Feb 14 2009

Der Install/Uninstall Mythos von Mac OS X Leopard

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Ein von Mac Verfechtern oft genanntes Argument gegen Windows ist das Installieren und Deinstallieren von Software. Das ist bei Mac alles besser. Schauen wir doch mal, was von diesem Hype in der Praxis tatsächlich noch übrig bleibt?

Gleich vorneweg: Ja, die Fälle, wo die Installation tatsächlich mit Drag&Drop der App ins Programme Verzeichnis erledigt ist, die sind in der Tat wesentlich “einfacher” als die heute üblichen per Setup Wizard gesteuerten Windows Installationen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: in meinen ersten paar Wochen iMac Nutzung hatte ich gefühlte 50% Anwendungen, die genauso wie auf Windows über einen Installer ablaufen, der keinen Deut besser oder komfortabler als die gängigen Windows Vertreter abläuft. Und bitte, was ist bitte an einem Setup Wizard schwierig?

Wie dem auch sei, auch unter Mac ist vorrangig die Disziplin der Software Hersteller ausschlaggebend dafür, ob die Software wirklich nur an einem einzigen Ort abgelegt wird, oder ob Programmteile und Zusatzmodule quer über die ganze HDD verstreut angelegt werden. Installiert mal eines der aktuellen Adobe Programme für Mac OSX. Ihr werdet Euch wundern. Mein zweites oder drittes Programm für meinen iMac überhaupt war eine Erweiterung für Photobooth, die mir eine merkwürdige Extension ins InputFilter (war’s glaub) Verzeichnis gebastelt hat, die seither lustig Fehler ins Systemprotokoll schreibt. Na toll. Da fühlt man sich doch gleich wieder wie zuhause in Redmond.

Den größten Witz finde ich allerdings den Spruch: “Mühsames Deinstallieren und Verwahrlosung des Systems durch nach der Deinstallation übrig gebliebene Dateileichen gibt es bei Mac nicht”. Es wäre ausreichend, einfach nur die App in den Papierkorb zu verfrachten. Das ist glatt gelogen. So gut wie jedes Programm, das ich bis heute unter Mac OS X installiert und dann wieder deinstalliert hatte hinterliess Datenmüll an unterschiedlichen Stellen, in den allermeisten Fällen jedoch hier:

– /Library/Application Support/

– /Library/Preferences/

– /Library/Caches/  

Im Falle von Firefox 3.x sind das knappe 24 MB an vergessenem Datenmüll auf der Platte. Bei Pixelmator waren es knapp 500 KB, bei Mars Edit 345 KB. Propaganda stink! Ja, klar, kann ich nun alle diese bekannten und die weniger bekannten Locations manuell abklappern und rauslöschen, was noch übrig blieb, aber ist das komfortabler als die Uninstall Methode bei WIndows? (der Fairness halber: auch unter Mac gibt’s diese Uninstall Routinen für manche Programme, nur da eben nicht an einer zentralen Stelle wie bei Windows in der Systemeinstellung). Auch beim Mac gibt es keine Garantie, dass nicht doch noch Datenmüll auf der Platte bleibt.

Ich scheine mit dieser Beobachtung nicht ganz alleine zu stehen, oder wie erklärt man sich sonst die Existenz zahlreicher Uninstaller Tools wie z.B. AppZapper. (http://www.appzapper.com, Shareware, 12,95 USD). AppZapper erfüllt seinen Zweck gut und zuverlässig, durch den ZappGenie Modus fühlt sich AppZapper exakt so an, wie das Software Entfernen Modul aus Windows Systemkonfig. Was ich mir von AppZapper zusätzlich wünschen würde: das Entfernen der übrig gebliebenen Reste bereits per Papierkorb gelöschter Apps.. wird leider nicht angeboten)

Eines muss ich allerdings auch sagen: unter Windows muss ich auf jeden Fall keine 13 Dollar latzen, um meine Programme zu deinstallieren. Details, kleine unwichtige Details, die im Mac Mythos gerne mal untergehen.

No responses yet

Comments RSS

Kommentar dazu? (Geht anonym und ganz ohne Anmeldung)