Apr 03 2009

Der völlig unrepräsentative Vergleich: Parallels Desktop vs. VMWare Fusion

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Unrepäsentativ, rein subjektiv und völlig ohne Gewähr und trotzdem hier niedergeschrieben: Mein Vergleich zwischen VMWares Fusion und Parallels Desktop auf einem iMac mit OSX 10.5.6..

Bei der Installation von Parallels Desktop wird zusätzlich Googles MacFUSE mit installiert, ein Dateisystem-Treiber, welcher sich in den Mac Preferencen verankert. Die Installation von VMWare Fusion scheint keine zusätzlich Treiber im System zu verankern. Parallels wirft 2 Einträge in den App Folder, VMWare Fusion kommt mit einem aus. Parallels Desktop braucht insgesamt weniger Platz auf der Mac HDD.

VMWare Fusion wird mit einer 1-Jahres Lizenz der grottigen McAfee Security Suite geliefert, während Parallels Desktop die Security Suite von Kaspersky mitbringt. (Mögen tue ich keine von beiden, Kaspersky ist m.M. noch das kleinere Übel.)

Parallels Desktop gelang es wiederholt nicht, eine Virtual Machine anhand meiner Windows XP Pro SP 1 CD aus dem MAPS Abo zu installieren (Fehler, Reboot Schleife im Setup, etc.), während VMWare Fusion dies zwar langsam, aber wenigstens erfolgreich bewerkstelligen konnte. Eine aktuelle XP Pro SP 3 Iso aus dem TechNet Abo wurde allerdings problemlos und recht flott installiert. XP Pro SP3 habe ich unter VMWare nicht mehr probiert.

Obwohl die Ersteinrichtung von XP Pro SP1 unter Parallels nicht zum Erfolg führte, konnte der von VMWare Fusion erstellte Virtuelle Computer problemlos durch den mit Parallels schon mitgelieferten Konverter in eine funktionierende Parallels Virtual Machine konvertiert werden, allerdings verlangte XP danach recht lautstark nach einer erneuten Aktivierung – und die auf meiner VMWare Installation enthaltene Testversion von Expression Web war danach sofort abgelaufen. Aber das nur nebenbei. Für einen Umsteiger von VMWare auf Parallels dürfte diese Info allerdings interessant werden, da sich eine erneute Aktivierung der bisher genutzten Programme als durchaus problematisch erweisen könnte…

Insgesamt wirkt die Oberfläche von Parallels Desktop einen kleinen Hauch “polierter” als VMWare und mit etwas höherem Bedienkomfort. Beide zeigen Windows im Fenster, im Vollbild oder in einem “Überlagerungsmodus” der die Anwendungsfenster von Windows Anwendungen ohne den Windows Desktop auf den Mac Desktop zaubert.. Parallels nennt es Kohärenz Modus, VMWare nennt es Unity Modus. Am Ende ist beides das Selbe. Ganz allgemein gesagt ist es, was Features angeht, ein sehr dichtes Kopf-an-Kopf Rennen, bei dem Parallels eine Nasenspitzenlänge vorne liegt, nicht zuletzt wegen der etwas umfangreicheren Integration des Windows Gast OS in den Mac OS Host.

Zur Performance..  Ein recht simpler, aber Praxis bezogener Test zeigt, das Parallels wesentlich schneller startet: der genauso wenig repräsentative Vergleichstest: ein Link zu Windows LiveWriter auf dem Mac Doc angelegt – wie lang dauert es, bis der LiveWriter fertig nutzbar auf dem Bildschirm erscheint? (also Parallels bzw. VMWare gestartet, das XP Gast OS als VM gebootet wird und letztendlich LiveWriter verwendungsbereit ist? Hier das überraschende Ergebnis: Parallels Desktop 4.0: 45 Sekunden. VMWare Fusion 2.x: 1 Minute 05 Sekunden. Das ist für mich ein wichtiger Faktor. Denn Windows soll ja nur bei Bedarf mal eben schnell gestartet werden, wenn ich die ganze ne VM mit mir rumschleppe, könnte ich grad auf Windows bleiben, dazu brauch ich kein Mac. Die eigentliche Ausführungsgeschwindigkeit der VM wurde an anderen Stellen schon öfters untersucht – dort konnte sich kein klarer Gewinner herauskristallisieren. Genau so geht es mir hier an meinem iMac auch – es gibt keinen “fühlbaren” Unterschied.

