Dec 25 2009

Toshiba Qosmio X500-10U Gaming Notebook Kurztest

veröffentlicht in Kategorie Computer, Gaming  

Mit seinem Intel i7 Mobile QuadCore Prozessor 720QM , Intel PM55, 1066 MHz FSB, 6 GB DDR3 RAM unter Windows 7 Home Premium 64bit kommt Toshiba dem Ziel, ein veritables Spiele-Notebook ins Rennen zu schicken, schon sehr Nahe.

Der einziger Schwachpunkt des Qosmio X500 liegt nur in der Wahl der verwendeten Grafikkarte: die hier verbaute NVIDIA GTS 250 ist zwar performanter, als 90% der sonst in Notebooks verbauten Grafiklösungen, jedoch hätte hier eigentlich eine 260er rein gemusst. Toshiba versucht diesen Schnitzer durch die Verwendung von GDDR5 Speicher für die NVIDIA 250 etwas auszumerzen, dies und die ohne Zweifel sehr leistungsfähige i7 hebt die Performance ein gutes Stück über die übliche Spieleleistung eines NVIDIA 250 basierten Systems, kommt aber trotz allem nicht an eine 260er heran. Als Bremse wirkt die etwas fußlahme 500GB HDD (5400 RPM).

 

Display:

Toshiba verwendet für das 18,4” große, spiegelnde Display eine überraschend geringe Auflösung von 1680×945 (16:9) – und vollzieht damit genau das, was ich in meinen früheren Tests schon immer gefordert habe: Spiele Notebooks mit großen Displays aber einer geringeren Auflösung, damit die im Vergleich zu Desktop Rechnern schwächere Grafik noch mithalten kann. Dieses Konzept geht im Qosmio X500-10U vollkommen auf, so kann die etwas laue 250er NVIDIA in der eigentlich reduzierten Auflösung auch aktuelle Titel mühelos stemmen. Das Display ist nur mäßig kontraststark und ungleichmäßig ausgeleuchtet mit deutlichen Ausbleichungen zu den Ecken bei einem schwarzen Testbild. Das Display ist wahrlich kein Schmuckstück, aber immer noch besser als das meines alten Fujitsu-Siemens Xi 2550..

 

Sound:

Die zum Spielen wichtige Soundkulisse wird gestellt von einem Harman/Kardon Lautsprecher Pärchen zwischen Tastatur und Display. Die Klangqualität ist sehr gut, wenn auch die erzielte maximale Lautstärke etwas hinter meinen Wünschen zurück bleibt. In der Kaffepause das Büro beschallen dürfte nicht gelingen, wer direkt davor sitzt braucht allerdings auch erst mal keine separaten Aktivboxen einplanen.

Conexant Pebble High Definition SmartAudio bringt Dolby Sound Room  – Surround Emulation und 3D Raumsimulation über die 2 Lautsprecher und Kopfhörer, Equalizer, Multistream Ausgabe, getrennte Settings für SPDIF/HDMI, Kopfhörer und interne Lautsprecher.

Nettes Gimmick, aber verzichtbar.

 

Ausstattung:

