Sep 23 2008

Einsteiger Navi – Falk M4 Kurztest

veröffentlicht in Kategorie Computer  

Ein günstiges Navi ist schon kein Fehler, das Falk M4 in der D, A, CH Variante (Kartenmaterial Version 2/2008) ist ab einem Preis von 132,- Euro zu haben. Geliefert wird neben dem eigentlichen PNA eine Software CD, ein USB Daten-/Ladekabel, Kabel für den Zigarettenanzünder, einen Halter (der das M4 per Magnet schnell und recht sicher “greift”) gemäß Richter “4 Nasen”- System und einen Saugnapf-Fuß zur Befestigung an der Windschutzscheibe. Ich hab jetzt keine Lust die eh schon überall genannten technischen Daten des Falk M4 Navis runter zu beten, sondern gehe einfach mal auf die Auffälligkeiten ein.

Im Falk M4 ist ein (viel zu kleiner) LiPo Akku verbaut, entsprechend wird mit Fußgänger, Fahrrad und Motorrad Modus geworben. Der Betrieb des Falk M4 außerhalb eines Autos/Motorrad mit Bordnetz ist allerdings auf maximal 2 Stunden begrenzt. Im Standby verliert das Navi ebenfalls lustig Akkukapazität, aber wenigstens hat es auch einen kompletten “Ausschalter”, der allerdings ebenfalls nach ein paar Tagen den Akku komplett geleert hat – mindestens einmal die Woche ans Ladegerät, sonst droht Akkumordende Tiefentladung. Der Betrieb des M4 fernab vom Auto ist eigentlich eher witzlos – obwohl die Routenplanung für Fußgänger, Radler sehr gut funktioniert und tatsächlich sinnvolle Strecken findet.

TMC ist tatsächlich dabei, aber die Antenne ist im M4 *NICHT* integriert, sondern baumelt als weiteres Kabel vom PNA und soll mit 2 kleinen Saugnäpfen befestigt werden.

Sehr geärgert hab ich mich über das Kartenmaterial, das von Hausnummern nicht viel wissen mag. In den deutschen Großstädten noch durchaus brauchbar, fehlen die Hausnummern bei Kleinstädten auf dem Lande viel zu oft.

Warum kann ich eigentlich nur Touren, aber keine Routen abspeichern? Warum ist die Software, um Touren am PC zu erstellen so fürchterlich unkomfortabel? Falk linkt dazu einfach auf den Tourenplaner-“Ersatz” auf der Falk Homepage, und diesem fehlt so ziemlich jedes Komfortmerkmal, das man sich vorstellen kann – absolut unbrauchbar. Da ist die Tourenplanung direkt am M4 wesentlich komfortabler (in dem man z.b. Ziele über den Umweg von Favoriten direkt auf der Karte anklicken kann. Fahrrad/Motorrad/Fußgängerrouten lassen sich am PC übrigens gar nicht planen.

Eine Straße dauerhaft fürs Routing zu sperren geht überhaupt nicht in Version FN7 der (WindowsCE basierten) Software des M4. Selbst das Sperren der aktuell befahrenen Straße ist fürchterlich umständlich.. Und dann kann man die Route nicht mal speichern. Insgesamt ist die FN7 Firmware des Falk M4 eher träge und die Boot Zeiten sind viel zu lang.

Gut gefallen hat mir der “Freies Fahren” Modus, also die reine Kartenanzeige auch ohne eingestellte Route, während ich mit dem Roller durch die Pampa gefahren bin. Ich kann es nicht mal begründen, warum. Sie zoomt und dreht sinnvoll mit, entweder in 2D oder in 3D Darstellung, allerdings verwirren die rein für Optikzwecke eingefügten Berge am Horizont der 3D Darstellung im Bergland mehr als dass die helfen. Das Display ist auch bei Sonnenschein auf dem Lenker montiert noch gut lesbar, das hat mich angenehm überrascht, auf meinem Telekom MDA Vario III erkennt man in der Situation nix mehr. Weniger gut lesbar ist die Karte, die von 2 riesigen Zoom In/Out Knöpfen immer überlagert wird (wer will, kann sich die entsprechenden Dateien vom Navi löschen und hat dann freie Sicht).

Sehr fummelig ist das Scrollen der Karte durch antippen und dann “schieben”. In den meisten Fällen endet man beim Versuch die Karte zu scrollen wieder im Hauptmenü. Nervig. Aber zum Glück braucht man das im normalen Routingbetrieb nicht wirklich. Und warum Falk ausgerechnet an einem 20 Cent Artikel wie einem Stylus sparen muss verstehe ich auch nicht – eine Befestigungsmöglichkeit für einen Stylus gibts übrigens grad auch nicht.

Die hoch gepriesene Reiseführerfunktion mit Sehenswürdigkeiten Datenbank ist irgendwie genauso witzlos wie die Übersetzerfunktion, welche mehr oder weniger sinnvolle Phrasen aus einem Unübersichtlichen Fragenkatalog “vorliest”. Beispiel gefällig: “Hilfe ich werde vergewaltigt”, das werde ich sehr oft brauchen, genauso oft wie “Können Sie mir auf der Karte zeigen, wo ich gerade bin?” – das ist die Frage die sich ein GPS Navi Besitzer hffentlich nie wieder stellen muss. Mehr Phrasen zum Thema Strasse & Verkehr, dafür weniger “Im Restaurant” hätten hier vielleicht noch was retten können. Dummerweise ist Englisch auf dem M4 nicht automatisch installiert, dazu muss man sich zuerst den englischen Sprecher vom PC über die (nicht mehr zeitgemäße weil viel zu langsame) USB v1 Schnittstelle kopieren, dann funktioniert auch der Übersetzer mit Englisch.

Die Verwaltung eigener POIs ist auf dem PNA selber ist ordentlich gelöst, können auf den PC gesichert werden. Erstellen von POIs auf dem PC ist dann aber wieder essig.

Das M4 kann die aktuelle Geschwindigkeit einblenden und auch vor stationären Radarfallen oder Geschwindigkeitsübertretungen warnen, hat aber leider keine vMax Funktion. Ein Höhenmesser ist allerdings wieder vorhanden.

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