Jun 11 2008

Markdorf: Schon wieder Müll

veröffentlicht in Kategorie Lokales  

Müll und der Bodenseekreis. Das Letzte. Unglaubliche Zustände.
Oder auch: Des Müllschnüfflers Frust.

 

 

Heute war im Bereich Markdorf 2 (also unterhalb der B31) Biomülltag. Eigentlich ein Tag der Freude. Aber fangen wir von vorne an

Im idyllischen Markdorf muss kompostierbarer Biomüll getrennt von nicht kompostierbaren Restmüll (und den gelben Säcken des Dual System, und Glas an der Sammelstelle, und Papier in der blauen Tonne, und.. und..) sortiert werden. Dazu, also für besagten Biomüll, gibt es die braune Biotonne des Grauens. Ok, ist vielleicht schon von vornerein ein bissl viel sortieren, aber man ist ja “grün”.

 

Das Problem kommt jetzt:

Biomüll wird nur alle 2 Wochen abwechselnd mit dem Restmüll im Wechsel abgeholt. Die gelben Säcke nur alle 4 Wochen oder so. Es ist mir unbegreiflich, dass in einem ziviliserten Land stinkender Müll 14 Tage bzw. 30 Tage gelagert werden muss, bis sich endlich mal jemand erbarmt, den wortwörtlich Dreck abzuholen. Und das auch noch im kommenden Hochsommer!!!

Im Sommer ist diese braune Biomülltonne das reinste Vergnügen, nachdem der Biomüll (also Essensreste, organische Abfälle und Co) 14 Tage bei Sommerhitze vor sich hin gärt, Horden von Fliegen und Madenkolonien anlockt, beginnt das ganze nicht nur zu saften, zu krabbeln und zu schimmeln und zu wuchern, nein, es beginnt eigentlich schon 2-3 Tage nach der letzten Leerung auch ganz gotterbärmlich zu stinken. Es ist unhygienisch, es ist ekelerregend, es ist dem Vorzeigeländle absolut unwürdig.

Eigentlich hätte ich ja froh sein müssen, den Biomüll heute endlich los zu werden, aber heute hatte das Abfallwirtschaftsamt eine besondere Überraschung für uns in Petto:


Der Müllschnüffler ging um.

Aufgabe dieser bedauernswerten Person ist es anscheinend, den Inhalt dieser haarsträubend stinkenden Biomülltonnen zu untersuchen und entweder

  • kleine gelbe Meckerbriefchen zu hinterlassen, man möge in Zukunft keine Fremdstoffe in die Tonne werfen. Ohne dabei klarzustellen, was denn eigentlich bemängelt wurde.
  • Oder eben die Leerung mit einem ebenso hilfreichen roten Zettelchen gleich komplett zu verweigern.

Und weil ihm diese Arbeit so viel Spaß zu machen schien, klebte er diese Zettelchen schlauerweise direkt auf die Stelle der Tonne, wo die Hausnummer steht. Mit folgendem Erfolg: die 10-12 identischen Mülltonnen unserer Straße standen also völlig unidentifizierbar in einer hübschen Reihe nebeneinander aufgereiht. Um herauszufinden, welche Tonne nun wem gehört, musste man erst den erstaunlich gut klebenden Zettel abreißen, der sich nicht lösen wollte und deshalb fitzelchenweise abgepopelt werden musste. Danke liebe Zuständige, dass man den Dreckszettel mit Kraftkleber da drauf kleben musste und Danke auch dafür, dass man es exakt auf die Hausnummer kleben musste.

Danke möchten bestimmt auch die 3-4 Anwohner sagen, die ich heute beim Gassigehen beobachten durfte, wie sie ihren zurückgewiesenen Biomüll unter größten Anstrengungen, nicht einfach nur drüber zu Kotzen, nachträglich nochmal sortiert haben.  Danke für ein bürgernahes Müllkonzept auf ganzer Linie!

 

Ich selber hatte Glück, ich hatte nur einen gelben Zettel. Aber ich hab keinen blassen Schimmer, warum man mir die nonverbale “Gelbe Karte” gezeigt hat.

In meiner Biotonne befand sich EXAKT folgendes:

  • Ein leider nicht essbarer weil völlig misratener Spinat/Kartoffelauflauf
  • 8 Scheiben altes Brot
  • Ein paar Kartoffelschalen, Karottenschnipsel und Eierschalen.

Warum ich das so genau weiß: weil ich das selber am Abend davor in die noch leere Tonne geworfen habe (aufgrund Abwesenheit war die nämlich ausnahmsweise leer und stank nur vergleichsweise wenig)

Was zur Hölle beschwor hier nun den Zorn der badischen Müllgötter auf mein armes unwissenden Haupt herab? Ich werde es nie erfahren. Die zuständige Abfallwirtschaftsamts-Hotline war leider für eine Rücksprache noch nicht verfügbar.

Eines ist allerdings auch klar: wenn ich jemals die Rote Karte bekomme, dann werde ich auch diesen Müll dort entsorgen wo er fabriziert wurde: vor dem Eingang des Abfallwirtschaftamtes.

 

Bin ich denn wirklich der einzige Mensch, der dieses Mülltheater als nicht hinnehmbar empfindet? Ist eine wöchentliche Müllabfuhr zumindest im Sommer zuviel verlangt? Sind die Müllgebühren nicht schon teuer genug? Kommentare gehen völlig anonym und ohne Registierung ganz einfach mit Klick auf den Button da unten.

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