  • Intel Core i7 Q720M “Clarksfield” 1.60 GHz Rev. B1, 45nm auf Sockel 989 rPGA – QuadCore mit Hyperthreading, 64bit & Virtualization.
  • Intel PM55 Rev. 11 basiertes Mainboard, mit Toshiba modifiziertem Bios inkl. erweiterten Funktionen wie Tastenbeleuchtung, USB Lademodus, etc.
  • 1x 4GB (Samsung M471B5273BH1-CF8) + 1x 2GB (Samsung M471B5673EH1-CF8) 1066 DDR3 RAM ergibt 6 GB (von max. 8 GB unterstützt) und Dank Win7 64bit auch voll nutzbar.
  • Beschleunigungs-/Lagesensor im Qosmio x500 zieht bei gefährlichen Situationen sofort die Köpfe von der HDD in Parkposition.
  • Sehr interessant ist das ebenfalls verbaute Matshita UJ240ES (SATA-150) Laufwerk, es liest nicht nur BluRays, es beschriebt diese auch. Damit ist sozusagen als angenehmer Nebeneffekt mit dem Qosmio der erste BluRay Brenner bei mir zuhause angekommen.
  • Die verwendete Festplatte MK5055GSX von Toshiba mit 500GB, 5400 RPM, SATA-300, 8MB Cache, Smart & NCQ Support ist allerdings für meinen Geschmack etwas behäbig.
  • Ebenfalls erwähnen sollte man das ausschaltbare Multitouch Trackpad (Synaptics) mit 2 Finger Gesten Support, allerdings ist das für Gamer eher unbrauchbar, ohne Maus wird man nicht glücklich.
  • 8000mAh LiIon Akku mit überraschend guter Laufzeit für den Stromhunger der Komponenten (bis zu 3h bei Office, Gaming saugt dann schon mal unter 2h den Akku leer)
  • Sensoren für CPU Temp und Stromverbrauch, GPU Temp, HDD Temp, System Fan RPM
  • Als lobenswerte Ausnahme zum grausigen Toolchaos der Vorinstallation möchte ich hier noch kurz auf Toshibas HDD Schutz hinweisen: ein
  • Die Hochglanz lackierte, hintergrundbeleuchtete, vollwertige Tastatur ist mir “etwas” zu glatt/rutschig, jedoch sind die Tasten ausreichend bemessen, das Tippgefühl ist ansonsten recht gut – Druckpunkt, Weg, Widerstand durchaus in Ordnung) , die Tasten haben die gewohnte Anordnung und auch das Numpad wurde nicht vergessen.
  • Fingerprint Reader (AuthenTec AES2550) inkl. Single-SignOn Software,
  • 7 Multimedia Hotkeys + Stromspar-Taste – allerdings zu nah an der Tastatur platziert. Fehlbedienung zu erwarten.
  • VGA, HDMI (mit CEC), SPDIF Ausgänge
  • e-SATA, 4x USB2.0 (einer mit separater Stromversorgung), FireWire 400 Ports
  • 5-in-1 Multi-Format Card Reader (O2Micro)
  • Express Card Slot
  • b/g/a/N WLAN bis 300mbit/sec (Realtek RTL8191SE Wireless LAN 802.11n)
  • BlueTooth – mit Toshibas eigenem BlueTooth Stack und Tools – WLAN + Bluetooth über Schiebeschalter ausschaltbar.
  • Gigabit LAN  (Atheros AR8131)
  • und die Webcam nebst Micro runden das gute Ausstattungspaket ab.

 

Zur Software Installation:

Es finden sich glücklicherweise nur recht wenig unerwünschte Drittprogramme auf dem Rechner – ein Glück, denn Toshiba müllt das Notebook bis zum Rand voll mit mehr oder oft weniger sinnvollen Utilities.. Alleine um die wenigen Treiberupdates & News schlagen sich 3(!) vorinstallierte Tools die Köpfe ein. Der Bootvorgang dauert entsprechend endlose Ewigkeiten – hier ist entrümpeln dringend notwendig. Die Treiber sind erfreulich aktuell.

  • 60 Tage Demo Office 2007 Home & Student Edition
  • 60 Tage McAfee Internet Security (am besten sofort deinstallieren – gar nicht erst einrichten)
  • Microsoft Works
  • WildTangent Casual MiniSpiele
  • Intervideo BluRay Player & Intervideo WinDVD  (separat)
  • Toshibas eigener DVD Player (ich wollt schon immer 3 DVD Player haben – der Windows Media Player ist ja auch noch da)
  • Toshiba Disc Creator – einfaches Brennprogramm
  • Corel DVD Movie Factory
  • Skype
  • und zig unnötige Toshiba eigene Utilities, die den Windows Start vollmüllen, eigene Netzwerkconfig (“Configfree”), eigener BlueToothStack, ne Win Oberfläche fürs Bios, rudimentäre Systemüberwachung/Lüfterkontrolle, Treiber für OSD, Buttons, HDMI Control, etc. alles im Autostart. *seufz*

Eine Restore CD ist nicht enthalten, die muss man selber brennen. Der Restore Vorgang nervt mit 15(!!) Reboots bei der Wiederherstellung des Systems den Anwender deutlich über jedes akzeptable Maß hinaus – ich empfehle einen Diskimager. Alle Win7 x64 Treiber sind sauber auf der Toshiba Support Seite aufgelistet und stehen zum Download bereit, einer Neuinstallation mit einem sauberen Win7 steht diesbezüglich nichts im Wege.

