Jul 09 2011

Office 365 Unterschiede P und E Tarife – der Vergleich

veröffentlicht in Kategorie Computer, Office365  

Office 365, das neue Office in der Cloud Angebot gibts in unterschiedlichen Tarifen, angefangen vom P1 Tarif zu 5.25 im Monat, über E1 für 9,- Euro bis hin zum größten E4 Tarif für 45 wars glaub. Leider sind die Auskünfte auf Microsofts Homepage, worin genau sich der günstigste P Tarif z.b. vom kleinsten E1 Tarif unterscheidet sehr kryptisch knapp gehalten. Um genau das selbst mal für mich zu klären, habe ich mir zusätzlich zu meinem bestehenden Office365 P1 Paket einen weiteren Zugang, diesmal in der Enterprise Variante im E3 Tarif erstellt und die finalen Service Beschreibungen durchstöbert. Hier eine ( wohl noch unvollständige) Liste, was mir an Unterschieden aufgefallen ist:

Achtung: dieser Artikel ist inzwischen nicht mehr ganz aktuell. Einen sehr ausführlichen Vergleich inkl. der im März 2013 eingeführten neuen Tarife findet man hier: http://blogs.technet.com/b/lystavlen/archive/2013/03/30/office-365-comparing-p-m-and-e-plans.aspx

 

 

Wichtig ist die Wahl des optimalen Tarifs vor allem deshalb, weil man nicht so eben von einem P in einen E Tarif upgraden kann, das ist mit Datenverlust verbunden und erfordert den Neustart bei Null.

