Jan 22 2011

Maxdome, RTLnow & Co – gestreamte Filme aufzeichnen und DRM entfernen

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Die “Online Videotheken” im Internet boomen, ob nun RTLnow, oder Maxdome, oder auch iTunes – oder gar das amerikanische Hulu.com oder der britische iPlayer der BBC. Filme, Serien und TV Shows gibt’s inzwischen an jeder Ecke – allerdings meist DRM verseucht im reinen Stream Zugriff. Wer Filme aus Maxdome und Co aufnehmen möchte, um sie später oder vom Kopierschutz befreit auf einem beliebigen Player abzuspielen, muss sich etwas einfallen lassen. Das Zauberwort heißt ganz einfach Screen Capture, damit lassen sich Streaming Angebote ganz einfach mitschneiden, oder der Kopierschutz von iTunes und Co ganz einfach überlisten. Eine bequeme und sehr einsteigerfreundliche Möglichkeit, dies zu tun, ist die Shareware Tunebite aus dem Hause RapidSolution Software GmbH. Hier ein kurzer Erfahrungsbericht.

Tunebite in der Platinum Version bzw. sein größerer Bruder “Audials One” kann einen beliebigen Ausschnitt des Windows Desktops in tadelloser Qualität aufnehmen und in WMV oder MP4 Format abspeichern – inkl. Stereoton selbstverständlich. Auch in HD. Der Haken daran ist, dass der zur Aufzeichnung benutzte PC in der Lage sein muss, das aufzunehmende Material abzuspielen. Um z.b. Maxdome Filme aufzunehmen, muss man ein Maxdome Konto auf dem PC haben und die Maxdome Filme dort im Browser abspielen können. Will man iTunes Filme vom geschützten M4V in das ungeschützte MP4 Format umwandeln, dann muss der PC über iTunes und den dazu gehörigen Account verfügen. Sprich: ich kann nicht geschützte Dateien von Dritten für mich nutzbar machen / knacken, sondern nur die Filme aufzeichnen (kopieren), die ich selbst gekauft habe und die ich auch Abspielen kann. Zur Aufnahme selbst spielt man den Film nun in dem jeweils passenden Player ab – im Falle von iTunes also in iTunes selbst, bei Maxdome, RTLnow, etc. im Browser – egal ob da nun Flash oder Silverlight oder sonstwas benutzt wird. Die Software erkennt, wo auf dem Bildschirm das Video läuft (oder man zieht manuell einen Kasten um die Videoausgabe) und zeichnet fortan einfach alles auf, was sich in dem Kasten tut – inkl. Ton.

Tunebite funktioniert also ganz grob gesagt wie ein Videorekorder, denn man zwischen Antenne und Fernseher schaltet, nur dass die Antenne hier eben das Internet und der Fernseher eben der Monitor ist. (eigentlich richtiger wäre: die Grafikkarte und der Windows Desktop). Auf diese Weise – so meint zumindest der Hersteller RapidSolution Software – gäbe es keinerlei rechtliche Bedenken, denn es wird kein Kopierschutz geknackt. Das Aufzeichnen für meinen eigenen privaten Gebrauch selbst sei durch die Regelung zur Privatkopie im Urheberrecht erlaubt – und da die Software keinen Kopierschutz knackt, gäbe es hier nichts zu beanstanden.

Kopiergeschütze DVDs und BRs kann es aber auch aufnehmen, genau nach dem gleichen Verfahren, in dem einfach die Videoausgabe im Playerfenster aufgezeichnet wird. Tunebite geht so also einen ganz anderen Weg, als andere bekannte DVD Crack Software, welche versucht, den Kopierschutz auszuhebeln, um dann den Inhalt auslesen zu können. Der Nachteil an der Tunebite Methode ist, dass das Aufnehmen immer genau so lange dauert, wie das Abspielen.  Menüsteuerung oder alternative Tonspuren gehen damit nicht. Es wird immer genau das aufgenommen, was auch gerade abgespielt wird. Einen vollwertigen 1:1 Rip einer kopiergeschützten DVD lässt sich auf diese Weise also nicht erstellen – wohl aber den Film so wie abgespielt aufzeichnen. Und es gibt noch einen Punkt, den man beachten muss: während eine Aufnahme läuft, sollte man tunlichst darauf achten, dass das Player Fenster an der selben Stelle und im Vordergrund bleibt und von keinem anderen Fenster oder Anzeigeelement überdeckt wird. Tunebite zeichnet exakt das auf, was an der zu Beginn der Aufnahme festgelegten Stelle am Bildschirm angezeigt wird – im Zweifelsfall also auch ein aufpoppendes Menü, den Mauszeiger oder sonstige Meldungen am Bildschirm.