 

Lieferumfang:

Der Kartoninhalt fällt spartanisch aus: Kurzanleitung, Garantieinfo, das Notebook, ein gewöhnliches Netzteil (110-240V) in normalen Abmessungen. Fertig. Während ASUS noch Games und Fujitsu teilweise noch Tragetaschen mit dazu packt, ist hier bei Toshiba nix zu finden, ned mal nen Rohling, um die Rescue CDs (2 DVD benötigt) zu brennen. Etwas dürftig für ein 1.500,- Euro Notebook imho.

 

Benchmarks:

Im Netz kursieren Werte zwischen 8500 und 9018 Punkte gemessen mit 3D Mark 06.. Ich selber komme nach der Entschlackung der überfrachteten Win7 Installation und Anytime Upgrade auf Win7 Professional auf knapp unter 9000 Punkte im 3D Mark 06. Notebookjournal.de gibt die 3D Mark Vantage Benchmarks mit 4344 Punkten an

Die Windows 7 eigene Leistungsbewertung verortet das System wie folgt:

  • CPU: 7,2
  • RAM: 7.3
  • GPU Desktop/Aero: 6.7
  • GPU Spiele: 6.7
  • HDD: 5.5

Damit begrenzender Faktor eindeutig die verbaute HDD.

 

Probleme:

  1. Wie alle Intel PM55 basierten i7 funktioniert auch das Qosmio X500 derzeit nicht mit dem iPhone zusammen – ein Sync ist nicht möglich. Das Problem hat soo nen Bart, aber die Beteiligten schieben den schwarzen Peter reihum.
  2. Die zugemüllte Win7 Installation ist ne Zumutung, eigentlich sollte man erst alles platt machen. Da die Recovery allerdings auch nur mäßig ist, lässt man es eventuell doch erst mal bleiben.
  3. Die Multimedia Hotkeys sitzen zu dicht am linken Rand der Tastatur und reagieren auf die geringste Berührung, wer sich erst noch an die neue Tastatur gewöhnt, latscht ständig auf einen der Buttons.
  4. Wenn man die Funktion einschaltet, welche auch bei ausgeschalteten Notebook den USB Port mit Strom versorgt, spinnt die Lüfterkontrolle und der Lüfter arbeitet sich langsam aber beständig auf volle Touren hoch, ohne jemals wieder runter zu schalten.
  5. Das Ding ist mit seinen 4,7kg nicht mehr wirklich tragbar..
  6. Schwarze Hochglanz Optik – Fingerabdrücke wohin man schaut. Der rot Metallic Rahmen, die weiße Tastaturbeleuchtung und grellrote LEDs schreien zudem lauthals: Ich bin Gamer..

 

Lärmbelästigung:

Vorneweg: Sieht man von oben bei “Probleme” erwähnten Bug der Lüftersteuerung ab, ist der Qosmio erstaunlich leise und durchaus Schlafzimmer tauglich. Die Lüftung arbeitet effektiv und im Idle fast unhörbar. Auch unter Last bleibt der Qosmio einer der leisesten Notebooks, die ich bisher in den Fingern hatte. Die Lüfter werden zwar unter Last zunehmend hörbar, aber liegen in einer angenehmen sonoren Frequenz ohne aufheulen, sondern konstant monoton. Insgesamt bleibt der Qosmio auch unter Last erfreulich “kühl”, wie schon erwähnt musste ich ihn schon gezielt treiben, damit die Lüfter mal auf Touren kommen. Das Gehäuse wird dabei nur warm, niemals unangenehm heiss. Die Temperaturen sinken nach Wegfall der Last schnell wieder nach unten und die Lüfter regeln beim Anstieg/Abfall der Temperaturen fein abgestuft nach. Beim Booten des Systems jaulen die Lüfter kurz auf (100%) um dann so etwa wenn das Win7 Logo im Startscreen erscheint wieder zu verstummen.

Ebenfalls sehr leise ist die HDD, welche sich auch so gut wie gar nicht bemerkbar macht – kein Klickern, Klackern oder Surren im Betrieb. Nervig hingegen ist der Krach, welcher das BluRay Laufwerk von sich gibt, das kann einem einen Film am Qosmio durchaus verderben.

