Gedanken zum Acer Aspire EasyStore H340 HomeServer

Von | 17.03.2010

Ich war schon lange auf der Suche nach einer “perfekten” NAS – also einer per lokalem Netzwerk zugreifbaren großen externen Festplatte, um meine Daten sicher und komfortabel aufbewahren zu können. Und hab auf meiner Suche schon einige Geräte durchprobiert, von billig NAS am Wühltisch beim Blödmarkt bis hin zu eher teuren semi-professionellen TeraStations aus dem Hause Buffalo. Da war es abzusehen, dass ich über kurz oder lang auch mal ein Vertreter der Windows Home Server kaufen würde, was vor knapp 2 Monaten dann auch der Fall war. Was mir in den 2 Monaten so aufgefallen ist und was mir am Acer H340 gefällt und was nicht, könnt ihr nach dem Klick lesen..

 

Der Acer Aspire EasyStore H340 ist ein etwa 2 Schuhkarton großer Kasten (20cm * 18cm * 21cm) und wiegt mit allen 4 Platten etwa 5 Kg. Die Optik ist mit zahlreichen dimmbaren blauen Blinkelichtern und schwarzer Hochglanzplastik Front im schwarzen Blechgehäuse vielleicht etwas prollig gestaltet, aber den muss man ja nicht mitten in Wohnzimmer stellen. Im Grunde handelt es sich um einen vollwertigen kleinen Mini PC, basierend auf einem 1.6Ghz getakteten Intel Atom 230 DualCore Prozessor, Intel 945GC Express und ICH7R Chipsatz auf einem Acer gebrandeten MiniITX Board, 2 GB DDR2-800 RAM (mehr geht nicht) und einem freien PCIe x1 Slot. Das liegt in der Leistungsklasse ein kleines Stück über den handelsüblichen Netbooks/NetTop PCs..

..allerdings ohne (nutzbare) Grafikkarte und, wenn man so will, Tastatur&Mausanschluss. Diese Windows Home Server  (nachfolgend nur noch WHS genannt) Fertig Kisten sind nicht dafür gedacht, wie ein normaler PC an einen Monitor angeschlossen zu werden. WHS wie auch der Acer H340 sind “Headless” konzipiert, also werden einzig über die Verwaltungsoberfläche bzw. per Remote Desktop Verbindung gesteuert. Theoretisch könnte man den Acer auch ganz leicht soweit komplettieren, dass er eigenständig nutzbar wäre. Einen onBoard Grafikchip (Intel GMA 945) hätte der H340 bereits auf dem Board stecken und die Treiber dazu sind auch schon installiert, es fehlt eigentlich nur das Kabel um den Mainboard Stecker nach aussen zu führen, um dort das Monitorkabel anzuschließen, sowas ist als Spezialkabel im gut sortierten Fachhandel und damit meine ich nicht den BlödMarkt, zu bekommen. In aller Regel ist das jedoch unnötig, da wird das Ding einmal eingerichtet (unkompliziert und auch für Nicht-Profis machbar) und dann kann man die Kiste getrost im hintersten Eck “vergraben”

Desweiteren verfügt der Acer EasyStore H340 über 5 USB2.0 Ports (einen an der Front, 4 hinten), 1 eSata Port sowie 1 Gigabit LAN Anschluss. Der E340 verfügt über 4 AHCI fähige Festplatten Einschübe für alle gängigen 3.5” SATA Festplatten inkl. 4 HotSwap Festplattenrahmen. Dazu kommt ein 200W internes Netzteil, ein 120er Lüfter an der Seite und ein kleiner ich denk mal 40er Lüfter fürs Netzteil, der Rest ist passiv gekühlt. Der große Lüfter dreht mit ca. 765 RPM relativ ruhig seine Runden, vom kleinen Netzteillüfter hört man so gut wie nie etwas. Hauptschuld an der insgesamt gerade noch als moderat zu bezeichnenden Geräuschkulisse des H340 sind aber sowieso die bis zu 4 Platten. Auf den Nachttisch im Schlafzimmer würde ich ihn mir nicht stellen wollen, aber in ner versteckten Ecke im Wohnzimmer oder Büro ist das schon ok.

Der Stromverbrauch liegt je nach Wahl und Anzahl der Festplatten zwischen 40W –  60W im Betrieb, weniger als 1W im Standby. Dank zuverlässig funktionierenden Sleep Mode, Wake-On-LAN und des kostenlos dazugepackten “LightsOut” AddIns kann man den Acer getrost schlafen gehen lassen, wenn er nicht gebraucht wird, was die Betriebskosten und Lärm nochmal deutlich reduziert.

 

Die Performance:

Absolutes KO Kriterium für eine NAS, mit der ich ständig arbeite und die nicht nur einmal in der Woche fürn Backup hergenommen werden soll, ist die Geschwindigkeit, wie schnell geschrieben und gelesen werden kann. Hier gibt sich der Aspire Easystore H340 absolut keine Blöße.. Schreibraten zwischen 40MB/s bis 60MB/s und Leseraten zwischen 55MB/s bis 80MB/s im Gigabit LAN sind durchaus gute Werte. Respekt!

