Jun 03 2010

XSBox Move: Portabler UMTS WLAN Router – ein kurzer Testbericht

veröffentlicht in Kategorie Computer  

4G Systems aus dem schönen deutschen Norden hat mit der XSBox Move einen interessanten Vertreter der sogenannten MIFI Router auf den Markt gebracht: ein tragbarer, akkugestützer Router für 3G/UMTS/EDGE/GPRS mit eingebautem WLAN Modul. Nicht nur für iPad User ein interessantes Gerät für den problemlosen Internet Zugriff unterwegs. Meine Eindrücke gibt’s nach dem Klick auf..

 

Das eigenwillig grün-weiße Kästchen ist etwas kleiner als zwei Zigarettenschachteln nebeneinander gelegt (2cm x 7.5cm x 10cm), wiegt inkl. austauschbarem Li-Ion Akku etwa 140g, hat 4 Status LEDs auf der Front, ein Ausschalter, Stromanschluss für das mitgelieferte (schmale) Steckernetzteil und einen WAN/LAN Port hinten, sowie ein USB Port und den WPS Knopf zur automatischen WLAN Konfiguration an der Seite  und kommt mit einem kleinen Stofftäschchen zum Transport. Geliefert wird ferner ein sehr kurzes LAN Kabel, eine Quickstartanleitung gedruckt, deutsch und ein ausführliches Handbuch in Deutsch und Englisch als PDF (46 Seiten pro Sprache) auf CD. Treiber sind keine notwendig.

Was kann die XSBox Move?

Die XSBox Move ist zunächst einfach mal ein handlicher, Akku-betriebener Router für unterwegs, für maximal bis 5 Geräte gleichzeitig. Auf WAN (der Internet-) Seite kann entweder ein beliebiges (DSL) Modem genutzt werden – oder aber, und das ist der Clou des Ganzen: ein beliebiger USB 3G Surfstick (nicht mitgeliefert – auch kein SIM Karte!) – egal ob der 3G Surfstick nun letztendlich das kreuzlahme GRPS, Edge, UMTS, 3G oder sonst was nutzt.  Bis zu 5 Geräte können auf den Router zugreifen: primär über WLAN (nach Standards B, G und/oder N, auch gemischt). Falls ein USB Surfstick verwendet wird, kann der rückseitige WAN/LAN Port auch genutzt werden, um ein Endgerät ohne WLAN direkt per Kabel anzuschließen.

Wozu braucht man das?

Nicht alle tragbaren Geräte sind UMTS fähig, mein Netbook, oder die günstigeren Varianten des iPads  z.b. können mit UMTS nichts anfangen, sitzt man damit also im Biergarten und will surfen, und der Biergarten hat kein eigenes WLAN, dann ist man aufgeschmissen. Oft ist es auch billiger, eine UMTS Dayflat zu buchen, als die horrenden Preise für die WLAN Nutzung in einem Hotel.

Jetzt könnte man sagen, gut, aber dazu reicht doch schon der Surfstick, wozu also noch der Router? Nun, die Software, die vielen Surfsticks beiliegt, ist gelinde gesagt oft reichlich bescheiden, funktioniert z.b. auf Win7-64bit oder MAC OSX nicht oder nur unzuverlässig, oder das Gerät mit dem man online gehen will (z.b. ein Spielkonsole oder ein iPad) kann schlicht und ergreifend nicht mit einem USB Surfstick umgehen. Oder man möchte mit mehr als einem Gerät ins Netz. Die XS-Box Move setzt das “Handyinternet” um auf WLAN – und das wie gesagt für bis zu 5 Geräte.

Features der XS-Box Move

  • USB Port zur Aufnahme eines beliebigen 3G Surfstick. (Der Surfstick muss separat besorgt werden und mit einer Prepaid Sim Karte oder Vertrag nebst Sim Karte ausgestattet werden, es werden viele gängigen Surfsicks unterstützt.)

 

  • WAN/LAN Port entweder zum Anschluss eines Modems (WAN seitig: fix oder dyn IP, PPPoE, L2TP und PPTP) oder aber zum Anschluss für ein kabelgebundenes Endgerät wenn der USB Port genutzt wird.
  • WLAN Access Point nach Standards B, G und/oder N (auch kombiniert), WEP, WPA, WPA2, WPA&WPA2 MixMode, WPS Support zur einfachen Konfiguration. Maximal 5 Geräte.
  • Umfangreiche Routerfunktionen, die sogar manche “ausgewachsenen” Router übertreffen: NAT/Portfilter/”Firewall”, Anti-DoS, QoS, UPnP, statisches und dynamisches Routing (RIPv1/RIPv2) , MAC Adressfilter, Domänen und URL Filter, Zeitschaltuhr für den allgemeinen Routerbetrieb, Portforwarding auch zeitgesteuert, DMZ, DHCP Server / Vergabe fixer IPs im LAN, DynDNS, Einwahl automatisch, OnDemand mit Abbau bei Inaktivität oder manuelle Einwahl. konfigurierbarer Keep Alive LCP Echo-Request, Syslog Protokoll, SNMP und Reports per SMTP, Firmware Upgrades – und alles über ein komfortables Web Interface zu konfigurieren.