 

Mein Fazit:

Inzwischen ist auch die Qosmio X500-10V Variante mit deutlich schönerem FullHD, LED Backlight Display in Deutschland erhältlich. Aber für Gamer bleibt das günstigere 10U meiner Meinung die bessere Variante: denn der NVIDIA GTS 250M geht bei der FullHD 1920×1080 Auflösung schlicht und ergreifend die Luft aus, wer mit dem 10V Spielen will, muss Details oder Auflösung Reduzieren. Die niedrigere HD+ Auflösung des 10U erspart dieses, die NVIDIA GTS 250M vermag diese reduzierte Auflösung 1680×945 zu stemmen. Dabei merke ich im Alltag (Programmieren) nur einen minimalem Nachteil durch weniger Platz auf dem Desktop – ich muss fast schon zugeben, dass mir die etwas größeren Fonts auf dem 10U inzwischen doch recht angenehm vorkommen. Wer weniger auf Games, sondern auf hohe Auflösung bzw. BluRay Genuss in FullHD aus ist, den wird dieses Argument natürlich nur wenig überzeigen.

Mit dem Qosmio für seinen derzeitigen Strassenpreis von 1499,- Euro erhält man einen eindrucksvoll leistungsfähigen Desktop Ersatz, der alle aktuelle Spiele in nativer Auflösung stemmen kann. Einen BluRay Brenner und qualitativ hochwertige, wenn allerdings nicht sonderlich laute Lautsprechern noch oben drauf. Ich bin mit dem System vollkommen zufrieden und werde daher meinen treuen Begleiter den Xi 2550 nun endgültig einmotten.

Langzeit – Erfahrungen

Inzwischen hat das Qosmio X500 mehr als ein Jahr auf dem Buckel – der tagtägliche Einsatz hat Spuren hinterlassen. Der “Lack” geht jetzt doch an einigen Stellen ab:

  • Die ursprünglich eingebaute HDD strich schon nach ein paar Monaten die Segel und weil Toshiba sich weigerte, nur die Platte zu tauschen, hab ich diese auf eigene Kosten ersetzt, wollte nicht Wochenlang ohne Notebook auf die Reparatur warten.
  • Die Tastatur zeigte nach etwa einem Jahr deutliche Ausfallerscheinungen, so ist die Alt Taste kaputt (reagiert nicht mehr auf Tastendrücken), die Punkt Taste funktioniert nur noch sporadisch mal. Andere Tasten werden zunehmend hakelig.
  • Das ehemals so angenehm leise Kühlungssystem röhrt inzwischen deutlich vernehmbar – vermutlich ein Lagerschaden des Lüfters
  • Je nach verwendeter Version der NVidia Treiber kommt es mehr oder weniger öfter zu Aussetzern (“Der Grafiktreiber wurde wiederhergestellt”) – nicht tragisch aber doch nervig.
  • Es gelingt mir nicht mehr, erfolgreich BR Discs zu brennen und ich nutze nun einen externen USB BluRay Brenner
  • Der Fingerabdrucksensor hat seinen Dienst quittiert und ist nicht mehr nutzbar.

Mein ehemals sehr positives Bild vom Qosmio X500 hat einen Dämpfer bekommen, Langlebigkeit scheint nicht das Hauptaugenmerk beim X500 zu sein, was bei einem Preis von 1500,- für ein Notebook nun nicht unbedingt “stimmig” ist – auch wenn es nur als Consumer Gerät konzipiert ist. Die Leistung selbst in der von mir damals gekauften 10V Konfiguration ist noch immer sehr gut, aber die doch grosse Zahl der Ausfälle gibt mir zu denken, ob mein nächstes Notebook wieder ein Qosmio werden wird…

3 responses so far

3 Responses to “Toshiba Qosmio X500-10U Gaming Notebook Kurztest”

  1. […] mein frisch gekaufter Qosmio X500-10U gerade im Begriff war, seine Platte in die ewigen Jagdgründe zu schicken (Smart Fehler und […]

  2. […] musste ich inzwischen den Kontakt mit dem Toshiba Support aufnehmen, mein gerade erst erstandenes Qosmio X500 – 10U hatte sich entschlossen, seine mitgelieferte Festplatte zu fressen. Beim Boot begrüßte mich ein […]

  3. Lothar Döhringon 09 Nov 2012 at 18:15

    Nun habe ich mir den Test gut erlesen und werde mir das Teil nicht kaufen.
    Das Gewicht von 4Kg ist mir einfach zu schwer. Auch die Aussetzer habe ich nicht so erwartet.
    Ich mach mir neue Gedanken und fang von forne an.

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