Interessant ist auch, das sowohl der Speicherverbrauch als auch die Größe der virtuellen HDD bei Parallels geringfügig kleiner ausfallen, obwohl beide identisch konfiguriert wurden (bis auf “McAfee vs. Kaspersky”).

Die Wahl, welchen der beiden ich in Zukunft nun benutzen sollte, fällt mir sehr schwer. Im Moment tendiere ich mehr zu Parallels, aber meine innere Stimme sagt mir: VMWare, die haben Virtualisierer für zig Betriebssystemversionen, eventuell fährst du auf lange Sicht besser, wenn du deine VMs auf VMWare anlegst…  Außerdem ist Parallels mit VK von 79,- Euro auch noch gut 10,- Euro teurer…

Nachtrag: Wenn man derzeit bei Amazon.de sucht, findet man die Parallels Desktop 4.0 ab 43,- Euro

4 responses so far

4 Responses to “Der völlig unrepräsentative Vergleich: Parallels Desktop vs. VMWare Fusion”

  1. Benon 24 Apr 2009 at 01:35

    Meiner Meinung nach sind beide System schrottig. Sowohl im Comfort als auch in der Leistung. Ich nutze weiterhin Bootcamp – so kann ich bei benötigten Windows Programmen wenigstens 100% Power ausschöpfen und muss mich nicht mit diesen Usability-Schwachmaten begnügen.

    Es mag ja Leute geben, die sich die Adobe Websuite jedes Jahr neu leisten können, ich bin auf CS3 bei Windows hängen geblieben – Illustrator über eins der beiden Lösungen, bei Plakaten – ein nogo! Langsamer gehts nicht.

  2. adminon 24 Apr 2009 at 09:36

    Bootcamp is nich so mein Ding – neben dem Mac steht eine Vista Kiste, die meinem MAC in Sachen Leistung haushoch überlegen ist. Der Vorteil mit Parallels/VMWare ist halt der parallele Betrieb zum OSX.. Zugriff auf die Aperture Library und trotzdem Win Programme nebenher, als Beispiel. Solang die Performance mitmacht find ich das schon todpraktisch so. Ich hatte es zuvor mit Remote Desktop Verbindung zum VistaPC probiert, war aber da vom Handling und Screenredraws nicht sehr glücklich..

    Jedes Jahr ne neue Adobe Suite kann ich mir auch nicht leisten, zumals ja immer gleich 5-6 Kisten sind, die hier immer aufs Mal upgegradet werden sollten, da lass ich auch gerne mal ne Version aus. Zumal die Adobe Preise wirklich langsam echt Frech werden.

    .. den Weg bei Adobe die Lizenz in eine Mac Version zu tauschen wäre keine Lösung für dich? Dann wäre der Performance Verlust durch die VM endgültig gegessen. Ich kanns bei mir nicht, weil mir bei ner Umwandlung die Notebook 2. Aktivierung flöten geht.

  3. Benon 24 Apr 2009 at 13:52

    Ich glaub nicht das Adobe ohne Zuzahlung noch eine CS3 tauscht. Inzwischen hab ich mich dran gewöhnt bei Screendesign Vista zu booten und für den Rest mein OSX.
    Letztendlich liegt es ja auch nicht am Geld, eine neue CS4 Suite wär schon drin – letztendlich verdient man ja nicht ganz schlecht, ich jedenfalls :-x
    Aber ich bin so verdammt geizig. 4 Jahre Selbständigkeit hab ich hinter mir und ich kann mich gut an die ersten zwei Jahre erinnern, in denen man oft die Hand in den Mund stecken musste – drum lieber 2mal Booten und auf die CS5 warten, dann lohnt sichs richtig.

    Zumal ich mal global spreche – 85% der Adobe Suite User können mit dieser gar nichts anfangen :) Hauptsache haben …

  4. adminon 24 Apr 2009 at 18:07

    Oh, zu den 85% zähle ich mich auch.. ich brauch 3 Programme aus der Suite: Dreamweaver, Photoshop und hin und wieder mal Contribute, um den Redakteuren zu sagen, wie se ein Link einfgen können oder neue Seiten anlegen.. Da die Suite aber am Ende auch nicht mehr teurer ist, als der Einzelkauf der 3 nimmt man halt die Suite und der Rest wird ignoriert.

    Mit der CS3 auf Mac konvertieren könntest du recht haben.. die werden dann wohl gleich ein Update mit verhökern wollen.

    Tjo der Geiz.. und wenn ich dann die US Preise für selben Programme sehe, dann hab ich noch viel weniger Lust, so ein Ding hier in DE zu kaufen.. :)

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