Feb 04 2009

“Von Windows zu Apple” – Umsteiger Probleme: was mich stört

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Ich hab mich viele, bestimmt 20, Jahre vor der Anschaffung eines Apple gedrückt. Zu teuer, zuwenig Software, zu “anders”. Inzwischen hab ich den Sprung doch noch gewagt und arbeite seit einigen Wochen nun mit einem iMac 24″ 2.8GHZ 2GB RAM, wired Apple Tastatur und wired Mightymaus. Was mich an Apples Mac ganz gewaltig stört und bzw. oder mir das Umsteigen und den Abschied von Windows schwer macht..

  1. Das krampfhafte Festhalten an der völlig antiquierten “Eine Maustaste ist genug”-Traditionen von Anno dazumal. Und das verrückte ist, da sind die Mac Heads auch noch stolz drauf. In der Realität ist es allerdings so, dass 2 bzw. sogar noch viel mehr Maustasten konsequent und durchgängig in Leopard 10.5.6 integriert sind. Ja, klar, man kann auch einfach CMD-Klicken anstatt Rechtsklick, trotzdem ist der Ansatz völlig unkomfortabel, wenn ein OS den rechten Mausklick nutzt, dann macht’s auch eine rechte Maustaste und hört mit dem Geseiere von wegen man braucht nur 1 Maustaste auf.
  2. Die Mightymaus versucht analog zu 1. krampfhaft die Tatsache zu verbergen, dass sie in Wirklichkeit eine 4 Tastenmaus ist. Aber weil man ja zum 1-Tastenmaus Mythos stehen muss, ist die rechte Maustaste so behindert implementiert, dass die Benutzung der rechten Maustaste fast schon geübt werden muss (Sensoren erspüren wenn man die Maus nach unten drückt, ob man eher rechts oder links gedrückt hat. Das klappt solang gut, wie man beim Rechtslicken tunlichst drauf achtet, dass nicht links noch ein Finger auf der Maus liegt.). Was’n Unfug. 2 Tasten, fertig. Wenn ich gerade über die Mightymouse lästere: wer kam denn auf die bescheuerte Idee, als dritte Maustaste zu verlangen, dass man beide Schalter links und rechts an der Flanke der Maus gleichzeitig drückt, ohne jedoch zuviel Druck vertikal aufs Gehäuse auszuüben, weil man sonst Links oder Rechts klickt).
  3. Ich bin Programmierer… Ich springe durch Quellcode wie ein Bekloppter. Nun ratet mal, was es aufm MAC nicht gibt? Ihr kommt nicht drauf. POS1 und ENDE Tasten. Haha.. Der ist Prima. Als Alternative soll man doch einfach CMD-Cursor Left nehmen. Soll ich heulen, nochmal langsam zum Mitschreiben: “1 Taste ist gut. 2 Tasten drücken ist Kacke..”. Shift POS1 ist entsprechend SHIFT-CMD-LEFT. Und die Mac-Heads lachen über STRG-ALT-DEL? (wenigstens haben alle Windows Tastaturen eine ENTF Taste – bei Mac isses Glücksache). Ich werd zwar nicht nach Tastaturanschlägen bezahlt, aber wenn mich eine Tastatur oder unkomfortable Eingabemethoden ausbremsen, dann werd ich grummelig.
  4. Vollständige Tastenbeschriftungen auf allen Mac (und für Mac konzipierten) Tastaturen ist wohl für Weicheier. Objective-C ist die Programmiersprache für den Mac. Die wohl wichtigste Taste in Objective-C ist die [. Nun ratet mal, was auf MAC Tastaturen nicht beschriftet ist? Richtig [ und ] sind nicht vermerkt auf der Tastatur – und noch viele andere.. Fast alle dreifach belegten Tasten sind nicht auf der Tastatur markiert – und es gibt auch nirgends in der Apple typische kümmerlichen mitgelieferten Doku eine Aufstellung, wo sich denn nun das gesuchte Zeichen versteckt, dass man grad sucht.
  5. Bei 4. spielt auch wieder eine schon in früheren Beiträgen kritisierte Apple Krankheit rein: Keine Dokumentationen. Auch beim Apple Computer ist das der Fall. Das PDF Handbuch bzw. die gedruckte Dokumentation, die meinem iMac oder dem Mini meiner Frau beilag ist ein Witz, das selbe gilt für das Leopard Manual, das sich auf meiner Festplatte versteckt hatte. Fehlende Dokumentation setzt sich wie ein roter Faden konsequent durch die gesamte Apple Welt. Die neue iLife 09 Suite? Noch weniger Doku. Das iPhone? Braucht man doch keine Doku zu, jeder Dussel kann doch eMail und APN sowie sonstige Netz, Carrier oder DFU Settings ausm Kopf richtig vornehmen, richtig? Richtig! Ausserdem würde man sich ja das Geschäft mit den teuren Büchern kaputt machen – ganz so wie das verhasste Microsoft halt.
      
