Apr 27 2011

Da isses: Windows Home Server 2011 (“Vail”)

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Nun ist es also soweit.  Windows Homeserver 2011 (Codename Vail) auf Basis der aktuellen Windows Server 2008R2 Plattform ist da und musste dann auch gleich mal installiert werden.

Verwendete Hardware

Extra für Windows Homeserver 2011 hab ich einen älteren Desktop Rechner aus dem Ruhestand zurückgeholt. Ein Intel Core2Quad Q6600 mit 4 GB RAM  – ehemals getestet hier im Blog als FuSi PI2662 – allerdings mit neuer Grafikkarte, eine passiv gekühlten Nvidia 8400GTS und erst mal nur einer einzigen WD10EADS Ecogreen 1 TB SATAII Platte. 3 weitere WD20EARS 2TB (Advanced Format) sind schon unterwegs. Ich habe mich erst Mal gegen RAID entschieden und werde einfach nur einzelne Platten nach Bedarf dazustecken.

Ablauf der Installation

Bei der Installation verharrt WHS2011 dann erst mal mehrere Minuten bei 0% des Schrittes Windows Dateien werden kopiert. Ich dachte schon, das wird nix mehr, bis er dann allerdings doch noch loslegte und dann zügig die Sache hinter sich brachte. 2 Reboots später gehts an die Fertigstellung der Installation. Wenn ich Dussel nicht vergessen hätte, das Lan Kabel einzustecken, hätte ich mir Reboot Nummer 3 an dieser Stelle übrigens ersparen können. Muss ich jetzt nicht verstehen, warums dazu ein Reboot gebraucht hat, oder?

Aktivierung & Windows Update

Und weiter gehts mit Installieren, die nun aufkommende Frage nach dem CD Key hab ich jetzt erst mal übersprungen,  stellte sich paar Minuten später allerdings als dumme Idee heraus. Aber erst kommen noch die obligatorischen Windows Updates, bei meiner etwas fußlahmen Leitung die nächste Wartezeit von ca 10 Minuten. Es folgt Reboot Nummer 4 und die weiteren Updates finden ein jähes Ende: “Ihre Aktivierung ist abgelaufen, wichtige Updates können nicht zugestellt werden”, gefolgt von einer sehr grantigen Erinnerung an den fehlenden CD Key. Gefolgt von  Reboots 5 und 6 – ich weiss jetzt nicht genau, ob die Reboots Folge der zig weiteren Windows Patches sind, die da im Hintergrund noch eintrudeln, oder ob er mich wegen des Keys ärgern möchte. Bei der nächsten grantigen Erinnerung schnell den CD-Key eingetippt – das nächste mal gebe ich den CD-Key gleich ein, denn jetzt aktiviert er ihn sofort, vorher, als er das erste Mal nach dem Key gefragt hatte, hätte ich das normalerweise noch verhindern können.

Nun, eine gute Stunde später nach dem Einlegen der InstallCD sehe ich zum ersten Mal auf den Desktop. Wer Win7 schonmal ohne Aero gesehen hat, weiss das das ausschaut. Sound ist deaktiviert sagt er mir da unten rechts, die Auflösung ist total falsch (800×600), ne blaue Dashboard Verknüpfung auf ansonstem leeren Desktop. Leider stellte sich dann Minuten später noch heraus, das weitere 20 Updates zu installieren sind. Das Ding liegt noch nicht mal in den Händlerregalen und hat jetzt schon mehr Patches als manch anderes OS in seiner gesamten Lebenszeit. Ach, der nutzlose Windows Defender will übrigens auch noch umsorgt werden (Definitionsupdate und erster Scan – oder gleich abstellen, wie mans mag). Am Ende weiterer x Reboots stehen wir dann mit WHS 2011 Service Pack 1 da, oder genauer gesagt: Windows Server 2008R2 SP1 und damit exakt der selbe Stand des großen Bruders. Aktueller gehts nicht.