Ein Versuch in der Praxis:

Als Surfstick benutzte ich ein Huawei Surfstick aus dem Vodafone Zensurfone Websession Paket, inkl. WebSession SIM. Der Stick wird einfach in die XS-MoveBox eingesteckt und der Router eingeschalten, nach wenigen Sekunden steht die Internetverbindung und sowohl mein Win7 Netbook, mein iPad, mein iPhone, und  der C2D iMac OSX 10.6.x sind per WLAN online. Bei dem ersten Aufruf des Browsers leitet Zensurfone auf die Websessions Login Seite um, dort bucht man sich das entsprechende Tarifpaket (z.b. die 24h Flat). Das selbe Bild ergibt sich mit dem dem T-Mobile Fusion Stick meines Bekannten. Alles ohne Treiber oder komische Einwahlsoftware. Gerade die Vodafone Software ist unter Win7 absoluter Mist.

Die Konfiguration für den UMTS Betrieb:

Das sehr umfangreiche WebInterface der XS-Box Move ist für Laien sicherlich erst mal ein Graus, jedoch führt bei der ersten Installation (die, man wenn man ungeduldig ist, besser über den LAN Port vornimmt) ein Einrichtungsassistent geschickt durch die Grundeinrichtung, so dass dies auch weniger versierte Nutzer hinbekommen sollten.

Die XSBox kommt ab Werk mit eingeschaltenem DHCP und aktiviertem LAN Port, zur KOnfiguration einfach ein PC anstöpseln und die URL des Admin Interfaces aufrufen. (Konfiguration per WLAN ist auch möglich, aber etwas nervig, weil dabei mehrmals die Verbindung resettet wird)

Kennen muss man die PIN der SIM Karte, den zu verwendenden APN (am Beispiel von Zensurfone Websessions ist das der APN event.vodafone.de) sowie eventuelle Benutzer Login Daten und Einwahlnummer (für Vodafone Websessions alles leer lassen). Nach ein paar weiteren Konfigurationsschritten im Verlauf des Assistenten steht die XS Box Move dann sehr anschlussfreudig konfiguriert bereit, mit WLAN nach B und G und N sowie WPA und WPA2 gesichert, Auto Kanal Suche und “AlwaysOn”. Damit müsste auch ein Laie dann sofort eine Verbindung hinbekommen, ohne sich tiefer in die Materie einarbeiten zu müssen. Erfahrene Nutzer können sich nach der Grundeinstellung nach Herzenslust im Menü austoben.

Performance, WLAN Sendeleistung und Akku-Laufzeit:

Zur Performance kann ich leider noch nicht viel sagen, da hier bei uns leider nur Edge möglich ist und ich bislang noch nicht die Zeit für einen Ausflug in ein UMTS Gebiet hatte.

Die Akku-Laufzeit pendelt nach 2-3 Tests jetzt so um ca. 3,5h fürs Dauersurfen mit gelegentlichen An-/Abmeldungen von Geräten. Der Akku ist wechselbar, allerdings hab ich noch keinen Tausch-Akku gesucht, sieht nach nem stino 0815 Handy Akku aus (Beschriftung: NP-120 Li-Ion 3.7V 1700mAh/6.29Wh). Die XSBox Move kann auch ganz ohne Akku mit dem mitgelieferten Netzteil betrieben werden, oder auch per Netzteil solange der Akku lädt.

Die Reichweite des WLAN Teils / Sendestärke liegt etwas unter dem, was ich von meiner Fritz Box gewohnt bin, schlägt sich aber in der hoffnungslos überladenen Reihenhaussiedlung hier wacker. Solange die XSBox Move im selben Raum steht, war das völlig OK, durch die Wand wirds eng. Die Auto Kanal Wahl hat sinnvoll einen der am wenigsten benutzten Kanäle verwendet (möglich sind 1 bis 13, wobei 13 dann für die Endgeräte oft problematisch ist) Die Verbindungen mit Netbooks, iPhone und Desktop PC sind stabil, das iPad, notorisch für sein unzuverlässiges WLAN, zickt allerdings etwas herum und verliert schon mal unmotiviert die Verbindung – das ist allerdings ein iPad Problem, welches ein OS Patch demnächst beheben soll.

Kritikpunkte an der XSBox Move:

  • Schöner wäre es gewesen, wenn die XSBox wie die Konkurrenten Huawei E5 bzw. Novatel Mifi bereits den “Surfstick” eingebaut hätten, so steht er im Betrieb etwas unsexy ab und man muss an 2 Sachen denken, die man mitnehmen muss. Dafür ist die XSBox allerdings auch ein gutes Stück billiger als die 2 anderen.
  • Das ansonsten sehr ausführliche Web Interface gibt leider nur sehr wenig Auskunft über Art, Durchsatz und Qualität der aufgebauten UMTS Verbindung.
  • die Zeitsynchronisierung scheint nen kleinen Bug zu haben, sie ließ sich erst nach etwas Fummeln davon überzeugen, das wir hier nicht GMT+3 haben, aber letztendlich ist das zu verschmerzen.
  • Obwohl ich noch keinen Surfstick gefunden hatte, der nicht mit der XSBox funktioniert, will ich dafür nicht die Hand ins Feuer legen.

Und das wars auch schon mit der Kritik. Alles in allem bin ich mit der XSBox absolut zufrieden, wer meint, er würde von so einem Mifi WLAN UMTS Router ebenfalls profitieren, kann hier durchaus zugreifen. Der Preis des kleinen Kästchen liegt derzeit bei ca. 110,- Euro, erhältlich bei Amazon, Conrad und anderen.

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