Dec 05 2010

Testbericht: Corsair F60 SSD in externem Icybox eSATA Gehäuse

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Von SSD Festplatten habe ich mich bislang ob der hohen per GB Kosten noch zurückgehalten. Inzwischen war die Neugier allerdings grösser und es war Zeit für die ersten Versuche. Getestet wird eine Corsair F60 in einem einem Icybox IB 290 externen USB2.0/eSata Gehäuse. Mehr gibt’s nach Klick auf..

 

Der Lieferumfang der Corsair SSD Platte ist sehr überschaubar, neben der eigentlichen SSD selbst legt Corsair noch eine Adapterplatte zum Einbau der 2,5” SSD in einen 3,5” Einbauschacht und passende Schrauben (6x für die SSD und 4x für den Rahmen) bei. Eine Anleitung oder Tools- / TreiberCD sucht man allerdings vergeblich. Tipps dazu findet man auf der Corsair Homepage oder im Corsair Forum zumindest in englischer Sprache.

 

Icybox  IB290 eSATA-II/USB2.0 externes 2.5” HDD Leergehäuse

Etwas besser vom Lieferumfang her schneidet das Icybox Gehäuse ab: neben dem obligatorischen Gehäuse selbst, liegen eSATA Kabel, USB-zu-Power Kabel, Y-USB Kabel, ein “Schlüssel” zum entriegelndes Gehäuses sowie eine Kurzanleitung dabei. Als kleines Goodie gibt’s eine Tasche zum Transport der Platte. Das Gehäuse ist überwiegend aus Alu gefertigt, verspiegelte Plastikfront mit blauer PowerLED und hat keine eigenen Lüfter, der ist beim Einsatz einer SSD auch definitiv unnötig. Ich mag über das Icybox jetzt nicht zu viele Worte verlieren, es war jetzt nicht unbedingt günstig, dafür ist es ordentlich verarbeitet, stabil und die Tatsache, dass alle Kabel mitgeliefert werden, machen den etwas höheren Preis im Vergleich zu Noname Gehäusen durchaus wieder wett. Das Gehäuse kann wahlweise per eSATA II (= eSATA300) oder per USB2.0 an einen PC angeschlossen werden, in meinen Tests mit unterschiedlichen Platten waren die Performancewerte durchwegs im für den jeweiligen Bus zu erwartenden Rahmen. Einziges Manko, wenn man es so nennen mag: das Icybox kann kein Power-über-eSATA (eSATAp), nutzt man die Platte über eSata, muss zusätzlich noch das beiliegende USB-zu-Strom Kabel angeschlossen werden, das Gehäuse belegt also 2 Ports am Rechner, 1x eSATA und 1x USB. Andere Gehäusehersteller bieten inzwischen auch schon vereinzelt eSATAp Gehäuse an, wo der Strom bei entsprechend ausgestatteten Rechner der Strom auch über das eSATA Kabel geführt wird.

 

Aber nun zurück zur

Corsair F60 und die Technischen Daten:

  • 2.5” mit 60GB Kapazität (Modelle mit  40GB, 90GB, 120GB, 180GB und 240GB  sind auch verfügbar)
  • SandForce SF-1200 Controller
  • MLC NAND Flash Chips
  • SATA II (“SATA300”) Bus
  • Bis zu 285MB/sec sequential Read lt. Hersteller (Atto Benchmark)
  • Bis zu 275MB/sec sequential Write lt. Hersteller (Atto Benchmark)
  • TRIM Funktion
  • 24 Monate Garantie
  • Stromverbrauch wird angegeben mit 0,5W im Standby/Idle,  bis max 2,0W während Datentransfers
  • Stöße bis 1500G sollen noch OK sein.

 

Die F Serie oder eigentlich “Force” Serie von Corsair ist mit dem viel gelobten, neuen SandForce SF1200 Controller ausgestattet, der viele der Krankheiten der ersten SSD Generationen auszumerzen vermag. Damit und dem TRIM Support vermag die F Serie nicht nur initial mit sehr guten Performancewerten zu überzeugen, sie kann diese guten Werte auch über die Zeit hinweg halten. Das Preisniveau liegt insgesamt erfreulich niedrig (ok, für SSD Verhältnisse), auch wenn ausgesprochene Value Serien von Corsair und anderen Herstellern noch ein paar Cents pro GB billiger sind. Hier bei der Force Serie stimmt meiner Meinung nach jedoch beides: Preis und Performance und COrsair setzt hier die alten Hasen wie z.b.gerade auch Intel deutlich unter Druck.

