Feb 24 2010

Kurztest HP Color Laserjet CP2025DN

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Nach vielen Jahren treuen Diensten hat mein alter Epson Aculaser C2000 seinen Dienst quittiert – naja, eigentlich nicht ganz: er würde theoretisch noch einwandfrei funktionieren, wenn man einen kompletten Satz neue Verbrauchsmaterialien kaufen würde, eine Investition von leider deutlich über 1200,- Euro (4* 170 Euro Toner, 25,- Resttonerbehälter, 70,- Euro Ölroller, 120,- Euro Photoleiter und leider 420,- Euro Transferbelt mal wieder.. Einzig die mit 700,- teuerste Komponente, das Heizelement scheint noch problemlos zu funktionieren.) Das ist für einen Wenigdrucker mit deutlich unter 100 Seiten im Monat wie mich einfach nicht mehr tragbar. Ein neuer Drucker musste her.. Entschieden habe ich mich für den HP ColorLaserjet CP2025DN..

 

Es gab 5 wichtige Faktoren, die bei der Wahl des Druckers entscheidend waren:

  1. Papierhandling: Die letzten Jahre zeichnet sich die günstigen Drucker vor allem durch das Fehlen von Papierkassetten aus.. Windschiefe Konstruktionen, wo das Papier ungeschützt in der Gegend herumhängt, Papierkassetten, die die Bezeichnung nicht verdienen, weil se vorne oder hinten offen aus dem Gerät herausschauen. Inzwischen scheint hier wieder ein gewisses Umdenken statt gefunden zu haben, immer mehr Modelle bieten wieder eine geschlossene Schublade fürs Papier, auch die Füllmenge geht mit 250 Blatt langsam wieder in die richtige Richtung. Der HP 2025DN hat eine geschlossene Papierkassette mit 250 Blatt Fassungsvermögen und dazu einen 50 Blatt Mehrzweckeinzug, der mit akzeptabler Stabilität tatsächlich nutzbar ist, um mal nen Satz Etikettenbögen zuführen zu können, ohne das Papier tauschen zu müssen. Ein 2. Papierfach mit weiteren 250 Blatt Kapazität ist für ca. 120 Euro als Zubehör erhältlich. In Form des 2025DN existiert eine Variante mit eingebauter Duplexeinheit, der 2025N (ohne D in der Bezeichnung) kostet ca. 100 Euro weniger und verzichtet auf den Duplexdruck. Duplexdruck ist beim HP 2025DN allerdings sehr langsam und senkt die Druckgeschwindigkeit drastisch (auf unter 7 Seiten Minute)
  2. Verbrauchsmaterialien: Es ging mir eigentlich gar nicht mal um die Seitenpreise.. rein rechnerisch wäre o.g. Aculaser unschlagbar billig, wenn nicht durch Alterung der Komponenten und damit der Notwendigkeit zum Austausch lange vor Erreichen der als Haltbarkeit angegebenen Seitenzahlen ein teurer Austausch nötig wäre.. Ein Beispiel: ich hab auf dem Aculaser noch keine 20.000 Seiten gedruckt, trotzdem brauch ich jetzt den 2. Transferbelt und die anderen Komponenten sollten eigentlich erst in weiteren 10.000 – 30.000 Seiten anfallen, weit gefehlt – damit geht jede Seitenpreisberechnung zum Teufel. Ein Drucker, der neben den 4 Tonern noch weitere 5(!) Verbrauchsmaterialien benötigt, im Preis von 100,- bis 700,- wollte ich mir nie wieder kaufen. Der HP Color Laserjet CP2025 kommt diesem Wunsch sehr entgegen, es gibt 4 Tonerkassetten als Verbrauchsmaterial, sonst nichts. Mit jedem Tonerwechsel wird auch Trommel und alles weitere Verbrauchsmaterial getauscht. Dabei liegt der Preis pro Toner bei etwa 120,- Euro (pro Farbe) bei einer Reichweite von etwa 2800 Standard-Farbseiten. HP geht getreu dem Motto: je billiger der Anschaffungspreis des Druckers, umso teurer der Seitenpreis. Jeder Hunni in den Druckerpreis investiert, rechnet sich langfristig doppelt bei den Verbrauchspreisen, die Seitenpreise liegen beim HP 2025 mit 3 Cent S/W und 16 Cent Farbe im oberen Mittelfeld vergleichbarer Geräte, aber ein gutes Stück günstiger als beim kleinen Bruder 1515N.
  3. Geräuschkulisse: Mein alter Epson war nicht nur gebaut wie ein Panzer, er klang auch so.. Revolversystem, schwere Mechanik, nerviges Dauergebläse im Standby und geradezu lärmender Radau im Druckbetrieb. Der HP 2025 ist im Standby nicht zu hören – 0dB, im Druck geht sein mit bis zu 20 Farbseiten (nur im Draft Modus, regulär kommt er nicht über 15 Grauert Brief-Seiten die Minute hinaus)  SinglePass Druckwerk in Zimmerlautstärke zu Werke (diverse Tests bescheinigen etwa 50dB(A)). Stromverbrauch Standby 5W, Bereitschaft 17W, Druck 370W sind ebenfalls erfreulich niedrige Werte – einen echten Ausschalter sucht man allerdings Vergeblich und man sollte den Drucker am Stromnetz lassen, sonst erkauft man sich die Stromersparnis durch Tonerverbrauch bei der ständigen Neukalibration beim Einschalten. Mit 35 Sekunden von Standby-Aus bis Ausgabe der ersten Druckseite ist er angenehm flink aus dem Standby heraus.
  4. Foto Druckqualität.. Sagen wir es mal deutlich: ich drucke primär Rechnungen, da ist es mir piep egal wie die aussehen, die landen im besten Fall nach paar Tagen eh in nem Leitz Ordner irgendwo – und Design Mockups für die Kunden, da zählt für mich die Fotoqualität auf Normalpapier und die ist lt. Tests in c’t und auf Druckerchannel.de beim 2025 das Beste, was man in dieser Preisklasse vom Laser erwarten kann. Für mich war auch die Frage: kann ein günstiger aktueller Farblaser ab 380,- Euro mit der Qualität meines Epson Panzers mithalten? Und siehe da, ja, er übertrifft den Epson spielend. Aber die Kosten für eine A4 Fotoseite sind mit 56 Cent trotzdem schmerzhaft. 