  • Zunächst der Preis: der P Tarif kostet 5,25 pro Monat und Nutzer, die E Tarife beginnen ab  9,00 Euro pro Monat und Nutzer ohne Office 2010, der von mir getestete E3 Tarif würde inkl. Office 2010 Professional Plus für den PC 22,- Euro im Monat kosten.
    • P Tarif werden immer Monat für Monat bezahlt und abgerechnet, Kündigungsfrist immer zum Monatsende über den “Abo kündigen” Knopf im Admin Interface. E Tarife kann man auf Wunsch auch als Jahresabo buchen, Kündigung muss über den Support erfolgen, nimmt man das Jahresabo, solls anscheinend auch auf Rechnung zahlbar sein, P Tarife gehen dagegen nur mit Kreditkarte.
    • P Tarif und E Tarife können beide ab 1 Benutzer gebucht werden, P hat eine maximale Anzahl von 50 Nutzern. E Tarife sind unbegrenzt.
    • Nur in den E-Tarifen gibt es die Möglichkeit verbilligte sogenannte deskless Kioskbenutzer hinzuzubucken (die K-Tarife). Kiosk-Nutzer dürfen nur die Webfunktionen nutzen (OWA, Sharepoint, OfficeWebApps) ein Sync oder generell die Nutzung mit Desktop Versionen ist den Kiosk Nutzern nicht möglich.
  • Exchange unterscheidet sich in den unterschiedlichen Tarifen nicht wirklich wesentlich
    • P und E Tarife bis E2 bieten 25GB, ab E3 “unlimitierten Speicherplatz” – 25 GB fürs Postfach plus unbegrenzte Größe des Archivordners., Maximale eMail Größe scheint bei 25MB zu liegen.
    • Im P Tarif fehlt Konfigurationsmöglichkeit für AntiSpam/Antivirus Filter (im E3 Tarif gibts da ein riesen Controlcenter für, im P Tarif wird das zentral von MS gemanaged).
    • Im P Tarif fehlt die Möglichkeit, sogenannt Transport Rules anzulegen.
    • Der offizielle Mischbetrieb oder Hybridbereitstellung  Postfächer unter der selben meinedomäne.de zwischen Office365 anderen Anbietern aufzuteilen ist erst ab den E-Tarifen möglich – es existiert jedoch auch ein inoffizieller Workaround für POP3/IMAP.
    • Ab E3 Tarif gibt es zusätzlich noch die langfristige eMail Archivierung gemäß §Schlagmichtot, Journaling und theoretisch VoiceMail Unterstützung. Nochmal, weil ich jetzt schon mehrfach gefragt wurde: Journaling gibts erst ab E3.
    • Smartphone Unterstützung gibts ab dem kleinen P Tarif für alles, was irgendwie ins Netz funken kann. WinMobile 6.x, Windows Phone 7, Android, iOS – aber den dedizierten Blackberry Support nur in den E-Tarifen.
  • Die Sharepoint Funktionalität der P Tarife ist etwas eingeschränkt, auf mich wirkt das im P Tarif wie eine Sharepoint Express Version, während bei den E Tarifen der große Bruder SharePoint Server am werkeln ist.
    • fast schon unverzeihlicher Unterschied: im P-Tarif ist die Verbindung zu Sharepoint *NICHT* SSL gesichert, in den E-Tarifen schon. Großer Lapsus!
    • Ich muss gestehen: ich bin Sharepoint Ignorant und konnte mich nie sehr für begeistern, insgesamt sehe ich Sharepoint als lahmsten Gaul im Office 365 Stall. Für ProUser / Selbständige / Small-/HomeOffice taugt mir das nur zu wenig mehr als zur Dateiablage, gemeinsame Kalender, Kontakte und ne kleine FAQ Sammlung – dies geht auch in der P Variante allerdings ohne SSL.
    • In den P Tarifen wird automatisch eine öffentliche Webseite eingerichtet, die grundlegende CMS Funktionen zur Pflege der Homepage durch nicht HTML-kompatible Endanwender über den sog. Site Designer” (online) mitbringt (nicht kompatibel mit Sharepoint Designer), während in den E Tarifen das Hauptaugenmerk auf die Verwendung als Intranet liegt, ob der Site Designer auch in den E-Tarifen bereit steht, hab ich noch gar nicht getestet, aber auch in den E-Tarifen können selbstverständliche öffentliche Bereiche eingerichtet werden, ist halt für Laien wesentlich schwieriger und dort wird dann auch der Sharepoint Designer genutzt.
    • In den P Tarifen sind eigentlich primär die neue Komponente Öfffentliche WebSite und die Komponente “TeamSites” nebst Suche nutzbar, dazu sind aber nicht nur Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt (Visio, Excel, Infopath) sondern auch nutzbare Ressourcen eingeschränkt (nur eine einzige Site Collection mit max 10 GB + 500 MB pro Nutzer Platz, es kann kein Speicher dazu gekauft werden, Script-Speicher und CPU Limits für selbstentwickelte Anwendungen knapper, max. 50 Gäste),  den E-Tarifen stehen neben den übrigen Komponenten (z.b. My Sites), zunächst mehr Ressourcen zur Verfügung (z.b. mehrere SiteCollections), Limiterhöhungen (Speicher, Gäste, etc) können dazugebucht werden (kostenpflichtig natürlich) und erst ab E3 steht dann die “volle Funktionallität” zur Verfügung, z.b. eigene Workflows, WebAnalytics, Code ausserhalb der Sandbox). Wer also sein Auge auf eine möglichst leistungsfähige Sharepoint Umgebung setzt, ist nur in E und wenn mans genau nimmt eigentlich erst ab E3 voll dabei.
