Apr 22 2011

Migration eines steinalten 1&1 Plesk Servers auf neuen Dedicated

veröffentlicht in Kategorie WebWork  

Unsere bei 1&1 angemieteten dedicated Root Webserver werden auch nicht jünger, die zu migrierende Kiste pfiff wenn man es genau nimmt, auf dem letzten Loch. Es war also dringend an der Zeit, den alten Server gegen neue Hardware auszutauschen. Im heutigen Blog Post möchte ich kurz das Vorgehen und die Fallstricke dazu schildern.

Auf dem Server befinden sich 75 Kundendomänen, der Server läuft mit einer alten SUSE 9.x Version, das darauf installierte Plesk wurde stets aktuell gehalten und ist nun auf v9.5. Ein Versionssprung auf Plesk 10 haben wir aufgrund der zahlreichen Probleme damit nie gewagt. So lag es eigentlich erst mal nahe, den neu bestellten Server, den uns 1&1 kulanterweise einen Monat ohne Berechnung parallel zum alten Server zur Verfügung stellt, direkt mit der aktuellen Plesk v10 initialisieren zu lassen. Leider wurde da nichts draus, zum einen bietet 1&1 kein Image mit aktueller SUSE und Plesk 10 an, zum anderen konnte auf allen 3 erhältlichen Images mit Plesk 10 der Migration Manager im Plesk nicht nachinstalliert werden. Irgendein dämlicher Bug in Plesk 10 lässt jeden Versuch, den Migrator oder auch den Backup Manager zu installieren scheitern, egal welches Image ich versuchte. Der Update Manager, der zur Nachinstallation des bei v10 nicht mehr default mäßig installierten Migrationsmanagers benötigt wird, hängt sich jedesmal weg und stellt sich tot. Nachdem ich Stunden mit diesem Problem verschwendet habe, habe ich dann ein aktuelles CentOS mit Plesk v9.5 genommen – wenn Plesk 10 so buggy ist, will ich das sowieso nicht haben.

Es folgte die Standard “neue Server Konfig” Routine: nicht benötigte Services deaktivieren, Firewalleinstellungen prüfen, Server absichern, Secondary Nameserver konfigurieren, Kunden, Reseller und WebHost Templates anlegen, usw.

Ohne Migration Manager in Plesk wäre der Umzug der 75 Domänen zu einem neuen Server eine schweisstreibende Arbeit gewesen. Mit dem Migrationsmanager in Plesk ist es im Prinzip nur eine Sache von 2-3 Mausklicks und ein paar Stunden warten, bis alle Daten, Konfigs, eMail Konten, Spamfiltereinstellungen, Datenbanken usw. migriert wurden. Wichtig ist, dass die zwei Migration Manager auf dem alten und dem neuen Server vor der Migration per Klick auf den “Synchronisieren” Knopf auf den aktuellen Stand gebracht werden. Die 2 Plesk Server müssen dabei nicht auf dem selben Versionsstand sein.

Die Migration an sich hakte an folgenden Punkten:

  • Während der Migration mit komprimierter Datenübertragung lief das TEMP Verzeichniss des alten Servers voll. Die Migration scheiterte kläglich (ohne Fehlermeldung), es tat sich einfach gar nix mehr. Da die Platten des alten Servers auch so schon genagelt voll waren, half erst mal nur, eine kleine Auswahl an Domänen pro Durchlauf zu migrieren und auf die komprimierte Übertragung erst mal zu verzichten, bis wieder Platz auf dem alten System war, damit das TEMP Verzeichnis vergrößert werden konnte.
  • Während der Migration stellte sich heraus, das 1&1 auf den neuen Server Images das Webroot Verzeichnis auf einem logischen Datenträger angelegt hatte, dem erst mal nur 4GB Festplattenplatz zugeordnet war. Nachdem der Platz dann vergrößert wurde, konnte es mit der Migration dann weitergehen. Ok, hätte ich auch vorher mal gucken können, wie die Platten so partitioniert sind, aber hinterher ist man immer schlauer.
  • Durch die logischen Laufwerke funktioniert das Quota für Webuser nicht, der Migrator schmeisst bei der Migration eines Hosts mit angelegtem Webuser einen Error ins Log und überspringt die Migration des Webusers. Den kann man entweder hinterher manuell noch anlegen und seine Dateien per FTP nachschieben, oder aber man kümmert sich erst mal um das Quota Problem auf dem neuen Server, bevor man die Migration startet.
  • Ebenfalls Grund für eine Fehlermeldung im Migrationsprozess ist, wenn Mailman Support auf dem alten Server für einen Host zwar angelegt war, aber keine Mailingliste hinterlegt wurde. Die Migration klappt zwar trotzdem, aber so Fehlermeldungen beunruhigen.
  • Als etwas nervig empfand ich es, nach der Migration bei jeder Domäne die DNS Servereinstellung für Primary DNS von Hand nochmal ändern zu müssen. Das hätte man per Option im Migrationsmanager doch grad auch noch erledigen können, oder?
  • Aufgrund des Betriebssystemwechsel änderte sich der Pfad zum Webroot eines Hostes von srv/www/vhosts zu var/www/vhosts. Als Folge davon waren per .htaccess realisierte Login Screens erst mal “kaputt” und mussten manuell repariert werden. Ebenfalls durch den geänderten Pfad waren migrierte CMS Systeme sowie die paar xtCommerce Shops erst wieder nach Änderung der Pfadangaben nutzbar. Da hätte man sich auch mit Symlinks behelfen können, aber mir war die umständliche Methode lieber.
  • Abschliessend mussten dann noch alle Domänen im WebInterface unseres bevorzugten Registrars upgedated werden, was auch nochmal die eine oder andere Stunde benötigt hatte, aber danach war das ganze Thema dann doch innerhalb weniger Stunden gegessen.

Man kann nun viel über Plesk schimpfen, ich selber kotze mich bestimmt einmal im Monat über Plesk und dessen hirnrissigen Probleme aus, aber so eine Servermigration mit 75 Hosts habe ich bislang noch nie bequemer über die Bühne gebracht. Ich hab schon öfters solche Umzugsgeschichten aus der Ferne erledigt und in der Regel war dort gut 2 Tage Handarbeit von Nöten, bis alle Domänen am neuen Ziel angekommen sind. So gesehen ist das Plesk halt doch nicht ganz so doof, wie alle und ich auch immer sage.

Aber Kagge ist es trotzdem :-)

2 responses so far

2 Responses to “Migration eines steinalten 1&1 Plesk Servers auf neuen Dedicated”

  1. Svenjaon 30 Jan 2017 at 13:47

    Hallo

    Danke fuer der Info, wie man seiten mit Pleks migriert.

    Ich habe jetzt mal eine Seite / Abo migriert.

    So wie es aussieht hat alles funktioniert.

    Wie kann ich dafuer sorgen, das der DNS eintrag auch auf den neuen Server zeigt?
    Muss ich dafuer auf dem alten Server die DNS eintraege aendern?

    der Server steht bei 1und1

    danke

  2. adminon 30 Jan 2017 at 16:22

    Bei dem Provider, bei dem die Domänen registriert wurden in der Domänenverwaltung > DNS Einstellungen schauen, ja.

    Wenn die Domänen auch umgezogen wurden, dann sobald der Umzug seitens der Registry erfolgt ist, dann dort.

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