Mar 24 2010

McDonalds kommt nach Markdorf

veröffentlicht in Kategorie Lokales  

Der McDonalds in Markdorf feierte am Donnerstag 29.07.  Eröffnung

Auch entgegen den Einwänden der Umweltgruppe, des evangelischen Pfarrers und der Schulleitung entschied sich der Gemeinderat gestern, dem Bauantrag für einen McDonalds (inkl. McCafe) im Gewerbegebiet Riedwiesen statt zu geben. Letztendlich dürfte wohl die prekäre Finanzlage Markdorfs dem Unterfangen geholfen haben, denn nicht nur die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf, sondern auch die künftig zu erwartende Gewerbesteuer versprechen Geld in die leeren Kassen zu spülen. Die Aussicht auf bis zu 60 neue Arbeitsplätze in Markdorf gibts als Bonus noch oben drauf. Eröffnung könnte bereits im Oktober 2010 erfolgen. Letztendlich ein gute Entscheidung, wie ich finde, denn die einzelnen Kritikpunkte, die im Vorfeld laut wurden, wirkten auf mich dann doch eher befremdlich. Mehr nach dem Klick.

 

Liebe Schulleiter des BZ Markdorf, um mal den Anfang hier zu machen: Man kann die Schulmensa nicht dadurch fördern, in dem man eine Ansiedlung einer Burger-Kette in der Stadt verbietet – das funktioniert so nicht und die Kompetenzen der Schule enden imho dann doch relativ knapp hinter dem Schulgelände. Wenn Markdorfs Schulleitung eine Abwanderung der Schüler zu McDonalds befürchten, liegt es an ihnen bzw. den Eltern, den Schüler den Nutzen sinnvoller Ernährung klar zu machen und das Essen in der eigenen Mensa “schmackhaft” oder konkurrenzfähig zu machen, bzw. der mittäglichen Wanderung zum McDonalds einen Riegel vor zu schieben, ohne den Rest der Stadtbevölkerung zu bevormunden.

Zur Kritik an der kapitalistischen Ausbeuterfirma McDonalds des evangelischen Pfarrers, welche unter globalem Raubbau an Mensch, Tier und Umwelt Nahrungsmittel mit minderwertigen / gentechnisch belasteten Materialien produziere, fällt mir relativ wenig ein. Ein Bauverbot in Markdorf ist mir da als Lösung für dieses “globale Problem” aber zu kurz gedacht.

Ferner weiß ich nicht, wie viele seiner Kunden, die sich Sonntags in seinem Gottesdienst einfinden, heute Hartz IV beziehen und sich über den ach so schrecklichen Job bei den Ausbeutern McD freuen würden. Letztendlich bietet McD in Richtung Systemgastronomie sogar einen Hauch Zukunftsperspektive für Leute, die sich auf dem verbliebenen Restarbeitsmarkt unter Umständen sehr schwer tun würden. Einen sicheren Arbeitsplatz, oder hier 60+ Stück davon, halte ich für das seelische Gleichgewicht nicht ganz unwichtig.

Ich tue mich nicht erst seit Kurzem sehr schwer mit den Aussagen der Kirchenvertreter, egal welcher, es bleibt mir oft genug die Sprache weg, was unter dem Deckmantel der (vorwiegend römisch katholischen) Kirche so alles getrieben wird. Da erscheint mir der Großkapitalist oft noch das kleinere Übel. (Mit Evangelen bin ich nicht so bewandert)

Interessant auch der Einwand der Umweltgruppe: die knappen Gewerbeflächen würden nun an nicht Einheimische verkauft. Ja sapperlot, das ist auch das Erste, was mir als umweltpolitischer Grund gegen McD einfallen würde. Zumal ich im Moment von der Umweltgruppe Markdorf etwas enttäuscht bin, der Raubbau an der Umwelt gerade in Markdorf scheint mir derzeit auf einem Allzeit-Hoch und von unserer Umweltgruppe hört man verdammt wenig. Ausgerechnet beim Thema McDonalds versucht man sich zu profilieren? Den Vertrauensvorschuss bei den letzten Wahlen hat man sich derzeit imho noch nicht verdient.

Geradezu wahnwitzig empfand ich dagegen den Vorschlag, den McD doch statt dessen “gegenüber des ProMeh” anzusiedeln. In der Ecke geht schon seit Monaten verkehrstechnisch rein gar nix mehr. Park- und Verkehrschaos hoch 3. Da muss man schon sehr weit abseits der nachmittäglichen Realität entfernt sein, um sowas überhaupt in Betracht zu ziehen – obwohl, das wäre eine Entscheidung, die durchaus perfekt in mein Bild der stadtplanerischen Gesamtleistung Markdorfs passen würde.

So, nun aber genug gemeckert – ich finde, mit einem McD kriegen wir hier in Markdorf eine längst notwendige Alternative zu den allgegenwärtigen Dönerbuden mit angegliedertem PizzaExpress. Döner ess ich zwar auch gerne, aber einen Burger ab und an, ja, das muss schon sein. Markdorfs FastFood Angebot ist doch schon sehr begrenzt.

Es wird Zeit, dass Markdorf auch für die jüngere Generationen (*seufz* ich werd alt) attraktive Angebote erhält. Die mir von einem Berufsschüler aus Computer-Freak-Gruppe geschilderte gängige Praxis unter den Jugendlichen, mit der Monatskarte der Berufsschule nach FN an den Hafenbahnhof zu fahren, dort innerhalb von 10 Minuten einen Burger zu kaufen, um dann mit dem selben Zug sofort wieder nach Hause zu fahren ist nur ein Beispiel des kreativen Umgangs mit der Burger Mangelversorgung hier.

Das einzige, was mich ärgert, ist das ich im Oktober, zur geplanten Eröffnung des neuen McD nicht mehr in Markdorf weilen werde. Aber vielleicht kommt ja demnächst ein Burger-King ins schöne D-Tal.. *träum* oder ein Wendys, Taco-Bell, Goodtimes, KFC, etc. etc.

One response so far

One Response to “McDonalds kommt nach Markdorf”

  1. adminon 09 Jun 2010 at 01:17

    Die Schwäbische Zeitung spricht inzwischen vom 29. Juli als erster Verkaufstag von Burgern bei McDonalds in Markdorf

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar dazu? (Geht anonym und ganz ohne Anmeldung)