nun wunschlos glücklich sein, aber warum nagt es trotzdem etwas in mir? Nun, die Sache ist folgende: Für Kopfhörer von 30 bis 600 Ohm soll er geeignet sein, der Hersteller spricht von einem Lautstärkegewinn von 11dB.. an meinem neuen Schatz, dem Sennheiser HD 800 ist auch alles gut, aber mein treuer alter Sennheiser HD 600, der macht mir an der ProJect Headbox II etwas Kummer: das ist mir nicht laut genug, da fehlt mir das letzte Quäntchen Schalldruck. Nun ist der HD 600 leider notorisch schwierig mit seinen 300 Ohm und eher schlechtem Wirkungsgrad, ist vielleicht einfach zuviel für den kleinen und doch noch günstigen ProJect KHV? Die Leistung der Headbox II gibt Pro-Ject wie folgt an: 330mW/30 Ohm, 60mW/300 Ohm.

Was unterm Strich bleibt ist ein in allen Belangen solider KH Verstärker, knapp unter 100,- mit sehr wertigem Äußeren, der zumindest an unkomplizierten Kopfhörern eine grundsolide Performance abliefert. Meinen 40,- Euro KHV aus dem Elektrogrosshandel spielt er genauso in Grund und Boden wie die miserablen Kopfhörerbuchsen an meinen Gerätschaften – die alle nicht aus der HighEnd Schiene stammen (jeweils an LineOut bzw. PreOut getestet).

in Silber in Schwarz

 

No responses yet

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar dazu? (Geht anonym und ganz ohne Anmeldung)