Apr 08 2009

MacRabbits Espresso.. HTML Editor für Mac OSX?

veröffentlicht in Kategorie WebWork  

Espresso auf dem Mac hat mich doch etwas enttäuscht. Ja, es ist ein hübsch gestalteter Editor, um HTML, PHP, JavaScript, CSS und XML Quellcode von Hand zu erstellen, ja, es hat eine eingebaute Publish Funktion (FTP, SFTP, Amazon S3) und ein Preview..  Es hat Code Highlighting und Tag Completion. Regex basierter Suchen & Ersetzen Dialog, Spellchecker. FTP Client Mode mit der Möglichkeit, Permissions zu ändern. Übersichtliche Benutzeroberfläche, Links eine Dateiliste, rechts ein DOM Tree und ein paar Snippets. Fertig. Oh, Code Folding noch. Aber selbst mit all den hier runter gebeteten Funktionen wird da noch kein “Rundum Paket” draus. Es fehlt noch so viel mehr.

Was fehlt? Der Komfort und alles, was das Leben als Entwickler angenehmer und schneller macht.  Ja, ich kann und habe schon oft genug Webseiten in Notepad, oder mit VI im SSH2 Terminal Fenster erstellt bzw. umgebaut. Ich kann es, aber es ist nicht effizient (und erzählt mir keinen Blödsinn, es wäre anders. Wer mit Notepad eine 500+ Seiten Webpräsenz pflegt ist nicht l33t, sondern unprofessionell) Und genau so ineffizient fühlt sich die Arbeit mit Espresso an – ein schöner Editor zwar, aber nicht effizient. MacRabbit hat mit CSSEdit ein sehr gutes Tool für CSS Stylesheets vorgelegt – in Espresso merkt man davon gar nichts. Keine Vorschau von Bildern. Überhaupt ist die Seitenvorschau eher holperig. Preview und Codeansicht in einem geteilten Fenster? Gibt’s nicht. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, was mir alles in Espresso noch fehlt und welche Funktionen ich unbedingt haben muss, um meine Produktivität damit zu steigern. Es gibt keine Toolbars, keine Assis, keine Validierung, kein Objekt/Tag Inspektor mit den gängigen Attributen. Kein Verschieben von Dateien oder Umbenennen mit automatischer Korrektur der Links. Keine Templates. Keine automatische Maskierung von Sonderzeichen und um die Krone noch oben drauf zu setzen, markiert mir der Spellchecker diese auch noch als falsch geschrieben. Keine Anzeige von “unsichtbaren Zeichen” im Editor (Tabs, Spaces oder Zeilenumbrüche). Wenn ich ein DIV anlege, warum erhalte ich keine Auswahl passender CSS Styles angezeigt, sobald ich bei DIV id=” angelangt bin? Ich lege eine CSS Regel an und tippe background-image: url( – wo bleibt die Liste an Bildern in meinem Projekt? Überall wo ich hingucke: gibt es nicht. 

Espresso ist leider nichts weiter als ein etwas aufgehübschter Texteditor mit FTP dran gepappt. Man kann damit problemlos Webseiten basteln, aber man muss es auch nicht – dazu langt auch ein Notepad. Dafür sind mir 60 Euro, die das Programm kosten soll, etwas zu teuer. Zu einem umfassenden IDE für Webentwickler braucht es mehr, als nur ein hübschen Editor, das ganze drum herum fehlt bei Espresso. Vor allem, wenn es als One Stop Solution für WebEntwickler angepriesen wird, wie MacRabbit dies tut. Da steckt noch sehr sehr viel Arbeit drin, um dieses Ziel zu erreichen.

5 responses so far

5 Responses to “MacRabbits Espresso.. HTML Editor für Mac OSX?”

  1. matthiason 23 Apr 2009 at 08:12

    sehe ich (leider) genauso!

    cssEdit gehört bei mir zur täglichen arbeit, für xhtml und den aufbau von websites bin ich vor kurzem vom bbEdit auf coda (http://www.panic.com/coda/ ) umgestiegen, das schon sehr viel von dem eingebaut hat, von dem espresso (noch?) träumt…

    und für schwierige “find & replace”-aufgaben ist bbEdit immer noch meine erste wahl!

  2. Benon 24 Apr 2009 at 01:29

    Hm,
    ich bin von Coda auf Espresso umgestiegen. Ich brauche keine Vorschau – so ein Blödsinn hab ich schon im Dreamweaver ignoriert. Ich schreibe mein Markup mit blick auf mein Layout und formatiere anschließend mit CSSEdit.

    Zugegeben, Syntaxhighlighting ist schwach – man muss da selbst rumbasteln – mit den Sugars hab ich inzwischen ein perfektes Schema für mich gebastelt ( ich programmiere gern auf schwarz ). PHP/jQuery/co. Funktionalität über Sugars nachzurüsten ist außerdem verdammt praktisch.

    Code vervollständigung habe ich – <div i … und schon wird mir eine Liste angezeigt, inzwischen unterstützt Espresso das ;) Zugegeben, in Coda läufts doch etwas runder, aber Coda ist auch schon ein paar Tage ausgereifter – ich erinnere mich an die Anfangszeiten.

    Snippets sind eine tolle Sache – gerade jQuery Snippets oder CMS spezifische Tags lassen sich mit Espresso super verwalten und einsetzten. Auch eigene Complete-Tags sind schnell erstellt und erleichtern einem einiges. Coda kann das nicht.

    Das einzige was mich momentan gravierend stört – keine Zusammenfassung der Fenster, wenn Dateien direkt aus dem FTP raus geöffnet werden. Aber Coda unterstützt halt nur den eingebauten FTP Server und das nervt mich ganz gewaltig.

    BTW. ich hab für meine Espresso Lizenz nicht mal annähernd 60 EUR gezahlt – Macheist machts möglich.

  3. adminon 24 Apr 2009 at 09:15

    Jeder Jeck is anders sagt man glaub.. :) Ich persönlich kämpfe gerade mit Microsofts Frontpage Nachfolger Expression Web 2.0 unter Parallels/XP.. Das krankt grad wieder andersrum: “unübersichtlich, zu viel.. “. Zumal: ein HTML Werkzeug von MS? Wie tief kann man noch sinken.. heh..

    Mein täglich Brot verdiene ich aber nachwievor noch mit Dreamweaver/Zend Studio for Eclipse/Aptana. Schwierig für mich, mich an was anderes als Dreamweaver zu gewöhnen, da ich ein paar Mittelstandskunden habe, die voll auf Contribute setzen. Und da wirds dann schwierig, vom Dreamweaver loszukommen.. da müsste man im Falle von Espresso wahrscheinlich nochmal ordentlich mit Sugar-&Co Entwicklung nachhelfen, wenn überhaupt.

  4. Benon 24 Apr 2009 at 13:47

    Du armer, Contribute hatte ich vor Jahren mal für zwei Projekte eingesetzt und gleich wieder abgeschossen.

  5. adminon 24 Apr 2009 at 18:43

    Ich find Contribute für völlig unbedarften Schreiberlinge gar nicht mal schlecht. Durch die Kombi mit den DWT Templates können die ihre Inhalte pflegen und nix dabei kaputt machen. Das klappt soweit sehr gut.

    Sicher, ein ordentliches CMS System würde die Problematik auch aus der Welt schaffen, aber dafür haste dann an anderer Stelle wieder Punkte, die nicht ganz so optimal sind. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Wie z.b. die IT Abteilung, die sich bei CMS querstellt aber mit rein statischem HTML zufrieden sind.

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