    Eigentlich wäre ich ein klassischer Fall für einen Tintenstrahldrucker, aber man möge mir die Ausdrucksweise verzeihen: als unregelmäßiger Wenigdrucker bin ich die verdammte Druckkopfreinigung der Drecks Tintenpisser leid. Jedes Mal, wenn man schnell nen Druck braucht, darf man nach 3-4 Mal Spülen um ein streifenfreies Druckbild zu erhalten, einem guten Drittel der Tintenpatronen Lebewohl sagen und Papier und Zeitverschwendung ist es allemal. Beim Laser trocknet nix ein, Drucken und gut, wenn auch in der Qualität nicht ganz so brillant wie ein Tintenpisser auf Glossy oder so gut wie Tinte auf Normalpapier – dafür Wischfest. Wem es ähnlich nur um die reine Foto Druckqualität geht, dem noch teureren Seitenpreis nicht gänzlich abgeneigt ist, findet im kleinen Bruder HP Color Laserjet 1215 bzw. 1515 eine ähnlich gute Foto Druckqualität, jedoch ohne die sonstigen Features des 2025.

  5. Netzwerkdrucker: Die Zeiten eines 1 PC Haushaltes sind bei mir lange vorbei. Hier im Haus existieren 4 Notebooks und 3 Desktops, 2 Macs und ein Macbook Pro auf mehreren Etagen verteilt, alle vernetzt und alle wollen unabhängig voneinander Drucker können. Sicher gibt es andere Möglichkeiten, wie z.b. der Anschluss an eine USB Drucker unterstützende NAS oder einen Router oder gar die Freigabe über einen stationären PC, der dann halt immer eingeschaltet sein müsste. Ein Drucker ohne Netzwerkfunktionalität kommt für mich jedoch überhaupt nicht mehr in Frage und die Druckerkonfiguration über das Webbrowser Interface ist ein Komfortfeature, welches ich ebenfalls nicht mehr missen möchte. Die HP Laserjet Modelle mit der Endung “N” besitzen alle ein 100Mbit/Sek LAN Interface. Der CP2025N bringt USB und LAN.