Das erste mal im Dashboard

Klick auf das Dashboard Symbol bringt eine Checkliste der noch zu erledigenden Arbeiten, als da wären – kann man aber auch getrost zu späterer Zeit erledigen:

  • Windows Update für andere MS Anwendungen aktivieren
  • Serverbackup Zeitplan und Sicherungslaufwerk auswählen, was leider im Moment kläglich scheitert, weil er meine NAS nicht erkennt und ich noch kein 2. Laufwerk eingebaut habe. Die Hilfefunktion meint in lupenreinem Englisch: ohne externe Platte ginge es nicht. (Generell gehen sämtliche erweiterten Hilfetexte im Dashboard derzeit auf englische Webseiten.) Externe Platte hab ich grad auch keine zur Hand. Also überspringe ich das mal schnell.
  • Remotewebzugriff einrechten Kann er nicht, er hängt an einem Business Router, der kein UPnP zulässt, also manuell die Ports weitergeleitet. (2 WHS am selben Internetanschluss Remote erreichbar dürfte arge Probleme geben, muss ich mir mal in ner ruhigen Minute nochmal anschauen. (Hier http://wiki.wegotserved.com/index.php?title=Setup_Alternate_Ports_for_your_WHS_Web_Sites ist schonmal ein guter Anfang dazu)
    • Es folgt der Wizard zur Einrichtung eines kostenlosen Domänennamens, zur Auswahl stehen: hab schon eine Domäne oder ich möchte einen neuen Domänennamen einrichten. Nimmt man letzteres kann man entweder eine kostenlose Subdomäne von Microsoft unterhalb der homeserver.com Domäne erhalten, oder eine richtige Domäne bei einem WebHoster kaufen. Ich nehm die kostenlose von MS. Dazu wird ein Windows Live Konto benötigt, das hab ich zum Glück schon. (Eine bereits vorhandene WHSv1 Domäne unter homeserver.com wird übrigens nicht überschrieben, man kann also beide aufs selbe Live Konto packen).
  • Freigaben konfigurieren. Zur Wahl stehen die klassischen benutzerbasierte Freigaben (empfohlen) oder aber Freigabe über dieses neumodische Heimnetzgruppending. Ich nehm die Benutzerfreigaben, danke.
  • Als letzten Punkt in der Checkliste werden dann noch 2-3 Sätze über den Zugriff auf den “zentralen Speicherort” angezeigt

 

Das WHS2011 Dashboard wirkt insgesamt wesentlich aufgeräumter und moderner als die Adminkonsole des WHSv1 und reagiert merklich flotter. Verbessert wurden unter anderem gerade auch die Statusberichte/Fehlerkonsole. Die wichtigsten Konfigurationsmöglichkeiten sind wie bisher im Dashboard enthalten, damit dürften die meisten WHS Besitzer auskommen. Tiefer als ins Dashboard sollten reine “Anwender” wahrscheinlich auch bei WHS2011 nicht schauen. Wobei die eigentliche Server-Verwaltung für jemanden mit Servererfahrung auch ein alter Hut ist –  imho in Server 2008 bequemer als beim Server 2003 Unterbau von WHSv1. Aber dazu später mehr in einem Blogpost: Unter der Haube des Windows Homeserver 2011.)

Die Clientinstallation:

Sind alle Updates verwurschtelt (eventuell nochmal selber in WinUpdate nachgucken) wird es Zeit, einen ersten Client PC an den WHS zu hängen. Das geschieht über einen Aufruf der Url http:///connect.  Dabei wir ein kleiner Assistent heruntergeladen, welcher letztendlich die neueste, zum OS passende Version des Connector herunter lädt und dann installiert. Übrigens: MS .NET v4 ist Pflicht in WHS2011. Installiert wird einmal das Launchpad, welches einen groben Überblick auf den Zustand des WHS gibt und zum andern ein Tool um das WHS Dashboard per RemoteDesktop aufzurufen.

Auch der Apple Mac kommt jetzt nicht mehr ganz so zu kurz, es gibt nun auch ein Launchpad für Macs, das hatte WHSv1 noch nicht. Wer sich jetzt aber auf vollumfassende Mac Unterstützung freut, z.b. TimeMachine Unterstützung, der wird enttäuscht werden (soll aber von 3rd Party Anbietern noch kommen).

Besitzer eines WHSv1 werden an der Stelle dann verärgert mitbekommen, das ein PC nicht gleichzeitig an 2 WHS als Client registriert sein kann (Nutzung der Shares funktioniert natürlich unbhängig davon). Der Connector des WHSv1 muss deinstalliert werden. Übrigens brauchte ich noch einen Reboot des Clients nach der Deinstallation des WHSv1 Connectors, vorher ging gar nix.

Was kann der Windows Homeserver 2011?