 

Software Ausstattung:

  • Windows Home Server mit SP2 (aktuell ist SP3) geringfügig Acer gebrandet, erfreulich unvermüllt. Nach der Erstinstallation ist erst mal Patchen per AutoUpdate angesagt.
  • Server Recovery Disk
  • Home Server Client Install Disk (veraltet – direkt auf dem Home Server liegt aber stets die aktuelle Version)
  • Client PC Restore Disk nach dem Daten Gau – veraltet, direkt auf dem HomeServer liegt stets ein ISO der aktuelle Version)
  • Eine ältere, nicht Upgrade fähige Vollversion des LightsOut AddIns – ganz gut, wer nicht die 15 Euro für die aktuelle Version bezahlen möchte kann bei dieser Version bleiben.
  • 6 Monate Trial Version von McAfee Total Protection..  Meine Meinung: weg damit –> Uninstall über Systemsteuerung. Ich finde Virenschutz auf ner WHS eh total überflüssig, aber wer’s mag nimmt vielleicht lieber was anderes als die etwas fußlahmelahme McAfee Suite, das ist kein HOchleistungsrechner hier und der Performance Einbruch tut schon weh. Zugute halten muss ich der McAfee Software allerdings die sehr gute Integration in die WHS Konsole
  • Ein suboptimaler DNLA und iTunes Medienserver ( nennt sich Firefly das Teil) und ist dazu noch fehlerhaft vorkonfiguriert –> Wer nicht auf Itunes angewiesen ist, deinstalliert Firefly und nimmt meiner Meinung lieber die preiswerte alternative Twonky Server bzw. repariert zumindest den Konfig Fehler in der Ini Datei. Link zur Anleitung folgt..
  • Sehr simples AddIn für die Anzeige des Serverzustandes in der Konsole. Stört nicht, aber es gibt deutlich besseres.
  • Ein kleines Tool, um USB Sticks welche  am vorderen USB Port eingesteckt sind auf Knopfdruck am Gerät ohne PC dazwischen zu sichern.
  • IP Konfiguration ist beim Acer über eine zusätzliche Settings Seite in der Konsole editierbar – praktisch, aber wie oft braucht man das?

 

Lieferumfang:

  • H340 mit unterschiedlicher Anzahl von bereits eingebauten Platten, die Angebote bitte vor Kauf genau vergleichen. Bei mir waren es 2* 1GB Western Digital HDDs aus der Green Serie. Fixfertig eingebaut.
  • Strom- und LAN Kabel
  • Kurzanleitung
  • Ausführliches mehrsprachiges Handbuch
  • 3 Discs (Server Restore, Client Restore, Client Install)
  • Sonderaktion mit Gutschein für 4 DVDs – Harry Potter und noch 3 andere. Die waren auch Ruckzuck dann beim mir im Briefkasten, aber was das soll, eine NAS mit DVD Filmen zu bundeln verstehe ich nicht..

 

Kritikpunkte am Acer Aspire EasyStore H340:

  • Die 4 mitgelieferten Wechselrahmen machen keinen sehr stabilen Eindruck und sind lt. Erfahrungsberichten im Web nur sehr schwer als Ersatzteil zu bekommen. Zum Glück langt man die Rahmen nur ganz selten an, aber dann bitte sehr pfleglich behandeln.
  • Der H340 wird sehr oft nur mit 2 HDDs bestückt verkauft. Aber eigentlich sollte ein WHS zwecks erhöhter Datensicherheit mit 3 Platten bestückt sein
  • Die mitgelieferten Discs bzw. das vorinstallierte WHS sind nicht mehr ganz aktuell, hier sollte Acer tunlichst neue Discs in den Karton stecken.
  • Die dazugepackten AddIns sind jetzt nicht wirklich spannend, außer LightsOut. Die Konkurrenz hat da teilweise schönere AddIns mit dabei..

 

Was mir am Acer Aspire EasyStore H340 gut gefällt:

  • Windows Home Server und eben nicht Linux (was genau ich daran so gut finde schreibe ich hier http://www.mountainprophet.de/2010/04/18/warum-ich-windows-home-server-mag) – wobei man auch hier noch Linux drauf installieren könnte, wenns denn unbedingt sein muss.
  • Hohe Datenübertragungsgeschwindigkeit
  • Moderater Preis
  • Einen vollwertigen WHS Server fixfertig alles in einer kompakten Box, problemlos in Betrieb zu nehmen, ohne Bastelei oder Gefrickel. Auspacken, 2 Kabel dran stecken, fertig.
  • Geringer Strombedarf und laufruhig.

 

Neues Modell inkl. 4TB:
Acer Easystore H341
VGA Anschluss nachrüsten
(auch für h340)

Ein Kommentar zu “Gedanken zum Acer Aspire EasyStore H340 HomeServer

  1. Ralph

    Hallo,

    ich habe immer auf ein NAS und USB Platten gespeichert. Irgenwann standen dann 3 NAS (Raidsonic NAS900, Synology DS207 und CS407) im Schrank und auf dem Schreibtisch. Das störte irgendwann dann doch.
    Dann las ich ein Mediamarktprospekt und dachte was ist das den?
    Also mal näher informiert und dann ohne mir das WHS OS angesehen zu haben oder mal getestet zu haben, hab ich den Acer H340 gekauft (2x1TB) erweitert mit 2x2TB.
    Und ich muss sagen ich habs nicht bereut.
    Sicher, ich betrachte das ganze nicht so diferenziert wie Du. Aber sehr gut finde ich die Windowsumgebung. Da fühlt man sich gleich vertraut und heimisch.
    Und das beste ist, seit ich den WHS eingerichtet habe und alle Daten übertragen habe, habe ich mich um den WHS nicht mehr gekümmert. Ich habe zwar regelmäßig per Remote Desktop draufgeschaut, aber dran gebastelt habe ich dann nicht mehr.
    Refinanziert hat sich das ganze dann mit dem Verkauf der alten NAS und USB-Platten.

    Gruß
    Ralph

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