  6. Rotes X beendet Nix: Als Programmierer ist mir das Konzept schon klar, aber als doofer Enduser muss ich mir doch schon am Kopf kratzen. Ok, Rotes X schließt nur das Fenster der Anwendung, aber nicht die Anwendung selber, die läuft lustig weiter. Zum Beenden gibt’s entweder CMD-Q (schon wieder ne Doppeltastenkombo, oder Ablage -> Beenden oder Rechtsklick aufs Dock-Icon -> Beenden. Schon wieder 1 Klick vs. 2 Tasten oder Menügehangel. Wie sagte ich schon weiter oben: Eins ist gut, 2 oder mehr Sachen ist Scheiße. Effizienz? Unbefriedigend. Und wenn es dann wenigstens konsequent wäre, das ist es aber nicht: bei Anwendungen, die keine weiteren Fenster mehr haben (können), beendet das rote X, bei anderen Anwendungen beendet das rote X die Anwendung nicht.
  7. Grüne + Button: was auf Windows als “Maximieren/Vollbild” Knopf bekannt ist, tut auf dem Mac.. ja.. was genau? Eine von vielen fast willkürlich gewählten Aktionen. Mal maximiert der grüne Knopf, wie man es von Windows gewohnt ist, mal versucht er die Fenstergröße optimal zum Inhalt anzupassen, mal schiebt er das Fenster einfach nur dumm in der Gegend rum, das nächste Mal macht ein Klick auf + das Fenster kleiner (haha, alle lachten über Start drücken zum Beenden, aber ein Plus, das was verkleinert ist natürlich ganz normal..”, oder zu guter Letzt kann das grüne + auch einfach nur die erhältlichen Skins oder Darstellungsmodi durchschalten. Was genau es wird, hat man bitte schon auswendig zu lernen und sich zu merken.
      
  8. Die am oberen Bildschirmrand festgepappte Menüleiste. Unter Windows hat jede Anwendung ihre eigene Menüzeile direkt unter der Titelzeile des Fensters. Bei Mac klebt diese Menüleiste immer am primären Monitor am oberen Bildrand, wechselt man zwischen den Anwendungen, dann wechselt oben die Menüleiste mit. Was an einem 1-Monitor System noch halbwegs erträglich ist und nur wegen der längeren Mauswege nervt, wird bei einem Dual oder Multi Monitor Setup zur Tortur. Da nutzt man grad mal schnell Photoshop auf Monitor #2, aber um einen Menübefehl auszuwählen, muss man die Maus erst wieder zurück zu Monitor 1 schubsen. Ergonomie FAIL.
      
  9. Windows nervt mit unnützen Bestätigungsaufforderungen? Und Mac OSX tut das nicht? Die Warnung vor dem Start eines frisch downgeloadeten Programmes? Oder diese dämliche “Tastatur Identifizieren”-Dialoge, die scheinbar Grundsätzlich immer dann aufpoppen, wenn ich was an USB einstecken, selbst wenn das eben angestöpselte Gerät nicht eine einzige Taste besitzt. Sind SIe sicher, dass Sie den Papier leeren wollen? Möchten Sie das System wirklich runterfahren? Ja, die Vista UAC übertreibt es, drum wurde das System für WIn 7 auch revidiert, aber auch OSX Leo ist in der Beziehung auch kein Heiliger.
      
  10. Der Finder, das Dateimanager Equivalent unter Mac OSX 10.5.x kann dem Windows Pendant nicht annähernd das Wasser reichen. Weder in Komfort, noch in Funktionsumfang und schon gar nicht in Useability. Der Finder ist meiner Meinung nach das mit Abstand schwächste Glied in Leopard – und absolut nicht mehr zeitgemäß. Beispiel gefällig? Ausschneiden und Kopieren gibt es nicht. Die Navigation innerhalb verschachtelter Verzeichnisebenen ist mühsam. Fensterpositionen und Darstellungen nicht individuell speicherbar.
      

Das war’s eigentlich auch schon, was mich stört am Mac. Viele meiner hier aufgeführten Kritikpunkte gehen auf die 2 Punkte Ergonomie und Usability zurück. Hanebüchene 3-Tasten-Kombos sind kein Ersatz für eine intuitive Bedienbarkeit eines OSes. Lange Wege, unnötige Klicks und Tastendrucke, auf sowas stolpert man unter Mac OSX Leopard an jeder Ecke. Oder fehlende Konfigurierbarkeit der Desktopoberfläche.

Von Apples Preispolitik will ich gar nicht erst Anfangen, das nimmt man in Kauf. Oder die extrem schlechte Aufrüstbarkeit der Mini und iMac Serie – bei den Notebooks ist das ja auch in der Win Welt nicht besser..

Nicht falsch verstehen, ich mag meinen iMac bis jetzt ganz gut.. vielleicht schreib ich sogar mal noch ein Post darüber, was mich beim Mac in Euphorie versetzen kann..

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