Die Grundfunktionen des Windows Homeserver sind auch in der WHS 2011 die gleichen geblieben: zenrale Dateiablage, automatisiertes Backups der ClientPCs, Fernzugriff auf die Dateien auf dem WHS und RemoteDesktop Durchgriff auf die Windows Rechner, sowie Medienserver Funktionen. das “Was” ist also gleichgeblieben, beim “Wie” hat sich doch einiges getan:

Der Kuddelmuddel aus WMC, Firefly und Dateifreigabe meines Acer Easystore h340 wurde ersetzt durch einen einzigen neuen, Windows MediaCenter Player (ja, WMP und nicht MediaCenter) basierten Streaming Server nach DLNA und UPnP Standards, der übrigens auf entsprechend performanter Hardware auch “on the fly” eine Transkodierung zustande bringt. Neu ist auch die Möglichkeit, Medien per Silverlight Player in den Browser zu streamen, auch über Internet. PS: für die iPad/iPhone User unter uns: Streaming lokal auf iOS funktioniert übrigens wunderbar mit AirPlayer, den ich auch schon für WHSv1 benutze, streaming Remote auf iOS hab ich noch nicht zum laufen bekommen.

Der heiss diskutierte DriveExtender ist nicht mehr, ersetzt wurde er durch ein vollständiges Serverbackup-Konzept (die Unfähigkeit, sich selbst und das Backuparchiv der Clients zu sichern riss ein riesen Loch ins das Konzept des WHSv1), und erlaubt nun RAID (wenn man es sich denn ans Bein binden will und die notwendigen Voraussetzungen dafür selbst schafft). Der Verzicht auf den DriveExtender bedeutet den Verlust der genialen Erweiterbarkeit der Gesamtkapazität des Servers durch willkürliches Hinzufügen beliebiger Platten in unterschiedlichen Größen und leider heisst das auch, dass es die ebenfalls sehr praktische automatische Verzeichnisduplizierung nun auch nicht mehr gibt. Für Duplizierung muss man nun selber sorgen, sei es mit RAID1  oder 5 oder noch höher, oder durch Serverbackups oder sonstwas. Und läuft nun eine Platte voll, muss man selber anfangen, die Daten auf andere Platten zu verteilen – dies regelte der DriveExtender beim WHSv1 alles automatisch so neben her. Aber der WHS 2011 hat trotzdem auch ein paar Vorzüge: der DriveExtender war ein elendiger Resorcenfresser, die Problematik mit Direktzugriffen aufs echte Dateisystem ist gelöst und nun gibts auch in WHS Schattenkopien. Wenn wir schon dabei sind: Neu ist auch die Unterstützung von Laufwerken im Advanced Format auch über 2TB hinaus (wobei da Controller und Bios auch noch gefragt sind).

Die Backupfunktion für die Clients hat sich auf den ersten Blick nicht wirklich arg verändert. Neu ist z.b. die Möglichkeit, sich aus einem Backup einen bootfähigen USB Stick erstellen zu lassen, mit dem man einen havarierten Client dann wieder booten kann. Oder die Möglichkeit, abgebrochene Backups wieder fortsetzen zu können. Clientbackups können nun endlich gesichert werden können. (WHSv1 war dazu nicht in der Lage und leider bekannt dafür, gerne mal die ClientBackup Datenbank abzuschiessen.)  Ich hoffe ferner innbrünstig, dass die Restore Probleme, die so manchen WHSv1 User geplagt haben – inkl. mich, nun endgültig gegessen sind.

Zum Thema Fernzugriff sehe ich einen haufen “kosmetischer” Verbesserungen, anpassbare Startseite mit Widgets, aus dem primitiven Dateibrowser wurde ein brauchbarer Dateimanager, der auch Thumbnails anzeigen kann, teilweise sogar auf SmartPhones. Und natürlich nicht zu vergessen, die Streamingmöglichkeit von Medien ins Browserfenster. Was die RemoteDesktop Verbindung zu den ClientPCs angeht hat sich imho nicht wirklich was getan, das erscheint mir alles wie gehabt.

Insgesamt schaut das ganze doch ganz gut aus.. alles weitere wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen müssen.

Desktop Ansicht direkt nach der Installation

Das neue Dashboard

Anpassbare Startseite des Fernzugriffs

Streaming Video Player - Wiedergabe einer MP4 in niedriger Qualität

Streaming Musicplayer

Windows Homeserver 2011 gibts seit neustem Spottbilig, z.b. bei Amazon.de:

2 responses so far

2 Responses to “Da isses: Windows Home Server 2011 (“Vail”)”

  1. Die Losungen Blogon 31 Mar 2017 at 23:56

    Ich Will Konfigurieren Ein Qualitat Server In Buffalo

    […] 0% des Schrittes Windows Dateien werden kopiert. Ich dachte schon, das wird nix […]

  2. Dedizierte Server Job Blogon 10 Jun 2017 at 15:08

    Ich Mochte Installieren Ein Server In Buffalo

    […] . 2 Reboots später gehts an die Fertigstellung der Installation. Wenn ich Dusse […]

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