Jun 30 2011

Von SSD zu SSD Klonen: wenn die Boot-SSD doch zu klein ist

veröffentlicht in Kategorie Computer  

In meinem PC war eine ultrakleine 40GB Intel SSD aus der Value Serie verbaut, die einiges an Disziplin beim Installieren neuer Programme auf die SSD erforderte. Jetzt war trotz aller Mühe der Platz dann doch zu klein geworden, bzw. die monatlichen Aufräumaktionen wurden mir einfach zu lästig. Eine neue SSD musste her und das Windows 7 von der alten SSD auf die neue SSD geclont werden. Hier ein Erfahrungsbericht, wie das funktioniert hat.

Das Klonen von SSD zu SSD hat den riesen Vorteil, dass man davon ausgehen kann, dass sowohl Alignment als auch die diversen Windows Einstellungen und Treiber bereits korrekt sind. Daher wollte ich mir dieses mal eine bequemere Lösung suchen, als das sonst so sehr von mir gelobte Tutorial  “Von HDD auf SSD Klonen”-Tutorial bei PC Experience. Und ich lag mit meiner Vermutung richtig: eine direktes Clonen nur der belegten Sektoren aller Partitionen inkl. MBR von alter SSD auf neue SSD reicht aus. Zum Einsatz kam dieses mal jedoch nicht wie sonst die Vollversion von Acronis TrueImage 2011, sondern die für alle Intel SSD Besitzer kostenlose Variante “Intel Data Migration Suite”, welche den Retail Packungen der Intel SSDs entweder bereits beiliegt, oder im Fall von OEM Käufern hier kostenlos herunter geladen werden kann.

Die neue SSD, eine 120 GB Intel aus der 320er Serie (Bulk)  steckte ich erst mal in mein altes Icybox USB/eSata Festplattengehäuse und schloss es der Einfachheit halber per USB ohne zusätzliche Stromverswogung an (eSata wäre schneller gewesen, aber ich kann das Stromkabel grad nirgends finden). Danach einfach die Intel Cloning Software starten und ohne großen Vorbereitungsakt (ein aktuelles Backup habt ihr ja gemacht, ja?) den Klonvorgang einleiten (der große Starten Button oben rechts ist der Richtige, ja, ich hab ihn auch erst nicht gesehen).

Wie partitionieren lassen?

Beim Klonen eines kleinen Quelllaufwerks auf ein größeres Zielllaufwerk gibts ein paar Optionen:

  • Lässt man die Partitionen proportional vergrößern, dann wird jede Partition die sich auf dem Quellaufwerk befindet eben proportial größer, auch die kleine 100MB Systempartition, die Win7 bei der Installation automatisch anlegt, oder versteckte Rescue Partitionen (ja, das gibts auch, manche FertigPC Hersteller knallen die versteckte Rescue Partition mit knapp 10GB mit auf ein 40GB SSD Laufwerk.. *seufz*). Das proportionale Vergrößern wäre also Verschwendung. Hat man eh nur eine Partition kann man natürlich auch diese benutzen..

Ich empfehle ansonsten immer den manuellen Weg:

  • Hat man auf seiner Quellfestplatte aus Sicht der Anzeige in “Systemsteuerung > Datenträgerverwaltung” keine weiteren Partitionen hinter (rechts von) der C:\ Partition kann man einfach 1:1 die Partitionsgrößen übernehmen und spart sich das exakte Einstellen der Zielgrößen.
  • Kommen nach der C:\ Partition allerdings noch weitere Partitionen, ist es besser, die Partitionsgrößen in diesem Schritt gleich richtig einzugeben.

In meinem Fall gabs nur die 100MB Systempartition von Win 7 und die knapp 37 GB grosse C:\ Partition und sonst nix mehr. Also hab ich mich für das 1:1 übertragen entschieden, die Platte anschliessend in der Systemsteuerung > Datenträgerverwaltung auf Maximalgröße zu ziehen geht schneller, also mich jetzt mit den Größeneingaben rumzuärgern.