    • Der Zugriff aufs Sharepoint über SmartPhone Apps ist im P Tarif derzeit “gestört”, wohl auch deshalb, weil der Zugriff eben nicht über https erfolgen kann und existierende Apps damit nicht so recht klar kommen, unter Wp7 geht ohne das für Herbst geplante Mango Update erst mal nichts, unter iOS brauchts dedizierte Apps, die teilweise mit den P Tarifen ihre Probleme haben, dazu geb ich die Tage mal noch ne Empfehlung ab. Mit den Sharepoints der E Tarif klappte bisher alles, was ich getestet habe, egal ob WinMob6.x, WinPhone 7 oder iOS (und Sorry, ich hab kein Android) – ich vermute aber, über Kurz oder lang werden die App Enwickler da reagieren. Zugriff aufs Sharepoint über den Browser des Smartphones unterscheidet sich in den Tarifen nicht.
  • Office WebApps sind komisch.. da bietet der P Tarif mehr als die kleinenen E1 Tarif. Wer also hauptsächlich auf die WebApps schielt, sollte sich ein kleinen Plus für den P Tarif auf seinem “Nachdenkzettel” machen. Erst mit E2 zieht die E Tarif Schiene wieder mit dem P Tarif gleichauf, E3 und höher bietet dann nochmal erweiterte Funktionen für die WebApps, bislang konnte ich aber noch nicht rausbekommen, was das sein soll. Generell: die WebApps hängen im Sharepoint des Office365, es gelten also immer auch die Sharepoint Limits für den gewählten Tarif. Office Web Apps gibts auch völlig kostenlos bei Windows Lives Skydrive, dort allerdings mit Werbung, die WebApps hier sind werbefrei.
  • Lync, selbst in den P Tarifen sind die Funktionen wie Desktop Sharing, Voice/VideoChat und Gruppenchats/Konferenzen mit drin, allerdings im P Tarif Konferenzen auf max. 50 Teilnehmer limitiert. In den E-Tarifen entfällt das Teilnehmer Limit und es gibt zusätzlich noch “virtuelle Konferenzen”, das hab ich leider noch nicht begriffen, was da nun anders ist daran. In E4 gibts dann noch PBX Funktion unter Vorraussetzung, dass ein lokaler Lync Server vor Ort installiert ist, Enterprise Zeug halt.
  • ActiveDirectory Support & SingleSignOn gibts erst mit den  E Tarifen.
  • Während für den P-Tarif seitens MS nur die komplette Redelegation des Domänennamens supported wird (wer will kann die komplette Redelegation aber umgehen) dürfen die e-Tarife frei auch von externen NameServern aus verwaltet werden.
  • Insgesamt steht dem P-Tarif ein (sinnvoll) gekürztes Admin Interface für die jeweiligen Dienste zu Verfügung, gerade für Neueinsteiger in die Administration ist damit echt geholfen, wenn ich mir im Gegensatz dazu die Funktionen im Admin Interface der E-Tarife so anschauen, das is schon nicht ohne, vor allem, wenn man im Notfalls keinen direkten Support Seitens MS bekommt.Während Exchange, Lync etc. klar, logisch und einfach zu verwalten ist, ist Sharepoint auch im P-Tarif ein schrecklich verwirrendes Ungetüm, Gott sei Dank sind die Voreinstellungen brauchbar und man kann das getrost ganz langsam angehen. Kaum einem meiner Kunden würde ich die Sharepoint Verwaltung zutrauen, ich würde (werde) meinen Office365 Kunden also stets ein “wenn du da was geändert haben musst, lass mich das machen” mitgeben.

Trotz des vielleicht etwas negativ klingenden letzten Absatzes halte ich Office365 für ein sehr gelungenes Angebot. 

 

Wer die Unterschiede im Detail mal selbst nachlesen will..

In den MS Servicebeschreibungen finden Sie alle wichtigen Details zu den jeweiligen Office 365 Tarifen. Darunter auch Informationen, inwiefern sich die Office 365 Versionen von den herkömmlichen “OnPremise” Versionen der einzelnen Server Produkte unterscheidet.

März 2013: 

Alt: 

 

Achtung: dieser Artikel ist inzwischen nicht mehr ganz aktuell. Einen sehr ausführlichen Vergleich inkl. der im März 2013 eingeführten neuen Tarife findet man hier: http://blogs.technet.com/b/lystavlen/archive/2013/03/30/office-365-comparing-p-m-and-e-plans.aspx

 

 

One response so far

One Response to “Office 365 Unterschiede P und E Tarife – der Vergleich”

  1. Martinon 16 Aug 2011 at 15:45

    Sehr hübsche Zusammenfassung. Frage mich sowieso was MS dazu geritten hat diese Angebote so zu “verschleiern”.

    Grüße

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