Aus der Praxis:

Mir gelangen problemlos Aufnahmen aus:

  • Hulu.com im MSIE8
  • BBCs iPlayer sowohl in der iPlayer App als auch im MSIE8
  • Maxdome im MSIE8
  • Sky Video on Demand Dienst in MSIE8 & Sky Go Portal auf MSIE9
  • Google Video Market im MSIE8
  • iTunes (Kauffilme und Leihfilme!) in iTunes 10.x
  • RTLnow, RTL2now & Voxnow im MSIE8
  • ZDF Mediathek im MSIE8
  • Youtube, Clipfish und andere Videoportale im MSIE8
  • Eine kommerzielle DVD in der DVD Player Software (OEM Corel)
  • Eine kommerzielle BluRay Kopie im CyberLink Player, der mit meinem BR Laufwerk geliefert wurde
  • Channel4s Video on Demand Service “4oD” im MSIE8

Ein moderat leistungsfähiger Rechner langt schon vollkommen aus, um die Aufnahmen anzufertigen, so hatte ich selbst auf meinem inzwischen auch nicht mehr ganz taufrischen Laptop keinerlei Probleme, die Aufnahmen ohne “verlorene Frames” oder sonstige Fehler anzufertigen. Die Auslastung des Laptops war dabei auch nicht sonderlich hoch, so dass man eigentlich noch ganz gut nebenher weiter arbeiten könnte – aber Vorsicht: nicht aus Versehen das Videofenster abdecken!

Auch auf dem kleinen Win7 / Atom / Intel Grafikchip / 2 GB RAM basierten Netbook gelangen die Testaufnahmen in SD Qualität noch, solange nichts anderes nebenher ausgeführt wird. BR Ausgabe kriegt das Netbook auch so nicht flüssig hin, konnte ich also nicht vernünftig testen.

Die Aufzeichnungen erfolgen wahlweise im WMV oder MP4 Format, die wichtigsten Format Einstellungen kann man, zwar etwas versteckt selbst einstellen, aber – und das ist ganz wichtig: die Voreinstellungen funktionieren wunderbar, so dass auch ein absoluter Einsteiger gute Ergebnisse erzielen wird, ohne irgendwelche Vorkenntnisse mitbringen zu müssen. Insgesamt ist die Software wunderbar einfach zu bedienen und komplett in Deutsch. Ausgabeprofile für unterschiedliche Player (iPhone, Android, WinMobile Handies, Konsolen oder oder…) erlauben die Aufnahme gleich im passenden Format oder eben die Konvertierung anschließend. Nochmal, weils so wichtig ist: Die Bedienung in Tuneb*** ist wirklich kinderleicht, meine ersten Versuche “damals” mit Videoformaten in anderer Software waren frustrierend, die Ergebnisse erst nach tagelangem rumexperimentieren wirklich gut. Die Voreinstellungen von TB sind dagegen voll auf dem Punkt.

Die Konkurrenz “Eimer Softwares DRM Medien Konvertierer” nachfolgender “Aimer” genannt:

  • Zumindest in der Platinum Version ist die Anzahl der unterstützten Codecs/Container Formate eher gering, als universaler Mediakonverter eignet sich Tunebite Platinum also nicht so ganz, da wäre z.b. das hier im Blog schon erwähnte Produkt von Aimer leistungsfähiger. Die Vielfalt in Aimer stellt manche doch vor das eine oder andere Problem und bei ungünstiger Wahl der Einstellungen in Aimer kann so einer Konvertierung sehr sehr lange dauern. Einsteiger werden mit der eingeschränkten Auswahl in Tunebite von Beginn an besser zurecht kommen.
  • Aimer kann generell keine Streams aufzeichnen oder z.b. aus dem Browser heraus mitschneiden oder DVDs/BRs auslesen. Viele Filme in Maxdome, oder generell RTLnow.de können nicht downgeloadet werden, da hilft Aimer also gar nix – da ist Tunebite der klare Sieger. Anders rum kann man allerdings auch sagen: Tunebite kann eigentlich nur die laufende Ausgabe mitschneiden und kaum direkte Dateikonvertierungen.
  • Beide, Tunebite und Aimer können die Ausgabe einer downgeloadeten Datei in iTunes aufzeichnen und so das DRM umgehen, Tunebite gelingt das “Fernsteuern” von iTunes dabei wesentlich besser als Aimer dies kann. Und nur TB kann “Leihfilme” aus iTunes aufzeichnen (Leihfilme in iTunes werden nicht komplett downgeloadet).
  • Während der Aufnahme mit Tunbite kann man den Film fast ungestört nebenher anschauen, bei Aimer geht dies nicht, da der Ton während der Ausgabe nicht mehr mit ausgegeben wird. Allerdings erscheint der Ton in Tunebite während der Aufnahme manchmal etwas verzögert (in der fertigen Aufnahme ist aber alles Ok). Ich weiss nicht wieso, aber Tunebite schafft es, das Playerfenster konsequenter “ganz oben” zu halten, so dass die Gefahr, dass die Aufnahme von einem anderen Fenster verdeckt wird, wesentlich geringer ausfällt.
  • DVD und BluRay Kopien gehen mit anderer (in Deutschland allerdings illegaler) Software speziell für das Auslesen von CDs/DVDs schneller und “besser” als in Tunebite, nicht nur was Bildqualität anbelangt, sondern gerade auch in Hinsicht auf funktionierende Menüs, Tonkanalumschaltung, Untertitel zuschaltbar (bei Tunebite sind die Untertitel entweder bei der Aufnahme an oder aus – nachträglich ändern geht nicht mehr)

