Windows 7 Starter Edition auf dem Netbook

Von | 15.03.2010

Aktuelle Netbooks werden heute überwiegend mit Win7 in der Starter Edition ausgeliefert. Warum ausgerechnet die Starter Edition und was fehlt der Win7 Starter Edition? Lohnt sich ein Upgrade auf Windows / Home Premium? Mehr nach dem Klick..

 

Zunächst einmal die einfachste Antwort: warum setzen die Netbook Hersteller immer mehr auf Windows 7 Starter? Zu allererst ist es der Preis. Eine Lizenz von Win7 Starter ist um 25,- Euro für OEMs zu haben. Bei einem Gerät, das für 250,- Euro im Ladenregal stehen soll, ist der Preis ein wichtiger Grund. Zum anderen ist Win7 “aktuell” und anders als XP nicht vom nahen Support Ende durch MS bedroht, genießt anders als Vista einen sehr guten Ruf bei den Endnutzern und bietet anders als XP eine aktuelle Treiberbasis, die bei XP inzwischen langsam wegzubrechen beginnt.

Für den Endkunden: er erhält das aktuelle Windows, nicht den deutlich angestaubt wirkenden Großvater XP. MS gelang es, den Resourcenbedarf von Win7 im Vergleich zu Vista deutlich zu reduzieren und die Performance auch auf schwacher Hardware deutlich zu verbessern. Win7 muss sich nicht vor XP verstecken, weder was Performance, noch was Stabilität und schon gar nicht was Komfort anbelangt. Denn die aktuelle Oberfläche hat mit zahlreichen Neuerungen und Tweaks deutlich zugelegt und vieles wie z.b. Netzwerk, VPN und sonstige Administrationsarbeiten weiter vereinfacht. Den Vergleich XP vs. Win7 hebe ich mir mal für später auf, heute solls mal nur um die Frage Win7 Starter auf dem Netbook gehen.

 

Gleich vorneweg: Win7 Starter nutzt wie alle anderen 32bit Win7 Versionen auch die selbe Software-Basis. Von allzu drastischen Einschränkungen wie das geplante Anwendungslimit oder sonstigen mal angedachten Funktionseinschränkungen ist nicht mehr viel übrig geblieben, da hat MS gerade noch rechtzeitig die Notbremse gezogen und aus Win7Starter ist eben kein kastriertes Windows geworden, im Prinzip wurden nur verzichtbare Extras deaktiviert, bzw. für Netbook irrelevante Features entfernt. Das wären im Vergleich zu Windows 7 Home Premium unter anderem:

  • Win7 Starter gibt es nur in 32bit. 64bit würde auch keinen Sinn machen, da die Netbook Hardware nicht genug RAM hat und die Netbook CPUs kein 64bit Modus.
  • Win 7 Starter unterstützt nicht mehr als 2 GB RAM.. Das Bios der üblichen Atom basierten Netbooks allerdings auch nicht. Die RAM Limitierung ist also für die Katz – und kein Argument gegen Win7 Starter.
  • In Win7 Starter gibt’s kein Aero – welches Transparenzeffekte, sowie die neue Vorschau und Task-Umschaltung beinhaltet. Die leistungsschwachen Grafikchips der Netbooks heute wären mit Aero allerdings sowieso überfordert, also ist Aero auch kein Grund, auf Home Premium upzugraden.
  • Es kann in Win 7 Starter immer nur 1 Benutzer zur selben Zeit am Netbook angemeldet sein und die schnelle Benutzerumschaltung geht deshalb in Starter nicht. Netbooks sind eh schon kreuzlahm und knapsen an zu wenig Speicher – wer will da bitte noch mit 2 Usern gleichzeitig eingeloggt rumfroschen?
  • Das Windows Media Center (=Server) fehlt in Win 7 Starter. Jetzt mal Butter bei die Fische.. nutz das jemand freiwillig auf einem Netbook? Das Ding frisst auf meinem Desktop unnötig im Hintergrund laufend einige MB an RAM und den einen oder anderen CPU Cycle für nichts und wieder nix. Ich nutz das alle paar Wochen mal, um Inhalte an meine Xbox 360 zu streamen.  Ein Mediacenter im heimischen LAN reicht vollkommen und wer noch einen etwas leistungsfähigeren PC oder Notebook hat, nutzt diesen für MediaCenter und nicht das kleine Netbook. Und nutzt am besten dann gleich eine bessere MediaCenter Software als das MS Ding.
  • Der Windows MediaPlayer ist auch in Win7 Starter enthalten – allerdings fehlen die Codecs für die DVD Wiedergabe und Unterstützung für das Brennen von DVDs. Als ich das letzte Mal geguckt habe, hatte mein Netbook gar kein DVD Laufwerk und schon gar kein Brenner. Außerdem gibt’s Freeware wie den VLC Player, die den Job besser erledigen, als WMP das in egal welcher Version kann. Absolut kein Grund, auf Win7 Home Premium upzugraden imho.
  • Keine AdHoc WLAN Netzwerke und eine HomeNetwork-Gruppe kann nicht erstellt (nur einer existierenden beigetreten) werden. Zuerst: diese HomeNetwork Ding halte ich eh für Quark, die klassische Netzfreigaben innerhalb einer Workgroup sind mir wesentlich lieber und die gehen auch mit Starter. Um ne Home Network Gruppe zu nutzen braucht man ja irgendwie 2 Rechner.. es sagt ja keiner, dass auf dem Desktop/Notebook auch Starter drauf soll. Adhoc WLan Netze hab ich wie oft schon genutzt? Dafür auf Home Premium upgraden?
  • Kein Internet Connection Sharing (ICS).. Ja.. In Zeiten, wo jeder einen Router daheim stehen hat, ist das Ding eigentlich eh für die Katz, aber unterwegs die UMTS Verbindung freigeben zu können hätte einen gewissen Reiz.. Nur schlepp ich unterwegs meist kein Gerätepark mit mir rum und Internet über UMTS ist auch ned sonderlich schnell. Das tut vielleicht ein bissl weh, dass ICS fehlt, aber ich leb ganz gut ohne.
  • Keine TouchScreen Unterstützung / Handschriftenerkennung. Das ist für die neu auf den Markt drängenden Touch-fähigen Netbook Hybriden oder Slates natürlich doof. Aber die werden auch nicht mit Starter ausgeliefert.
  • Die Thumbnail Bildvorschau im Dateimanager von Win7 Starter fehlt. Blöd, die ist nämlich ganz praktisch.
  • Gemein: In Win7 Starter kann man das Desktop Hintergrundbild nicht austauschen oder die Systemsymbole ändern. Abhilfe schaffen Freeware Tools, Asus liefert sowas bei den EeePCs schon gleich mit.
  • Kein DualScreen Support: In Win7 Starter kann das interne Display und ein extern angeschlossener Monitor/TV/Beamer nur immer das selbe Bild zeigen.

 

Das Anytime Upgrade von Windows 7 Starter auf Win 7 Home Premium kostet 70,- Euro (mehr zum Win7 Anytime Upgrade). Eine SB OEM Version von Win7 Home Premium kostet ab ca. 75,- Euro. Das ist ein Haufen Geld, für ein paar in meinen Augen verzichtbare Features. Dabei sollte man auch bedenken: je weniger im Hintergrund mitläuft und je weniger Platz das Windows braucht, umso besser ist es für die mickrige Hardware der Netbooks. Mit aller Gewalt auf Home Premium oder gar Ultimate hochzurüsten macht kein Sinn. Das Netbook wird deswegen nicht schneller, sondern eher langsamer, wenn mehr Services laufen. Und mehr Platz brauchts auch: Win7 Starter belegt nur 9.5 GB

 

Mein Fazit:

Win7 Starter auf dem Netbook ist kein Beinbruch..  es wird sowieso nur auf den leistungsschwachen Modellen angeboten, die mit 1 GB RAM und SingleCore Atom und Chipsatz Grafik ein Home Premium eh nicht ausnutzen könnten. Die neuen, leistungsfähigeren Netbooks mit mehr RAM und mehr Grafik/CPU Leistung bzw. TouchScreens kommen eh nicht mit Win Starter – MS setzt klare maximal Grenzen für die Starter Edition. Einzeln kaufen kann man Starter auch nicht. Wer nicht an den o.g. Einschränkungen scheitert, nimmt das Win7 Starter in Kauf und vergisst den teuren Upgrade besser schnell wieder, verpassen tut er nicht viel.

Ein Kommentar zu “Windows 7 Starter Edition auf dem Netbook

  1. sam

    sehr guter und hilfreicher vergleíc!
    ic sitze grad am netbook mit dieser scheiß kleinen tastatur und wollte daher mein notebook via ICS mit dem internet verbinden. jetzt weiß ich, dass´win7 starter das nict unterstützt. werde ich wohl noch ein paar wochen auf meinen dsl anschluss warteb müssen. falls jemand einen tipp hat, das zu umgeen, bitte eine mail an nospam@headshot037.de danke! ;)

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