Zum eigentlichen Klonen bootet der Intel Data Migration Wizard in den DOS Modus und startet dann den Klonvorgang. Dieser Dauerte bei meinen knapp 40GB über USB2.0 ca. 35 Minuten, Fortschrittsbalken geben während der gesamten Aktion Auskunft, wieviel % schon kopiert wurden. Danach meldete das Clonprogramm “Alles OK” und auf Tastendruck wird der Computer ausgeschalten.

An dieser Stelle jetzt dann die alte Platte aus dem Computer ausbauen. Am Besten nicht vorher nochmal booten oder solche Scherze. Wenn der Klon fertig ist, ausschalten lassen und dann an die Stelle der alten Platte die neue, frisch geclonte Platte anschliessen. Hochfahren und..

… Nix wars!

Der Bildschirm bleibt nach dem Post schwarz und ein blinkender Cursor deutet an, das was nicht stimmt. Was ist passiert? Beim Neustart des Rechners hat das Bios meines PCs die neue SSD hinter die existierende Datenplatte einsortiert und somit war die Bootreihenfolge falsch. Also Reboot, ins BIOS, die Bootreihenfolge umstellen, abspeichern nicht vergessen und .. Freude..  nun funktioniert das.

Windows fährt sauber hoch, bemerkt die geänderte Platte, möchte einen Neustart und ist dann Zufrieden. Ein kurzer Test  mit AS SSD Benchmark zeigt: Alignment passt, AHCI Treiber passt auch, Performance Werte im üblichen Rahmen. Prefetch, Defrag, usw. deaktiviert, alles wie es sein soll. Dann noch schnell die Intel SSD Toolbox aufgerufen, dort schnell alles abchecken lassen, auch hier gabs keine Beanstandungen.

Fertig.

Einmal Win7 von 40GB SSD auf 120GB SSD klonen.. erledigt. Gesamtdauer: ca 1 Stunde. Und als Fazit nehm ich mir noch mit: das Intel Tool ist doch ganz praktisch.

TrueImage Einzeln Family (3er Pack) O&O DiskImage

4 responses so far

4 Responses to “Von SSD zu SSD Klonen: wenn die Boot-SSD doch zu klein ist”

  1. […] Ich erwarb meine 320er SSD als Bulkversion bei Alternate.de, dort war sie direkt ab Lager verfügbar und wurde auch innerhalb 24 Stunden geliefert. In der Bulkversion gibts nur das nackte Laufwerk in neutraler Kartonverpackung. Eine retailverpackte 320 ist ebenfalls verfügbar, diese beinhaltet neben einem Einbaurahmen für 3.5″ Schächte und Schrauben, SATA2 Kabel und Stromadapter auch die recht interessante Festplatten-Cloning Software “Intel Data Migration Suite” (eine stark zusammengestrichene OEM Version von Acronis TrueImage). Käufer er Bulk Version dürfen die Software jedoch auch nutzen, sie müssen diese nur erst auf der Intel Homepage runterladen. Links und mehr zum Umzug mit auf die neue Intel 320er SSD findet ihr in meinem Post zum Umzug auf SSD mit Intel Data Migration Software. […]

  2. Andreason 18 Nov 2012 at 14:57

    Danke!

  3. Tomon 29 Jan 2013 at 18:12

    Fetten Dank auch von mir, der Tipp samt Beschreibung ist Gold wert und hat mir den Umstieg von meiner lütten 40er Intel auf eine größere Samsung 830 ungemein erleichtert, statt mich mit Acronis/Clonezille/weißderGeierwas abplagen zu müssen. In nicht einmal 15 Minuten war der Umzug perfekt, superb! :)

    Beste Grüße!

    Tom

  4. Peteron 11 Feb 2013 at 23:34

    Bei mir fehlte beim Booten leider der Bootmanager. Eine Reparatur mit einer Windows 7 CD hat das Problem allerdings behoben. Dass man die Boot-Reihenfolge ist klar, war bei mir natürlich auch nicht anders.

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar dazu? (Geht anonym und ganz ohne Anmeldung)