Mein Fazit:

Ich find Tunebite total praktisch. Gerade wenn man bedenkt, dass viele Filme z.b. auf Maxdome, der ZDF Mediathek oder anderen VoD Portalen nur kurze Zeit verfügbar sind, z.b. Folgen einer Serie auf RTLnow nur die ersten 3-7 Tage kostenlos abruf sind, ist die Möglichkeit, unkompliziert Aufnahmen auf dem eigenen Rechner während des Anschauens anzufertigen sehr verlockend. Aber auch generell: wenn ich für einen Film bezahle (iTunes z.b. oder Googles VoD Shop), dann will ich den ohne DRM Einschränkungen überall nutzen können – dies alles erlaubt mir die Tunebite Software. Der Hauptzweck der Software ist in meinen Augen, das Aufzeichnen von Videostreams während ich diese betrachte (oder solang ich den PC nicht brauche), aus dem Browser heraus, von jedem beliebigen Video on Demand Portal im Internet, dass mir bis jetzt in die Finger gekommen ist.

Nachtrag:

Die Firma Applian Technologies bietet ebenfalls ein Toolpaket an, mit dem sich Videostreams von beliebigen Videoportalen im Internet auf der heimischen Festplatte aufzeichnen lassen. Applians Softwarepaket besteht im Grunde aus den folgenden 2 Komponenten:

Ein Medien-“Catcher”, welches in eine Seite eingebettete Streams erkennt und dann direkt downloadet. Und für die Portale, wo dies nicht möglich ist, ein Video Capture Programm, das wie das Produkt von Rapid Software, den Bildschirminhalt aufzeichnet. Beide Programme sind auch einzeln erhältlich, Demoversionen finden sich auf der Homepage des Herstellers.

Lustigerweise findet sich Tunebite inzwischen sogar hochoffiziell auf Amazon.de. Hätte ich nicht gedacht, hier also ganz offiziell der Link:

Tunebite Platinum Der große Bruder: Audials One

Achtung: neue Versionen v9 im Handel

siehe auch meinen Post zur neuen Version Audials Tunebite v9

TB v9 Platinum (neu) Grosser Bruder: AudialsOne v9

Achtung: Neue Version 10 gibts nun auch:  Tunebite v10 hier getestet

5 responses so far

5 Responses to “Maxdome, RTLnow & Co – gestreamte Filme aufzeichnen und DRM entfernen”

  1. […] PS: siehe auch Tu**bite Screen Recorder zum Entfernen des iTunes DRM […]

  2. […] Catcher helfen nicht weiter – mit meinem favorisierten Universalwerkzeug zum DRM entfernen Tunebite bleibt auch nur der suboptimale Weg, die laufende Wiedergabe über die Soundkarte aufzeichnen zu […]

  3. […] 1000 oder eben 1mbit/sec im Downstream genannt. Ein Download der Sendungen ist nicht möglich, das Mitschneiden/Aufnehmen von Sky Go jedoch mit meinem Screencapture Software Tipp “Audials Tunebite”  am PC problemlos möglich […]

  4. […] Tunebite noch gar nicht kennt, sollte sich auch mal diesen Artikel übers Entfernen des Kopierschutzes von Maxdome, Hulu & Co durchlesen. Als Neuerung zur v8 habe ich […]

  5. […] […]

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