Windows 7 erkennt die F60 (auch über eSATA) automatisch als SSD und konfiguriert sie absolut korrekt über die Datenträgerverwaltung ohne besondere Maßnahmen durch den Benutzer. NFTS Format, das Alignment passt, die TRIM Funktion ist aktiv, Defrag wurde automatisch für die SSD deaktiviert. Kein Voodoo, keine Fummelei, anstecken, (Einschalten geht nicht, denn das Icybox Gehäuse hat kein Schalter), passt. Die SSD wird im Betrieb nicht warm, macht keinen Krach, entsprechend bleibt das Icybox Gehäuse auch nach 1 Woche Dauerbetrieb hier schlicht und ergreifend kalt.

An die von Corsair gemachten Angaben zur maximalen Performance komme ich in der eSATA Konfiguration nicht ganz ran, meine unter Win7x64 an einem eSATA II selbst gemessenen Werte schwanken so zwischen 250MB/sec Write und 275MB/sec Read – Werte, mit denen man absolut zufrieden sein kann. Auch nach 2 Monaten im Betrieb bei ca. 50% Füllstand ist die Performance bisher nicht merklich zurückgegangen. Die Platte ist in meiner Konfiguration von eSATA bootfähig, aber so pauschal möchte ich da keine Garantien geben, da auch von den Controllern / Bios abhängig.  Der Nachteil an meiner eSATA Verwendung ist neben einem geringen Performanceverlust im Vergleich zur internen SATA II Schnittstelle (am internen SATA-II Port war sie im Schnitt nochmal etwa 2-3% schneller) auch noch, dass Corsairs Firmware Upgrade Tool die Platte am eSATA Port nicht erkennt, zum Aktualisieren der Firmware muss die Platte also zwingend an einen internen SATA-II Port, dort funktioniert das Ganze problemlos.

An USB2.0 macht die ganze Sache dann etwas weniger Sinn, da ein USB2.0 Port nicht annähernd so hohe Transferraten bieten kann. Hier müsste dann USB3.0 her, den hat das Icybox Gehäuse jedoch nicht (und mein Testrechner grad auch nicht…)

Kurzfristig als Bootplatte eingesetzt (alte Bootfestplatte wurde mit Acronis TrueImage auf die F60 gecloned – Achtung, nicht Sektor zu Sektor 1:1 Kopie verwenden!)  konnte die F60 die Gesamtbootzeit des Testrechners (Win7 x64 Pro) um 2/3 der Zeit und damit wie ich finde recht drastisch verkürzen. Was vorher etwa 1,5 Minuten vor sich hin gerödelt hatte, war jetzt in etwas unter 30 sec. fertig gebootet. (immer noch zu lang für meinen Geschmack, aber das ist ein anderes Problem).

Insgesamt macht die F60 deutlich Lust auf mehr. Mehr Kapazität und mehr SSD Platten, am besten eine SSD in jedem Rechner. Denn die Unterschiede zu den herkömmlichen Festplatten sind doch gewaltig, selbst in dem etwas kuriosen Szenario als externe Platte macht sich der Performancegewinn deutlich bemerkbar. Mein Ziel, ein schnelles externes Laufwerk zu realisieren habe ich auf jeden Fall hiermit gelöst – nun beginnt das Überlegen, ob man nicht jetzt konsequent weiter macht und die Boot-Platten meiner Rechner nicht auch nach und nach gegen SSDs tauscht. 60GB würde mir als Bootmedium plus die wichtigsten Apps plus etwas Reserve gerade so ausreichen.. zumindest im Moment noch..

PS: Zwei der F60 wurde inzwischen von meinem Kollegen auch in einem RAID0 Setup getestet, er berichtet von über 500MB/sec, jedoch konnte ich den faulen Hund bislang noch nicht dazu bewegen, ein paar brauchbare Zeilen hier beizusteuern.

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One Response to “Testbericht: Corsair F60 SSD in externem Icybox eSATA Gehäuse”

  1. […] neue SSD, eine 120 GB Intel aus der 320er Serie (Bulk)  steckte ich erst mal in mein altes Icybox USB/eSata Festplattengehäuse und schloss es der Einfachheit halber per USB ohne zusätzliche Stromverswogung an (eSata wäre […]

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