 

Mängel des HP Color Laserjet CP2025DN:

  • Die Windows7 64bit Treiber sind noch buggy. Insofern, als dass das Anlegen von Druckprofilen nicht richtig funktioniert, die Profile werden nicht korrekt gespeichert und man muss alles 3-4 machen, bis er endlich alle Settings korrekt im Profil gespeichert hat. Eigentlich ist das eine ziemliche schlampige Art und Weise, die HP da an den Tag legt. Nutzbar ist der Drucker jedoch trotzdem uneingeschränkt, es nervt halt nur, zum Glück macht man das in der Regel einmal und dann ist das auch gegessen.
  • Mein alter Epson war ein Panzer.. der HP Color Laserjet 2025N ist das keineswegs.. Es klappert hier und da, man merkt deutliche Abstriche in Materialqualität und Verarbeitung. Ich glaube kaum, dass der HP jemals das selbe hohe Alter wie mein Epson erreichen wird – aber sind wir mal ehrlich, bei dem Preisverfall von Laserdruckern, wen kümmert das noch, wenn er 2 Jahre hält, ist es auch OK. Entsprechend hat HP auch die Garantiezeit reduziert, wo es beim Epson noch 3 Jahre Garantie mit Vor Ort Service gab, gibt’s beim HP wie bei den meisten Herstellern in diesem Preissegment halt nur noch 1 Jahr BringIn. Wir kommen langsam an den Punkt, wo das Neu Kaufen eines Druckers billiger ist, als einen kompletten Satz Tonerkartuschen für diesen Drucker nachzukaufen, entsprechend wird der eigentliche Drucker selber immer mehr zum Einmal Leerdrucken und dann Wegwerfen Gerät – eigentlich eine perverse Entwicklung in Bezug auf Umwelt- und Resourcenschutz.
  • Häufig kritisiert beim HP 2025N wird ein übermäßig starkes Wellen des Papiers beim Ausdruck. Also entweder hat HP inzwischen dort etwas geändert oder die Tester, die sich darüber beklagt haben, benutzen anderes Papier als ich. Ich nutze irgendein billig 80g Papier ausm Discountmarkt und bei mir wellt sich gar nix.
  • Die Duplexeinheit ist sehr langsam, das Papier wird umständlich heraus und dann in Schneckentempo wieder eingezogen, dabei sinkt die Druckgeschwindigkeit drastisch.

 

Lieferumfang:

Der recht große und mit knapp 26 KG nicht gerade leichtgewichtige Karton enthält.. wenig:

  • Drucker fixfertig montiert, es müssen nur paar Klebestreifen und die Tonersicherung entfernt werden
  • Startertoner (alle Farben) mit Reichweite von ca. 1200 Seiten
  • Stromkabel (Schuko)
  • TreiberCD und PDF Handbuch
  • Kurzanleitung
  • Eine “Flyer drucken” Software von HP – noch nicht getestet
  • keine Anschlusskabel

 

Sonstige Anmerkungen:

  • Einige Testberichte sprechen von einem unbeleuchteten LCD Statusdisplay.. Bei mir ist es grün beleuchtet, wenn der Drucker aktiv ist.
  • Der Drucker kalibriert sich nicht nur beim Einschalten, sondern auch nach xx Stunden im Standby neu.. Default ist alle 48 Stunden, per WebOberfläche lässt sich dies auf 96 Stunden erhöhen.
  • Der Drucker ist in den Versionen mit LAN (sprich 2025?N) komplett per WebOberflächekonfigurierbar. Die Oberfläche ist übersicht undverständlich.
  • Unter Mac OS X Snow Leopard gab es ebenfalls keine Probleme, der Drucker wird per Bonjour erkannt und lässt sich problemlos installieren und nutzen.
  • Zahlreiche DrittHersteller bieten deutliche günstigere Toner als HP an, dies jedoch wie immer auf eigene Gefahr und auf Kosten der eh nur 1 jährigen Garantie. Auch die günstigste Methode, das neu befüllen der Tonerkartuschen ist begrenzt möglich – dank integrierter Trommel und Fixierer allerdings in der Praxis wohl nur 1-2 Mal, ferner wird für jeden Refill Vorgang ein Reset Chip benötigt, um den Füllstand der Kartusche zu resetten.
  • HP bietet einen kostengünstigen Tonerpack in Schwarz an, der bei Schwarz/Weis Druck die Tonerkosten nochmal etwas senkt.
  • Treiber gibt’s für: Win 2000/2003/2008, XP, Vista, Win7, letztere in x64 und x86, Mac OSX 10.5 / 10.6 und Linux via Postscript. Er unterstützt PCL5c, PCL6 und Postscript3
  • Der 2025DN Version mit Duplex Einheit wurde das “Blauer Engel” Logo erteilt.

 

Mein Fazit?

Das große Problem des HP 2025 ist der immer noch hohe Seitenpreis im Farbdruck und die teilweise etwas billige anmutende Materialqualität. Dafür ist die Druckqualität über jeden Zweifel erhaben, der Erstanschaffungspreis ist angemessen und in seinen 3 Ausstattungsvarianten und den Features wie 50 Blatt Multifunktionseinzug hebt er sich angenehm von Billigst Farblaser Segment ab.

 

CP2025 “nackt” CP2025N mit LAN CP2025DN Duplex & LAN

5 responses so far

5 Responses to “Kurztest HP Color Laserjet CP2025DN”

  1. Nielson 17 Feb 2011 at 19:03

    Danke für den Bericht, ich bin auch grad auf der Suche nach einem Netzwerkdrucker.

  2. adminon 17 Feb 2011 at 19:16

    Wenns dir noch hilft, ich bin mehr als 1 Jahr später immer noch von meinem 2025 begeistert. Es ist nix kaputt, alles funktioniert, wie es sollte. Absolut kein Grund zu zu meckern.

    … und nutze immer noch den StarterToner :) Ich drucke glaub echt nicht viel.

  3. Katrinon 27 Sep 2011 at 12:30

    Hallo,

    lese gerade den sehr informativen Bericht – danke erst einmal dafür! Ich habe 09/2009 das Vorgängermodell HP 2025 ohne “N” gekauft und bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Nur stört mich gewaltig, dass der komplette Drucker durch eine leere Kartusche in den Verweigerungsmodus verfällt. Meine gelbe Kartusche ist leer und es geht gar nichts mehr. Ich muss in nächster Zeit keine Farbausdrucke machen und würde gerne den Drucker nur s/w weiterbenutzen, aber das scheint nicht zu gehen – oder doch?

    Ich habe versucht, ob es hilft, die Kartusche zu entnehmen, aber die Fehlermeldung bleibt bestehen. Gibt es da einen Weg, den Drucker so einzustellen, dass er die Anwesenheit der Farbkartuschen ignoriert und sich einfach als S7W-Drucker verhält?

    Danke fürs Mitdenken!

    Grüße,
    Katrin

  4. adminon 28 Sep 2011 at 00:26

    Hi Katrin,

    Ich schau mir das morgen mal nochmal genauer an, war heute den ganzen Tag unterwegs und konnte nur per VPN aufn Drucker schauen. Vorneweg: es gibt die Option “Einfarbiger Druck bei Farbe leer”, die ist lt. Webinterface der N Versionen standardmäßig auf “Aus”. Nur eine Möglichkeit zum Einschalten hab ich übers Netz nicht gefunden, also evtl. nur am Druckermenü selbst oder über ein Konfigurationstool unter Windows. Die leere Kartusche muss bei HP üblicherweise drin bleiben, sonst geht er nicht aus dem Wartungsmodus.

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